Fejká: Musik zwischen zwei Welten

Brian Zajak aka Fejká ist Musiker, fotografiert, filmt und ist sogar für den Jugendfilmpreis nominiert. Im September veröffentlichte er sein Debütalbum „Reunion“ auf Ki Records, dem Label von Christian Löffler. Uns hat er verraten, warum er sich damit bewusst Zeit gelassen hat und was sein Anspruch an die Musik ist.

Stuttgart – Die Musik und Brian, das war ein schnelles Zueinanderfinden. Mit 16 Jahren bekam er die Musiksoftware Ableton geschenkt, ein Jahr später stellte er bereits die ersten Songs auf seinen Soundcloud-Account. Über diesen Weg lernte er übrigens auch seinen Mentor und Label-Chef Christian Löffler kennen. „Als ich meinen ersten Song fertig hatte, habe ich Christian einfach eine Nachricht geschrieben. ‚Hey, ich finde deine Musik cool, unsere Stile passen zusammen. Wollen wir nicht zusammenarbeiten?‘ Das müsste so 2014 gewesen sein. Klar, irgendwie auch total unangebracht, aber ich dachte mir: Egal, ich hab ja nichts zu verlieren“, sagt Brian lachend. Spoiler: Es dauerte zwar lange, aber Christian antwortete. Einen gemeinsamen Song gab es nicht, dafür aber eine erste EP und im September 2019 folgte das Debütalbum von Fejká.

Über Soundcloud zum Debütalbum

„Christian antwortete, dass ihm mein Song gefällt und er mehr hören will. Damit war ich damals natürlich total überfordert. Immerhin hatte ich nur einen Song released – und allein das war schon ein Zufall.“ Material, mit dem er zufrieden war, hatte Brian damals nicht. „Ich kratzte alles zusammen, was ich an Songschnipseln so auf dem Rechner hatte. Am Ende schickte ich ihm anderthalb Songs.“

Diese anderthalb Songs reichten aus, um Christian Löffler zu überzeugen. „Er bot mir an, dass wir eine EP machen und stellte Kontakt mit seinem Manager Paul Kadow her.“

Seit diesem Zeitpunkt war Fejká sozusagen Mitglied der Ki Records-Crew. Und das noch bevor seine Musikkarriere überhaupt anlief.

2016 veröffentlichte er dann seinen ersten Track „Moonlight“, 2017 folge mit „Twilight“ die erste EP.

„Ich war damals einfach noch nicht so weit“

Plötzlich war Fejká in den Köpfen und Ohren der Menschen. Auch in Stuttgart. Dort spielte Brian 2017 zum ersten Mal auf der Newcomer-Stage des SEMF.

Eine Situation, die der 23-Jährige damals zwar genoss, die ihn aber auch verunsicherte: „Ich kam aus dem Nichts, die Leute feierten meine Musik, wollten plötzlich mehr und ich spürte zum ersten Mal krassen Druck.“

Zu dieser Zeit ist Brian, der Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien studiert, fest eingespannt: Uni, Arbeiten, Filmdreh in Finnland.

„Ich musste mir einfach eingestehen, dass das mit dem Album nicht so schnell geht, wie erhofft.“ Er hatte die Wahl: Die Erfolgswelle mitnehmen oder einen Schritt zurück machen?

Es fiel ihm nicht leicht, dafür traf er den Entschluss bewusst: Studium vor Hype. „Überstürzt etwas rauszuhauen wäre meinem Anspruch nicht gerecht geworden. Klar, damit habe ich den ‚Super-Junges-Talent-Bonus‘ verspielt. Aber das erste Album musste einfach gut sein, weil es mich als Künstler repräsentieren sollte.“

Manchmal stellt er sich schon die Frage: „Was wäre, wenn…?“ Doch er komme immer wieder zum selben Schluss: „Ich war damals einfach noch nicht so weit, um die Art Musik zu machen, die ich machen wollte.“

Understatement ist sein Ding

„Ich versuche Musik zu machen, die sowohl im Club als auch zu Hause funktioniert. Musik, die emotional berührt, aber auch zum Tanzen anregt.“

Im September 2019 fühlte es sich dann endlich richtig an – als hätte Brian genau diesen Spirit in zehn Songs eingefangen. Mit „Reunion“ veröffentlichte Fejká das langersehnte Debütalbum.

Die Platte teaserte er mit einem Video an – welches natürlich in Selbstregie entstanden ist. Denn neben der Musik beschäftigt sich Brian vor allem mit dem Fotografieren und Filmen. All seine Videos und Visuals produziert er selbst: „Das ist echt aufwendig.“

Doch es lohnt sich – immerhin ist sein Kurzfilm „Tontario“, der als Uniprojekt entstanden ist, aktuell auf der Jugendfilmschau im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg in Stuttgart zu sehen. Außerdem ist er gleich in drei Kategorien für den Jugendfilmpreis nominiert.

Doch auch das ist für Brian kein Grund, überheblich zu werden. Understatement ist einfach sein Ding.

„Fotografiert habe ich schon lange vor der Musik. Als ich dann im Praktikum mit dem Filmen begann, habe ich gemerkt, dass mir das auch liegt.“ Offensichtlich!

Fejka
Foto: Fejká

Auf Europa-Tour mit Christian Löffler

Im November spielte er bereits einige Gigs als Support-Act auf der dem ersten Teil der Europa Tour von Christian Löffler – unter anderem in Paris und London. Im nächsten Jahr folgen weitere Auftritte – auch in der aktuellen Homebase Stuttgart.

Seine musikalische Geschichte zwischen zwei Welten – laut und leise, schnell und langsam, sanften Tönen und harten Beats – hat Brian Zajak aka Fejká noch nicht auserzählt. Wohin es ihn in den nächsten Jahren verschlagen wird? Da ist er sich noch nicht sicher. Festlegen will er sich jedenfalls nicht – immerhin habe er mehrere Möglichkeiten. Und diese wird er auch nutzen.

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