Frida West: Vintage shoppen über den Dächern der Stadt

Janine Haisers Leidenschaft ist Vintage-Kleidung. Mit ihrem Laden Frida West ist sie nun in die Marienstraße gezogen. Ihre Kunden empfängt sie aktuell mit Terminabsprachen – und einem Ausblick über den Kessel, der sich sehen lassen kann.

Stuttgart – „Vintage shoppen verleitet uns dazu, zu experimentieren und von unserem eigenen Stil abzukommen. Man probiert einfach viel mehr aus.“ Janine Haiser liebt Secondhand-Mode. Als Flugbegleiterin bereiste sie viele Städte – und während Kollegen in Galerien waren oder durch Bars zogen, verbrachte Janine die meiste Zeit in den Vintage- und Secondhand-Läden dieser Welt. „Es war immer mein Traum, so etwas selbst einmal zu haben. Jetzt stehe ich hier. Da bekomme ich gleich Gänsehaut“, schüttelt sich die Shopbesitzerin glücklich. Seit einigen Wochen ist es offiziell: Frida West ist umgezogen. Von der Gutenberg- in die Marienstraße. Vom Erdgeschoss aufs Dach.

Vom Flohmarkt zum eigenen Laden

Was damals als Flohmarkt begann, wurde zum Test für ihr Konzept. Knapp ein Jahr lang durfte sie die Ladenfläche im besten Westen der Stadt mitbenutzen. „Ich habe mich dort echt wohlgefühlt. Doch natürlich musste ich mich anpassen. Umso schöner ist es jetzt, wirklich etwas Eigenes zu haben.“

Im Dezember ging es für Janine und ihre Familie für drei Monate nach Indien – es sollte eine Auszeit sein. Es konnte ja niemand ahnen, dass die eigentliche Auszeit noch kommen würde: Corona. „Im März hat mein Mann unsere Kinder und mich wieder zurückgeholt. Einen Tag später war der Flughafen zu. Wir hatten also echt großes Glück.“

Und nicht nur auf ihre Reise hatte die Krise Einfluss – auch der Laden in der Gutenbergstraße musste ausgeräumt werden. „Ich hab mir anfangs echt Druck gemacht. Ich wusste ja nicht, wohin. Doch mein Mann hat cool reagiert und mir angeboten, dass ich all meine Sachen in seinem Büro zwischenlagern kann.“

Die Zwangspause wurde genutzt: „Es musste einfach eine Lösung her. Durch Zufall bin ich im Bürogebäude meines Mannes auf einen Raum gestoßen, der intern nur für Meetings genutzt wurde. Ich hab das Potential sofort erkannt.“

Und die loft-artige Location kann sich sehen lassen: mit Blick über den Kessel, einer Dachterrasse, die einmal rundum führt, neuem Boden – damit die Frauen auch barfuß laufen können – abgeschliffenen Wänden und Möbeln von Kumpel Matthias Dietz von Mono Plus, die er dort ausstellt.

Einmal in der Marienstraße angekommen, hat Janine jetzt viele Ideen für neue Konzepte oder gar Events: „Manchmal muss man einfach groß denken, um es möglich zu machen.“

Vintage shoppen in Wohlfühl-Atmosphäre

Ihr Laden, ihre Regeln: Janine hat sich bewusst gegen feste Öffnungszeiten entschieden. Egal ob nach 20 Uhr, samstags oder sonntags: Sie will flexibel bleiben und richtet sich zeitlich nach ihren Kundinnen. Aufgrund der aktuellen Situation ist ein Besuch bei Frida West nur mit Terminvereinbarung möglich. Bis zu fünf Personen können gleichzeitig empfangen werden.

„Viele arbeiten bis abends, gehen dann noch einkaufen, müssen sich um die Kids kümmern. Oft hat man erst danach wirklich Zeit für sich – ich kenne das.“

Der Vintage-Liebhaberin ist es besonders wichtig, dass das Stöbern und Anprobieren in Wohlfühlatmosphäre stattfindet. „Es soll nicht nach Keller oder alter Mottenkiste riechen, ich sortiere alles nach Farben und nehme nur Ware an, die wirklich einwandfrei ist.“

Ihr Angebot sei hochwertig, nicht luxuriös. „Eben eine gute Mischung aus Zara, Cos und Dolce & Gabbana.“

Wer Klamotten zum Abgeben hat, kann sich bei Janine melden. Sie nimmt gerne neue Ware an: „Das ist für mich als würde ich eine Schatztruhe öffnen“, schwärmt sie.

Die ersten Wochen seien bereits sehr gut angelaufen. „Gerade das Intime scheint zu gefallen.“ Bald soll es auch eine Eröffnungsfeier im kleinen Kreise geben. Vielleicht auch mit Sundowner auf der Terrasse. Wir sagen: Cheers!

Frida West: Marienstraße 42

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