Gegen das Tanzverbot: Ich will tanzen, wann ich will!

Jedes Jahr dasselbe: Endlich mal ein langes Wochenende – und dann darf man nicht mal tanzen! Ob er nun das Tanzbein schwingen will oder nicht: Unser Autor würde diese Entscheidung dennoch gern sich selbst überlassen. Und nicht der Kirche.

Stuttgart – Wenn ihr euch in meinem Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis über mich umhören würdet, würdet ihr sehr wahrscheinlich feststellen, dass ich in den meisten Belangen geduldig, respektvoll und aufgeschlossen bin. Ich sage bewusst in den meisten, weil es Dinge gibt, die ich beim besten Willen nicht dulden kann. Schlechten Wein, Fertigprodukte, schmatzen, schlürfen, Dummheit und Nazis. Gut, die letzten beiden Dinge sind ein und dasselbe, aber ich denke, mein Punkt wird klar.

Wider die Bevormundung

Was ich auch nicht leiden kann, ist unsachgemäße, ungerechtfertigte und unbegründete Bevormundung. Das Tanzverbot an Karfreitag zum Beispiel, das ist für mich ein überdeutliches Zeichen dafür, was in diesem angeblich säkularen Staat schief läuft. Nur weil religiöse Menschen diesen Tag gern in stiller Andacht verbringen möchten, muss jeder von uns mitziehen? Entschuldigung, aber ich wusste gar nicht, dass die Kirche hier die Regeln aufstellt.

Glauben ist alles

Ich habe nichts gegen Menschen, die an etwas glauben. Ich glaube schließlich auch daran, dass der VfB nicht absteigt und es irgendwann vielleicht mal ein wirklich gutes mexikanisches Restaurant in der Stadt gibt. Mit dem Glauben ist das aber genau dasselbe wie mit irgendwelchen Überzeugungen: Jeder soll das tun, was er will, es aber mir nicht unter die Nase reiben. Du bist Christ? Fein. Du bist Muslim? Fein. Du bist Veganer? Okay. Du bist Bayern-Fan? Selber Schuld. Aber sei es doch einfach, ohne der Umwelt deine Ideologie aufzudrücken.

Warum darf nicht jeder tun, was er will?

Ist das Tanzverbot also gerechtfertigt in einer Gesellschaft wie der unseren? Nein, ist es nicht! Wieso kann nicht einfach jeder tun und lassen, was er will, und alle anderen in Frieden lassen? Wer Ruhe will, wird sie finden. Und wer tanzen will, der soll verdammt noch mal tanzen. Wisst ihr, ich tanze ja nicht mal besonders oft, gut oder gerne. Aber allein die Tatsache, dass mir jemand vorschreiben will, dass ich das nicht darf, lässt mein Tanzbein zucken!

Smells like Mittelalter

Liebe Kirche, wie wäre es denn, wenn ihr euch einfach um eure Belange kümmert – und diejenigen, die auch ohne euch durchs Leben kommen, kümmern sich um ihre. So werden alle glücklich und man bekommt nicht das Gefühl, noch im Mittelalter zu leben. Und bevor jetzt jemand frotzelt, dass ich dann doch bestimmt auf diesen Feiertag verzichten könnte, wenn er mir so wenig bedeutet: Suit yourself, ich bin selbstständig!

Titelbild: Unsplash/Sarthak Navjivan

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