Bauchfrauen-Sandra im TV: Viel mehr als ein Nackt-Experiment

Das neue TV-Format „No Body is perfect“ auf Sat.1 erregte bereits im Vorfeld die Gemüter – der Grund: Die Protagonisten sind nackt. Mittendrin statt nur dabei ist Sandra Wurster von den Bauchfrauen, sie coacht strahlend, tänzelnd, textillos und will damit vor allem eines vermitteln: Liebe dich so wie du bist!

Stuttgart – Sandra ist ein echter Wirbelwind. Sie steht selten still (außer beim Yoga), macht, tut, tanzt, quasselt und mischt neben Instagram auch den Kessel mächtig auf. Sagen wir es wie es ist: Die kurvige Blondine ist Stuttgarts Antwort auf…ach, lassen wir das. Vergleiche sind doof. Das weiß und predigt die 28-Jährige nicht erst seit gestern. Denn bei ihrem Label Bauchfrauen geht es vor allem um eines: Selbstakzeptanz. Kein Wunder wird die Powerfrau nicht müde zu betonen, dass das Leben zu kurz ist, um den Bauch einzuziehen. Sie schrieb ein Buch mit gleichnamigem Titel und trotz Legasthenie – sich nackt im Fernsehen zu zeigen, scheint da ja fast schon wie der logische next step. Und dabei geht es um so viel mehr als Nacktheit.

Nackt und nachhaltig

Die Anfrage für die Sendung erreichte Sandra im vergangenen Jahr per Telefon. „Als ich das mit dem Nacktsein erfahren habe, habe ich aber erstmal abgesagt. Und das nicht, weil ich es doof fand“, erinnert sich die gelernte Tanzpädagogin. Sie habe sogar ein recht gutes Bauchgefühl gehabt. „Aber ich hatte eben auch Angst, wie es Deutschland aufnehmen wird?“

Nach vielen Gesprächen mit Freunden und der Familie wurde der toughen Lady aber schnell klar: „Wenn meine größte Angst ist, was Leute darüber denken, dann muss ich es machen!“ Denn schließlich versucht Sandra genau das in ihren Coachings zu vermitteln.

Sandra mag ihren Körper, wie sie selbst sagt „sehr sehr sehr“. Und trotzdem sei es natürlich etwas ganz anderes, nackt beim Saunieren oder wenn man mit dem Partner intim wird, zu sein, als vor dem Team einer TV-Produktion und damit 35 Menschen, die man gerade mal zwei Stunden kennt.

Ich bin sehr gerne nackt!

Beim ersten Dreh sei deshalb auch ein kleiner Sekt von Nöten gewesen, „nach drei bis vier Drehtagen war die Anspannung dann aber auch weg“, verrät Sandra. Natürlich sei es da auch um Schamgefühl gegangen. „Und das ist auch völlig legitim, finde ich, weil Nackheit in unserer Gesellschaft einfach nicht so präsent ist.“

Die blonde „Bauchfrau“ spricht von einer privaten Challenge. Die Hürde sei aber nach eben genannten drei Tagen überwunden gewesen – „und ich habe es geschafft, mich nochmal neu in mich zu verlieben.“ Vor allem dank der Bodypaintings.

Die Bodypaintings waren eine Liebeserklärung an unsere Körper. Immer wenn ich vor dem Spiegel stand, dachte ich mir: Wow, ich seh‘ schön aus.

Sandra strahlt. Die Worte „magische Wochen“, „tanzen“, „lachen“ und „happy“ fallen. Mykononos und das Meer haben sicherlich ihr Übriges dazu beigetragen, dass die Coaches beim Dreh zu „No Body is perfect“ eine vedammt gute Zeit hatten.

Faszinierend, wie schnell man sich daran gewöhnt, nackt zu sein.

Selbstzweifel lassen sich nicht einfach wegtanzen

Natürlich wollen wir alle jetzt mehr wissen – über die Sendung, die Kandidaten und die Coachings. Sandra verrät so viel: „Die Teilnehmer hatten optische Herausforderungen mit ihren Körpern. Und natürlich lassen sich diese Selbstzweifel nicht einfach wegtanzen oder durch Diäten wegzaubern.“ Man habe aber wenig Zeit gehabt und darauf vertraut, dass die Studie, auf der das TV-Format basiert, Erfolg verspricht. Und diese besagt: Wenn sich Menschen um einen herum, die nicht der Norm-Schönheit entsprechen, nackt wohlfühlen, sich feiern und zeigen, dass sie mehr sind als ihr Optisches – das macht was mit einem.

Und tatsächlich hat es mit allen was gemacht. Und sicherlich war es eine sehr intensive Zeit – der Dreh, die Kandidaten, die Geschichten. Doch Sandra kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. „Ich selbst habe so geleuchtet auf dieser Insel und ganz viel Energie für mich mitgenommen.“ Es sei eine mega Erfahrung gewesen – beruflich und privat.

Für mich waren diese vier Wochen sehr magisch!

Klar, hat Sandra trotzdem ein bisschen Bammel davor, wie die Sendung ankommen wird. „Aber ich habe meinen Frieden damit geschlossen und denke ganz oft an die gute Energie zurück.“ Für sie sei es eine Ehre, beim ersten Body-Positivity-Format im deutschen TV dabei gewesen zu sein. „Auch wenn es nur dazu dienlich war, dass die Leute darüber reden. Dann reicht mir das schon.“ Und noch etwas ist Sandra wichtig: „Auch wenn wir Experten auf unserem Gebiet sind und viel Erfahrung mit Coachings haben, können wir und kann dieses Format keine jahrelange Therapie ersetzen.“

Unser ‚Job‘ war es, durch unser selbstbewusstes Auftreten und die Freude an unseren Körpern, ein gutes Gefühl zu vermitteln.

„No Body is perfect“ im TV

„Es geht um so viel mehr als Nacktheit als solches“, betont Sandra.

Die erste Folge „No Body is perfect – das Nackt-Experiment“ wird am Montag, 13. Januar, um 20.15 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt.

Bilder: Sat.1

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