Kein Plastik auf der Westallee

Diesen Donnerstag startet die Westallee! Und das ist nicht die einzige gute Nachricht: Das alternative Straßenfest aus dem Westen für den Westen setzt erstmals verstärkt auf Nachhaltigkeit.

Stuttgart – Nachhaltigkeit mag ein sexy Buzzword sein, das Klicks und Aufmerksamkeit bringt. Ändert aber eben nichts daran, dass es ein sehr, sehr wichtiges Thema ist. Insbesondere wenn man sich die Müllberge ansieht, die gern auf Festivals wie Rock am Ring oder Southside zurückgelassen werden. Da darf man sich schon mal fragen, ob wir diese Scheiße eigentlich noch ernst meinen oder nicht. Entschuldigt den Kraftausdruck.

Die Westalle ist so wie immer – nur anders!

Etwas ganz Ähnliches haben sich die Macher von der Westallee auch gedacht. Das sind seit 2016 dieselben vier üblichen Verdächtigen: Felix Klenk, Michael Benz, Melanie Moser und Christopher Warstat. Und auch wenn die mittlerweile vierte Auflage ihres ebenso gemütlichen wie zeitgeistigen Straßenfests rein äußerlich nicht nur am selben Ort, sondern auch mit der gleichen Mischung aus Food, Drinks, Live-Acts und Kunst (im Hinterhof) daherkommt, ist in diesem Jahr etwas anders.

„Wir achten ab diesem Jahr verstärkt auf Nachhaltigkeit“, betont Melanie. Soll heißen: Vom Vietnamesen Ha Long über den Dauergast Feinkost Yücel bis zum Italiener Riva sollen alle nur kompostierbares Einweggeschirr und keinerlei Plastik verwenden. „Plastikfrei zu werden“, fährt sie fort, „ist aber nur der Anfang: Nächstes Jahr würden wir in Zusammenarbeit mit der Stadt gern versuchen, mit Mehrweggeschirr zu arbeiten.“

Die Hälfte der Westallee-Möglichmacher: Melanie und Felix. (Foto: Björn Springorum)

Die Westallee: Schön voll

Es tut sich also eine ganze Menge hinter den Kulissen des Feschtles. Das hat sich seit 2016 schnell zum Pflichttermin im Juli gemausert – mit einem ziemlichen Ansturm vergangenes Jahr, als mit dem Spanier Kid Simius durchaus so was wie ein Star am schönen Lerchenplatz spielte. Felix Klenk erklärt, welche Konsequenzen daraus gezogen wurden: „Wir haben immer noch jede Menge spannende Acts im Programm, diesmal aber bewusst auf ein Zugpferd wie Kid Simius verzichtet. Nicht weil das letztes Jahr nicht gut lief, im Gegenteil; er passte perfekt auf die Westallee. Aber eben, weil so ein großer Name dann doch dafür sorgt, dass ihn sehr, sehr viele Leute sehen wollen.“

Lokalhelden überall!

Ein Blick ins Programm zeigt dann aber schon, dass mit Kazy Lambist aus Montpellier, Julian Maier-Hauff, Luis Ake oder den Stuttgarter Instanzen Delinquent Network, Leif Müller und Niklas Ibach ziemlich gute Acts mit dabei sind. Abgerundet wird das eher elektronisch-zeitgeistige Programm von Maylas supergutem „Stranger Things“-Pop, wenn man das so beschreiben will. „Vor allem bei den lokalen Acts ist uns wichtig, dass sie im Westen wohnen oder eine Verbindung zu diesem Stadtteil haben“, meint Felix.

Vom Westen für den Westen. Und Cannstatt

Das gilt aber eh für das gesamte Fest: Vom Westen für den Westen soll es sein und bleiben. Klar, man hat es schön im Westen, das zeigt sich natürlich auch auf der Westallee. Dass dennoch Besucher aus dem Süden oder gar Osten, ganz vielleicht sogar auch aus Cannstatt oder Weilimdorf (!) an den Lerchenplatz strömen, mag manchem Anwohner ein Dorn im Auge sein. „Wir können doch aber niemanden ausgrenzen!“, meint Felix ganz richtig. Das würde nicht zuletzt konträr zu allem stehen, wofür die weltoffene Westallee steht. „Wir machen aber nur im Westen gezielt Werbung“, erklärt er. „Es ist ja aber auch schön, anderen Leuten zu zeigen, was der Westen alles kann.“ Pssst, Spoiler: sehr viel!

www.westallee.de

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