Ché: Kaffee und Bücher mit Wohnzimmer-Feeling

„Jeder, der hier reinkommt, soll sich wie zu Hause fühlen.“ Das Ché ist ein Treffpunkt, ein Café mit Büchern, viel Holz und dem Spirit aus verschiedenen Ländern, die Betreiber Sivan Shaker bereist hat.

Stuttgart – „Ich komme aus Bagdad, bei uns gibt es keine Cafés ohne Bücher. Man trifft sich, jeder bringt ein Buch mit, man trinkt Tee oder Kaffee und diskutiert.“ Ursprünglich wollte Sivan ein Hostel eröffnen – am liebsten in Mexiko oder Spanien. Doch dann wurde ihm über Kollegen die Location in der Hauptstätter Straße angeboten. So wurde aus der Hostel-Idee ein Café. Sivan, der 15 Jahre lang in der Gastro arbeitete und in der Immobilienbranche tätig war, hat viele Orte der Welt bereist – zuletzt Lateinamerika, Süd- und Ostasien. Seine Begegnungen, Erinnerungen und die Einflüsse der verschiedenen Länder und Kulturen lässt er in die Gestaltung des Ché einfließen – natürlich alles DIY. Immerhin mache das den besonderen Flair aus, so Sivan.

Holz, Vintage und Bücher

Im Ché stehen zwei große Tische. Besonders auffällig ist die Holztafel in der Mitte des Raumes – „eine Selbstanfertigung“, erklärt Sivan. Auch an der restlichen Einrichtung hat der Weltenbummler vieles selbst gebastelt. Ein Großteil der Möbel ist Vintage.

Die vielen Bücher im Laden stammen von Sivan oder wurden gebraucht gekauft. „Ich lese selbst sehr viel und habe eine große Sammlung zu Hause.“ Sortiert sind die Exemplare nicht. „Es soll ja nicht wie in einer Bibliothek sein.“

In Zukunft will er auch ein Leihprinzip starten: Gäste sollen einige der Bücher für eine bestimmte Zeit ausleihen können – mit Pfand. Sorgfalt ist Sivan dabei wichtig: „Bücher haben für mich einen hohen Wert. Sie bedeuten mir viel.“

Auffällig sind auch die bunten Bilder an der Wand: „Die sind von einem Künstler aus Barcelona, Thomas Martin. Seine Schwester war bei meinem Soft Opening, hat den Laden gesehen und meinte: ‚Hey, die Bilder meines Bruders würden hier so gut reinpassen.‘ Wir wollen definitiv auch bald eine Vernissage machen.“

Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops

Das Ché ist ein Raum zum Lesen und Austauschen sowie ein Ort für Kunst und Kultur. Auch für Geburtstage und andere Feiern kann die Location gemietet werden. „Ich möchte Workshops anbieten, Ausstellungen, Themenabende – zum Beispiel mit Salsa oder Open Mics für Poesie und Musik – einfach für Menschen, die etwas können und vortragen wollen.“ Auch ein extra Raum im hinteren Bereich soll in Zukunft als Lounge ausgebaut werden.

Wohnzimmer statt Kneipe

Ein Café in Wohnzimmeratmosphäre, das ist Sivan besonders wichtig. Es kann bis 22 Uhr (oder eben länger) Cola, Kaffee oder Tee getrunken werden – Alkohol gibt es hier allerdings nicht. Damit möchte sich der Betreiber ganz klar vom Kneipen-Charakter abheben.

Zudem gibt es Suppen, belegte Brötchen mit Antipasti oder Tapas-Kreationen und selbstgemachten Couscous-Salat sowie Kuchen und Süßigkeiten.

Ché Neueröffnung
Foto: Laura Müller-Sixer

Neu in Stuttgart: Ché

Der Name „Ché“ hat übrigens nichts mit Che Guevara zu tun. „Ich habe in einem Hostel gearbeitet, das Che Babel hieß. Die Betreiber waren Argentinier. Ché ist für sie eine Art Begrüßung oder auch Anrede.“

Momentan steht Sivan noch alleine im Ché. Die Öffnungszeiten variieren also je nach Terminen und Besorgungen. Das soll sich jedoch bald ändern.

Ché: Hauptstätter Straße 37, Stuttgart-Mitte, Öffnungszeiten: Montag – Freitag 10.30 – 14 Uhr und 17 – 22, Samstag 12 – 14 und 17 – 22 Uhr, Sonntag 12 – 16 Uhr
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Yo Yo Yo Ché Baby

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