Gute-Nacht-Geschichte: 3 Jahre Discoteca Synthetica

Seit drei Jahren bringen Christian Hammer und Matthias Straub aka François Fantasy und St. Malo Italo-Disco auf die Tanzflächen Stuttgarts. Für uns blicken sie zurück, hauen Anekdoten raus und verraten ihre geheimen Discoteca Synthetica-Hymnen.

Stuttgart – „Es hat einfach gepasst.“ So simpel ist es nicht immer, wenn sich zwei Menschen kennenlernen. Beim Discoteca-Synthetica-Duo Christian und Matthias hat es dafür direkt geklickt. Zwar kannten sie sich bereits vom Skaten, doch musikalisch war es Liebe auf den ersten Track. „Ein gemeinsamer Kumpel hat damals im alten Tatti Geburtstag gefeiert und uns unabhängig voneinander gefragt, ob wir nicht auflegen wollen.“ Im Laufe des Abends spielten sie sich dann gegenseitig die Songs zu: „Wir haben schnell gemerkt, dass dieses B2B-Ding ganz gut harmoniert.“

Discoteca Synthetica: Keine halben Sachen

Die Tanzfläche war voll, der Musikgeschmack hat gematcht – „daraus mussten wir was machen.“ Und als Matthias dann einen Termin im White Noise ins Spiel brachte, war die Discoteca Synthetica geboren. Fest stand: Hier werden keine halben Sachen gemacht. Ein Name musste her: „Wir haben einfach ping-pong-mäßig mit Worten jongliert“, lacht Matthias. „Außerdem ist Chris auch Grafikdesigner aus Leidenschaft, so hatten wir ziemlich schnell Logos und Merch“, ergänzt er.

Christian erinnert sich: „Ich habe mich vor allem darauf gefreut, Italo-Disco endlich laut vor Publikum spielen zu können. Klar, das war anfangs halt auch eher ein Hobby. Wir haben das hauptsächlich für unsere Freunde gemacht, die darauf gut abgegangen sind und hätten nie gedacht, dass es sich so krass entwickelt.“

Nun sind es insgesamt schon drei Jahre, in denen trashige Italo-Disco-Sounds durch den Kessel gepumpt werden. Am Samstag, den 30. November, wird das in der Rakete gefeiert – laut Christian und Matthias die perfekte Location für ihre Veranstaltung. „Andreas Vogel ist als Host super und der Ort hat sich für uns als Institution etabliert.“

Die beiden sind sich einig: „Vor allem Specials machen die Veranstaltungen besonders. Egal ob im Stadtpalais, wenn man die Stadt verlässt – oder sogar den Kontinent. So bleibt es aufregend und exotisch.“

Wie aufregend und exotisch, das verraten uns die beiden wie folgt.

Legend…wait for it…dary

Phil Anderson hatte eine WG mit Leif Müller. Sie haben recht zentral gewohnt, mit zwei Dachterrassen in der Stadtmitte. Als Phil ausgezogen ist, wollte er die Gelegenheit nutzen und hat uns gefragt, ob wir nicht auflegen wollen. Daraus ist dann irgendwie eine Secret-Party entstanden. Das war dann schon so ’ne Nummer: Erst wird man gefragt, ob man was machen will, dann steckt man mittendrin, schleift Kühlschränke bis in den obersten Stock, kauft Capri-Eis in der Metro und ist irgendwie selbst Veranstalter.

12-Stunden-Party

Im Endeffekt war es eine 12-Stunden-Party, obwohl ursprünglich geplant war, von 16 bis 22 Uhr ein bisschen aufzulegen. Es war Sommer, wir hatten geile Outfits, es wurden ständig mehr Menschen, der Mond war super krass – alles hat gepasst. Irgendwann kam dann natürlich die Polizei, weil sich Nachbarn beschwert haben. Es war aber auch echt laut, die Scheiben unten haben sogar gewackelt. Dann dachten wir: Ok, bauen wir um. Also sind wir von der einen Terrasse auf die andere gewandert. Es war stockdunkel, man hat nichts gesehen, überall waren Menschen. Wir haben einfach die Kabel rausgerissen, sind mit dem Equipment durch die Wohnung gelaufen, haben die Plattenspieler fallen lassen, nur um weiterspielen zu können, weil die Stimmung so gut war. Das war echt legendary. 

3 Jahre Discotheca Synthetica

„New Yörkle“

Wir waren 2019 in New York auf einem Skateboard-Ausflug mit den Jungs und dachten uns: Ey, wie cool wäre es, wenn wir dort einen Gig spielen könnten? Dann hat sich Matthias von einer befreundeten Fotografin, die dort lebt, ein paar Locations empfehlen lassen. Die hat er dann angeschrieben. Wir haben ehrlich gesagt nicht wirklich daran geglaubt, dass da was geht. Und plötzlich bekamen wir ein Gig-Angebot – im Pianos. Sogar eine recht bekannte Location. Also haben wir vor der Abreise unsere Platten irgendwie in die Taschen gesteckt. Christian hatte bestimmt 20 Kilo Handgepäck dabei.

Dann stand der Abend bevor – unsere Outfits waren natürlich perfekt. Dann kamen wir an und die so: Hier ist euer Arbeitsplatz. Aber da stand einfach nichts. Nur ein paar Plattenspieler und eine Tüte mit abgebrochenen Nadeln und anderem Zeug. Wir mussten mit Gaffa und Kugelschreibern irgendwas zusammenbauen. Aber hey: WIR WAREN IN NEW YORK! 

Es war auch schräg, weil die New Yorker wahrscheinlich nicht mit so einem Sound gerechnet haben. Das war auch eher eine Hip-Hop-Location und dann kommen wir, aus Stuttgart, spielen Italo-Disco, aus den 80er Jahren. Da kamen schon Fragen rein, ob wir nicht Hip-Hop oder Rap spielen könnten. Das einzige, was Christian dabei hatte, war „Holiday Rap“ von MC Miker G & DJ Svenn – zwei Holländer, die auf ein Sample von Madonna rappen. Für jemanden, der Rap mag, ist das ’ne absolute Frechheit. Als unsere Jungs dann kamen, ist der Funke aber übergesprungen.

Und es waren auch andere Stuttgarter an dem Abend da, die wir zufällig in New York getroffen haben. (Natürlich!)

Sound of Stuttgart

Es war uns echt eine große Ehre, dass wir zum Abschluss von Sound of Stuttgart spielen durften. Überhaupt als Act wahrgenommen zu werden war schon stark. Die Bühne hat sich ja gedreht und anfangs haben sich die Leute noch nicht so getraut. Wir standen drehend auf dem Teller wie die Affen im Zoo.

Im Laufe des Abends sind irgendwann alle draufgesprungen und haben getanzt, was natürlich total gewackelt hat und die Vibration wurde direkt auf die Nadeln übertragen. Die eine ist dann auch abgebrochen und leider hatte keiner von uns einen Ersatz dabei. Mit Schnick, Schnack, Schnuck wurde dann entschieden, wer da bleibt und nur mit einem Plattenspieler Track für Track auflegt – und wer durch den Regen rennen und eine neue Nadel besorgen muss. Es gab halt auch keinen Gewinner, weil das beides irgendwie scheiße war. Der eine musste immer ’ne Platte nachlegen – mit Pause, der andere im strömenden Regen schnell durch Stuttgart flitzen. Christian hat auf dem Weg zum Glück Walter Ercolino getroffen, der ihn netterweise nach Hause gefahren hat.

Im Stadtpalais hat Matthias währenddessen Platte für Platte aufgelegt und unser Kumpel Angelo musste immer in der Pause, die entstanden ist, den nächsten Track ansagen.

3 Jahre Discotheca Synthetica
3 Jahre Discotheca Synthetica

3 Jahre Discoteca Synthetica: Celebrazione di 3 anni

Am Samstag, den 30. November, wird dann drei Jahre Italo-Disco zelebriert – natürlich mit einem Super Special – nämlich der DJ Appearance von Plattenbau-Chef Axel Zurek.

„Wir mussten ihn schon überreden, aber er kommt aus der Sache jetzt nicht mehr raus“, scherzen Christian und Matthias. Immerhin gab es auch schon ein gemeinsames Fotoshooting.

Und damit man sich schon einmal eingrooven kann, haben uns St. Malo & François Fantasy vorab einige ihrer inoffiziellen Discoteca Synthetica-Hits verraten, die garantiert bei jeder Veranstaltung mitgegrölt werden – Ohrwurmgarantie inklusive!

Mi amor – Plastic Mode >>>

Fancy – Slice me nice >>>

San Giovanni Bassista – Summer Sweat >>>

Raylo – Spanish Journey >>>

Zur Veranstaltung geht’s hier >>>

Titelbild: David Spaeth

Bleibt up to date mit unserem Newsletter:

Mehr aus dem Web