Stuttgart bekommt Innenstadt-Pool im Schlossgarten

Die Stadt gibt den Startschuss für ein gemeinnütziges Bau-Projekt im Schlossgarten: Der Eckensee vor der Stuttgarter Oper wird zum öffentlichen Innenstadt-Pool umgebaut. Und das Beste: Der Eintritt ist frei! Doch was passiert mit den Enten?

Stuttgart – Der Schlosspark gleicht schon lange einer einzigen Baustelle. Neben dem Umbau der Stuttgarter Oper „schmückt“ den Platz zwischen Schauspielhaus und Landtag bald eine weitere Baustelle. Doch die nehmen wir gerne in Kauf! Denn dort entsteht schon bald etwas in Deutschland Einmaliges: eine öffentliche Badefläche inmitten der Innenstadt. Wir haben mit dem verantwortlichen Stuttgarter Architekten Carl Horlacher gesprochen.

Baubeginn schon Mitte April April

Das Architekturbüro Horlacher hat die Bewilligung zum Bauprojekt „Innenstadt-Pool“ vor drei Tagen fast unbemerkt bekannt gegeben. Für den Stuttgarter Architekten und Stadtaktivisten geht dafür ein Traumprojekt in Erfüllung. „Schon als Kind habe ich nicht verstanden, warum diese große Fläche nicht einen mehrwertigeren Nutzen haben kann“, erklärt Horlacher. „Die Idee mit einer Badefläche in der Innenstadt kam mir schon bei der WM 2006. Seitdem kämpfe ich für ihre Umsetzung.“

Die ersten Pläne reichte Horlacher noch in seinem Architekturstudium 2007 ein. Damals wurde die Idee reichlich belächelt. Doch mit der Unterstützung des Stuttgart-21-Stadtbüros konkretisierte sich das Konzept gegen Ende 2016. „Sicherlich dient der Innenstadt-Pool innerhalb des S21-Projekts nun auch als Prestige-Objekt, zur Besänftigung der Gegenstimmen beim umstrittenen Bahnhofsbau“, erwidert er. „Doch ohne diese Hilfe wäre das Projekt wohl weiterhin eine abstrakte Idee geblieben. Und nun fangen wir im April schon an zu bauen.“

Der Eckensee wird wieder rund

Dabei wird uns eine weitere Neuigkeit zugetragen. Der Eckensee erlangt tatsächlich seine ursprüngliche runde Form zurück. Eckig wurde er nämlich erst für die Gartenschau im Jahr 1961. Alte Luftbilder der Innenstadt zeigen noch die ovale Form des damaligen Epaulettensees.

„Leider wird der Innenstadt-Pool dadurch etwas an Fläche einbüßen, doch die gewonnenen Quadratmeter werden zu umliegenden Liegeflächen umfunktioniert“, erklärt Horlacher seine Absichten. „So gibt es zumindest eine ovale Fläche für die Stuttgarter und Stuttgarterinnen, in der man in Zukunft Spaß haben kann“, scherzt er mit Verweis auf die Mercedes-Benz Arena aufgrund der Leistungen des VfBs.

Tierschützer-Aufschrei: Was passiert mit den Eckensee-Enten?

Ordentlich wie die Tierschützer sind, ließ der erste Aufschrei nicht lange auf sich warten. Per Mail erreichten den Architekten schon etliche Anfragen zum Verbleib der geflügelten Bewohner. Doch die Eckensee-Enten werden zum Glück in die Wilhelma umsiedeln dürfen. „Das war tatsächlich einer der meist diskutierten Punkte am Verhandlungstisch mit dem Städtebauamt und dem Bahnprojekt-Verein“, gibt Horlacher amüsiert zu.

Er habe auch die Pläne für das Gehege der Enten in der Wilhelma entworfen. „Damit sie sich in der neuen Heimat nicht so fremd fühlen müssen, haben wir ihnen den Eckensee im Maßstab 1:10 nachgebaut.“

Mehr aus dem Web