Gute-Nacht-Geschichte aus der Romantica: 3 Jahre Liebe

3 Jahre Romantica, 3 Jahre Liebe: Am Wochenende feiert die Romantica Geburtstag und lässt für ihre Gäste die Herzen fliegen. Zeit für einen sentimentalen Rückblick. Jetzt wissen wir, was ihr die letzten drei Jahre getan habt – also das, was an die Öffentlichkeit darf. Femke, hau raus!

Stuttgart – Selbst am Tag ist das Licht in der Romantica kuschlig-gedimmt. Dunkle Decken, alte Lampen, keine Fenster: Hier wird es nicht nur auf der Tanzfläche gemütlich – auch an der Bar schließt man schnell Gesellschaft. Die Gäste, so Femke, sollen sich unbeobachtet fühlen, eben wie zu Hause. Und genau dieser Plan scheint aufzugehen – schon seit mittlerweile drei Jahren. Am 7. Juli feiern Femke Bürkle und ihr Partner in crime Marco Bastone den Geburtstag ihres gemeinsamen Club-Babys. Grund genug, die Erinnerungen rauszuholen und festzustellen, wie groß sie schon geworden ist, ihre „kleine Romantica“.

Romantica: Wie alles begann

Die Geschichte zwischen dem Duo und der ehemaligen Bar ist eine Lovestory, die so gar nicht geplant war: „Umso schöner, wohin die Reise gegangen ist“, sagt Femke. Zur Romantica kamen sie „wie die Jungfrau zum Kinde“. Heute wird hier die 5-Tage-Feier-Woche zelebriert: Dienstag, seit neustem sogar einen Mittwoch im Monat, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag läuft hier elektronische Musik in den verschiedensten Facetten. „Es war uns wichtig eine klare Linie zu fahren“, so Femke. Dabei supporten die beiden vor allem Stuttgarter Locals, die mit regelmäßigen Veranstaltungsreihen die Location bespielen und teilweise große Bookings in die Romantica holen: „Uns überrascht es immer wieder, was in diesem kleinen Laden eigentlich alles so möglich ist“, lacht Femke.

Marco und Femke – die Köpfe hinter der Romantica-Welt.

„Hier kommt Electro, hier ist’s geil.“

Vertrauen ist ein wichtiger Faktor – sowohl in der Romantica-Family als auch im Umgang mit dem Publikum. Denn die Gäste der Romantica sollen auch ohne vorherigen Line-up-Check wissen, was sie bekommen: nämlich einen guten Abend. „Wir wollen, dass die Menschen in unseren Club kommen, weil sie wissen: Hey, hier spielen die Electro, hier ist’s geil.“ Und weil sich Femke und Marco einig sind, dass ihre Gäste sowieso die besten sind, widmet die Romantica-Crew ihre Geburtstags-Party am Samstag alle Supportern des Clubs: „Wir wollen einfach mal Danke sagen. Mit ganz viel Liebe.“

Oben drauf gibt es einige der besten Storys aus drei Jahren „Liebesgrotte“.

Hyper, Hyper!

Vor einem halben Jahr stand plötzlich H.P. Baxxter oben an der Tür. Scooter hatten einen Tag zuvor einen Gig hier in Stuttgart und H.P. wollte sonntags wohl noch etwas feiern gehen. Es gab dann ein Bild im Internet und niemand wollte es glauben, ich übrigens auch nicht. Genau an diesem Abend habe ich nämlich nicht gearbeitet. Dann ruft mich unser Türsteher an und sagt: „Ey Femke, du glaubst nicht wer hier gerade reinläuft…“

„Love is in the air“

Geflasht hat mich auch ein Moment als Miss Evoice bei einer Rumpelkammer-Party aufgelegt hat. Es war der letzte Song und ich stand schon bei ihr hinten am Pult. Sie spielte die Originalversion von „Love is in the Air“ und plötzlich fing der ganze Club an eine Performance hinzulegen, als hätten wir einen Flashmob geplant. Mit Armen in der Luft und Händen, die sich zu Herzen formten, ohne sich vorher abzusprechen. Da kann es noch so stressig sein, aber wenn ich dann in die glücklichen Gesichter der Leute schaue, denke ich mir: „Ey scheiße, ist das geil.“ Das ist die schönste Belohnung.

Der „kostenlose Gast“

Es gibt da einen Gast – beziehungsweise keinen „richtigen Gast“ – der immer wieder versucht in den Club zu kommen, ohne Eintritt zu zahlen. Letztens hatte er in seiner Jacke eine Flasche Jacky stecken und meinte zu unserem Türsteher: „Ich muss ja nichts zahlen, ne? Ich habe ja auch meine eigenen Getränke dabei.“ Natürlich hatte er damit bisher keinen Erfolg. Aber er bleibt hartnäckig und probiert es immer wieder – dafür feiert er dann eben draußen mit.

Live-Festnahme

So ziemlich am Anfang hatten wir eine Veranstaltung die hieß „Funksturm“, sozusagen ein Boiler Room für Arme. Da wurde mitten im Livestream vor laufender Kamera der DJ verhaftet. Das Video ging voll ab und wurde auf sämtlichen Sprachen mit Untertiteln versehen, weil es halt ziemlich laut war, als der schwäbische Zivilpolizist reingestürzt kam, um ihn mit Handschellen abzuführen. Viele dachten damals, dass wäre ein PR-Gag von uns, um in die Schlagzeilen zu kommen. Natürlich totaler Quatsch. Festnahmen im Club sind jetzt nicht unbedingt die beste Werbung. Heute können wir aber wirklich herzhaft darüber lachen. Das war schon sehr lustig – also zumindest für uns.

Konfetti-Gate

Ein guter Freund kam zu der Geburtstagsparty von Adi Dassler und hatte ungelogen einen 10 Kilo Konfettibeutel und eine Seifenblasenmaschine in die Romantica geschmuggelt. Die Kombination klebt dann festgetrampelt wie Beton auf dem Boden. Ich hab ihn erwischt, weil mir das Konfetti sogar beim Auflegen in den Fader geflogen ist. Ich meinte dann zu ihm: „So mein Freund, du weißt ja, wo du morgen zum Aufräumen bist.“ Und dann kam er wirklich – mit dem Nasssauger und hat hier fünf Stunden sauber gemacht. Das sah auch ziemlich professionell aus. Hat er bestimmt nicht zum ersten Mal gemacht.

Romantik ist hier Programm

Erwischen wir mal ein Pärchen zusammen auf der Toilette, dann machen wir dann gerne die Tür wieder zu und sagen „weitermachen“. Der Name sagt es schon: Romantik ist Programm. Vielleicht haben sich deshalb auch schon so viele Paare hier kennengelernt.

Karma…

Wir haben hier ja ein kleines Taubenproblem an der Tür. Und irgendwie kommt es öfters vor, dass genau die Gäste angekackt werden, die sich auch scheiße verhalten. Ich glaub ja eh an Karma…

Komm‘ wie du bist – nur nicht im Dirndl

Unser Publikum ist total schön durchgemischt. Von 20 bis 70 Jahren ist alles dabei. Wir haben zum Beispiel einen total anständigen älteren Herrn, der immer in Lack-und-Leder-Klamotten zu den Partys kommt. Bänker, Punks, Studenten, Staatsänwälte, Polizisten: Alle treffen sich hier und sind willkommen. Selbst meine Mutter hat hier schon gefeiert und war das absolute Highlight des Abends. Den Menschen ist es egal wie du aussiehst, wer du bist, woher du kommst, wie du tanzt – jeder wird aufgenommen. Auch, wenn du nackt bist. Das interessiert niemanden. Außer du kommst im Dirndl.

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