Ade, Wanderbaum-
allee: ein Resümee

Seit ein paar Monaten wandern Bäume durch Stuttgart. Dahinter steckt die Wanderbaumallee und damit engagierte Bürger, die den öffentlichen Raum neu gestalten wollten. Diesen Samstag werden die Bäume in die Winterpause verabschiedet – mit einem fulminanten Fest am Schützenplatz.

Stuttgart – „Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion, die offensichtlich den Nerv getroffen hat“, freuen sich die Initiatoren der Wanderbaumallee und Freunde Hanka, Annika, Sven und Chucho. Man habe sehr viel positives Feedback bekommen, direkt auf der Straße, über die Social-Media-Kanäle, aber auch als gelbe Lob-Karten an die Stadtverwaltung. „Immer wieder gab es enttäuschte Gesichter bei Anwohnern und Passanten, wenn wir wieder weitergezogen sind. Die Nachbarn haben sich über das Grün und die neuen Treffpunkte gefreut.“ Es habe außerdem einen regen Austausch darüber gegeben, wie die Aufenthaltsqualität in den Stuttgarter Straßen verbessert werden könnte.

Die Wanderbaumallee – ein Erfolgskonzept

Die Wanderbaumallee ist ein Erfolg, auch wenn sich Stuttgarts Autofahrer im großen Stil über die fehlenden Parkplätze echauffierten. Doch die verschiedenen Veranstaltungen wie etwa der wöchentliche „Feierabend unter Bäumen“ kam an, außerdem gab es Märchenerzählungen, Grillfeste und gemeinsames Brunchen, kleine Konzerte und so weiter. „Aber auch losgelöst von unseren Veranstaltungen haben wir beobachtet beziehungsweise die Rückmeldung bekommen, dass die Bauminseln für verschiedendste Zwecke dankbar genutzt wurden: die Mittagspause mit Kollegen, die Mutter, die uns dankbar mailte, einen Ort zum Stillen ihres Baby gefunden zu haben, ältere Menschen, die ihre Einkäufe abstellten und kurz verschnaufen konnten, telefonierende Passanten, die für die Dauer des Gesprächs kurz Platz nahmen.“

Und hier noch ein paar weitere Anekdoten aus den vergangenen Monaten:

  • Die Nachbarn der Station am Schützenplatz hatten die Kornelkirschen geerntet und daraus Marmelade gekocht, die sie am darauffolgenden Umzug an die Mitwandernden verteilten.
  • In der Moserstraße hat sich recht schnell eine WhatsApp-Gießgruppe gebildet, die beim Gießen tatkräftig geholfen hat. In der Nachbarschaft gab es auch ein frisch eingezogenes Paar, dass sich besonders über die Bäume freute, da es über diese ungezwungenen Treffpunkte schnell Anschluss fand und sich sehr darüber freute.
  • Die Kinder der Kita „Kinderländle“ in der Alexanderstraße haben die Bäume regelrecht adoptiert: Sie haben ein paar der Module bunt bemalt, dort Lesestunden und Picknicks veranstaltet und zum Abschied bunte Kärtchen mit guten Wünschen („Mehr Schmetterlinge“, „Nette Nachbarn“, „Viel Wasser“) an die Äste gehängt. „Als wir mit den Bäumen losgelaufen sind, saßen die Kids am Fenster und riefen in Sprechchören: Die Bäume sollen bleiben!“

Wanderbaum-Ade

Der Sommer neigt sich dem Ende zu – und damit auch die Wanderbaum-Saison. Zum Abschluss wird am Samstag, 28. September, ein letztes Mal dieses Jahr mit den Bäumen gewandert. Vom Stöckach geht’s zum Schützenplatz, wo die Wanderbaumallee mit einem gebührenden Fest in den Winterschlaf verabschiedet werden soll. Um 14 Uhr geht’s los. Ab 17 Uhr gibt es Musik von Michael Mesox Hecht. Essensbeiträge fürs Buffet sind willkommen. Für Getränke ist gesorgt.

Alle Infos auf einen Blick zum Wanderbaum-Ade gibt’s hier >>>

Mehr aus dem Web