Heimreise: Mit dem VW-Bus quer durch Deutschland

Urlaub in Deutschland ist langweilig? Von wegen! Frank und Mathis sind mit ihren Bussen zwei Monate lang quer durch Deutschland gereist und haben dabei ihre Heimat von einer ganz neuen Seite entdeckt. Über ihre Tour haben sie den Film „Heimreise“ gedreht, der seine Premiere im Autokino Kornwestheim feiert.

Stuttgart – Es ist Sommer und somit Ferienzeit. Der eine war schon im Urlaub, der andere zählt sehnsüchtig die Tage bis zum Abreisetag. Ob Entspannungs-, Abenteuer- oder Städteurlaub, das Thema Nachhaltigkeit wird bei der Reiseplanung nicht erst seit Fridays For Future immer wichtiger.

Die eigene Heimat entdecken

Das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen stärken, ist auch das Ziel von Frank und Mathis. Die zwei Jungs haben mit ihren VW-Bussen einige Länder erkundet, doch Deutschland fehlte noch auf der Entdeckungstour. „Viele haben das Gefühl um Urlaub zu machen, muss man eine Ländergrenze überschreiten. Dabei ist Deutschland so facettenreich “, sagt Frank.

Zwei Monate lang sind die beiden mit ihren Bussen quer durch Deutschland gereist und haben ihre Eindrücke mit der Kamera festgehalten. Entstanden ist dabei der Dokumentarfilm „Heimreise – Auf acht Rädern durch Deutschland“. Der feiert an einem besonderen Ort Premiere, nämlich im Autokino in Kornwestheim. Am 26. Oktober wird der Film dort gezeigt und wer im Camper unterwegs ist, kann anschließend im Autokino übernachten.

Die Busse als gemeinsame Leidenschaft

Kennengelernt haben sich die Kreativköpfe übrigens über Social Media. Die gemeinsame Leidenschaft für ihre Busse hat sie zusammengeführt. „Wir sind uns gegenseitig auf Youtube gefolgt und wollten beide eine Standheizung in unseren Bus einbauen. Das haben wir zusammen gemacht und festgestellt, dass wir gut als Team zusammenarbeiten“, erzählt Frank. Der Freiburger arbeitet als Gestalter für visuelles Marketing und hat sich vor drei Jahren zusammen mit seiner Freundin einen Bus zugelegt.

Mathis kommt aus Herrenberg und betreibt einen Youtube-Kanal rund um die Themen Campen und VW-Bus, mit dem er sich inzwischen seinen Lebensunterhalt verdient. Seit letztem Sommer hatten die beiden das Ziel, ein größeres gemeinsames Projekt anzugehen. Da fiel Frank und Mathis auf, dass sie ihre eigene Heimat noch nicht wirklich erkundet haben.

Finanzierung durch Crowdfunding

Um den Film zu finanzieren, haben die Jungs eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Mit der möchten sie das Geld für ihre Ausrüstung, Post-Production und Arbeitszeit wieder rein holen. Das Ziel haben sie inzwischen erreicht, nun lautet ihr nächster Schritt, den Film weiter zu promoten und mehr Premieren anzubieten. Momentan gibt es den Film in Frankfurt, Tübingen und im Autokino Kornwestheim zu sehen. Tickets für die Premiere in Kornwestheim kann man bis Ende August über die Crowdfunding-Aktion kaufen.

Unbekannte Orte in Deutschland

Bei der Planung ihrer Reise holten sich Frank und Mathis Tipps von ihrer Community. „Wir haben unsere Community nach eher unbekannten Orten in Deutschland gefragt. Das Feedback war groß, wir haben etwa 300 Mails bekommen. Anhand der Tipps haben wir unsere Route konstruiert, die uns in jede Ecke Deutschlands geführt hat“, erzählt Frank. Los ging es vom Schwarzwald aus, den Westen hoch über das Ruhrgebiet bis in den Norden, nach Berlin und Brandenburg und anschließend über Bayern zurück nach Baden-Württemberg.

Übernachtung auf dem steilsten Weinberg Europas

Auf ihrer Reise sind die Jungs auf viele schöne Orte gestoßen, ein Erlebnis ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben: die Moselschleife bei Bremm. Die Mosel ist ein kurvenreicher Fluss, der von Weinbergen umgeben ist. Vom Weinberg Calmont hat man einen tollen Ausblick auf die Landschaft, mit seiner 65-Grad-Steigung ist er der steilste Weinberg Europas. „Und genau dort haben wir unsere Hängematten aufgehängt und übernachtet, das war ein tolles Erlebnis“, erzählt Frank.

Schlafen in luftiger Höhe: Frank und Mathis über der Mosel

Bei all den Aufs gab es aber auch Abs . „Vor allem das Wetter war eine echte Herausforderung für uns. Da wurde es nachts in der Hängematte schon mal kalt“, sagt Mathis. „Einmal ist uns eine Feder im Bus gebrochen“, erinnert sich Frank. Aber gerade diese Hindernisse machten den Reiz der Reise aus. „Wenn man nichts tut, dann kann nichts schiefgehen, aber man erlebt auch nichts“, meint Frank. Ganz nach dem Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Lieber mit dem Auto als mit dem Flugzeug

Auch das Thema Nachhaltigkeit hat bei der Reise eine Rolle gespielt. „Viele haben uns gefragt, warum wir mit zwei Bussen unterwegs waren. Das liegt daran, dass wir Privatsphäre haben wollten und wir auch sehr an unseren Bussen hängen“, erklärt Frank. Trotzdem sei der CO2 Ausstoß im Vergleich zu einer Flugreise deutlich geringer gewesen.

Ihre Heimat haben die beiden durch die Reise von einer neuen Seite kennengelernt und möchten andere dazu inspirieren, Deutschland zu erkunden. „Deutschland hat landschaftlich so viel zu bieten. Man hat Berge, das Meer, einfach alles“, schwärmt Mathis. Man muss eben keine Grenzen überschreiten, um einen aufregenden Urlaub zu erleben.

Zur Crowdfunding-Aktion geht´s hier.

Bilder: Frank Stoll & Mathis Ochsenmeier

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