Buch-Tipps: Lesestoff für die herbstliche Coronazeit

Regen und Kälte laden im Herbst zu einem Date mit einem Roman und einer übergroßen Tasse Tee ein. Und auch die steigenden Fallzahlen sorgen dafür, dass wir Stadtkinder es uns lieber in unseren eigenen vier Wänden gemütlich machen. Die perfekte Begleitung für einen Tag daheim? Ein Buch, dass man gar nicht mehr aus den Händen legen mag. Wir hätten da ein paar Tipps für euch.

Stuttgart – Vor lauter Serien auf Netflix, Filmen auf Amazon Prime und Reality-TV im analogen Fernsehen haben wir Stadtkinder schon viereckige Augen. Bei dem ganzen Binge-Watching tut es zur Abwechslung mal gut, zwischen den knisternden Seiten eines Buchs in eine fremde Welt abzutauchen. Und gerade dann, wenn die Pandemie wieder an Fahrt aufnimmt, bleiben wir lieber mit einer guten Lektüre zuhause. Der regnerische Herbst trägt auch seinen Teil dazu bei, dass wir uns mit einer Tasse Tee und einem Roman in unsere Kuscheldecke einmümmeln wollen. Da freut man sich doch über jeden Tipp, oder!?

Binge-Lesen statt Serienmarathon: Das sind unsere Tipps

Und es ist einfach zu schade, die Zeit mit schlechten Büchern zu verplempern. Deswegen haben wir hier ein paar unserer Favoriten aus unserem Bücherregal aufgelistet. Also nichts wie ab in eure liebste Buchhandlung und ein paar Euronen für eure Auswahl auf den Tresen werfen. Eine Auswahl an zehn der schönsten Buchläden aus dem Kessel haben wir euch hier zusammengestellt. Jetzt müsst ihr euch zuhause nur noch eine cozy Umgebung mit Kissen, Decken und einer Tasse Tee schaffen.

Thomas Glavinic: Das größere Wunder
Thomas Glavinic: Das größere Wunder

Das größere Wunder – Thomas Glavinic

Ein Roman wie eine Wucht, die unser Leben für die Dauer des Lesens aus den Angeln hebt. Thomas Glavinic erzählt in diesem Roman die Geschichte von Jonas. Der hat sich aufgemacht, um den Mount Everest zu besteigen. In der Todeszone laufen vergangene Momente wie ein Film seines Daseins vor seinem inneren Auge vorbei. Wie er mit seinem Zwillingsbruder Mike und seinem Freund Werner bei Boss Picco aufwächst, wie ein Schicksalsschlag das Leben der Jungs durcheinanderwirbelt, wie Jonas sich auf eine Reise durch die Welt begibt auf der Suche nach etwas, von dem er nicht weiß, was es ist. Und wie er Marie kennenlernt.
Der Roman erzählt wie so viele von Kindheit, Freundschaft, Liebe und dem Umgang mit Schicksalsschlägen. Doch wie kein anderer schafft er es, den Leser direkt beim Herzen zu packen.

Benjamin Myers: Offene See
Benjamin Myers: Offene See

Offene See – Benjamin Myers

Wer wünscht es sich zurzeit nicht: Dem Alltag und der Enge der eigenen Wohnung zu entfliehen und ab ans Meer. Robert Appleyard bricht auf, um die offene See zu sehen. Damit entflieht er im Jahr 1946 kurz nach Ende des Krieges der Einbahnstraße seiner Existenz in Südengland. Hier wartet auf ihn das Leben als Bergarbeiter. Seine Reise führt in zum Cottage von Dulcie. Sie öffnet ihm nicht nur die Tür zu ihrem Zuhause, sondern auch zu einem ihm unbekannten Leben. Die unkonventionelle Dame bringt ihm die Sprache der Gedichte näher.
Doch Robert stößt auf ein Geheimnis, das Dulcie in ihrem Herzen wahrt – und dass die beiden bald auf ewig miteinander verbinden wird. Autor Benjamin Myrs jongliert in seinem Buch mit Wörtern und fügt sie zu einer Hommage an die Sprache zusammen, die den Leser Eintauchen lässt in ein anderes Leben.

Simone Lappert: Der Sprung
Simone Lappert: Der Sprung

Der Sprung – Simone Lappert

Auf dem Dach eines Hauses steht eine junge Frau. Das Gebäude wird abgeriegelt, ein Luftkissen aufgefahren, ebenso wie ein Polizeiaufgebot. Gaffer zücken ihr Handy, Schaulustige bleiben stehen. Die halbe Stadt ist in Aufruhr. Doch will sich die Frau wirklich in den Tod stürzen? Aus unterschiedlichen Perspektiven zeichnet Autorin Simone Lappert das Porträt einer Stadt und ihrer Einwohner, deren Leben durch den Vorfall eine Wendung nehmen wird. Der Leser befindet sich währenddessen mittendrin – und hält für die Dauer des Buches die Luft an. Ein als Roman verkleidetes Buch, dass dieselbe Wirkung erzielt wie ein Psychothriller und darüber hinaus den Blick in die Seele der Gesellschaft wagt.

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben
Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben – Robert Seethaler

Was sonst Biografien vorenthalten ist, passiert hier einem Roman: ein ganzes Leben auf nur wenige Seiten zu komprimieren und die Schlaglichter hervorzuheben. Der Roman erzählt die Geschichte von Andreas Egger – einem einfachen Mann aus einem Bergdorf. In seinen vielen Lebensjahren durchlebt er Höhen und Tiefen, überwindet Schicksalsschläge und manchmal auch die Einsamkeit. Doch wer nun mit einem Roman voll von Drama rechnet, der wird enttäuscht. Besonnen schildert Robert Seethaler die Lebensjahre eines fiktiven Charakters und bringt so einen Lebensweg wie keinen anderen zu Papier.

Amina Ousman-Daouda
Amina Ousman-Daouda

Black is beautiful – Amina Ousman-Daouda

Mit ihrem Fotobuch „Black is beautiful“ möchte die Stuttgarterin Amina dadurch empowern, dass sie die vielfältigen Facetten der Schönheit Schwarzer Menschen feiert. Für das Projekt hat sie insgesamt 48 BPoC mit ihrer Kamera abgelichtet und Ihnen Fragen zum Thema Beauty gestellt. Die Antworten darauf sind ebenso vielfältig wie die abgebildeten Personen. Frisch aus dem Druck sind die Bücher inzwischen auf dem Instagramkanal des Projekts erhältlich. Den findet ihr hier. Wenn ihr mehr über Amina und ihr Buchprojekt erfahren wollt, dann klickt hier für mehr Infos.

Andreas Pflüger: Endgültig
Andreas Pflüger: Endgültig

Endgültig – Andreas Pflüger

Den Weg zum Kühlschrank misst Jenny Aaron in Schritten. Durch das Echo, das das Klappern ihres Stockes und das Schnalzen ihrer Zunge zurückwerfen, orientiert sie sich wie eine Fledermaus im Raum. Jenny Aaron ist blind. Früher war sie Mitglied einer Eliteeinheit der Polizei, ihr messerscharfer Verstand und ihre blitzschnelle Reaktionsfähigkeit machten sie zu einer gefährlichen Waffe. Ein Einsatz endete übel, sie verlor ihr Augenlicht und musste ihren Job an vorderster Front hinter sich lassen. Nun arbeitet sie als Verhörspezialistin beim BKA. Dann wird sie von einem Kollegen bei einem Mordfall zu Rate gezogen – und ihr Leben steht wieder Kopf. Ein Thriller, spannend bis zur letzten Sekunde!

Alex Capus: Königskinder
Alex Capus: Königskinder

Königskinder – Alex Capus

Draußen peitscht der Wind die Regentropfen gegen euer Fenster und an Schlaf ist nicht zu denken? Dann nehmt den Roman „Königskinder“ zur Hand. Für wenige Stunden sitzt ihr mit Max und Tina in einem Auto und lauscht einer Geschichte, die euch in den Schlaf wiegen wird.
Eigentlich sind Max und Tina mit ihrem roten Toyota Corolla unterwegs nach Hause. Doch als sie das Auto durch die Haarnadelkurven der engen Pässe lenken, müssen sie sich eingestehen, dass heute Nacht nicht an Weiterfahren zu denken ist. In den schweizerischen Alpen müssen sie eingeschneit ausharren. Und um die Zeit zu überbrücken, der Müdigkeit Herr zu werden und der Langeweile zu trotzen, beginnt Max, Tina eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte eines Kuhhirten und einer Bäuerin, die sich unsterblich ineinander verlieben und allen Widrigkeiten trotzen.

Cixin Liu: Die Drei Sonnen
Cixin Liu: Die Drei Sonnen

Die drei Sonnen – Cixin Liu

Unsere Autorin ist zwar kein Science-Fiction-Fan. Doch für euch hat sie sich umgehört und diesen Science-Fiction-Roman ausfindig gemacht. Und ja: Ganz stereotypisch handelt er davon, dass die Menschheit Kontakt zu Außerirdischen aufgenommen hat.
Das ist jedoch nur ein Erzählstrang des Bestsellers aus China. Denn der Autor Cixin Liu flechtet die vor vierzig Jahren stattgefundene Kulturrevolution ebenso wie den Blickwinkel der Außerirdischen mit ein. Derjenige, der uns dieses Buch empfohlen hat, war vor allem von der Kombination aus realer Wissenschaft und spannender Science-Fiction begeistert. Und wer nach den über 500 Seiten noch nicht genug bekommen hat, auf den warten zwei Fortsetzungen.

Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe

Baba Dunjas letzte Liebe – Alina Bronsky

Idyllisch könnte das Leben auf dem Dorf sein. Dort, wo Baba Dunja Gemüse in ihrem Garten anbaut, wo sie Wasser aus dem Brunnen holt und Elektrizität Mangelware ist. Wäre da nicht die Strahlung und die Angst der Außenstehenden vor dem verseuchten Dorf. Baba Dunja ist eine Heimkehrerin, die vom Reaktorunglück erst aus ihrem Haus vertrieben wurde, sich dann jedoch dazu entschied, zurückzukommen nach Tschernobyl. Zwischen Gleichgesinnten findet sie an ihrem Lebensabend Ruhe. Bis plötzlich Fremde im Ort auftauchen und die Ordnung durcheinanderwirbeln.

Ihr habt alle Bücher schon durchgeblättert und braucht dringend noch mehr Tipps? Dann klickt hier. Dort haben wir Stadtkinder noch mehr Lesetipps für euch Buchwürmer auf Lager. Und wenn euch zuhause die Decke auf den Kopf fällt, dann geht doch einfach mal eine Runde spazieren, zum Beispiel zur Eselsmühle. Mit einer dicken Jacke und einem Buch im Gepäck könnt ihr unterwegs ein Päusle auf einer Bank einlegen und ein paar weitere Seiten eures Romans verschlingen.

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