Coronavirus: Gutes tun in Zeiten der Pandemie

Solidarität und Hilfsbereitschaft – das Coronavirus zeigt an vielen Orten, zu was unsere Gesellschaft fähig ist. Ob für Künstler, Kinos oder die älteren Nachbarn von nebenan: Wir haben Vorschläge für euch, wie ihr jetzt Gutes tun könnt.

Stuttgart – Das Coronavirus zwingt zum Stillstand. Die Schulen und Kitas haben geschlossen. In Bars, Clubs und Fitnessstudios bleibt das Licht auf unbestimmte Zeit aus. Wer kann, bleibt im Homeoffice und geht nur nach draußen, wenn es nicht anders möglich ist. Zahlreiche Hashtags fassen zusammen, was gerade zu tun ist: #staythefuckhome, #socialdistancing, #flattenthecurve. All das ist notwendig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Gutes tun in Zeiten des Coronavirus

Virologen wie der allseits gefeierte Christian Drosten klären auf, Politiker werben in ihren Reden um Verständnis und die Einhaltung der Maßnahmen. „Ihre Selbstbeschränkung heute wird morgen Leben retten. Wir werden das Virus besiegen. Dafür bitte ich uns alle: Seien wir vernünftig. Seien wir solidarisch“, sagt etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dass es ernst ist, haben die meisten inzwischen verstanden.

Und auch wenn die Situation beängstigend ist, so zeigt sie in den vergangenen Tagen, zu was diese Gesellschaft in einer Ausnahmesituation fähig ist: zu Solidarität und Hilfsbereitschaft. Und die sozialen Netzwerke werden an vielen Stellen wieder zu dem, was sie eigentlich sein sollen: sozial. Auf Twitter rufen User mit dem Hashtag #nachbarschaftschallenge dazu auf, anderen zu helfen und kleine Erledigungen und größere Einkäufe für Ältere und Vorerkrankte zu übernehmen. User, die sich sonst mit sportlichem Ehrgeiz auf Twitter anfeinden, teilen gegenseitig ihre Beiträge.

Die Menschen möchten etwas tun, um anderen zu helfen und gegen das lähmende Gefühl anzugehen. Und diese Hilfsbereitschaft steckt an. Wir haben ein paar Dinge gesammelt, mit denen du jetzt Gutes tun kannst.

Pflegepersonal unterstützen

Munschutz
Foto: Unsplash/Ani Kolleshi

„Wir können unseren Helden zwar nicht die bessere Bezahlung geben, die ihnen zusteht. Aber wir können versuchen die Situation etwas zu erleichtern und zu verbessern, indem wir sie mit dem unterstützen, was wir haben… genau hier, direkt nebenan.“ So steht es auf der Homepage der Initiative Danke Helden. Fabian Gernold, Naddi Zschiesche und Wanja Tham möchten damit an zwei Fronten helfen. Seit April kann jeder über die Seite www.danke-helden.de unkompliziert Aktionen wie zum Beispiel Essenslieferungen an Krankenhauspersonal unterstützen. Dadurch erhält das Lieblings-Restaurant finanziellen Support. Diese Gastronomen können dann mit ihren Speisen den unentbehrlichen und systemrelevanten Berufsgruppen in den aktuellen Krisenzeiten eine Freude bereiten. Mehr Infos zur Aktion gibt es hier >>>

Eine ähnliche Aktion hat die Neue Dönastie ins Leben gerufen: Mit feedyourlocalhero können Speisen an die Mitarbeiter der Stuttgarter Krankenhäuser spendiert werden. Mehr Infos >>>

Einkaufen für Risikogruppen

Einkauf
Foto: Leonie Wise/Unsplash

Um Menschen die Risikogruppen angehören zu unterstützen hat die Initiative „Global Shapers Stuttgart“ das Projekt „Einkaufspatenschaft“ ins Leben gerufen. Hier erledigen Ehrenamtliche den Einkauf, sodass besonders gefährdete Menschen das Haus nicht unnötig verlassen müssen. Über ihre Plattform kann man sich als Freiwilliger oder Hilfesuchender registrieren und bekommt einen Einkaufspaten vermittelt. Hier gehts zum Projekt >>>

Kinos unterstützen

Foto: Unsplash/Krists Luhaers

Die Innenstadtkinos gibt es jetzt für Zuhause! Auf der Seite ‚Kino on Demand‚ können Kinofilme, die ihr in den vergangenen Monaten vielleicht verpasst habt, gestreamt werden. Die Innenstadtkinos schreiben dazu auf Facebook: „Du musst auch zu Hause nicht auf großes Kino verzichten – und kannst in Krisenzeiten das Kino ganz einfach unterstützen! Wenn du auf ‚Kino on Demand‘ Filme ansiehst, profitiert dein Kino – und du erhältst bei jedem fünften Abruf einen Kinogutschein, den du einlösen kannst, sobald Kinobesuche wieder problemlos möglich sind!“

Ähnliches gibt es auch bei Filmverleihern. Grandfilm etwa bietet ebenfalls Video-on-Demand an. Die Hälfte der Einnahmen gehen an die Kinos, die normalerweise die Filme des Verleihs zeigen. Zu sehen sind unter anderem „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ und „Zama“.

Ansonsten kannst du auch Werbung schauen und so dein Kino unterstützen. Wie bitte? Auf dieser Seite kannst du dein Lieblingskino suchen, Kinowerbespots schauen und so unterstützen. Nur spenden geht auch.

Briefe schreiben

Briefe
Foto: Unsplash/Kelly Sikkema

Wer mal wieder einen Brief schreiben möchte, kann sich etwa an der Brieftaubenaktion beteiligen. Einfach online anmelden und einen Brief oder eine Postkarte schreiben und an die bereitgestellte Adresse schicken. Die Post geht an soziale Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime oder psychiatrische Einrichtungen, deren Bewohner vom derzeitigen Besuchsverbot stark betroffen sind. Die Aktion kooperiert mit der Caritas und dem Freiwilligenzentrum Caleidoskop. Hier entlang zu mehr Infos >>>

Den Nachbarn helfen

Nachbar Gutes tun
Unsplash/Nina Strehl

Einkäufe im Supermarkt, in der Apotheke oder im Drogeriemarkt. Mit dem Hund Gassi gehen. Bei der Kinderbetreuung unterstützen. Den (älteren) Nachbarn zu helfen oder anderen hilfebedürftigen Menschen in der Straße und im Viertel ist immer eine gute Idee. Die Nachbarschaftsseite Nebenan.de bietet etwa einen Vordruck für den Aushang im Treppenhaus. In Stuttgart hat sich die Gruppe „Nachbarschaftshilfe Stuttgart“ gegründet, wo Hilfesuchende und -anbietende vernetzt werden >>>

Gutscheine von kleinen Läden und Lokalen kaufen

Fotos: Tanja Simoncev

Kleine Läden und Lokale kämpfen in Zeiten wie diesen um ihre Existenz. Nach und nach schließen auch in Stuttgart Shops und Cafés. Einige verkünden aber, dass sie weiterhin Online-Bestellungen annehmen und vor allem Gutscheine anbieten, die später eingelöst werden können. So etwa The hungry Palmtree am Hölderlinplatz, wie auch das Mókuska: „Bedeuten diese doch nicht zuletzt, dass ihr an uns denkt, uns unterstützt und damit zu einem möglichen Weiterbestehen nach der Pandemie beitragt.“

Künstler unterstützen

Gutes tun für Kreative. Auch für Künstler ist die Situation prekär: Auftritte werden abgesagt und ganze Tourneen gestrichen. Damit fallen für Autorinnen, Musiker und Comedians wichtige Einnahmen weg. Künstler rufen deshalb dazu auf, Tickets für abgesagte Shows nicht zurück zu geben. Der Cartoonist Ralph Ruthe formuliert es auf seiner Facebook-Seite so: „Solltet ihr Karten gekauft haben für eine Show, die nun leider ausfällt und sollte es für euch finanziell machbar sein, verzichtet bitte darauf, das Geld dafür zurück zu fordern. Wenn euch die 20 oder 30 Euro nicht weh tun, verlangt sie nicht zurück. Ich weiß, das ist viel Geld und nicht alle werden darauf verzichten können. Ich sage nur: WENN euch das möglich ist, tut es bitte. Damit unterstützt ihr alle, die uns sonst regelmäßig mit ihrem Einsatz schöne Abende bescheren – hinter und auf der Bühne.“

Der Stuttgarter Journalist Joe Bauer hat über Facebook dazu aufgerufen Stuttgarter Künstlerinnen und Künstler unkonventionell und schnell zu helfen. „Es geht um schnelle Unterstützung, die die nächsten Lebensmitteleinkäufe sicherstellt oder bei der Miete hilft. Viele in unserem Umfeld haben zurzeit überhaupt keine Einnahmen, manche auch noch ihren Zweitjob verloren“, schreibt er. Wie das geht? Unter dem Verwendungszweck „Künstlersoforthilfe“ einfach Geld überweisen.

Bei Kraftpaule gibt’s Livekonzerte für einen guten Zweck >>>

Tafelläden unterstützen

Veggie Gemüse Zwiebel Karotte
Foto: Unsplash/Markus Spiske

Die Tafelläden leiden ebenfalls unter den Auswirkungen des Corona-Virus: Ein Großteil der Ehrenamtlichen gehört zur Risikogruppe und kann deshalb nicht mehr aushelfen, außerdem sorgen die Vorratskäufe der Menschen dafür, dass weniger Lebensmittel gespendet werden. Immer mehr Tafeln in Deutschland müssen deshalb schließen. Geld, Waren, Zeit spenden – was ihr gerade für die Tafeln in Stuttgart und Region tun könnt, erfahrt ihr auf der Internetseite >>>

Trott-war kaufen

Auch die Straßenzeitung Trott-war befindet sich im Ausnahmezustand: Veranstaltungen entfallen, der Straßenverkauf bricht ein. „Wir handeln sofort und geben die Straßenzeitungen an unsere Verkaufenden umsonst heraus“, sagt Trott-war-Geschäftsführer Helmut Schmid. So lange es keine komplette Ausgangssperre gibt, soll der Verkauf also trotzdem weitergehen. Das alles unter Schutzauflagen, wie dem „kontaktlosen Verkauf“ – die Kundschaft soll passend bezahlen, die Zeitung von einem Stapel nehmen und zwei Meter Abstand vom Verkaufenden halten. „Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer wollen unbedingt weiter verkaufen“, sagt Helmut Schmid. „Wenn wir den Vertrieb zumachen, müssten viele betteln gehen“, ergänzt Verkäufer-Sprecher Thomas Schuler. Sie hätten so wenig Geld, dass sie ohne Trott-war nicht über die Runden kämen. Üblicherweise kaufen Verkäuferinnen und Verkäufer die Straßenzeitung für 1,30 Euro und verkaufen sie für 2,60 Euro. Den Differenzbetrag können sie für sich behalten und auf diese Weise etwas hinzuverdienen. Nun sollen sie ab sofort die gesamte Summe behalten können. Härtefälle wird der Verein finanziell aus Spenden unterstützen. Alle Infos und was ihr sonst Gutes tun könnt, erfahrt ihr auf der Internetseite >>>

Titelfoto: Unsplash/Edwin Hooper

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