Coronavirus: Gutes tun in Zeiten der Pandemie

Solidarität und Hilfsbereitschaft – das Coronavirus zeigt an vielen Orten, zu was unsere Gesellschaft fähig ist. Ob für Künstler, Kinos oder die älteren Nachbarn von nebenan: Wir haben Vorschläge für euch, wie ihr jetzt Gutes tun könnt.

Stuttgart – Das Coronavirus hat lange Zeit zum Stillstand gezwungen. Zahlreiche Hashtags haben zusammengefasst, was zu tun ist: #staythefuckhome, #socialdistancing, #flattenthecurve. Nach und nach kehrt das Leben wieder zurück. Restaurants, Cafés und Bars haben den Betrieb wieder aufgenommen. Und dennoch wird es noch dauern bis wieder Normalität herrscht.

Gutes tun in Zeiten des Coronavirus

Und auch wenn die Situation beängstigend ist, so hat sie in den vergangenen Wochen gezeigt, zu was diese Gesellschaft in einer Ausnahmesituation fähig ist: zu Solidarität und Hilfsbereitschaft. Und die sozialen Netzwerke werden an vielen Stellen wieder zu dem, was sie eigentlich sein sollen: sozial. Auf Twitter haben User mit dem Hashtag #nachbarschaftschallenge dazu aufgerufen, anderen zu helfen und kleine Erledigungen und größere Einkäufe für Ältere und Vorerkrankte zu übernehmen. User, die sich sonst mit sportlichem Ehrgeiz auf Twitter anfeinden, teilen gegenseitig ihre Beiträge.

Die Menschen möchten etwas tun, um anderen zu helfen und gegen das lähmende Gefühl anzugehen. Und diese Hilfsbereitschaft steckt an. Wir haben ein paar Dinge gesammelt, mit denen du jetzt Gutes tun kannst.

Leben retten: DKMSx0711

Alle 35 Sekunden erkrankt ein Mensch an Blutkrebs. Häufig ist die einzige Chance zu überleben eine Stammzellspende. Die DKMS ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, weltweit Blutkrebspatienten mit einer Stammzelltransplantation eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Daher lautet die Mission: Menschen zur Registrierung als Stammzellspender zu motivieren und Registrierungsaktionen durchzuführen. Seit der Corona-Krise sind die aber nicht mehr möglich.

Was aber immer noch möglich und super easy ist: Bestell dir ein kostenloses Registrierungsset und lass dich ganz einfach typisieren – und vielleicht kannst du damit sogar ein Menschenleben retten! Mit DKMSx0711 gibt es eine Aktion speziell für Stuttgart. Hier gibt’s alle Infos >>>

Pflegepersonal unterstützen

Munschutz
Foto: Unsplash/Ani Kolleshi

„Wir können unseren Helden zwar nicht die bessere Bezahlung geben, die ihnen zusteht. Aber wir können versuchen die Situation etwas zu erleichtern und zu verbessern, indem wir sie mit dem unterstützen, was wir haben… genau hier, direkt nebenan.“ So steht es auf der Homepage der Initiative Danke Helden. Fabian Gernold, Naddi Zschiesche und Wanja Tham möchten damit an zwei Fronten helfen. Seit April kann jeder über die Seite www.danke-helden.de unkompliziert Aktionen wie zum Beispiel Essenslieferungen an Krankenhauspersonal unterstützen. Dadurch erhält das Lieblings-Restaurant finanziellen Support. Diese Gastronomen können dann mit ihren Speisen den unentbehrlichen und systemrelevanten Berufsgruppen in den aktuellen Krisenzeiten eine Freude bereiten. Mehr Infos zur Aktion gibt es hier >>>

Eine ähnliche Aktion hat die Neue Dönastie ins Leben gerufen: Mit feedyourlocalhero können Speisen an die Mitarbeiter der Stuttgarter Krankenhäuser spendiert werden. Mehr Infos >>>

Einkaufen für Risikogruppen

Einkauf
Foto: Leonie Wise/Unsplash

Um Menschen die Risikogruppen angehören zu unterstützen hat die Initiative „Global Shapers Stuttgart“ das Projekt „Einkaufspatenschaft“ ins Leben gerufen. Hier erledigen Ehrenamtliche den Einkauf, sodass besonders gefährdete Menschen das Haus nicht unnötig verlassen müssen. Über ihre Plattform kann man sich als Freiwilliger oder Hilfesuchender registrieren und bekommt einen Einkaufspaten vermittelt. Hier gehts zum Projekt >>>

Kinos unterstützen

Foto: Unsplash/Krists Luhaers

Die Innenstadtkinos gibt es jetzt für Zuhause! Auf der Seite ‚Kino on Demand‚ können Kinofilme, die ihr in den vergangenen Monaten vielleicht verpasst habt, gestreamt werden. Die Innenstadtkinos schreiben dazu auf Facebook: „Du musst auch zu Hause nicht auf großes Kino verzichten – und kannst in Krisenzeiten das Kino ganz einfach unterstützen! Wenn du auf ‚Kino on Demand‘ Filme ansiehst, profitiert dein Kino – und du erhältst bei jedem fünften Abruf einen Kinogutschein, den du einlösen kannst, sobald Kinobesuche wieder problemlos möglich sind!“

Ähnliches gibt es auch bei Filmverleihern. Grandfilm etwa bietet ebenfalls Video-on-Demand an. Die Hälfte der Einnahmen gehen an die Kinos, die normalerweise die Filme des Verleihs zeigen. Zu sehen sind unter anderem „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ und „Zama“.

Ansonsten kannst du auch Werbung schauen und so dein Kino unterstützen. Wie bitte? Auf dieser Seite kannst du dein Lieblingskino suchen, Kinowerbespots schauen und so unterstützen. Nur spenden geht auch.

Briefe schreiben

Briefe
Foto: Unsplash/Kelly Sikkema

Wer mal wieder einen Brief schreiben möchte, kann sich etwa an der Brieftaubenaktion beteiligen. Einfach online anmelden und einen Brief oder eine Postkarte schreiben und an die bereitgestellte Adresse schicken. Die Post geht an soziale Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime oder psychiatrische Einrichtungen, deren Bewohner vom derzeitigen Besuchsverbot stark betroffen sind. Die Aktion kooperiert mit der Caritas und dem Freiwilligenzentrum Caleidoskop. Hier entlang zu mehr Infos >>>

Den Nachbarn helfen

Nachbar Gutes tun
Unsplash/Nina Strehl

Einkäufe im Supermarkt, in der Apotheke oder im Drogeriemarkt. Mit dem Hund Gassi gehen. Bei der Kinderbetreuung unterstützen. Den (älteren) Nachbarn zu helfen oder anderen hilfebedürftigen Menschen in der Straße und im Viertel ist immer eine gute Idee. Die Nachbarschaftsseite Nebenan.de bietet etwa einen Vordruck für den Aushang im Treppenhaus. In Stuttgart hat sich die Gruppe „Nachbarschaftshilfe Stuttgart“ gegründet, wo Hilfesuchende und -anbietende vernetzt werden >>>

Künstler unterstützen

Gutes tun für Kreative. Auch für Künstler ist die Situation prekär: Auftritte werden abgesagt und ganze Tourneen gestrichen. Damit fallen für Autorinnen, Musiker und Comedians wichtige Einnahmen weg. Künstler rufen deshalb dazu auf, Tickets für abgesagte Shows nicht zurück zu geben. Der Cartoonist Ralph Ruthe formuliert es auf seiner Facebook-Seite so: „Solltet ihr Karten gekauft haben für eine Show, die nun leider ausfällt und sollte es für euch finanziell machbar sein, verzichtet bitte darauf, das Geld dafür zurück zu fordern. Wenn euch die 20 oder 30 Euro nicht weh tun, verlangt sie nicht zurück. Ich weiß, das ist viel Geld und nicht alle werden darauf verzichten können. Ich sage nur: WENN euch das möglich ist, tut es bitte. Damit unterstützt ihr alle, die uns sonst regelmäßig mit ihrem Einsatz schöne Abende bescheren – hinter und auf der Bühne.“

Der Stuttgarter Journalist Joe Bauer hat über Facebook dazu aufgerufen Stuttgarter Künstlerinnen und Künstler unkonventionell und schnell zu helfen. „Es geht um schnelle Unterstützung, die die nächsten Lebensmitteleinkäufe sicherstellt oder bei der Miete hilft. Viele in unserem Umfeld haben zurzeit überhaupt keine Einnahmen, manche auch noch ihren Zweitjob verloren“, schreibt er. Wie das geht? Unter dem Verwendungszweck „Künstlersoforthilfe“ einfach Geld überweisen.

Bei Kraftpaule gibt’s Livekonzerte für einen guten Zweck >>>

Tafelläden unterstützen

Veggie Gemüse Zwiebel Karotte
Foto: Unsplash/Markus Spiske

Die Tafelläden leiden ebenfalls unter den Auswirkungen des Corona-Virus: Ein Großteil der Ehrenamtlichen gehört zur Risikogruppe und kann deshalb nicht mehr aushelfen, außerdem sorgen die Vorratskäufe der Menschen dafür, dass weniger Lebensmittel gespendet werden. Immer mehr Tafeln in Deutschland müssen deshalb schließen. Geld, Waren, Zeit spenden – was ihr gerade für die Tafeln in Stuttgart und Region tun könnt, erfahrt ihr auf der Internetseite >>>

Trott-war kaufen

Auch die Straßenzeitung Trott-war befindet sich im Ausnahmezustand: Veranstaltungen entfallen, der Straßenverkauf bricht ein. „Wir handeln sofort und geben die Straßenzeitungen an unsere Verkaufenden umsonst heraus“, sagt Trott-war-Geschäftsführer Helmut Schmid. So lange es keine komplette Ausgangssperre gibt, soll der Verkauf also trotzdem weitergehen. Das alles unter Schutzauflagen, wie dem „kontaktlosen Verkauf“ – die Kundschaft soll passend bezahlen, die Zeitung von einem Stapel nehmen und zwei Meter Abstand vom Verkaufenden halten. „Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer wollen unbedingt weiter verkaufen“, sagt Helmut Schmid. „Wenn wir den Vertrieb zumachen, müssten viele betteln gehen“, ergänzt Verkäufer-Sprecher Thomas Schuler. Sie hätten so wenig Geld, dass sie ohne Trott-war nicht über die Runden kämen. Üblicherweise kaufen Verkäuferinnen und Verkäufer die Straßenzeitung für 1,30 Euro und verkaufen sie für 2,60 Euro. Den Differenzbetrag können sie für sich behalten und auf diese Weise etwas hinzuverdienen. Nun sollen sie ab sofort die gesamte Summe behalten können. Härtefälle wird der Verein finanziell aus Spenden unterstützen. Alle Infos und was ihr sonst Gutes tun könnt, erfahrt ihr auf der Internetseite >>>

Titelfoto: Unsplash/Edwin Hooper

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