Die Kunst des Beatboxens mit Robeat

Der Künstler Robeat verdient mit einem ungewöhnlichen Hobby sein Geld – Beatboxen. Wir haben uns auf ein geschräuschvolles Gespräch mit dem Europameister der Mundakrobatik getroffen – einen Crashkurs gab es obendrauf.

Stuttgart – Beim Supertalent beeindruckte er Dieter Bohlen, bei TV Total bewies er Stefan Raab sein Können und 2013 gewann er on Top auch noch die Europameisterschaft. Und das Beste: Seine Wurzeln liegen im Ländle, genauer in Stuttgart, wo er geboren ist und in Esslingen, wo er wohnt. Robert Wolf, der mit dem Künstlernamen Robeat die Bühnen zum Beben bringt, verdient mit einem ungewöhnlichen Hobby sein Geld – dem Beatboxen.

Superstar aus dem Ländle

Beim Beatboxen werden mit dem Mund, der Nase und dem Rachen Schlagzeug- und andere Instrumente imitiert. Und wie fängt man damit an? „Ich habe schon als Kind gerne Geräusche gemacht – viel geschnalzt und Pfeifgeräusche von mir gegeben“, erinnert sich Robeat. Mit 13 oder 14 Jahren habe er durch seinen Cousin einen Beatboxer kennengelernt – „und das hat mich sofort fasziniert.“ Der junge Mundakrobat fing an zu üben – und das mit Erfolg.

2007 schaffte er den Durchbruch mit dem Einzug ins Finale der RTL-Talentshow „Das Supertalent“ und belegte den dritten Platz. Es folgten Auftritte bei TV Total und bei Stern TV mit Günther Jauch. Dreimal stand er im Finale der deutschen Beatboxmeisterschaften, musste sich aber gegen seine Konkurrenten geschlagen geben.

Jeder kann beatboxen

Auf den ersten Blick scheint Beatboxen kompliziert, doch laut Robeat hat jeder das Zeug dazu. „Jeder kann beatboxen. Im Gegensatz zum Gesang braucht es dafür keine Veranlagung.“ Der Künstler ist überzeugt, dass der Mensch alles kann, wenn er mit der richtigen Einstellung an die Sache geht. „Ich gebe auch Workshops und da kommen Teilnehmer und sagen: Ich kann das nicht. Und dann denke ich mir: Ey, wie kannst du das behaupten, du hast es noch nicht mal ausprobiert.“ Der Erfolg, er fange im Kopf an.

Schonung für die Stimme

Für Anfänger hat Robeat ein paar Tricks parat. „Es gibt ein paar Eselsbrücken, mit denen die Basic Sounds leichter gelingen – mit der richtigen Betonung entsteht ein Beat. Zum Beispiel bei „Bernd kauft ein Busticket“. Wenn ich das B, das T, das K und das Z betone und die Konsonaten ploppen lässt, ergibt das einen drummäßigen Sound.“ (Mehr dazu gibt’s im Video!)

Das Ganze sei nicht belastend für die Stimmbänder. „Beim Beatboxen kann man mehr machen als beim Singen, weil sich die Gesichtsmuskulatur im Vergleich zu den Stimmbändern schneller erholt und das reine Beatboxen die Stimme weniger belastet.“ Von Verletzungen ist Robeat bis jetzt verschont worden. „Ich habe mal von bestimmten Übungen Krämpfe bekommen. Einmal hatte ich einen Zungenkater, da konnte ich meine Zunge nicht mehr richtig nutzen“.

In Deutschland ist Beatboxen noch unbekannt

Beatboxen hat seinen Ursprung in den USA. Es sei das fünfte Element im Hip-Hop und habe sich zu einer eigenen Kunstform entwickelt. „Gerade passiert sehr viel in diesem Bereich. Aber weil es Beatboxen erst seit etwa vierzig Jahren gibt, braucht es noch Zeit, um sich weiterzuentwickeln“, so der Künstler. In Deutschland habe Beatboxen noch keine große Popularität erreicht – im Gegensatz zu Amerika. „In den USA hat Hip-Hop generell einen ganz anderen Stellenwert. Auch in Asien ist Beatboxen gerade am Kommen. In Korea, Japan, Malaysia und Indonesien entstehen neue Beatboxingszenen“, weiß Robeat.

Keine Kommerzialisierung

Dass die Hip-Hop-Abspaltung eher unbekannt ist, hat auch seine Vorteile. „Beatboxen ist nicht kommerziell. Es gibt keine staatlich geprüften Beatboxer und dadurch ist es authentisch. Im Gegensatz zur Popmusik, die wirtschaftlich ausgenutzt wird und ihre kulturelle Bedeutung verliert. Beatboxen ist von der Industrie noch unberührt“, betont Robeat. Bekannt sind neben ihm die deutschen Beatboxer 4xsample, auch sie haben bereits einige Titel abgeräumt.

Mehr Infos über Robeat gibt’s hier: www.robeat.de 

Foto: Julia Marie Werner

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