Für einen nachhaltigen Alltag

Unsere Erde ist erschöpft: Der World Overshoot Day (Weltüberlastungstag), fand in diesem Jahr am 1. August statt. Wir geben Tipps, wie ihr euren persönlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten könnt.

Stuttgart – „Augen zu und durch“ lautet das Motto vieler. Betrachtet man das Haushalten aller Länder der Erde, leben wir seit dem 1. August über unsere Verhältnisse. Die Auswirkungen, die unser Handeln auf den Planeten und kommende Generationen hat, scheinen viele von uns zu verdrängen. Eine egoistische Denkweise, die leider dazu führt, dass die Menschheit die Ressourcen, die die Natur in einem Jahr wiederherstellen kann, 2018 bereits in sieben Monaten und einem Tag verbraucht hat.

Ein Leben auf Pump

Laut der Organisation Global Footprint Network bräuchten wir 1,7 Erden, wenn wir weiter so leben wie bisher. Dass diese Rechnung in Zukunft nicht aufgehen wird, scheint in der Gegenwart eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dabei kann wirklich jeder einen Beitrag leisten, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Denn nachhaltiger Konsum führt früher oder später auch zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Langer Rede kurzer Sinn: Jeder kann und sollte etwas bewegen. Wie? Zum Beispiel so:

Tipp 1: Verschafft euch einen Überblick – wie umweltbewusst seid ihr wirklich?

Oft ist uns gar nicht bewusst, wie groß der eigene ökologische Fußabdruck eigentlich ist. Da Unwissenheit bekanntlich die Wurzel allen Übels ist, kommt hier unser erster Tipp: Mit diesem Test könnt ihr einen ersten Eindruck gewinnen und herausfinden, wie umweltfreundlich ihr tatsächlich unterwegs seid. Außerdem bekommt ihr nach der Auswertung eurer Antworten Tipps, was ihr im Alltag sonst noch tun könnt, um euren Fußabdruck zu reduzieren.

Tipp 2: Reduziert euren Plastikverbrauch

Versucht im Alltag so gut es geht auf den Umweltsünder Plastik zu verzichten. Das heißt im Klartext: Kauft wenn möglich nur unverpackte Lebensmittel ein, verzichtet auf To-Go-Verpackungen, indem ihr eure eigenen Mehrwegboxen mitbringt. Steigt bei Online-Bestellungen auf Zero-Waste-Händler um, die ihre Ware ausschließlich in bereits benutzten Kartons verschicken und so klimafreundlich handeln, wie es bei einem Onlineversand eben möglich ist. Nutzt Mehrwegtaschen, statt Plastiktüten und achtet auch bei Kosmetikartikeln oder Waschmitteln darauf, möglichst umweltschonende Produkte zu kaufen. Diese weisen meist auch gesundheitliche Vorteile auf. Die App Code Check ist ein hilfreiches Tool, das ihr von nun an bei jedem Einkauf dabeihaben solltet. Sobald man den Barcode eines Produktes einscannt, erhält man eine Liste aller Inhaltsstoffe und die jeweilige Umwelt- beziehungsweise Hautverträglichkeit.

Tipp 3: Steigt auf umweltfreundliche(re) Verkehrsmittel um

Abgase sind nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern treiben auch den Klimawandel voran. Macht euch deshalb lieber aus dem Feinstaub und nutzt vor allem für kürzere Strecken das Fahrrad oder Bus und Bahn. Denn wenn wir mal ehrlich sind, bringt einen das Auto – vor allem in Städten – auch nicht schneller von A nach B als die genannten Alternativen. Wenn es, aus welchen Gründen auch immer, einmal trotzdem nicht ohne Auto gehen sollte, gibt es immer noch Car-Sharing-Angebote mit E-Autos oder Plattformen, die eine Mitfahrgelegenheit anbieten.

Tipp 4: Achtet auf eure Ernährung

Qualität statt Quantität sollte in Zukunft euer Mantra in Sachen Ernährung sein. Bio-Produkte beispielsweise vermindern nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass Pestizide oder synthetisch-chemische Dünger beim Anbau benutzt wurden, sondern stehen auch für artgerechte Tierhaltung. Diese produziert unweigerlich auch weniger Treibhausgase. Daher gilt: Kauft am besten regionale, saisonale Bio-Produkte und verzichtet weitestgehend auf Fleisch oder generell tierische Produkte. Wem das zu extrem ist, der sollte wenigstens darauf achten, Fleisch und Fisch aus ökologischer Haltung zu kaufen.

Tipp 5: Kauft keine Lebensmittel für die Tonne

Verschwenden oder verwenden? Das ist hier die Frage. Denn nicht nur was wir essen hat Auswirkungen auf die Umwelt, auch oder vor allem, was wir nicht essen. Im Schnitt wirft jeder Deutsche pro Jahr rund 80 Kilogramm Lebensmittel im Wert von rund 230 Euro weg. Auf den Punkt gebracht bedeutet das, dass diese Lebensmittel schlicht und ergreifend für die Tonne produziert wurden. Helft mit, das zu vermeiden, indem ihr schon beim Einkauf weniger und bewusster auswählt, was ihr wirklich braucht, Food-Sharing betreibt (in Stuttgart zum Beispiel mithilfe der Plattform Fair-Teiler) oder euer Essen, wenn es denn wirklich keinen anderen Ausweg gibt, immerhin kompostiert. Der nährstoffreiche Dünger, der aus den Abfällen der Bio-Tonne gewonnen wird, kann Torf ersetzen, dessen Abbau schützenswerte Moorgebiete zerstört.

Tipp 6: Reduziert euren Papierverbrauch

Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, den jeder selbst in seinem Alltag maßgeblich beeinflussen kann, ist der Papierverbrauch. Ihr könnt zum Beispiel Recyclingpapier verwenden, von nun an immer die Vorder – und Rückseite bedrucken oder schlicht in Frage stellen, ob etwas überhaupt gedruckt werden muss. Außerdem hilft ein Vermerk am Briefkasten die Werbeflut einzudämmen und damit die Produktion solcher Produkte zu bremsen.

Tipp 7: Kauft fair hergestellte Klamotten – oder lieber gleich Second-Hand

Auch unser textiles Kaufverhalten hat Auswirkungen auf unseren Planeten: Häufig sind Sport- und Outdoorkleidung aus Synthetikmaterialien, aus denen sich bei jedem Waschen kleine Plastikpartikel herauslösen, die nicht gefiltert werden können und so teilweise in unsere Gewässer gelangen. Deshalb solltet ihr grundsätzlich darauf achten, Naturmaterialien zu kaufen, die unter fairen Bedingungen produziert wurden. Wo ihr in Stuttgart fair und nachhaltig einkaufen könnt, lest ihr hier. Wenn ihr noch geringere ökologische Spuren hinterlassen wollt, könnt ihr auch versuchen, „neue“ Klamotten so oft es geht auf Kleidertauschpartys oder im Second-Hand-Laden zu erstehen. Schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Tipp 8: Spart Strom, wo ihr nur könnt

Schaltet mal so richtig ab, denn ein PC-Monitor oder Fernseher auf „Stand by“ verbraucht immer noch mehr als eigentlich nötig. Zieht euren Elektrogeräten den Stecker, sobald ihr sie nicht verwendet. Kocht mit Deckel und Restwärme oder erhitzt euer Wasser einfach direkt im Wasserkocher – das benötigt deutlich weniger Energie als auf dem Herd. Nutzt die vorgesehenen Ökoprogramme von Wasch- und Spülmaschinen und wascht nur dann, wenn eure Maschine auch wirklich voll beladen ist.