Club Europa 518: Eine Partyreihe wird wiederbelebt

Am Freitag feiert der „Club Europa 518“ mit einem besonderen Konzept im Stuttgarter Lehmann Club sein Comeback. Wir haben alle Infos zur Veranstaltung.

Stuttgart – Mit dem „Club Europa 518“ kehrt am Freitag ein spannendes Veranstaltungskonzept in den Kessel zurück. Ins Lehmann, das im Sommer umfangreich umgebaut wurde, laden die CE 518-Macher Manuel Schuller und Steffen Störmer die beiden Briten Pangaea und Bruce ein. Wir haben mit Manuel über die Entstehungsgeschichte der Veranstaltung gesprochen, über sein Projekt „Plus 1“ und darüber, was die Besucher Besonderes im Lehmann erwartet:

Club Europa 518 – erklär den Stadtkindern mal bitte kurz, was es eigentlich mit dem Namen auf sich hat?

Am einfachsten ist es, wenn man mal danach googelt – da stößt man schnell auf den Wikipedia-Eintrag zu Club Europa: ein Stahl-Kartell, das wegen Preisabsprachen in der EU im Jahr 2010 zu einer Strafe von 518 Millionen Euro verurteilt wurde. Den Namen Club Europa gaben sich die Beteiligten selbst. Übertragen auf unser Club-Konzept, das im Romantica debütierte, heißt das folgendes: Aufgrund unserer guten Verbindungen zu diversen Künstlern und Agenturen hatten wir ziemlich schnell die Möglichkeit, unverhältnismäßig bekannte und teure DJs in eine Location mit einer Kapazität von etwa 80 Personen zu buchen. Das Kennzeichen S-CE-518 auf dem fast schon lebensgroßen Mercedes-Druck hinter dem Tresen kommt also nicht von ungefähr.

Nach unserer mehrjährigen Club Europa Abstinenz kann man die Grundidee vom Konzept aber nicht mehr auf die Veranstaltung im Lehmann übertragen. Der Fokus liegt jetzt auf anderen Punkten: das Line-Up soll nicht nur aus einem Gast-DJ bestehen – ebenso sollen die Gegebenheiten im Club angepasst werden.

Dich kennt man in Stuttgart ja vor allem durch Veranstaltungen im White Noise, früher auch in der Bar Romantica. Wie kommt es, dass ihr den Club Europa im Lehmann wiederbelebt?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Allen voran erst einmal der Wille, wieder etwas in Stuttgart veranstalten zu wollen. Unser letztes Event liegt nun mehr als ein halbes Jahr zurück, das war eine WHO THE F*CK Veranstaltung in Kooperation mit Telekom Electronic Beats im White Noise. WTF war immer sehr an unsere Homebase Heilbronn (Mobilat Club) oder in Stuttgart an das White Noise gebunden. Mit Club Europa wollen wir uns davon etwas lösen – auch grafisch gesehen ganz im Sinne von „Farbe ins Spiel bringen“. Nennenswert ist vielleicht noch, dass ein Großteil der damals im Club Europa-Kontext gebuchten Acts aus UK kam – und wir mit Pangaea (London) und Bruce (Bristol) genau dort anknüpfen.

Im Sommer hat sich im Lehmann einiges verändert. Es wurde viel umgebaut, es gibt jetzt eine neue Bar, wechselnde Kunst und ein Fotoverbot. Ein Grund für jeden, mal vorbeizuschauen?

Ja – drei Ausrufezeichen! Stuttgart bietet, was Locations für elektronische Musik anbelangt, leider beschämend wenig – und das Lehmann stand für mich eigentlich nie zur Debatte. Kurz vor dem Umbau erzählte mir Rapha Dincsoy deren Pläne. Das klang echt gut. Die Erwartungen, die ich mir im Kopf zurechtgelegt hatte, haben sich bestätigt: das Lehmann hat es geschafft zu einem Ort zu werden, an dem man loslassen kann. Keine permanent nervigen hellen und grellen Lichter mehr. Orte, die einladen, auch einfach mal nur zu sitzen.

Du hast selbst ja auch dein Club-Lichtprojekt „Plus 1“, mit dem du Clubs und Partys bespielst und neu inszenierst. Was erwartet die Besucher denn im Lehmann?

Richtig, zum einen wird das DJ-Pult direkt auf die Tanzfläche gesetzt, um so möglichst nah an den Gästen zu sein. Außerdem werden extra Lichter installiert. Verbaut werden hauptsächlich Glühbirnen in den unterschiedlichsten Formen, welche ein extrem warmes Licht erzeugen. Ich liebe den Kontrast von grellem LED- und warmem Glühbirnen-Licht sehr!

Beim Plus 1 Konzept geht es darum, generell mehr Beachtung auf das Thema Licht zu lenken. Alleine schon in Form des mobilen Setups: in zwei Koffern ist eigentlich das komplette Equipment vorhanden, um eine kleine bis mittelgroße Location mit Licht auszustatten. Mit diesem minimalen Setup kann ich quasi ähnlich wie ein DJ reisen und meine Ideen an den verschiedensten Orten installieren.

Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass sich eine gute Party zu 50/50 aus Licht und Musik zusammensetzt. Wobei das Hauptaugenmerk meist nur auf dem DJ liegt. Deshalb spielt auch die Platzwahl dabei eine Rolle. Als Person, die die Lichtstimmung anpassen soll, darf man nicht fernab vom Zentrum des Geschehens sein – die Platzierung in Nähe des DJs ist wichtig. Ebenso wichtig ist es für mich, dass im Laufe eines Abends der Light- und Disc-Jockey eine Art Symbiose eingehen, sodass das Ganze fast schon inszeniert wirkt – Bässe, HighHats und die glimmenden Lichter müssen komplett im Einklang sein.

Was steht als nächstes bei euch an? Wo feiert die WHO THE F*CK-Crew Weihnachten und Silvester?

Ganz im Sinne von „every year the same procedure“ feiern wir am Freitag vor Weihnachten das WTF Christmas Gathering im Mobilat. Wie soll es auch anders sein, um es so familiär wie möglich zu gestalten: Residents only! Candy Pollard (Steffen Störmer, Resident DJ und Mitveranstalter von WTF & CE 518) spielt jedenfalls bei der mehr als 24 Stunden andauernden Silvester Party im Blitz-Club in München.

Club Europa 518 – Lehmann w/ Pangaea, Bruce, Candy Pollard
Freitag, 7. Dezember, 23 Uhr
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