Cat content: Mein Leben mit zwei Katzen

Zum heutigen internationalen Katzentag erzählt Stadtkind-Autor Björn von seinem haarigen Alltag mit zwei sehr unterschiedlichen Katzen.

Stuttgart – Ich mag Menschen nicht, die keine Katzen mögen. Sie sind mir recht suspekt und ich kann beim besten Willen nicht sagen, was bei ihnen schief läuft. Ich bin zwar auch eher der Katzenmensch als der Hundemensch, aber ich käme nie auf die Idee, Hunde nicht zu mögen. Ich meine, schaut euch nur mal diese süßen Dackel an.

Happy Katzentag!

Am heutigen internationalen Katzentag (der Umarme-Deine-Katze-Tag war ja schon im Juni, wie jeder weiß) geht es aber natürlich nicht um Hunde in Würstchenform, sondern um jene stolzen, eigensinnigen und recht geheimnisvollen Tiere, deren Grazie und Eleganz schon im Alten Ägypten gottgleich verehrt wurde.

Nun ist das hitzegeplagte Herumfläzen unserer Katze Rosi an einem heißen Sommertag in etwa so elegant wie ein Pauschaltourist am Strand. Aber der Wille, der ist auch bei dieser Dame jederzeit spürbar. Und wunderschön ist sie dennoch, das sollte eh klar sein!

Rosalie freut sich bestimmt sehr über den Katzentag

Zwei ganz unterschiedliche Miezen

Wir teilen unser Zuhause mit zwei Katzen. Rosi, die eigentlich Rosalie heißt, und Maggie, die eigentlich Margarete heißt. Wenn ihr Maggie einmal sehen würdet, wüsstet ihr aber, dass Margarete für dieses kleine, überforderte und recht schreckhafte Kätzchen einfach nicht funktioniert. Maggie ist sechs und hat irgendwann entschieden, einfach nicht mehr weiterzuwachsen. Den Part hat dann Rosi allzu gern übernommen. Allerdings nicht nur in die Länge. Auch in die Breite.

Hauptmieterin auf vier Beinen

Menschen mit Katzen sind keine Katzenbesitzer. Es sind Menschen mit Katzen. Oder Katzen mit Menschen, da bin ich mir nicht immer so sicher. Hauptsache, irgendwo kommen Katzensocken ins Spiel. Rosi, mit elf Katzenjahren die älteste in unserem Wohnverbund, ist wirklich davon überzeugt, die Hauptmieterin zu sein. Wir sind erst später zu ihr gezogen und dürfen seither bei ihr wohnen. So was in der Art.

Deswegen stellt sie auch die Regeln auf. Besuch mag sie bis auf wenige Ausnahmen nicht so sehr. Und wenn man sie ihrer Meinung nach zu lange allein lässt, zeigt sie das auf ziemlich direkte Weise. Wenn du dann auch noch ein fremder Kerl bist, solltest du am besten keine Schuhe offen herumstehen lassen. Oder sie danach zumindest nicht unbedarft wieder anziehen.

Ungeplanter Menschenhass

Ich werde von ihr auch nur geduldet, nichts weiter. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Die kleine Maggie hingegen, die ist ein ganz anderes Thema. Ich lernte sie kennen, als sie kaum ein Jahr alt war, und wir verliebten uns ziemlich schnell ineinander. Maggie ist eine Katze, die es echt schwer hat. Sie erschrickt bei so ziemlich allem ganz fürchterlich, verkriecht sich sofort, wenn eine Tür knallt, das Telefon klingelt oder jemand niesen muss. Auch sie hat es wirklich nicht so mit Besuch. Doch ich schwöre: Wir haben ihnen diese Misanthropie nicht eingeimpft. Obwohl, ans Telefon gehe ich auch nicht gern.

Ein bisschen Erdmännchen

Maggie folgt mir jedenfalls auf Schritt und Tritt. Sie wartet vor der Tür, wenn ich nach Hause komme, mag Sonnenblumenkerne lieber als Katzenfutter, sitzt schnurrend neben mir am Tisch, während ich diese Zeilen schreibe, legt sich schnurrend in meine Schuhe und findet es manchmal sogar ganz charmant, gleichzeitig mit mir auf die Toilette zu gehen. Schnurrend. Ja, das klingt seltsam, aber wenn Katzen und ihre menschlichen Mitbewohner eines sind, dann seltsam. Sehr, sehr seltsam. Ich glaube, Katzen sind immer nur so eigensinnig, mutig und selbstbewusst wie sie gerade wollen. Und Maggie will eigentlich nie.

Maggie ist recht häufig erschöpft vom Maggie-Sein

Mein Verdacht ist, dass sie nicht zu 100 Prozent eine Katze ist, sondern auch ein wenig Erdmännchen in sich hat. Erstens weil sie ein bisschen so aussieht. Und zweitens, weil sie in unserer Herde hier im Stuttgarter Westen gefühlt immer die Rolle des Aufpassers hat. Ihr wisst schon, der kleine Kerl, der ganz aufrecht da steht und die Umgebung nach Gefahren abscannt. Nur dass es bei uns in der Wohnung keine plötzlichen Raubvogelattacken gibt. Zumindest bisher nicht.

Es gibt einfach nichts Besseres, als Katzen zu haben.

Wunderbar abgefahren ist auch das Verhältnis der beiden untereinander. Maggie würde ohne Rosi binnen 48 Stunden eingehen. Und Rosi sieht sich allein durch den Altersunterschied in eine Mutterrolle gedrängt. Deswegen empfindet es die kleine Maggie auch nicht als nötig, sich zu putzen. Das übernimmt die Große aufopferungsvoll. Doch wehe, die beiden streiten sich mal. Dann kommt Rosi ihren Pflichten nicht nach und Maggie entwickelt sich in kürzester Zeit zu einem hilflosen Fellknäuel, das langsam anfängt zu müffeln. Da könnte man kurz auf die Hundebesitzer neidisch werden. Die baden ihren Hund einfach selbst, wenn es sein muss.

Ist natürlich quatsch! Es gibt einfach nichts Besseres, als Katzen zu haben. Ihr solltet mal eine Wohnung saugen, in der zwei haarende Tiere ihr Unwesen treiben. Allein zu sehen, wie viele Haare man jedes Mal einsaugt, gibt einem das Gefühl, wirklich was geleistet zu haben. Sie geben einem eben wirklich was zurück, die Racker. Und dafür möchte ich heute mal Danke sagen.

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