Bitcoin Area: Student informiert über Krypto-
währung

Durch einen Diebstahl in Chile ist der Stuttgarter Student Timothy Konrad auf Bitcoins gestoßen. Jetzt informiert er in seiner „Bitcoin Area“ über den Handel mit der Kryptowährung.

Stuttgart – Einem Dieb ist es zu verdanken, dass sich der 23-jährige Student Timothy Konrad heute so intensiv mit der Kryptowährung Bitcoin auseinandersetzt. Während eines Auslandsjahrs in Chile sei ihm das Portemonnaie geklaut worden, erzählt er. Geld, Karten – alles war weg. In Zeiten vor der Digitalisierung hätte sich Konrad, wohl erst einmal Bargeld borgen müssen. Ihm half aber, dass der Dieb sein Smartphone nicht auch entwendet hat. „Ich habe in Chile Läden gesehen, in denen Bitcoins akzeptiert worden sind. Also habe ich meine Mutter gebeten, einen zu kaufen und mir auf mein Handy zu schicken“, sagt Konrad.

Handel mit Bitcoins

Der Student sitzt sieben Jahre nach dem Diebstahl in Chile in einem Geschäft an der Charlottenstraße und gibt Neugierigen Auskunft über das digitale Zahlungsmittel Bitcoin. Die „Bitcoin Area“ habe vor zwei Monaten eröffnet, berichtet Konrad. Er bevorzugt den Ausdruck „Informationszentrum“.

Die „Bitcoin Area“ sei aber ein Kleingewerbe und werde künftig eine GmbH sein. Das bedeutet, dass Konrad und seine Mitstreiter Umsatz erzielen wollen. Er erklärt, dass er Provisionen von Onlinebörsen wie der Investment-Plattform etoro bekomme, wenn diese dank der „Bitcoin Area“ Kunden gewinne.

Viele können sich nicht vorstellen, was Bitcoins sind und was man mit ihnen machen kann.

Die „Bitcoin Area“ sei die erste ihrer Art in Stuttgart, und auch bundesweit gebe es wenig Vergleichbares, sagt der Student. „In Frankfurt gibt es einen Laden, da können die Kunden wie bei uns Bitcoins an einem Automaten kaufen“, sagt er. Er rät aber dazu, die virtuelle Währung im Internet zu kaufen, da die Gebühren niedriger seien.

„Berater“ will sich Konrad übrigens nicht nennen. Er gebe nur Informationen, und jeder könne selbst entscheiden, wie er mit den Auskünften umgeht. Fragen rund um die Kryptowährung gebe es ohnehin genug. „Viele können sich nicht vorstellen, was Bitcoins sind und was man mit ihnen machen kann“, sagt Konrad. Er zieht den Vergleich zu Gold. Auch das Metall habe eigentlich keinen Mehrwert für Nutzer. „Und Geld ist eigentlich auch nur Papier“, sagt Konrad.

Selbst ein Donald Trump kann an der Wertentwicklung von Bitcoins nichts ändern.

Bitcoins unterschieden sich von Papiergeld dadurch, dass ihre Anzahl limitiert sei, erklärt Konrad. Das Netzwerkprotokoll, das der Schaffung von Bitcoins zugrunde liegt, ist auf 21 Millionen Einheiten festgelegt und kann von Einzelnen auch nicht manipuliert werden. Die Kryptowährung sei unabhängiger gegen Einflussnahme als eine Papierwährung, sagt der Student. Selbst ein Donald Trump könne an der Wertentwicklung von Bitcoins nichts ändern, sagt Konrad.

Derzeit beträgt der Gegenwert zu einem Bitcoin 7253,74 Euro, sagt er. An dem Automaten in seinem Laden oder auch im Internet ließen sich aber für viel geringere Beiträge Anteile an einem Bitcoin kaufen, erklärt Konrad. „Wenn ein Bitcoin in Zukunft 16.000 Euro wert sein wird, steigert sich auch der Wert des Anteils entsprechend“, erklärt der Student. In den vergangen Jahren unterlag der Bitcoin-Wert aber immer wieder Schwankungen.

Konrad attestiert dem Bitcoin eine höhere Resistenz bei wirtschaftlichen Krisen. Auch zu diesem Aspekt nennt er ein Beispiel aus Lateinamerika: das von einer Hyperinflation gebeutelte Venezuela. „In Venezuela sind Bitcoins verbreitet, weil das Papiergeld ständig an Wert verliert.“ Konrad beschreibt Bitcoins als Mittel, die Macht der Banken zu beschränken. Auch Arme könnten mit ihrer Hilfe und einem internetfähigen Mobiltelefon ihr Einkommen steigern. Der junge Unternehmer klingt wie ein Kapitalismuskritiker.

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