Feel the World Travel: Bewusst reisen und Abenteuer erleben

Sri Lanka, Vietnam, Bali: Das Stuttgarter Start-up „Feel the World Travel“ organisiert geführte Abenteuerreisen für junge Menschen. Und unterstützt gleichzeitig gemeinnützige Projekte vor Ort.

Stadtkind – Wenn er sich für ein Land entscheiden müsste, dann wäre es wahrscheinlich Myanmar. Die Herzlichkeit der Menschen, die unberührte Natur. „Obwohl ich schon oft in Asien war, war ich hier wirklich beeindruckt“, sagt Nicola Raphael Kroll.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Der 31-Jährige hat gemeinsam mit Alexander Steltz das Start-up „Feel the World Travel“ gegründet. Die beiden haben in ihrem Leben schon viele Länder gesehen und als Reiseleiter gearbeitet. Bis sie einen Bedarf festgestellt haben: Individuelle Abenteuerreisen für junge Menschen, die keine Zeit für Planung haben – oder schlicht keine Lust. Am Anfang noch Nebenprojekt, arbeiten Kroll und Steltz seit 2018 Vollzeit für ihr Start-up.

Inzwischen haben sie ein kleines Team, das vom Stuttgarter Westen heraus Reisen in ferne Länder plant. Mit Thailand ging es 2013 los, und weiter mit Vietnam, Bali und Sri Lanka. Das Konzept: Individuelle Gruppenreisen für junge Menschen zwischen 21 und 35 Jahren. In Thailand geht es etwa von Bangkok aus zu den Wasserfällen in der Provinz Kanchanburi – übernachtet wird in einer Unterkunft mitten im Regenwald. In Vietnam stürzt sich die Gruppe ins Nachtleben von Ho Chi Minh City und entspannt an den Stränden der Insel Phu Quoc. „Die Länder sollen mit allen Sinnen genossen werden“, sagt Kroll. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein ist der Anspruch der beiden.

„Wir suchen nach authentischen Orten fern vom Tourismus“

Die Nachfrage nach den Reisen wird immer stärker. Scheinbar haben viele junge Menschen Lust auf Abenteuerreisen, „und trotzdem möchten sie sich zurücklehnen“. Andere Teilnehmer seien das erste Mal mit dem Rucksack unterwegs und froh über die Sicherheit, einen Reiseleiter an ihrer Seite zu haben. Manchmal sind das die Gründer selbst, manchmal andere erfahrene Begleiter. Geheimtipps inklusive. „Wir suchen immer nach authentischen, abgelegenen Orten, die vom Tourismus noch nicht zu sehr überlaufen sind.“

Positiver Tourismus

Das Paradox ist den beiden dabei durchaus bewusst: „Natürlich sind auch wir Reiseveranstalter und sorgen für eine Belebung des jeweiligen Ortes.“  Kroll und Steltz möchten aber positiven Tourismus fördern, der keine Verwüstung hinterlässt, sondern die Menschen unterstützt. In manchen Ländern Asiens hat der Tourismus eine schädliche Größenordnung angenommen. Orte verlieren ihr Gesicht, die Natur wird zerstört. „Wir möchten zusätzlichen negativen Einfluss fernhalten.“

Hilfe für die Dorfbewohner

Deshalb möchte das Start-up Alternativen erschließen und den bereisten Ländern etwas zurückgeben. Und das geht so: Ein Prozent der Reisepreise geht an örtliche Hilfsprojekte, die sich für hilfsbedürftige Menschen, Tiere oder die Natur engagieren. Nicht an große Organisationen, sondern an kleine Bereiche, um den Nutzen direkt sichtbar zu machen. Im thailändischen Dorf Ban Na Ton Chan etwa haben die Teilnehmer einer Tour einen Tag und eine Nacht bei einer dort ansässigen Familie verbracht. Die Gastgeberin und gleichzeitig Vorsteherin des Dorfes greift mit zahlreichen Initiativen ärmeren Dorfbewohnern unter die Arme, fördert örtliche Handwerksbetriebe und setzt sich für die Bewahrung der regionalen Traditionen ein. Der gesammelte Hilfsbeitrag ist deshalb direkt in die Unterstützung von Familien und in eine Erweiterung der Schule geflossen. „Uns ist bewusstes Reisen wichtig“, sagt Kroll. Für die Teilnehmer der Tour genauso wie für die Menschen vor Ort.

Fotos: Feel the World Travel

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