Der Echo wird abgeschafft

Den Musikpreis Echo wird es in Zukunft nicht mehr geben. Dies gab der Bundesverband Musikindustrie heute in Berlin bekannt.

Stuttgart – Beim Bundesverband Musikindustrie wird auf die Kontroverse um die Preisvergabe an Kollegah und Farid Bang reagiert. Den Rappen wird in Textpassagen unter anderem Antisemitismus unterstellt. Man wolle „keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird“, schreibt der Verband.

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Kollegah und Farid Bang

Das um die Echo-Verleihung herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole, heißt es weiter in der Mitteilung des Verbandes.

Damit wird auf dem Antisemitismus-Eklat angespielt und die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang, die für ein als judenfeindlich kritisiertes Album mit dem Echo geehrt wurden. Es enthält Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ’nen Holocaust, komm‘ an mit dem Molotow“.

Eine Welle der Kritik

Die Auszeichnung löste eine Welle der Kritik aus. Etliche Künstler kündigten an, ihre Trophäen zurückzugeben, darunter Marius Müller-Westernhagen und die Dirigenten Mariss Jansons und Christian Thielemans. Bei der Echo-Gala in Berlin hatte allein Sänger Campino von den Toten Hosen auf der Bühne angeprangert, dass eine Grenze überschritten worden sei.

Alles neu, alles anders: Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei. Dieser würde auch eine Neuaufstellung bei Echo Klassik und Echo Jazz nach sich ziehen, so der Verband. In dieser Überzeugung nennt der Vorstand bereits erste konkrete Schritte: Er wird die drei Preise neu strukturieren. Im Zuge dessen werden auch die bisher involvierten Gremien ihre Tätigkeit einstellen. Die Kriterien der Nominierung und Preisvergabe werden dabei vollständig verändert. Und die Jury soll mehr in den Vordergrund rücken.

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