Ein Raum für Familien, Kunst und Yoga

Seit Kurzem ist der Stuttgarter Süden um einen Raum für Kinder und Familien reicher. Tanja Belinda Lutz und Nora Gastauer wünschen sich vor allem eines, dass die Kinder in ihrem „Lehni“ einfach Kind sind.

Stuttgart – Helle, offene Räume, Kunst-Staffeleien in der einen Ecke, aufgerollte Yogamatten in der anderen – „Das Lehni“ ist der ganze Stolz von Tanja Belinda Lutz und Nora Gastauer. Erst kürzlich eröffneten die beiden Freundinnen den Raum für Familien und Kinder im Stuttgarter Süden, schon lange planten sie, gemeinsame Sache zu machen. Aber wie so oft im Leben bleibt es erstmal bei einem: „Das sollten wir irgendwann angehen.“

Der Auslöser, warum schließlich doch Nägel mit Köpfen gemacht wurde, war Noras motivierter Entschluss, endlich etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Sie sei auf Reisen gewesen, in Nepal, und habe sich einfach dafür bereit gefühlt. „Ich wollte mich schon lange mal selbstständig machen – mit einem Atelier, habe mich aber immer zu jung gefühlt“, sagt die gelernte Kunst-Therapeutin. Mittlerweile ist sie 28 Jahre alt und findet: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Auch, weil eine neue Generation Eltern immer präsenter wird.

Diese neue Generation wirke nahbarer, viel entspannter und unkomplizierter. „Es gibt so viele junge Familien, die auch mal was ausprobieren wollen. Mit Kindern kann man schon früh viel machen, damit sie lernen, sich zu entspannen und wissen, was sie in Stress-Situationen tun können“, findet Tanja. Es sei eine Art Notfall-Pack, das sich die Kids aneignen könnten, um später unter anderem auch Burn-Out vorzubeugen. „Dass sie eben auch schon früh lernen, zu sich zu finden und ausgeglichen sind, dass sie die inneren Ressourcen abrufen können, über das Körperliche mit Yoga oder eben mit der Kunst“, ergänzt Nora.

Kinder Kind sein lassen

Im Lehni habe man einen Raum geschaffen, in dem Kinder ganz Kind sein dürfen. „Kinder sollen sich vor allem auch beim Malen frei fühlen und über die Kunst die Möglichkeit entdecken, sich kreativ und selbstbestimmt auszudrücken“, betont Nora, die schon lange mit Kindern zusammenarbeitet und ihnen die Freiheit schenken will, die von bestimmten Institutionen oft beschränkt oder eingeschränkt wird. „Das unterbindet aber den Ausdruck.“

Auch Tanja, die einen ähnlichen pädagogischen Ansatz hat, ist überzeugt, dass die Verbindung mit Kinder-Yoga die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder fördert und vertieft. Als ihr mittlerweile 12-jähriger Sohn etwa zwei Jahre alt war, absolvierte die leidenschaftliche Fotografin, die mit ihrem Account @tabelu auf Instagram zahlreiche User begeistert, eine Ausbildung zur Kinder-Yoga-Lehrerin. Für sie sei es ein guter Ausgleich zum Job-Alltag und die Kombination mit Noras Kunst eine spannende Erfahrung.

Bleibt nur noch zu klären, wie die Räumlichkeit, die den beiden nach kurzer Suche in die Hände fiel, zu ihrem Namen kam. Von Tanjas Freund, dem Stuttgarter DJ und Kreativkopf Thorsten Weh, gab es den entscheidenden Hinweis: „Der Raum ist doch in der Lehenstraße im Lehenviertel, macht da mal was draus.“ Ein kurzes Brainstorming später stand „Das Lehni“ fest. „Der Name passt auch super zur Arbeit mit Kindern und Familien und zu unserem Konzept“, freut sich die Stuttgarterin.

Das Lehni: Ein Raum für Kinder und Familien in der Lehenstr. 7. Im Angebot sind verschiedene Kurse und ein offenes Atelier. Mehr Infos gibt’s hier >>>

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