Geschwister der Stadt: Daniele und Michele Ferrazzano

Daniele und Michele – Namen, die im Einklang erklingen, Brüder, die eine – musikalische – Symbiose verkörpern. Aus dem Brotherhood entstand Salamici – und die geben im Kessel gerade ordentlich Gas.

Stuttgart – Italienische Vibes machen im Kessel auch dank dieser zwei Ragazzi immer mehr die Runde. Die Wurzeln der Brüder Daniele und Michele Ferrazzano liegen in Süd-Italien, aufgewachsen sind sie aber im beschaulichen Wernau. Da ging, man kann es sich denken, nicht gerade viel, also fingen sie an, Tapes zu mixen. Die Fratelli wurden so schon früh zu Musik-Partnern in Crime. Sie nannten sich Brotherhood – wie passend. Was dann folgen sollte, war eigentlich nur der logische next Step. Und zwar als Salamici die Clubs, Bars und Mischpulte der Stadt mächtig aufzumischen. Dazwischen lagen noch Ausbildungen, Abschiede und Auslandsaufenthalte.

Zwischen Mixtapes, Flic Flac und Soundshop

Wo fängt man da an zu erzählen? Am besten bei den musikalischen Anfängen. „Musik hat uns schon immer interessiert“, sind sich die Brüder einig. Da in Wernau, wie bereits erwähnt, nicht gerade viel ging, musste man sich eben mit irgendetwas beschäftigen und da kam die Plattensammlung der Eltern gerade recht. „Wir haben uns die Platten von Marvin Gaye, Barry White und anderen Soul-Classics schon früh unter den Nagel gerissen und darauf aufbauend angefangen Musik zu sammeln“, erinnert sich Daniele.

Es sei die Zeit gewesen, als Hip-Hop in Stuttgart immer größer wurde, dank Kolchose, wir erinnern uns. Und in Wernau wusste man damals schnell: Die neueste Mucke gibt’s bei Ferrazzanos. „Wir haben ja auch Mixtapes verkauft“, berichtet Michele und ergänzt lachend: „Daniele war der DJ. Die Mixtapes haben wir bei mir im Kinderzimmer gemacht. Da gab es ein Regal – ein Plattenspieler war oben, einer unten – keine Ahnung wie er das gemacht hat.“ Alles sei irgendwie zusammengeschustert worden, haja, so war das halt früher.

Später wurden die Platten dann bei Emil im Soundshop gekauft. Das war damals genauso gesetzt, wie am Wochenende das Flic Flac in Gerlingen aufzumischen. Das waren Zeiten und für Daniele mit dem ersten Club-Besuch ein bleibender Eindruck. Die Brüder lachen. Daniele hatte damals noch lange Haare und kam sich übertrieben cool vor, als er zum Song „Hypnotize“ von Biggie Smalls das erste Mal in den Club einmarschierte.

Der Cut

Nicht nur die Haare wurden kürzer, es folgte auch ein Cut im Leben der Brüder. Beide hatten begonnen, eine Ausbildung zu machen – Michele zum technischen Zeichner, Daniele zum Hotelfachmann. „Nach den Ausbildungen ging es zum Studieren, ich zog nach Köln, Daniele nach Schwäbisch Gmünd. In der Zeit sind wir nicht so oft zusammengekommen.“ Auch musikalisch sei man unterschiedlich unterwegs gewesen. Erst 2007 sollte sich daran wieder etwas ändern. Michele zog nach Stuttgart und bekam von Daniele zwei Plattenspieler geschenkt. „Yes, das war der Beginn von etwas Neuem“, erinnert sich Michele.

Das erste Logo von Daniele und Michele als DJ-Duo Brotherhood: Der Name war Programm.

Dann ging’s los mit dem Auflegen – 2009 in der Caffè-Bar Fleck & Schneck. „Das Logo von Brotherhood ist entstanden, eine Kassette, die aussieht wie zwei Plattenspieler – so hat es angefangen.“ Damals hatte Tatti-Benny noch dort gearbeitet und zusammen habe man den Espresso-Club ins Leben gerufen. Immer mehr Clubs und Bars in der Stadt wurden bespielt, alles noch sehr hip-hop-lastig.

Und dann zog Michele nach Shanghai. Cut. Die Musik wurde immer elektronischer. Break. Der 38-Jährige baute sich ein Netz an Kontakten auf, machte sich einen Namen mit Slowmance und Shiny Shoes. „Daniele hat mich mindestens einmal im Jahr besucht, zusammen haben wir in Shanghai und Tokio aufgelegt.“ In der Zeit machte auch Daniele weiter Musik – in seinem kleinen Mikrokosmos, wie er selbst so schön sagt. Und er legte auch auf, als „Brotherhood -1“ – wie rührend.

Gut, dass die Brüder nun wieder vereint sind. Mit Micheles Rückkehr nach Stuttgart und neuer Motivation entstanden die Salamici-Artists – in der Originalbesetzung mit Manuel Brenner. „Es ist auch ein bisschen wie früher.“ Im zweiten Zuhause, dem Dresden, wird die Hütte regelmäßig abgerissen. „Die Vibes kommen dort so richtig rüber – und zwar in your face“, freuen sich die beiden. Wer’s nicht glaubt, kann sich diesen Freitag davon überzeugen!

Salamici-Tour-Dates

Freitag, 12. Oktober, ab 23 Uhr: Daniele und Michele b2b im Dresden – hier geht’s zur Veranstaltung >>>

Samstag, 13. Oktober, in der Galerie Kernweine, lassen die Artists den Abend musikalisch ausklingen. Mehr Infos hier >>>

Sonntag, 14. Oktober, findet die zweite Spaghettata statt. Los geht’s um 13 Uhr, hier geht’s zum Event >>>

Freitag, 19. Oktober, geht’s für die Brüder ins Waranga.

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