SNAPP: Eine App für Geflüchtete

In Stuttgart basteln Ehrenamtliche derzeit an einer App speziell für junge Geflüchtete. Anfang 2019 soll „SNAPP“ online gehen.

Stuttgart – Wie ermöglicht man jungen Geflüchteten einen möglichst problemlosen Start in Deutschland? Wie kann Hilfe im alltäglichen Leben geleistet werden und wie können Hürden genommen werden? Wie erreicht man besonders die jungen Neuankömmlinge? Mit einer App, dachte sich das Jugendwerk24, der Kinder- und Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Seit Herbst 2016 gibt es die Idee einer App, dieses Jahr im Frühling ging die Arbeit richtig los. „Wir wollen ein Tripadvisor für Newcomers“, sagt Philipp Dunkel, „nur ohne Bewertungsfunktion“. Gemeinsam mit Kirsten Bernhardt leitet er das Projekt, bei dem sie besonders kostenlose und -günstige Freizeitangebote für die jungen Geflüchteten sichtbar machen wollen.

Die App ist für ganz Deutschland geplant

Skateparks, Sportplätze, Sehenswürdigkeiten, aber auch wichtige Anlaufstellen wie Behörden und Institutionen sollen mit der App vorgestellt werden, mit Bild, Infotext und Öffnungszeiten. Geplant sind zahlreichen Sprachen – neben Deutsch in Arabisch, Albanisch, Kurdisch, Paschtu, Dari, Englisch und Französisch. Auch Veranstaltungen sollen in die App eingetragen werden können.

Mit der App „SNAPP“ (Socialization of Newcomers App) will das Projekt-Team Anfang 2019 von Stuttgart aus an den Start gehen. Später soll die App aber in ganz Deutschland Verwendung finden. Eintragungen machen und Tipps geben soll dann jeder können. Damit die App schließlich auch sauber funktioniert und frei von Hetze oder Spam bleibt, gibt es eine Redaktion, die kuratiert und editiert, verrät Philipp.

Grundlagen in Design, Fotografie und kreativem Schreiben

Das Backend steht bereits, Infos können also schon jetzt eingepflegt werden. Um das ständige Projektteam zu fördern und zu unterstützen, bot das Jugendwerk24 die AG Newcomers Creative Days an, bei denen den Ehrenamtlichen Design- und Brainstorming-Grundlagen gezeigt wurden und sie sich im Fotografieren und kreativen Schreiben austoben konnten. „Es gibt rund 30 Leute, die in irgendeiner Art und Weise an dem Projekt arbeiten“, meint Philipp. Mit den Workshops und Stadtspaziergängen wolle man ihnen eine Hilfestellung bieten. Außerdem ermöglichten die Workshops aber auch für Neueinsteiger einen einfacheren Start ins Projekt. An der App-Entwicklung selbst arbeitet eine Agentur aus Donzdorf. Gefördert wird das Projekt von der „Aktion Mensch“.

Mit den Workshop-Teilnehmern durchs Bohnenviertel

Beim zweiten Workshop mit den Themen Fotografieren und kreatives Schreiben sind acht Teilnehmer gekommen. „Wir sind zufrieden, der Tisch ist voll“, sagt Philipp. Die jungen Erwachsenen werkeln an ihren Smartphones herum, versuchen in ihren Foto-Apps die besten Einstellungen zu finden. Matthias Roman Schneider, selbst als Redakteur und Producer für Regio TV tätig, führt den Workshop und erklärt Grundlagen wie den Goldenen Schnitt, Blende und ISO-Wert. „Die wichtige Bildinformation braucht immer einen Hintergrund oder ein Szenario, um zu wirken“, meint er. Nach der Einführung gehen die Teilnehmer gemeinsam von der Olgastraße ins Bohnenviertel, um das Gelernte umzusetzen.

Philipp Dunkel (31) koordiniert das Projekt.

Danach geht es weiter Richtung Schlossplatz, Kunstmuseum und Kunstverein. Noch ein paar Mal die Sehenswürdigkeiten abfotografieren, bevor, zurück in der Olgastraße, über die Ergebnisse diskutiert wird. Bevor es mit dem kreativen Schreiben weitergeht, bestellt Philipp Pizza für alle. Bei den Projektgruppentreffen, bei denen es meist um die Konzeption der App geht, sei jeder willkommen. Auch über weitere Kooperationen mit anderen Initiativen würde sich Philipp freuen: „Es ist schön, wenn man sich innerhalb von Stuttgart mit diesen Aktionen vernetzt.“

Mehr zur App „SNAPP“ und wie ihr Philipp kontaktieren könnt, unter https://www.jugendwerk24.de/snapp/ und auf der Facebook-Seite des Jugendwerks.

Mehr aus dem Web