Der modeaffine Mediziner

Dass ein Mediziner auch modeaffin sein kann, beweist der Stuttgarter Alexander Calvano. Wir haben mit dem angehenden Arzt den Stylecheck gemacht.

Stuttgart – Mit drei stylishen Looks in der Tasche erscheint Alexander Calvano zu unserem Interview. Als erste Location für das Shooting wählt der 25-jährige Stuttgarter das Parkhaus Züblin aus, wir steuern das oberste Parkdeck an – mit dem fast schon epischen Ausblick. Nach einem kurzen Walk durch die Innenstadt setzen wir uns schließlich im Hof der Galerie Kernweine zusammen und unterhalten uns bei einem Kaffee über Fashion und seine Faszination für Medizin.

Fashion als Ausgleich zum cleanen Klinikalltag

Alexander studiert Medizin im achten Semester in Marburg und möchte sich in Zukunft mit neurodegenerative Erkrankungen befassen. Der Alltag des 25-Jährigen fängt schon um 6.30 Uhr an – nach einer Dusche und einem schwarzen Kaffee geht’s ohne Frühstück in die Klinik: „So früh kann ich einfach noch nichts essen“, sagt er. Nach den Vorlesungen und einer schnellen Mittagspause wird mit Patienten gearbeitet – oder es wird an der Doc-Arbeit geschrieben. Bei dieser setzt sich der Stuttgarter mit auditiver Stimulierung als nicht invasiver Therapieansatz bei Patienten mit idiopathischem Parkinson Syndrom auseinander: „Vereinfacht gesagt, arbeite ich an meinem Traumgedanken, dass bei Parkinsonpatienten einst mit iPhone-Kopfhörern über auditive Impulse die motorische Performance verbessert werden kann.“

Neuartige Trends im Zusammenspiel mit zeitlosen Basics.

Den eigenen Stil beschreibt der gebürtige Öhringer als recht schlicht: „Ich trage selten gebrandete Sachen und wenn, dann sind es meistens Labels von Freunden oder Bekannten.“ 500 Euro würde der Stuttgarter am liebsten in eine Reise investieren. Gerade plant er im Rahmen des Studiums nach Shanghai, London und Zürich zu gehen.

Mode trägt für mich den Zeitgeist eines jeden nach Außen – es ist ein Ventil zur Außenwelt. Wobei ich auch sagen muss, dass egal wie ich mich fühle, ich mir immer überlege, ob ein Outfit für einen bestimmten Anlass nicht to much ist – so würde ich zum Beispiel nie mit Accessoires in die Klinik kommen. Das würde einfach nicht passen und dem Patienten gegenüber nicht das richtige Signal aussenden.

Im Bezug auf den Stuttgarter Stil findet Alexander, dass dieser immer mehr einer Großstadt würdig wird: „Man erkennt im Vergleich zu den letzten Jahren, dass mehr kreative und künstlerische Einflüsse im Kleidungsstil der Stuttgarter zu erkennen sind und dass die Stuttgarter auch bewusster und nachhaltiger was die Mode angeht werden.“

In Stuttgart shoppt Alexander gerne im Vintage Markt, Scotch & Soda, in der Boutique Geschwisterliebe oder bei COS. Die besten Secondhand-Einzelstücke hat der Stuttgarter bis jetzt aber immer auf der Onlineplattform ASOS Marketplace in London gefunden: „Ich hoffe, dass man auch nach dem Brexit auf dieser Plattform weiterhin gute Vintage-Teile kaufen kann.“ Secondhand-Mode ist für den angehenden Arzt nicht nur als die Rückbesinnung in die Vergangenheit wichtig: „Wenn Kleidung an die nächste Generation weitergegeben werden kann und diese auch noch dem Zeitgeist entspricht, ist es doch der Inbegriff der Nachhaltigkeit. Vintage ist nicht nur stylish, sondern auch nachhaltig und bietet uns kulturelle Diversität.“

Inspirationen für neue Looks findet Alexander hauptsächlich auf Instagram. Zu seinen Lieblingsbloggern gehören der Franzose Paul mit dem Blog hypeflaw und der aus Stuttgart stammende Berliner mit dem Modeblog hakanberryfinn. Auf dem Account des Stuttgarters kann man sich auch von seiner Kreativität begeistern lassen und wir zeigen euch drei Looks von Alexander in unserem Stylecheck.

Hemd: Das Modell von Scotch & Soda (mehrmals in Stuttgart) hat Alexander vor vier Jahren online bestellt.

Hose: Ein Piece aus der aktuellen Kollektion von COS (Königstraße 46).

Schuhe: Die Reebok Sneaker gibt es aktuell online bei SUPPA.

Schmuck: Eine Stecknadel inspiriert vom Stil des Londoner Designers Nick Wooster. Online gekauft.

Die Vintage-Ringe hat Alexander von seinem Vater bekommen.

Die Uhr ist eine alte Uhr vom Großvater.

T-Shirt: Das Shirt des Stuttgarter Labels Ottencrew hat Alexander von den Designern direkt geschenkt bekommen.

Hose: Das lässige Modell hat Alexander im Vintage Markt in der Tübinger Str. 74 entdeckt.

Kette: Ist eine alte Taufkette aus dem Schrank seiner Eltern.

Hemd: Ein gestreiftes Modell von Asos (online gekauft).

Hose: Diese secondhand Levi’s Jeans hat Alexander bei Humana in Berlin gefunden.

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