Gute-Nacht-Geschichte zum Closing-Wochenende im Ice Café Adria

Jetzt ist es also tatsächlich soweit: Das Ice Café Adria läutet am Donnerstag sein Closing-Wochenende ein. Was bleibt sind jede Menge Erinnerungen und Gute-Nacht-Geschichten. DJ und Veranstalter Sebastian Heitzmann, der das Ice Café Adria zusammen mit Micha Rieger und Lisa-Marie Grundling betreibt, hat sich für uns zurückerinnert – das sind seine persönlichen Highlights.

Stuttgart – Kurz vor Weihnachten ließ man im vergangenen Jahr die News-Bombe platzen: Das Ice Café Adria schließt! Bääämmm. Kein Wunder! Waren die letzten Monate davor doch geprägt von Anwohnerbeschwerden und Buttersäureattacken. (Darüber hatten die Kollegen der Stuttgarter Zeitung >>> berichtet.) Dieser ganze Stress ließ die Gastronomen schließlich (ver)zweifeln, man fragte sich mehr als einmal: Lohnt sich dieser ganze Ärger überhaupt? Wie auch immer. Jetzt ist Schluss und Sebastian blickt für uns zurück, mit einem lachenden und einem weinenden Auge – viel sei schief gelaufen, doch einige gute und witzige Erinnerungen werden für immer bleiben.

Viva la Vulva im Ice Café Adria

Das Vulvafest ist definitiv eine der Veranstaltungen, die ich richtig gern mag. Und auch eines meiner Highlights dieses und letztes Jahr. Die Veranstaltung liegt mir auch deshalb sehr am Herzen, weil es dabei nicht nur ums Partymachen geht, sondern, dass man auch etwas Sinnvolles macht. Es wurde auf Defizite was Gleichberechtigung usw. angeht aufmerksam gemacht, zu Spenden von Organisationen hingewiesen. Alles in allem: Gute Vibes, es machte Spaß im Laden zu sein, mit angenehmem Publikum, aber das hatten wir ja eigentlich immer.

Tanzen verboten!

Was ich tatsächlich ziemlich amüsant finde. In Deutschland darf in Bars nicht getanzt werden. Wir wurden auch schon angezeigt – und das wird vom Amt für Öffentliche Ordnung auch mit 500 Euro Geldbuße geahndet – weil unsere Gäste im Adria getanzt haben. Aber es ist doch klar, dass ich in unserem Laden für gute Musik sorge, damit sich die Gäste wohlfühlen. Und wenn der ein oder andere anfängt zu tanzen, da kann ich ja nichts dafür. Lächerlich. Was wenn in einem Supermarkt gute Musik läuft und die Leute anfangen, sich zu bewegen. „Auch dann, wenn man nach dem Gesetz geht, wäre der Supermarkt ein illegaler Club und da darf ohne ‚Diskothekenkonzession‘ nicht getanzt werden“, erklärten Ordnungshüter mal meiner Kollegin. Das ist einfach so typisch deutsch! 

Der Katzenstreu-Trick

Als ich einmal mit dem Türsteher vor dem Adria stand, kam eine junge Frau völlig angewidert raus und sagte zu ihren Freundinnen: „Ich wurde gerade voll angekotzt.“ Ich dachte nur: „Scheiße, jemand hat in den Laden gekotzt.“ Und gerade als ich rein und die Kotze wegwischen wollte, kam mir unser Barmann und gute Seele des Ladens Flo entgegen und meinte: „Alles okay, ich hab schon Katzenstreu* drüber geworfen.“ Drinnen sah’s dann aus wie auf einer Beachparty, wegen dem ganzen Katzenstreu.

*Den Trick hat Sebastian von einer Freundin, die Schul-Sozialarbeiterin ist. Dort würde man Katzenstreu nutzen, wenn sich die Kinder übergeben müssten. Ein großes Problem für die Gastro hat sich damit um ein Vielfaches verbessert. Weil Katzenstreu den Geruch aufnimmt, bindet und man es dann nur noch zusammenkehren muss.

Wein, Schuh, Korken

An einem Dienstagabend hatte ich mal eine Barschicht übernommen, es war ein ruhiger Abend, wenig los. Wichtige Zusatzinfo: Unser Flaschenöffner war irgendwie abhanden gekommen. Dann kamen zwei Gäste an und wollten ausgerechnet Weißwein, der noch nicht offen war. Ich dachte nur: „Scheiße, was machen wir jetzt?!“

Die Mädels hatten mir dann von einer Variante des Weinöffnens in einem Schuh erzählt: wenn man den Flaschenboden in den Schuh macht und den Schuh dann gegen die Wand schlägt, kommt der Korken langsam raus. Wir haben dann ein bisschen recherchiert, uns Videos reingezogen und letztendlich zwei Flaschen auf diese Weise geöffnet.

Closing im Adria

Man sei schon ein wenig wehmütig, „der Laden hat ja schon auch Spaß gemacht“, betont Sebastian. „Hätten wir so weitermachen können, wie am Anfang, wär’s richtig geil geworden.“ Man habe zu Beginn ja auch versucht, sich als Location für Konzerte zu etablieren. Es gab Anfragen von internationalen „wirklich guten“ DJs. Ein kleines Trostpflaster: Man will es jetzt am letzten Wochenende nochmal ordentlich krachen lassen. Ein paar richtig gute DJs aus dem Kessel werden das Adria aufmischen, unter anderem Ringo aka Prince Bahadu, Andreas Vogel, Miro, die LOVEiT-Jungs usw.

Alle Infos zur Closing Night findet ihr hier >>>

Am Donnerstag feiert das Stuttgarter Duo „Tristan & I“ Release ihrer ersten EP: „Space for you and me“. Die beiden kombinieren verschiedene, elektronische Stile und bewegen sich in ihrer Musik von Downtempo, Trap bis zu Synthwave.
Sie kreieren ihre Tracks live, basierend auf Vocals-loops und Drum-Machines. Am Sonntag geht’s dann im Adria auch nochmal ordentlich live zur Sache mit Kryptonix aus Frankreich und damit wildem Rock’n’Roll.

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