Junge Winzer auf dem Weindorf: Benjamin Schütz

Beim Stuttgarter Weindorf präsentieren sich in diesem Jahr erstmals auch die jungen Wilden aus der Region. Höchste Zeit, findet das durstige Stadtkind – und stellt einige der Jungwinzer vor.

Stuttgart – Das Stuttgarter Weindorf ist ja so was wie der letzte Akt der Stuttgarter Sommerfeste. Und war bisher bekanntlich ein Stelldichein der, sagen wir mal, eher geruhsamen Sorte. Das könnte sich in diesem Jahr ändern.

Gimme that Rebensaft!

Das liegt daran, dass sich das Fest des Rebensafts eine überfällige Verjüngungskur verpasst! Erstmals bespielen 18 Jungwinzer bei dem einst eher beschaulichen Fest zwei Lauben, jeweils sechs zusammen. Das heißt: Vom 29. August bis zum 9. September weht durchaus so was wie ein frischer Wein, äh, Wind übers Weindorf, wenn auf der Terrasse bei der Alten Kanzlei erstmals die nächste Generation ausschenkt.

Die erste Generation

Frischer Wind, das ist auch ein gutes Stichwort für Benjamin Schütz. Der 29-Jährige aus Steinheim im Kreis Ludwigsburg hat schon ein abgeschlossenes Studium zum Weinbetriebswirt in der Tasche. Und krempelt die Dinge in seiner Familie gerade mächtig um. „Der große Unterschied bei mir zu den meisten anderen Jungwinzern ist der, dass mit mir das Weingut erst gegründet wurde“, klärt er auf. „Sicherlich geht der Weinbau in unserer Familie schon über Generationen zurück, doch früher wurden die Trauben unserer Weinberge an die damalige Genossenschaft im Ort abgeliefert.“

Jungwinzer Benjamin Schütz begründet eine neue Dynastie.

Der erste eigene Wein

Die Trauben also nicht nur zu ernten, sondern daraus selbst Weine zu keltern und zu vermarkten – damit hat Benjamin als erster in der Familie angefangen. Daher gab es gar keinen klassischen Generationenwechsel, wie man ihn von anderen Weingütern kennt. 2008 kelterte er seinen ersten eigenen Wein – und zwar nach dem „Learning by doing“-Prinzip. „Sicherlich war das nötige Wissen durch das Studium theoretisch vorhanden“, blickt er zurück. „Aber wenn man dann in der Praxis zum ersten Mal mit den Trauben im eigenen Keller steht, zeigt sich, wie viele Feinheiten, Handgriffe und Erfahrungen wirklich dazugehören.“

Die schwarze Bestie

Doch was da aus dem Keller in die Gläser gluckert kann sich sehen lassen. Puristisch und geradlinig, so beschreibt Benjamin seine Resultate. „Ich mache handwerklich saubere und qualitativ hochwertige Weine, keine weichgespülten oder runtergefeilten Limonaden-Weine.“ Für ihn gilt: „Wein muss dich kitzeln.“ Das kann der klassische Riesling sein. Oder aber ein gehaltvoller, tiefdunkler Rotwein wie „La Bestia Negra“. Die schwarze Bestie, wenn das mal nicht verlockend klingt…

Dein Lieblingswein? 2015 Lemberger Alte Reben trocken „Großes Gold“.

Mit wem würdest du gern mal ein Glas trinken? Da gäbe es sicherlich viele interessante Persönlichkeiten. Aber ganz ehrlich? Am liebsten trinke ich ein gutes Glas Wein immer noch mit meiner Freundin.

Das Schönste an deinem Beruf? Dass stets alles im Wandel ist. Die Arbeit mit den Jahreszeiten. Die Weine der verschiedenen Jahrgänge. Alles ist lebendig und jeder Tag bringt neue Aufgaben. Wein ist ein lebendiges Produkt.

www.wein-gut-schuetz.de

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