(Familien)-Ausflug: Tipps für einen Spaziergang in Sillenbuch

Kennt ihr den Eichenhain? Nein? Dann wird es Zeit für einen (Familien-)ausflug nach Sillenbuch. Nicht weit weg vom Fernsehturm offenbart sich euch dort ein besonders schönes Fleckchen in Stuttgart. Raschelnd laufen wir im Naturschutzgebiet Eichenhain durch Herbstlaub und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Jahres. Dabei lassen wir unseren Blick auf die Fildern schweifen.

Stuttgart – Und wieder einmal fragen wir uns: Was sollen wir am Wochenende machen? Es ist keine Option den ganzen Tag mit Kindern nur in der Wohnung zu verbringen. Immer auf den gleichen Spielplatz oder in die Parkanlagen nach Stuttgart zu pilgern, wird auf Dauer öde. Und obwohl uns Eltern ein Spaziergang durch die Weinberge super gefällt, finden es die Kinder hingegen meist langweilig. Wo also verstecken sich die familientauglichen Naturschätze in Stuttgart? Wir waren für euch in Sillenbuch auf Entdeckungstour.

Familienausflug in den Eichenhain

Die U7 chauffiert uns aus dem Kessel hinauf zum Fernsehturm. Von hier aus ist es nur noch eine Station und schon ist man in Sillenbuch. Wir steigen an der Haltestelle Silberwald aus und laufen rechts in Richtung Eichenhain. Der Eichenhain ist Stuttgarts größte Heidelandschaft und ein Naturschutzgebiet. 300 Jahre alte, knorrige Eichen ragen dort wie Riesen in die Höhe. Herbstlaub liegt auf dem Boden, die Sonne blinzelt durch die Baumkronen. Wir folgen dem ausgeschilderten Weg in Richtung Riedenberg. Auf Tafeln finden wir Infos über die Tier- und Pflanzenwelt und über das Naturschutzgebiet an sich.
Die alten Bäume stammen aus der Zeit als noch die so genannten Waldweide praktiziert wurde. Vor allem Schweine aber auch anderes Vieh trieb man zur Eichelmast hier her. Beim Fressen der Eicheln und Buchecker verdichteten die Tiere mit ihren Tritten den Boden. Dadurch wuchsen kaum mehr Bäume nach und auf dem trockenen und sonnigen Hang entwickelte sich ein Halbtrockenrasen. Und genau dieser Rasen ist heute die Heimat vieler besonderer Pflanzen und Tiere.

Naturschutzgebiet seit 1958

Bereits seit 1958 ist der Eichenhain Naturschutzgebiet. Wir dürfen also nur auf den ausgeschilderten Wegen laufen und uns zum Picknick auch nur auf die im Park vorhandenen Bänke setzen. Gerade im Frühjahr, während des Lockdowns, gab es viel Ärger im Park. Fahrradfahrer fuhren querfeldein, Familien setzten sich zum Picknick auf die Wiese und Kinder kletterten auf die Bäume. Klar, das ist verlockend, doch im Naturschutzgebiet schlicht und einfach nicht erlaubt.

Das tut unserem Ausflug im Eichenhain aber keinen Abbruch. Mit dem Laufrad flitzen die Kinder auf dem Weg raschelnd durchs Laub. Wir sammeln Eicheln und bunte Blätter zum Basteln und genießen den Blick rüber auf die Fildern und weiter bis zur Schwäbischen Alb. Mit etwas Glück stößt man im Eichenhain auch auf eine Herde voller Schafe. Diese sind hier nämlich willkommene Helfer. Schafe pflegen das Naturschutzgebiet indem sie das Gras kurz halten. Wir setzten uns auf die Bänke, gucken den Schafen zu und lassen uns die Herbstsonne ins Gesicht scheinen.

Belohnung in Sillenbuch

Nach dem ausgiebigen Spaziergang lohnt sich ein Abstecher in den Ortskern von Sillenbuch. Ist die Gastronomie nicht gerade wegen des Teil-Lockdowns geschlossen, sollte man unbedingt das Waldheim Clara Zetkin Haus mit leckerem Essen und riesigem Spielplatz ansteuern.

Auf der Suche nach Kuchen werden wir im Café Konditorei Rosenstöcke fündig und natürlich schauen wir auch im Unverpackt Laden Tante M vorbei.

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