Corona: Workout, Meditation und Selfcare für zuhause

Die Fitness- und Yogastudios im Kessel sind zu. Doch was tun, wenn man sich trotz Corona-Krise um seinen Körper und Geist kümmern möchte? Wir haben mit Profis gesprochen, die Workout, Meditation, Yoga-Sessions und vieles mehr via Livestreams und Online-Programme zu euch nach Hause bringen.

Stuttgart – Das Coronavirus ist auch in der Sportwelt angekommen. Fitness- und Yogastudios bleiben geschlossen, das Training in Vereinen oder größeren Gruppen fällt erstmal aus. Denn auch hier gilt: Safety first! Doch gerade in dieser herausfordernden Zeit ist es wichtig, sich weiterhin um seine körperliche und mentale Gesundheit zu kümmern. Stay home – und tu dir was Gutes! Das dachten sich auch Exil-Stuttgarterin Anna von Alphaomegayoga, Sandra von den Bauchfrauen, Julian und Eva vom 0711 Morning Workout und Anna vom Studio Yoginzky – denn egal, ob Yoga, Selfcare oder Fitnessworkout, in der Krise verlagert man das Training einfach über Live-Streams und Online-Videos ins Wohnzimmer.

Fitness für daheim mit Eva Unkenholz & Julian Haspel vom 0711 Morning Workout

„Die Gyms sind zu und auch unser 0711 Morning Workout auf der Karlshöhe findet aktuell nicht mehr statt. Aber trotzdem ist es uns wichtig, dass sich die Leute weiterhin bewegen. Auch daheim! Deshalb starten wir jetzt mit dem „0711 Morning Workout goes online“. Jeden Samstag um 9 Uhr und jeden Mittwoch um 7 Uhr können die Leute bei unserem kostenlosen Live-Training mitmachen. Einfach über unsere Website anmelden und zusammen mit uns und unserer Community trainieren.

Wir arbeiten bei unseren Trainings übrigens viel mit dem eigenen Körpergewicht und mit Functional Trainings. Das alles ist super effizient, kurbelt die Fettverbrennung an, macht Spaß und ist dynamisch. Außerdem wollen wir bald ein Trainings-Portal launchen, in dem wir euch viele verschiedene Übungen online anbieten werden.

Für uns alle ist die aktuelle Situation wirklich ungewohnt. Darum ist es jetzt wichtig, dass man sich eine Routine aufbaut, seinen Tag – auch wenn man nur zuhause ist – strukturiert und seine Workouts gut plant. Als Coaches unterstützen wir euch natürlich gerne bei der Erstellung eines Trainingsplans.“

Selfcare im Live-Stream mit Sandra Wurster und den Bauchfrauen

„Auch ich selbst, als Gründerin der Bauchfrauen, habe bei all den News eine gewissen Angespanntheit und Unruhe in mir erlebt. Ich brauchte dann erstmal ein Wochenende für mich, um meine Mitte zu finden, habe viel meditiert und Yoga gemacht. Ich beschäftige mich mit dem Thema Selbstliebe und Selfcare tagtäglich, schließlich ist es mein Beruf. Für viele Menschen ist es aber aktuell verständlicherweise schwer ihre eigene Struktur aufrechtzuerhalten und mit ihren Sorgen und Ängsten klarzukommen. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die in einer Risikogruppe sind und das jetzt nicht alles als große Chance sehen können – sie haben einfach nur Angst!

Ich habe mich deshalb mit der Bauchfrauen-Community ausgetauscht und geschaut, wie ich sie in dieser schweren Zeit unterstützen kann. Zusammen mit meinen großartigen Team habe ich beschlossen, dass wir ab sofort Live-Sessions anbieten wollen. Also habe wir in Rekordtempo ein Programm für die kommende Woche zusammengestellt. Von der Shake your Belly-Tanzeinheit bis hin zur Selfcare Meditation ist alles dabei. Gerade jetzt halte ich das Thema Selbstliebe für extrem wichtig, denn nicht jeder kann sofort dieses Urvertrauen haben, dass irgendwann alles wieder gut wird. Darum wollen wir als Bauchfrauen-Team helfen und bieten jeden Abend kleine Live-Sessions an, um der Community zu zeigen, dass jemand für sie da ist. Unser Bauchfrauen-Programm läuft schon ab dieser Woche, aber wir basteln schon fleißig an weiteren Sessions, die wir auch in den kommenden Wochen anbieten werden. Wir sind alle eins!“

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Meditation im Livestream mit Exil-Stuttgarterin Anna Schwarz (Alphaomegayoga)

„Als freiberufliche Yogalehrerin trifft mich Corona von verschiedenen Seiten.
Wie andere freischaffende, z.B. in Kunst und Kultur oder der Weiterbildung, ist mein Einkommen die nächsten Monate sehr ungewiss. Per Verordnung des Berliner Senats sind seit Montag Fitnessstudios und auch private Sportstätten geschlossen. Während ich von der Wichtigkeit von Gemeinschaft, Bewegung und spiritueller Praxis gerade in dieser Zeit überzeugt bin, stehe ich aber auch voll hinter dieser Entscheidung.

Ein jeder Einzelne trägt die Verantwortung für die eigene, aber auch die Gesundheit derer um uns herum. Während ich nämlich gar nicht so sehr um meine eigene Gesundheit besorgt bin, geht es mir um diejenigen, die in ihrem Alltag ohnehin gesundheitlich beeinträchtigt und damit besonders gefährdet sind.

Und egal, ob Existenzängste oder die Sorge um die Gesundheit oder Zukunft allgemein – Ängste und Sorgen sind nicht die beste Grundlage, um gute Entscheidungen zu treffen oder auch einfach nur den Alltag zu bestreiten. Um eine Kampagne von ‚Ein guter Plan‘ zu zitieren: Sorgen sind wie Nudeln, man macht sich immer zu viele.

Oder man kauft zu viele. Warum? Weil wir, wenn wir Angst empfinden, alles tun, um das eigene Fortbestehen zu sichern. Unser Nervensystem schaltet auf ‚fight or flight‘ – Überlebensmodus! Wenn wir uns das ganze aus neurologischer Perspektive anschauen wollen, dann können wir uns das so vorstellen, dass ein kleiner Bereich in unserem Gehirn, die Amygdala, in Alarmbereitschaft gesetzt wird und die Energie in alle lebensnotwendigen Bereiche zieht. Der Herzschlag erhöht sich, der Atem wird flacher und schneller. Und im Gegenzug muss zum Beispiel erstmal die Verdauung oder auch Immunabwehr pausieren und auch unser exekutives Netzwerk, das die rationalen Entscheidungen fällt, ist erstmal weniger aktiv. Unsere Emotionen übernehmen Entscheidungen. Und wenn wir uns um die eigene Existenz sorgen, dann ist es erstmal egal, wie irrational es sein mag, dass wir uns mit Klopapier für das komplette Jahr eindecken.“

Anna Schwarz (Alphaomegayoga)
Foto: Laura Kiessling Photography

„Ich schreibe diese Zeilen aus einem sehr besonnenen und ruhigen Zustand. Aber natürlich habe auch ich Momente, in denen ich mich frage, wie lange meine Ersparnisse (diese schwäbische Tugend zahlt sich nun aus) wohl reichen werden, um meine Ausfälle abzudecken. In diesen Momenten wiederhole ich oftmals ein Mantra. Übersetzt ist ein Mantra eine heilige Silbe, aber auch im Schwäbischen haben wir Mantren – denkt nur mal an ‚Schaffe, schaffe, Häusle baua‘. Mantren sind Silben oder auch daraus zusammen gesetzte Worte, die wir meditativ wiederholen, um sie ins Bewusstsein zu rücken.

Im Moment wiederhole ich für mich selbst oft ‚This, too, shall pass‘ (auch das geht vorüber) und wenn ich mich über andere wundere oder ärgere, sage ich mir ‚just like me‘ – so erinnere ich mich selbst daran, dass auch ich schon (irrationale) Entscheidungen aus Angst oder Sorgen getroffen habe. Dass es Momente gab, in denen auch ich es nicht besser wusste und Fehler gemacht habe. Das erlaubt es mir in allen Situationen Ruhe zu bewahren, mitfühlend zu bleiben und nicht egoistisch zu handeln.

Vor fast zehn Jahren habe ich mit Yoga angefangen und seit über vier Jahren unterrichte ich Yoga und Meditation als Tools für eine bessere physische und mentale Gesundheit, Ausgeglichenheit und Lebensfreude.

Ich habe gelernt auch durch schwere Zeiten durchatmen zu können, ruhig zu bleiben und mich um andere zu kümmern, wo ich kann. Und wer mich schon lange kennt, weiß, dass das nicht immer so war. Gerade in meiner Jugend war ich sehr impulsiv, emotional aufgeladen. Ich weiß, was es heißt, sich von Ängsten oder grauen Gedanken vereinnahmt zu fühlen. Aber ich weiß eben auch, wie einfach es ist Ruhe und Freude einzuladen. Deshalb habe ich jetzt angefangen täglich auf Facebook mit einer Meditation live zu gehen. Ich wünsche mir, dass alle Menschen lernen mit Ängsten, Sorgen und Ungewissheit gut umgehen zu können.

Ich hoffe, dass wir aus dieser Zeit gestärkt als Gemeinschaft herausgehen können – ob in Stuttgart oder in Berlin, denn egal wo wir sind: Wir sind doch alle nur Menschen. Gemeinsam schaffen wir das!

Meine Live-Meditation auf Facebook findet ihr hier. Weitere Infos gibt es auch immer auf Instagram.“

Yoga mit Yoginzky

Das Studio Yoginzki hat sich schon vor der offiziellen Ansage der Regierung dazu entschlossen zu schließen. Die Verlangsamung der Pandemie stehe im Vordergrund, so die Betreiberin Anna Schmidt-Oehm in einer Videobotschaft auf Youtube. „Das Yoginzky steht für Solidarität“, sagt sie. Yoga zu praktizieren halte gesund, aber erst einmal Zuhaus zu praktizieren halte manche Menschen am Leben. Und um dieses Praktizieren zu ermöglichen, hat Yoginzky einen Youtube-Kanal gestartet >>>

0711YogaCollective

Yoga-Videos von Yoginzky und vielen weiteren Stuttgarter Yoga-Studios findet ihr übrigens auch auf dem YouTube-Channel 0711YogaCollective.

In der Beschreibung heißt es: „Das #0711YogaCollective ist ein Zusammenschluss von Stuttgarter Yoga Studios und Yogis. Wir wollen in der aktuellen Situation, mehr denn je, den Zusammenhalt demonstrieren und für einander da sein.

Uns liegt am Herzen, trotz geschlossener Studios mit euch in Kontakt zu bleiben, euch eine große Auswahl an angeleiteten Sessions zu bieten und unsere Werte in die Tat umzusetzen: Engagement, soziale Verantwortung, Mitgefühl.

So lange wie möglich, stellen wir euch die Videos kostenlos bereit und freuen uns sehr über euren Support.

See you on Screen – Namaste!“

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Titelfoto: Unsplash/Priscilla du Preez

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