Diese Jungs sind den Rößleweg in einem Rutsch gewandert

54 Kilometer an einem Tag? Simon und Benny haben sich der Herausforderung gestellt und sind auf dem Rößleweg einmal rund um den Kessel gelaufen. Ihren Tagesmarsch haben die Zwei für einen guten Zweck zurückgelegt.

Stuttgart – Wandern liegt im Trend: Vor allem während des Lockdowns zog es uns Stadtkinder raus in die Natur. Denn wo kann man besser abschalten und das Home-Office hinter sich lassen? Doch nur wenige können von sich behaupten, aus Jux und Tollerei mal kurz 54 Kilometer zurückgelegt zu haben. Simon Jasper und Benny Zenger haben sich eben dieser Challenge gestellt – den Kessel an nur einem Tag auf dem Rößleweg zu umrunden.

Rößleweg an einem Tag: Challenge accepted

Die Idee kam den beiden, als sie vom Birkenkopf auf’s Städtle runterschauten. Dort nämlich hängt unter anderem das Rößle in einem gelben Ring. Dieses weist den Wanderern der Spazierstrecke den Weg. Und weil beide den Rößleweg noch nie zuvor gelaufen waren, entschieden sie, ihn anzugehen. Doch wer jetzt an gemütliches Flanieren durch Wald und Weinberg denkt, der hat den Ehrgeiz der beiden unterschätzt. Statt sich nämlich eine der ausgewiesenen Teilstrecken des Wanderwegs herauszupicken, forderten sie sich gegenseitig heraus. Also: Challenge accepted!

Simon und Benny auf dem Rößleweg
Simon und Benny haben auf dem Rößleweg die Herausforderung gesucht und sind den Stuttgarter Rundweg in einem Tag gelaufen. Bild: Eileen Breuer

Zwar erreicht Simon täglich laut seinem Schrittzähler zwischen 8000 und 10.000 Schritte. Doch normalerweise entscheidet er sich lieber für Handtuch und Strand als für Wanderrucksack und Berge. „Wenn ich 54 Kilometer in einer Woche schaffen kann, kann ich das auch in einem Tag“, dachte er sich jedoch. Selbst für Benny, der gerne mal seine Sneaker gegen Wanderschuhe eintauscht, stellte die Streckenlänge aber eine Herausforderung dar. Normalerweise legt er beim Wandern rund 25 Kilometer am Tag zurück.

Spendenaktion als Motivationsbooster

Als zusätzliche Motivation sollte deshalb eine Spendenaktion dienen. Die Idee hierzu kam Simon und Benny auf einem Geburtstag. „Ich habe es oft gesehen, dass andere Spenden sammeln, indem sie sich sportlich herausfordern“, sagt Benny. Die beiden einigten sich darauf, jeweils einen Euro pro gelaufenem Kilometer einem guten Zweck zu spenden. Ihre Freunde sagten zu, auch ein paar Euro springen zu lassen – vorausgesetzt, die beiden würden die Strecke wirklich bewältigen.

„Das war wirklich eine zusätzliche Motivation – vor allem auf den letzten Metern.“
Simon Jasper, wanderte den Rößleweg an einem Tag

Simon und Benny wollten 200 Euro zusammenbekommen. Die Aktion veröffentlichten sie wenige Tage vor ihrer Tour online auf einer Spendenplattform. Sie teilten den Link hierzu unter ihren Freunden und in den sozialen Medien. Noch am selben Abend trudelten die ersten Spenden ein. Schon nach wenigen Stunden hatten sie ihr Spendenziel laut Simon erreicht: „Es war unwirklich, weil wir noch keinen Meter gelaufen waren. Die Leute wollten einfach unsere Idee unterstützen.“ Bis sie am Samstag, den 5. September, dann wirklich an den Start gingen, mussten sie das Spendenziel noch mehrmals anheben. Letztendlich lag es bei 1000 Euro.

Soweit die Füße trugen

Um 6 Uhr morgens starteten Simon und Benny ihre Wanderung um den Kessel. Zwei Stunden später legten sie das erste Mal eine Pause ein. Vom Birkenkopf aus trugen ihre Füße sie dann einmal rund um den Kessel. „Der Weg ist abwechslungsreich: Manchmal führt er über Trampelpfade, manchmal durch Vororte. Es war nie langweilig“, sagt Benny.

Und dabei haben sie sogar noch ein paar Spots entdeckt, die sie davor nicht kannten. Doch je länger sie unterwegs waren, desto weniger nahmen sie noch von der Umgebung wahr. So sagt Simon: „Der letzte Abschnitt von Hedelfingen hoch: Das hat nur noch wehgetan.“ 13,5 Stunden waren die beiden inklusive Pausen unterwegs. Wanderer Benny übertraf seine bisherigen Strecken allemal: „Am Ende waren es sogar 57 Kilometer, weil wir uns auch noch verlaufen haben.“

Doch die Blasen an den Füßen, die bis heute nicht ausgeheilt sind, haben sich gelohnt. 1156 Euro kamen zusammen. Die gehen nun ans Olgäle und tragen dazu bei, eine Rheumaschwester zu finanzieren. Noch haben die beiden keine weiteren Pläne. Vorstellen, etwas Ähnliches nochmal zu machen, können sie sich aber schon. Und der Rößleweg hat ihnen gezeigt, dass Stuttgart mehr zu bieten hat als Mitte. „Mit dem Auto braucht man mindestens zwei Stunden, bis man in den Alpen ist. Hier hat man das Privileg, direkt loslegen zu können“, sagt Benny. Bis sie das nächste Mal wandern, müssen aber erst Mal die Blasen an den Füßen heilen.

Ihr seid nun ebenfalls in der Mood, den Rößleweg zu wandern? Dann lest hier in unserem Artikel mehr darüber. Alternativ hat auch der Blaustrümpflerweg viel zu bieten, zum Beispiel einen wunderbaren Blick auf’s Türmle. Für mehr Infos zu diesem Wanderweg, klickt hier. Beides nichts für euch? Dann haben wir hier eine Liste mit zehn Ideen für einen Spaziergang für euch.

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