Gute-Nacht-Geschichte: Amaru Family und Streichelzoo

Die Amaru Family ist ein Kollektiv, das für Open-Airs in Off-Locations bekannt und seit 2015 eng mit der Veranstaltungsreihe Streichelzoo verschmolzen ist. Am Wochenende feiert diese in der Romantica Vierjähriges. Für uns hat Resident Danny Salas in die Anekdoten-Kiste gegriffen.

Stuttgart – „Wir wollten damals eine neue Veranstaltungsreihe starten mit Indigo-Touch.“ Entstanden ist daraus die Amaru Family mit dem „Weekend Warrior“ als Logo. Als Hip-Hop-Formation Benztown Stars startete man erste Techno-Partys, später die Amaru-Open-Airs. Alles begann vor fünf Jahren mit Homie Daniel Zaiß, damals im Café Faust. 2015 ist Marius Weitzer „Moers“ mit seinem „Streichelzoo“ dazugestoßen. Seitdem macht man gemeinsame Sache. „Im Endeffekt sind wir eine Familie. Amaru steht eher für Open-Airs und Off-Locations. Der Streichelzoo bewegt sich im Clubkontext“, erklärt Danny.

Amaru Family und Streichelzoo feiern Geburtstag

Egal ob Open-Airs im Café Faust, in Wangen oder auf dem Containt-Gelände: Dem Kollektiv war es schon damals wichtig, mehr als „nur Raves“ zu bieten. Sie integrierten nachhaltige Konzepte, viel Kunst und Graffiti – unter anderem von Kumpel David Braschler. „Wir hatten den Anspruch, nicht nur Party zu machen. Es sollte einen Mehrwert geben“, so Danny.

Auch wenn das letzte Open-Air schon eine Weile zurückliegt, hat man im Hause Amaru in diesem Jahr einiges zu feiern: Im Mai gab’s das Fünfjährige der Family und nun steht der Geburtstag vom Streichelzoo in der Romantica ins Haus. Zeit, um noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen und einige, fast schon vergessene, Storys ans Licht zu bringen.

Dancing in the rain

Bei unserem ersten Open-Air im Café Faust hat es in den letzten zwei Stunden einen heftigen Schauer gegeben. Die Tanzfläche war binnen Minuten leergefegt, das Equipment fast abgesoffen. Aber wir haben einfach weitergemacht. Irgendwann haben die Leute dann ihre Schuhe ausgezogen und im Regen getanzt. Das war ein großartiges Bild.

Open Air „on fire“

2016 liefen unsere Open-Airs schon viel professioneller ab. Wir durften zum ersten Mal auch am Samstag und über Nacht am Café Faust feiern. Es war ein riesiger Aufwand – unser Orgateam bestand bestimmt aus 20 Menschen, die halfen alles aufzubauen. So gegen 15 Uhr, als alles soweit ready to go war, ging plötzlich der Alarm in der Uni los. Mirko, der Besitzer, kam aus dem Café Faust gerannt und hat hektisch gerufen: „Wer hat den Feueralarm ausgelöst?“ Er dachte halt, dass einer von uns im Gebäude geraucht hat. Dann kamen auch schon Feuerwehr, Polizei und der Krankenwagen angefahren – das war mega der Stress. Am Ende hat sich herausgestellt, dass die Bauarbeiter im Gebäude hinter uns den Feueralarm ausgelöst, weil sie ausversehen eine Leitung durchgeschnitten haben. Zum Glück war keine Evakuierung nötig und wir konnten um 16 Uhr ganz nach Plan unsere Pforten öffnen.

LKW-Gate

Bei einem unserer Open-Airs in Wangen gab es einen Fehler bei der Autovermietung. Ich darf mit meinem Führerschein eigentlich nur mit einem großen Sprinter fahren, doch man hat uns einen LKW gegeben. Wir dachten uns nicht viel dabei, haben das ganze Equipment eingeladen, Kühlschrank und Co. und wurden dann in Zuffenhausen mitten am Tag rausgezogen. An diesem Tag wurden wohl verstärkt LKWs kontrolliert. Jedenfalls wollten die Polizisten von uns alle Papiere und meinten dann, dass ich damit eigentlich nicht fahren darf. Da unsere Veranstaltung abends stattgefunden hat und wir so ziemlich alles in der Karre hatten, habe ich den Polizisten dann ganz dramatisch unsere Lage geschildert. Ich meinte, dass sie meine Existenz zerstören, wenn sie das Auto einziehen. Am Ende waren sie echt cool und haben uns weiterfahren lassen – ging ja auch um einiges. (lacht)

Ein Spielplatz für Erwachsene

An den Containern hatten wir immer mal wieder Sand auf den Veranstaltungen. Irgendwann am frühen Morgen saßen wir dann alle da und haben wie damals im Sandkasten gespielt. Das ist einfach schön mit anzusehen, wie Partys zum Spielplatz für Erwachsene werden und sie wieder das Kind in sich entdecken.

Kesselliebe

Bei einer unserer Amaru-Partys im White Noise war ein DJ aus dem Berliner Club Sisyphos zu Gast. Dem hat es in Stuttgart dann so gut gefallen, dass er seinen Gig auf dem Garbicz abgesagt und den Flug „aus Versehen“ verpasst hat. Er ist dann bis Montagnachmittag geblieben – wir waren sogar auf dem Fernsehturm. Richtiges Kulturprogramm also. (lacht)

Hot in there

Die erste Streichelzoo-Party in der Romantica war mitten im Sommer. Damals gab es dort noch keine Klimaanlage oder Ventilatoren. Es war echt richtig voll und der Schweiß tropfte von der Decke. Moers und ich standen am Pult oben ohne, weil es so heiß war. Dann ist er auf die Idee gekommen, zwei Stehventilatoren von zu Hause zu holen, weil er nur ein paar Meter weiter gewohnt hat. Am Ende standen die links und rechts auf dem Pult. Man hat richtig gemerkt, wie die Menschen mit dem kleinen Windzug getanzt sind.

Am Samstag, den 9. August, findet in der Romantica übrigens die bereits 49. Streichelzoo-Party statt. Gefeiert wird natürlich mit dem Sound der Stammbesetzung – den Streichelzoo-Allstars: Danny Salas, Moers und Zamal. Hier geht’s zur Veranstaltung >>>.

Fotos: Amaru Family

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