How to: Wie ich glücklich durch den Winter komme

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Der Winter ist da und das Jahr fast vorbei. Wie übersteht man die dunklen Tage? Das erklärt unsere Autorin in der neuen Kolumne.

Bremerhaven/Stuttgart – Die Uhren sind umgestellt und die Tage verdammt kurz geworden. Auch wenn sich das schon trist anfühlt, führt zusätzlich die fehlende Vitamin-D-Zufuhr zu Verstimmungen und Trübsal. Für Menschen mit psychischen Problemen bedeutet das doppelte Belastung. Wenn man eigentlich schon keine Energie hat sind fehlende Sonnenstrahlen die Kirsche auf der Depressionstorte.

Von Kälte und Dunkelheit

Bevor ich wusste was saisonale Depressionen oder was überhaupt Depressionen sind, machten mir die Winter zu schaffen. Ich bin kälteempfindlich und dunkelempfindlich – also nicht geschaffen für die Winterzeit. Während die meisten teetrinkend in Stricksocken Bücher lesen, verfalle ich in meinem ungemachten Bett in tiefste Traurigkeit. Zusätzlich dazu ist die anstehende Weihnachtszeit ein schmerzlicher Beweis von gemeinschaftlicher Familienliebe oder zumindest hat es den Anschein.

Selbst wenn ich bis zum Herbst stabil war und ganz gut in den Winter starten konnte, spätestens ab der Zeitumstellung ist höchste Aufmerksamkeit gefragt. Aufmerksam sein, dass die Dunkelheit nicht überhand nimmt und die Kälte mich nicht vom gesellschaftlichen Leben abschneidet.

Glücklichsein im Winter

Über die Jahre und je mehr ich über mich selbst lerne, habe ich Strategien entwickelt, um den Winter einigermaßen stabil zu überstehen. Zwar noch nicht perfekt, aber es ist ein vielversprechender Anfang.

Vitamin D sublimieren: Bevor man irgendwelche Präparate einschmeißt, sollte man dies mit einem Arzt absprechen. Ein Bluttest kann aufklären und im Falle eines Mangels ist Vitamin D leicht zu sublimieren. Mir helfen Vitamin D + K3 Tropfen. Die Einnahme ist einfach und ich kombiniere das mit meinen morgendlichen Medikamenten.

Tagesrhythmus einhalten: Wenn die Tage drücken, versuche ich meinen Tag nach den hellen Stunden auszurichten. Ich stehe früh auf und gehe früh schlafen. Mit meiner Hündin gehe ich zwar sowieso raus, aber kleine Spaziergänge helfen die vorhandenen Sonnenstrahlen aufzunehmen.

Obst und Gemüse: Eine gesunde Ernährung ist natürlich niemals falsch, aber besonders im Winter helfen Vitamine das Immunsystem zu stärken und die Laune zu bessern.

Extra Selfcare: Und manchmal reicht dann doch ein Abend auf der Couch im Kerzenschein.

It’s okay to not be okay

Eigentlich bleibt nur zu sagen: Es ist okay, wenn dir der Winter schwerfällt. Psychische Erkrankungen sind zu jeder Jahreszeit wirklich blöd und wenn du die Winter oder die Weihnachtszeit nicht magst, bist du damit nicht alleine – und es ist okay. Am Wichtigsten ist, dass du dich selbst ernst nimmst und dir den Abstand, die Zeit und die Selbstliebe gibst, die du brauchst.

Titelbild: unsplash/Genessa Panaint

Über die Autorin

Mit ganz viel Ehrlichkeit, Feingefühl und Liebe für die Sache schreibt unsere Autorin über das Leben mit psychischen Krankheiten. Warum das nicht immer einfach ist und gegen welche Vorurteile sie ankämpft erzählt sie in der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

Informationen und Hilfe bei Depressionen:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 0800/116 111 Mo. bis Sa. 14-20 Uhr, anonym & kostenlos!

In Stuttgart bietet der Arbeitskreis Leben suizidgefährdeten Menschen, Menschen in Lebenskrisen, Angehörigen, sowie Hinterbliebenen nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen Unterstützung an. Telefon  0711/600 620, hier geht es zur Internetseite >>>

Kassenärztliche Therapeuten in Deutschland:
http://www.kbv.de/html/arztsuche.php

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