Warm-up statt kalte Füße beim Opernbesuch mit Sara Dahme

Gibt es einen Dresscode? Wie finde ich meinen Platz? Und singen die wirklich ohne Mikro? Diese und andere Fragen beantwortet Sara Dahme beim Warm-up in der Staatsoper Stuttgart. Das neue Format will die Oper zugänglicher machen, ganz im Sinne der Kunst- und Kulturvermittlerin, die findet: „Ein Opernbesuch kann auch Spaß machen.“

Stuttgart – Die Idee dahinter: Den Leuten (wieder) Lust auf den Opernbesuch zu machen und die zu erreichen, die kein Abo haben oder vielleicht denken: die Oper – zu alt, öde, langweilig. „Deshalb war unser Gedanke: Lass uns doch mal etwas anderes probieren“, erklärt Sara. Man habe sich nach mehreren Überlegungen im ersten Schritt für eine leicht verdauliche Herangehensweise entschieden – keine schlechte Idee, scheint die Oper für viele doch eher schwere Kost zu sein. Der Startschuss für die erste Runde ist bereits gefallen, das Warm-up mit Sara soll nun also dabei helfen, mit der Oper warm zu werden: „Keine Angst, wir machen kein Yoga“, so die 35-Jährige lachend. „Es geht vielmehr darum, ganz locker an die Hand genommen zu werden und Gossip, Tipps und Tricks über beziehungsweise für den Opernbesuch zu erfahren. Wir sprechen auch über die No-Gos, ich verrate euch, wo die besten Sitzplätze sind und wie viele Sekunden euch noch bleiben, wenn der dritte Gong ertönt.“ Damit sei auch eine Testphase angelaufen, mit der man ausprobieren wolle: „Was wird angenommen, was interessiert, wie können wir Leute erreichen, die eher opernfern sind?“

Mit der Oper warm werden

Die Oper ist ein sehr komplexes System, das weiß auch Sara. „Und wenn man dort beziehungsweise damit nicht groß geworden ist, kann man sich sehr schnell verlaufen, ja fast schon verrennen und sich total verloren fühlen.“ Deshalb führt die Kunst- und Kulturvermittlerin Neulinge und Interessierte durchs Haus, liefert Hintergrundinfos zur Staatsoper, aber auch den Produktionen, Besetzungen und dem Orchester.

„Ich bin auch in der Pause als Ansprechpartnerin da und es gibt ein Nachgespräch.“ So bleiben am Ende ganz bestimmt keine Fragen mehr offen. „Es geht aber vor allem auch darum, die Leute nicht allein zu lassen. Gerade wenn man das erste Mal in der Oper ist und sich irritiert, unsicher, verloren fühlt.“

Die Hochkultur-Hürde

Und gerade was die jungen Leute angeht, stellt allein das Wort Hochkultur ja schon eine Hürde dar. Man hat Respekt, traut sich nicht in die Oper, aus Angst, sich fehl am Platz zu fühlen. Das liege aber auch daran, dass der Opernbesuch den Kids fremd sei, findet Sara. „Es gehört heute nicht mehr so zum guten Ton, in die Oper zu gehen.“ Auf den ersten Blick sei es für viele einfach eine veraltete Institution.

Und ich versuche, auf humorvolle Art zu zeigen: Hey, man kann in der Oper auch Spaß haben.

Bühnenbilder sind mit Streetart versehen, die jungen Darsteller wohnen in Ensemble-WGs zusammen und auch an das Thema Dresscode geht man in der Oper recht entspannt heran – Sneaker und kurze Hosen, kein Problem. „Die Ticketpreise liegen zwischen 9 und 180 Euro, das allein zeigt ja schon: Jeder soll den Zugang zur Oper bekommen. Die Türen stehen für alle offen und wir zeigen euch: Es ist gar nicht so öde, kommt ruhig rein.“

Warm-up-Termine

Das nächste Warm-up findet am Freitag, 21. Juni, statt. „Wir treffen uns eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, gehen gemeinsam durchs Haus, es gibt Hintergrundinfos zur Staatsoper Stuttgart und dann sehen wir uns Ariadne auf Naxos an“, fasst Sara den Ablauf zusammen. „Und wenn ihr euch jetzt fragt, um was es bei Ariadne auf Naxos geht, dann ist das doch schon ein Grund mehr, um euch die Oper anzuschauen.“

Weitere Infos zum Warm-up und wie ihr an Tickets kommt, erfahrt ihr hier >>>

Mehr aus dem Web

Cool und nachhaltig: Die Eisdiele „Zur Schleckerei“ kreiert eigene Eislöffel

Ob cool an einer Kette um den Hals oder lässig am Schlüsselbund: Dank der Eisdiele „Zur Schleckerei“ hat man seinen Eislöffel jetzt immer dabei, kann einfach drauf los schlemmen – und das beste: das Thema Plastikmüll ist damit gegessen.

Stuttgart – Für die Umwelt und den Zeitgeist ist es eine wahre Wohltat. Denn Eisessen geht auch nachhaltig: nach den essbaren jetzt also die Schleckerei-Eislöffel aus Silber. „Die Idee, einen eigenen Löffel machen zu lassen, gab es schon lange – uns hat nur noch jemand gefehlt, der das auch richtig gut umsetzt“, so Joëlle Massen und Fabiano Arganese. Zum Glück haben die beiden über Bekannte eine Goldschmiedin gefunden, mit der sie an den Silberlöffelchen basteln konnten. „Und jetzt freuen wir uns einfach riesig, weil, mal ehrlich  – wie hübsch sind die denn?!“ Das Beste an der ganzen Sache ist aber – und da sind sich alle einig: Die Löffel sind sowas von nachhaltig, nachhaltiger geht’s wirklich nicht – denn hier lautet die Devise ganz klar: once in a lifetime.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

🥳🌸🎈Jipiiieeeeeeee!!!! Unsere mega hübschen Schleckerei Eislöffel sind da!!! 🍦🥄👏🏻👏🏻😍 Die Idee einen eigenen Löffel machen zu lassen war schon lange da, aber uns hat noch jemand gefehlt, der das auch richtig gut und wunderhübsch umsetzen konnte! Zum Glück hat uns die liebe Petra dann ihre Freundin Iris ans Herz gelegt, mit der wir dann über den Winter an unseren Silberlöffelchen gebastelt haben - also eher Iris & wir haben unseren Senf dazu gegeben 😂....und jetzt freuen wir uns einfach riesig, weil mal ehrlich - wie hübsch sind die denn?? 😍👏🏻♥️ Und das Beste ist, klar unsere PLA Löffel sind nachhaltig, aber nachhaltiger als diese hier, gehts wahrscheinlich kaum - denn hoffentlich: Once a lifetime ♥️ Die Löffel sind aus massivem 925er Sterling Silber mit einer kleinen Prägung am Stiel! Alle ein bisschen unterschiedlich und jeder ein kleines, feines von Hand hergestelltes Unikat!! Wir werden sie zum Selbstkostenpreis von 21€ das Stück im Laden verkaufen! Natürlich haben wir auch erstmal nur eine ganz kleine Stückzahl machen lassen, aber sollte es viel Nachfrage von euch geben, können wir relativ schnell neue nachordern 😊👏🏻😍 Danke Iris für die super schönen Arbeiten und Danke Petra fürs geduldige Connecten von uns Allen 😂🙈♥️ #zurschleckerei #zurschleckereistuttgart #schleckereistuttgart #stuttgartost #ostheim #eduardpfeifferplatz #gelatoartigianale #allnaturalicecream #handmadegelatowithlove #gelatoisthenewschnitzel #dowhatyoulove #schleckerei #stuttgart #handgemachtesspeiseeis #silverworks #jippieeeee #handwerk #goldschmiede #ingutenwieinschlechtenwetterzeiten

Ein Beitrag geteilt von zur Schleckerei (@zurschleckerei) am

Hohe Nachfrage – neue Order

Wer einen der Löffel, aus massivem 925er-Sterling-Silber mit einer kleinen Prägung am Stiel möchte, muss schnell sein! Denn die erste Ladung war schnell ausverkauft. Kein Wunder, sind doch alle ein bisschen unterschiedlich und jeder Löffel für sich ein kleines, feines von Hand hergestelltes Unikat. Die nächsten 80 wurden bereits nachgeordert und werden bis Ende Juni/Anfang Juli in der Eisdiele eintreffen.

Kosten: 21 Euro
Freude am Eislöffel + gutes Gewissen: 0 Euro

Fotos: Zur Schleckerei

Mehr aus dem Web

Streetart Stuttgart: Die geklebten Denkanstöße von KalleKlex

Dreckig, hingeklatscht, kritisch: Mit seiner Kunst mischt KalleKlex seit geraumer Zeit den Kessel auf. Wir haben mit dem Streetartist, natürlich auf Stuttgarts Straßen, über seine Bilder-Sprüche-Kollagen geplaudert, die zum Nachdenken anregen.

Stuttgart – „Es geht um die Kunst“, der Name sei nicht wichtig, Anonymität das höchste Gut eines Straßenkünstlers, der nicht immer ganz legal unterwegs ist. Trotzdem wollen wir wissen, wer hinter den Zeichnungen und Sprüchen, die zum Nachdenken anregen, steckt. Als KalleKlex macht der Streetartist Stuttgarts Straßen nun schon ein ganzes Weilchen etwas bunter, urbaner und interessanter. Zuletzt sorgte er mit der SpazierGang für Aufsehen – bei der Aktion „Streetart gegen Hass„. „Unsere Wall of Love soll ein Zeichen gegen Hass, Diskriminierung und Rassismus setzen“, betonte man damals im Kollektiv. Die Wand wird übrigens noch ein knappes Jahr zu sehen sein, auf dem Züblin Parkhaus, aber das nur am Rande.

Aus jugendlicher Rebellion wurde echte Leidenschaft

Erstmal zurück auf Anfang. Mit 13/14 Jahren wurde KalleKlex zwar noch nicht von Bustas, dafür aber vom Hip-Hop-Virus infiziert, die Welle des Sprechgesangs riss ihn mit. „Wir waren am Rappen, Skaten, da lag es nahe, dass man auch schnell mal die Dose in die Hand nahm und anfing zu sprayen.“ Der Künstler spricht selbst von jugendlicher Rebellion, die sich schnell weiterentwickelte. „Ich glaube, das liegt mir, das macht mir Spaß“, waren seine Gedanken.

Vom Taggen habe er sehr schnell den Weg auf die Leinwand gefunden. „Erstmal ganz rudimentär, Landschaften gemalt – so ging die Reise los und wurde zügig zur echten Leidenschaft“, verrät KalleKlex. Bis heute sei er Autodidakt geblieben und habe über seinen Beruf, der mit Gestaltung und Malerei zu tun hat, viel über Farben und Materialität gelernt. „Es gab auch die Überlegung, ob ich Kunst studieren soll. Ich habe mich aber dann ganz klar dagegen entschieden.“ Auch weil man, um Künstler zu sein, kein Studium brauche, so der Streetartist.

Der Weg zum eigenen Stil – die größte Herausforderung

Es kam wie es kommen musste, KalleKlex stellte erstmals aus – vor zehn Jahren. „15 bis 18 großformatige Bilder, ein bunter Blumenstrauß an Landschaftsmalerei, aber auch schon mit kritischem Inhalt.“ Dabei trafen gerodete Wälder auf Abstraktes – man sei ja erstmal am Machen und Tun bis man seinen eigenen Stil finde. „Mir war immer wichtig, dass ich mit meinen Bildern etwas ausdrücke, meine Meinung kund tue.“

Der Mensch und sein Konsum

Das Dauerthema seiner Kunst sei: der Mensch und der Konsum. Dem aufmerksamen Beobachter dürften Parallelen zu Banksy auffallen. „Was wir mit dem Planten anstellen, was wir mit uns machen – von der Umweltverschmutzung über ‚wie gehen wir mit Ressourcen um‘, das sind Themen, die sich in meiner Kunst wiederfinden.“ Dabei will der Straßenkünstler nicht mit dem erhobenen Zeigefinger den Besserwisser raushängen lassen, er wolle seine Mitmenschen vielmehr für diese Thematik sensibilisieren. „Das ist mein Grundantrieb.“

Es folgten mehrere, kleinere Ausstellungen. Dann war erstmal Pause, mit Anfang/Mitte 20. „Ich habe immer weitergemalt, für mich, aber einfach nicht mehr so den Output gesucht.“ Erst vor einem Jahr fing KalleKlex wieder an intensiv zu malen, jeden Abend. Er habe sich vergraben und einfach nur, wie er selbst sagt, produziert. „Bis ich dann Ende letzten Jahres bei einer Gruppenausstellung im Alten Zollamt mit ausgestellt habe.“ Der Mensch, Portraits, seien das wiederkehrende Element seiner Kunst. „Ich bin nicht so der graphische Typ, eher klassisch, mit Acryl-Farben, es muss dreckig sein, hingeklatscht.“

Das interessiert mich, das Dekonstruierte, Dreckige, aber doch auch Schönes darin zu sehen. Das spiegelt ja auch unsere Gesellschaft wieder.

Von Graffiti über Leinwand und dann ist er den Schritt zurück auf die Straße gegangen. „Mich interessiert Paste-up-Kunst, weil sie mir entgegenkommt.“ Es gehe darum Zeichnung zu transportieren, beispielsweise mit einer Paste-up-Technik. „Wer entscheidet, wer Kunst sehen darf und wer nicht und wo sie zu sehen ist.“ Kunst in der Öffentlichkeit zu platzieren, dort wo man es für richtig halte, nicht ganz legal, aber für jeden zugänglich – „das ist für mich die Urform von Kunst.“

SpazierGang: Streetart gegen Hass – und mehr

Für eine (k)lebendige Stadt, setzt sich KalleKlex aber nicht nur allein, sondern vor allem auch mit der SpazierGang ein, einem Künstlerkollektiv, das – wie bereits erwähnt – mit der Aktion „Streetart gegen Hass“ für Aufmerksamkeit sorgte.

Das Kollektiv hat sich über Social Media kennengelernt. Gemeinsam und aktiv Streetart zu machen, sei das Anliegen und der Antrieb der Gang. „Es ist noch recht offen in welche Richtung es gehen wird. Das wird sich auch immer wieder verändern, je nachdem wer dabei ist und mitwirkt.“ Jeder bringe etwa anderes mit ein, das mache das Kollektiv aus.

Neue Aktionen, Projekte und Events sind in Planung, verrät KalleKlex, aber noch nicht spruchreif. Man darf also gespannt sein, was sich da noch tut. „Es wird in Richtung Streetart-Event gehen, da soll dieses Jahr schon noch einiges passieren.“ Abschließende Worte? „Kunst ist kein Hobby, sondern eine Leidenschaft, deshalb bleibe ich aktiv.“ In diesem Sinne: To be continued.

Fotos: Tanja Simoncev

Mehr aus dem Web

Neu in Stuttgart-West: Jušinski – Brot und Liebe

In Stuttgart jagt gerade eine Neu- beziehungsweise Wiedereröffnung die nächste. Kaffee, Brot (und Liebe) gibt es jetzt bei Jušinski im Westen der Stadt. Die ehemalige Bäckerei an der Hegelstraße hat aber mehr zu bieten als die allseits beliebten, süßen Stückle. Hier trifft kroatische Gastfreundschaft auf regionale Waren.

Stuttgart – „Dobro Jutro“ heißt nicht nur „Guten Morgen“ auf kroatisch, sondern auch eines der Frühstücksangebote bei Jušinski. Man fühlt sich gleich willkommen, wird herzlich empfangen von Monika und ihrer Mama Jasna. Die umgebaute und aufgehübschte Bäckerei-Café-Kombi – man hat kurz das Gefühl in Paris zu sein – kommt clean und doch gemütlich daher. Die Metro-Fließen tragen sicherlich ihren Teil dazu bei, aber das nur nebenbei. Monikas Augen strahlen, sie ist happy – „ich bin quasi in der Backstube aufgewachsen“, erinnert sich die 28-Jährige.

Regional und vielfältig

Denn Monikas Eltern hatten die Bäckerei an der Ecke Hegel-/Kornbergstraße seit 1993 geführt, in einem Franchise plus Stammkundschaft. Die Family mit kroatischen Wurzeln ist im Westen Zuhause, wohnt ein paar Straßen weiter, kennt die Nachbarschaft und fühlt sich hier wohl.

Auch Tochter Monika machte sich selbstständig und führte eine Bäckerei-Filiale in der Johannesstraße. Nach der Insolvenz von Stephansbäck folgte schließlich der Entschluss als Mutter-Tochter-Gespann und mit jeder Menge Power etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. „Das war schon lange unser Traum, vor allem auch, weil wir regionaler werden und mehr Vielfalt bieten wollten.“

Familiäres, eine kleine Auszeit, gefolgt von einer ideenreichen Umbauphase samt Komplett-Sanierung – und damit elf Monate später eröffnete die ehemalige Bäckerei nun also neu, mit dem Namen Jušinski und dem liebevollen Zusatz „Brot und Liebe“. Natürlich, weil es Brot zu kaufen gibt, „aber eben auch, weil wir alles mit Herzblut, Leidenschaft und eben auch viele Liebe machen.“

Jušinski in Stuttgart-West

Backwaren, Frühstücksangebot und Salate: Bei Jušinski kann man zu jeder Tageszeit einkehren, sich gemütlich auf einen Kaffee treffen oder mittags zum leichten Lunch.

Hegelstraße 41

Hinkommen:

U4 (Haltestelle Russische Kirche)

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag 6.30 – 18.30 Uhr
Samstag 6.30 – 13 Uhr
Sonntag 8 – 11 Uhr

Jušinski - Brot und Liebe

Mehr aus dem Web

Tante M in Sillenbuch: Unverpackt-Laden meets Café

Stylisch, durchdacht, eco-friendly: Mit Tante M in Sillenbuch bekommt Stuttgart einen zweiten Unverpackt-Laden plus Café. Und alle so: Yeah. Wir haben mit Maarit Schneider-Penna und Corinna Giesen über die Idee dahinter, den Zero-Waste-Hype und den Mut, etwas einfach mal zu machen, geplaudert.

Stuttgart – Ja, wir wissen es selbst: Sillenbuch klingt jetzt erstmal nach weit weit weg und Tante M ist deshalb eher Ausflugsziel als Laden um die Ecke. Aber: 1. Allemal einen Ausflug wert und 2. kann man auf dem Weg dorthin einges entdecken und erleben. Die U7 fährt zum Beispiel vom Hauptbahnhof am Charlottenplatz vorbei (Stichwort: Stadtpalais), dann ist man schnell am Bopser und kann mal zum Teehaus spazieren und auch der Fernsehturm liegt auf dem Weg. Außerdem liegt der süße, kleine Unverpackt-Shop von Maarit direkt an der Haltestelle Sillenbuch, ist also super easy zu erreichen. Und wer in die Eduard-Steinle-Straße einbiegt und den Laden entdeckt und später betritt, merkt sofort: Hier wird Nachhaltigkeit groß geschrieben, hier bestimmen good Vibes only das Geschehen. Mit Hilfe ihrer selbsternannten Sparring-Partnerin Corinna lässt die 46-Jährige ihren Zero-Waste-Traum wahr werden. Am 27. Juni soll Stuttgarts zweiter Unverpackt-Laden eröffnen – bis dahin ist aber noch ein bisschen was zu tun.

Der eigene Unverpackt-Laden – ein Traum

Denn bei Tante M ist vieles selbstgemacht und das braucht eben Zeit. Was schon fertig ist, wird voller Stolz präsentiert. „Die Bank, die draußen vor dem Laden steht, hat mein Sohn gemacht – bei einem Schulprojekt im Haus des Waldes“, freut sich Maarit. Holz spielt generell eine große Rolle in dem kleinen Tante-Emma-Laden. Apropos Tante Emma, so ist auch der Name Tante M entstanden. Das M steht für Maarit. Zurück zum Holz. „Die Birke ist mein Lieblingsbaum“, verrät die 46-Jährige weiter. Auch kleinere Birkenstämme werden im Shopinterior verarbeitet. Alles wirkt hell und freundlich und strahlt mit der Laden-Chefin um die Wette. Kein Wunder, hier wird schließlich ein Zero-Waste-Traum wahr.

Sofort fasziniert vom Unverpackt-Format

Entstanden ist die Idee dazu übrigens im Jahr 2016. Maarit hatte sich eine Auszeit genommen und in einer Zeitschrift von dem ersten Unverpackt-Laden gelesen, der in Kiel eröffnet hatte. „Ich war sofort fasziniert.“ Die heute 46-Jährige dachte plötzlich auch über ihr eigenes Konsum- und Einkaufsverhalten nach. „Zu Schulzeiten habe ich meine Mutter noch gebeten, mit Tupperware einkaufen zu gehen und die Milch von Bauernhöfen zu holen. Damals war ich sehr kämpferisch unterwegs und dann hat sich das plötzlich zerschlagen und ich bin sehr unachtsam geworden.“

Nach einem Workshop in Kiel kam Maarit der eigene Unverpackt-Laden in den Sinn und ließ sie nicht mehr los. „Ich dachte mir sofort: Das willst du auch.“ Aber wie so oft, ist gesagt nicht gleich getan. Doch die Sillenbucherin schaute sich in ihrem Ort immer wieder nach Ladenflächen um und entdeckte schließlich die in der Eduard-Steinle-Straße. Kurz vor Weihnachten kam die Zusage und das war dann wohl Maarits größtes Geschenk.

Zwei Frauen und ein Brief

Ähnlich schicksalshaft war für Maarit die Begegnung mit Corinna, die ihr seitdem eine große Stütze ist. Durch einen Artikel sei sie auf Tante M aufmerksam geworden – „und weil ich gerade ein Sabbath-Jahr mache, somit Zeit habe und kreativ bin, wollte ich helfen“, berichtet die 35-jährige Lehrerin. Die beiden Frauen seien sich auf Anhieb sympathisch gewesen und würden sich super ergänzen – beste Vorraussetzungen also für eine gelungene Zusammenarbeit. In Kontakt gekommen sind die Ladies übrigens über einen Brief, den Corinna an Maarit geschrieben hatte. Das habe bleibenden Eindruck hinterlassen. „Das fand ich so cool“, freut sich die Shop-Chefin.

Corinna hatte damals in Berlin das Crowdfunding eines Unverpackt-Ladens unterstützt. „Mir war das Konzept sofort sehr schlüssig.“ Dort habe sie dann auch das erste Mal unverpackt eingekauft. Und wie war’s? Schließlich muss man ja an Taschen und Tupperware denken. „Die gibt es aber auch bei uns im Laden zu kaufen – das ist alles Gewohnheitssache.“ Man müsse einfach ein bisschen mehr planen, aber auch das sei Gewohnheit.

Eine Café-Ecke und viele Ideen

Und was wird es bei Tante M so geben? „Alles“, betonen die Ladies lachend. Von Getreide und Gewürzen über Getränke bis hin zu Kosmetik und Kleidung ist alles dabei – und ja, auch Süßkram. Und was außerdem nicht unerwähnt bleiben darf, ist die geplante Café-Ecke. „Die Leute können gern auch zum Kaffeetrinken und/oder Brunchen vorbeikommen.“ Es wird Frühstücksbowls geben, die sich jeder – Achtung – selbst abfüllen kann. „Vielleicht gibt es auch mal einen veganen Brunch im Angebot. So viele Ideen warten in der Pipeline“, freuen sich die Frauen.

Schnupper-Eröffnung: Am 23. Juni darf man bei Tante M in der Eduard-Steinle Straße 6 schon mal reinschnuppern, am 27. Juni geht’s dann richtig los.

Öffnungszeiten:

Montag & Dienstag 9 – 13 Uhr und 14 – 18Uhr
Mittwoch 9 – 13 Uhr
Donnerstag & Freitag 9 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr
Samstag 9 – 13 Uhr
Sonntag Geschlossen

Kontakt: 

Mehr aus dem Web

Design, Pasta und Amici: Ein Abend im Cavallino Spaghettaro

Cooles Interior-Design, good Vibes only und Freunde, die gemeinsam Pasta aus großen Schüsseln essen: Das ist jetzt möglich – im modernen Ableger des Cavallino mit dem vielversprechenden Zusatz Spaghettaro. Wir haben mit den Inhabern Maurizio Sabbatella und Tamara Vizzani sowie Designer Daniele Ferrazzano über das neue Konzept geplaudert.

Stuttgart – Immer mehr Italien-Vibes wabern nicht erst seit gestern durch Stuttgarts Straßen, es verlangt den Schwaben mehr denn je nach dolce vita und gerade ganz besonders nach einem Caffe Freddo beziehungsweise kaltem Kaffee im Kessel. Kein Wunder setzt nicht nur die Discoteca Synthetica gekonnt auf Italo-Disco-Tunes, auch die Salamici-Artists und Brüder Daniele und Michele Ferrazzano wissen von der neuen Italiensehnsucht. Apropos Salamici: Daniele, der hauptberuflich als Interiordesigner tätig ist, verpasste dem Cavallino Spaghettaro passend zum modernen Konzept einen coolen, neuen Look. Für den konnten sich die Inhaber Tamara und Maurizio nicht sofort, dafür aber jetzt – vielleicht auch dank warmer Farben – umso mehr erwärmen.

Jung und frisch – mit einer gewissen Leichtigkeit

Daraus ergeben sich zwei Fragen: Wie kam es dazu, dass Daniele das Restaurant an der Ecke Leuschner-/Fritz-Elsass-Straße designte und gibt es nicht eigentlich schon ein Cavallino? Richtig und genau dort, im „alten“ Cavallino (seit zwölf Jahren im Stuttgarter Westen beheimatet), lernte man sich kennen. Es sei direkt ums Eck von Danieles Studio DLF – „und ich habe dort auch schon die ein andere Pizza gegessen“, verrät er. Eines Abends sei Maurizio auf ihn zugekommen und habe ihm von dem Restaurant erzählt – für den Designer nach einigen Retail- und Officeprojekten, wie er selbst sagt, eine willkommene Abwechslung.

Italienisch eben!

Bei der Umsetzung habe ihm seine langjährige Gastroerfahrung als Hotelfachmann ungemein geholfen. „Im Endeffekt gibt es im Interiordesign aber festgelegte Prozesse, die sich grundsätzlich auf jede Art von Interior adaptieren lassen“, so der 36-Jährige. Und was ist im Endeffekt entstanden? „Mir war wichtig, ein Restaurant zu entwerfen, das in den Grundsätzen elegant ist, allerdings jung und frisch anmutet und mit einer gewissen Leichtigkeit ausgestattet ist. Der Gast soll sich im Cavallino Spaghettaro nicht wie in Italien fühlen, sondern sich mit Freunden oder der Familie bei einer Schüssel Spaghetti wohlfühlen – italienisch eben!“

Daniele Ferrazzano, Maurizio Sabbatella, Tamara Vizzani, Michele Ferrazzano (von links)

Die nächste Generation Italiener

Sich der Zeit anzupassen, war auch Tamara und Maurizio wichtig – locker-flockig leicht, so mag man es heutzutage eben. Und nach langen Jahren im „alten“ Cavallino war den beiden einfach mal nach etwas Modernem. „Wir haben die Möglichkeit bekommen, alles neu zu machen und natürlich die Gelegenheit genutzt.“ Mit Daniele habe man sich sofort gut verstanden, ähnliche Vorstellungen gehabt, das Cavallino Spaghettaro war also nur noch eine Frage der Zeit.

„Ich bin total happy“, freut sich Tamara. „Es ist genau das, was wir wollten.“ Sie selbst beschreibt den Look als „unkompliziert, modern plus Wohlfühlfaktor“. Es sei die nächste Generation Italiener.

Vegan, glutenfrei, Vollkorn

Auch beim Essen habe man dem Cavallino einen zeitgemäßen Touch verpasst. „Wir versuchen alle, uns gesünder zu ernähren. Vor Jahren war es den Leuten wichtiger, dass es schmeckt, mittlerweile werden Fragen wie ‚Wo kommt das Fleisch her?‘ etc. gestellt“, weiß Tamara. Die Einstellung zum Essen und zur eigenen Gesundheit habe sich verändert. Und diesen Ansprüchen will das Cavallino Spaghettaro auch gerecht werden. Spaghetti, der Name lässt es erahnen, stehen im Mittelpunkt des neuen Konzepts – und werden in großen Schüsseln (ab zwei Personen) serviert. „Man stellt die Schüssel auf den Tisch, wie bei uns in Süditalien, und jeder nimmt sich“, so Maurizio. Es gibt auch hausgemachte Nudeln. Mehr über die Gerichte erfahrt ihr bei Mahlzeit.

Und was wollen die Inhaber noch loswerden? „Wir sind total unkompliziert“, betont die leidenschaftliche Gastronomin Tamara. „Bei uns könnt ihr einen gemütlichen Abend mit Freunden und großen Schüsseln Pasta verbringen.“

Fertig. Aus. Basta.

Und hier gibt’s ein paar Eindrücke:

Mehr aus dem Web

Kicks’n’Coffee: Eine Plattform für Sneaker-Freunde

Für Danijel Balasević und Yaw Kyeremeh hat die heiße Phase begonnen, Kicks’n’Coffee geht in wenigen Stunden in die nächste Runde – und damit ein Event von und für Sneakerbegeisterte ins achte Jahr. Am Freitagabend wird gemütlich mit einem Pre-Happening ins turnschuhreiche Wochenende gestartet, am Samstag findet das Main-Event zum vierten Mal Im Wizemann statt.

Stuttgart – 2011 hatte die Crew um Bala und Yaw Kicks’n’Coffee ins Leben gerufen – mit der Idee, Sneakerfreunden eine Plattform zu bieten. Damals noch in kleinerem Rahmen – wer erinnert sich nicht an das Event rund um die Suite?! – sind mit dem Hype und den neuen Medien auch die Locations gewachsen. Sammler, Stores und Brands finden sich am Samstag zum wiederholten Mal auf 1000 Quadratmetern Im Wizemann wieder. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt: der real talk über Turnschuhe – kein Wunder bei all dem Trubel. Dem wolle man in diesem Jahr erstmals entgegenwirken und habe mit dem Pre-Happening im Open Water ein besonderes Gettogether geplant, wo man sich in Ruhe bei Pizza, Drinks und Musik über Sneaker austauschen könne.

In Ruhe über Sneaker reden

Das Pre-Happening ist auch deshalb so besonders, weil es den Ursprungsgedanken der Kicks’n’Coffee-Events repräsentiere: eine chillige Veranstaltung für Sneakerfreunde, die bei Musik und Drinks über Turnschuhe plaudern. „Diese Plattform wollen wir für diejenigen bieten, die wirklich etwas über Sneaker wissen und sich austauschen wollen“, betont Yaw. Mit dieser eigentlichen Idee des Events sei damals auch der Name entstanden. Das „Coffee“ sollte tatsächlich für ein Kaffeekränzchen stehen, bei dem man sich über Turnschuhe unterhält.

Man wolle wieder greifbar für Interessierte sein, so Bala. Und sei für Fragen offen. „Für gute Fragen – aber auch für die schlechten“, scherzt der 34-Jährige. Und ganz im Ernst, die Crew freut sich schon sehr. Schließlich ist Kicks’n’Coffee ein soziales Event, Feedback deshalb auch jederzeit herzlich willkommen. „Und wer Kicks’n’Coffee gut findet, darf das auch gern sagen.“

Es geht um den Turnschuh

Großeltern, Tanten, Onkels, Hipster, Kids, keiner kommt mehr ohne Sneaker aus. Wie erwähnt: der Hype um Turnschuhe ist groß, die Gründe dafür heutzutage andere. „Es gibt zwar immer mehr Sneaker-Interessierte, aber auch deshalb, weil sich der Markt verändert hat und Turnschuhe mittlerweile viel Geld einbringen“, erklärt Bala. So oder so – die Zeiten ändern sich, man akzeptiere es. Nostalgie hin oder her. Eines lasse man sich passend zum Pre-Happening aber nie nehmen: Kicks’n’Coffee wird immer eine Sneakermesse sein, bei der es um den Turnschuh geht, nicht um „Sehen und gesehen werden“, Promis, Foodtrucks etc. Für Verpflegung ist natürlich trotzdem gesorgt.

Wir finden: Das Thema Schuh ist attraktiv genug und sollte deshalb auch im Mittelpunkt stehen. Alles andere ist nebensächlich.

In diesem Sinne: Jeder ist willkommen, für die ganze Familie wird was geboten – und nicht vergessen: Let’s talk about Sneaker.

Events rund um Kicks’n’Coffee

Asics Pre-Happening
Freitag, 7. Juni
20 – 23 Uhr
Essen / Drinks / Sneakertalks

Mehr Infos hier >>>

Main-Event – Kicks N Coffee 2019:
Samstag, 8. Juni
Eintritt 5 Euro

Mehr Infos hier >>>

Kicks’n’Coffee Aftershow-Party 2019
Samstag, 8. Juni
Ab 23 Uhr sorgen im Freund & Kupferstecher
AMAR, BAUS & YOTA für den richtigen Sound

Mehr Infos hier >>>

Mehr aus dem Web

Wanderbaum-
allee Stuttgart: Mit Bäumen auf Wanderschaft

In Stuttgart gehen gerade Bäume auf Wanderschaft. Dahinter steckt die Wanderbaumallee und damit engagierte Bürger, die den öffentlichen Raum neu gestalten wollen. Am Donnerstag ziehen die Bäume weiter in die Forststraße.

Stuttgart – Die Freunde Hanka, Annika, Sven und Chucho wollten einfach mal wieder etwas gemeinsam im und für den öffentlichen Raum in Stuttgart machen, sich engagieren und in der Stadt etwas bewegen – dieses Mal sind es Bäume, die – im wahrsten Sinne des Wortes – bewegt werden und mit denen man auf Wanderschaft durch den Kessel geht. Sechs Stationen sind eingeplant, bei ihrer ersten Station, rund um das Merlin Kulturzentrum, säumten die 10 Bäume seit 11. Mai die Augustenstraße im besten Westen. Diesen Donnerstag geht es in die Forststraße.

Den öffentlichen Raum neu nutzen

Der Gedanke dahinter ist ganz einfach erklärt: „Wir hatten einfach Lust zu zeigen, was man eigentlich alles mit dem öffentlichen Raum machen kann und wie die Verteilung des öffentlichen Raumes gerade ist“, erklärt Hanka. Man habe den Leuten auch nichts wegnehmen wollen – denn in der Zeit, wenn die Bäume vor Ort Station machen, gibt es einige Parkplätze weniger in der Straße. Es soll damit vielmehr demonstriert werden: So könnte der öffentliche Raum eben auch aussehen.

Die vier Freunde trommelten ganz unterschiedliche Leute zusammen und gemeinsam entwickelten sie schließlich die Idee zur Wanderbaumallee. Jeder habe seinen Beitrag geleistet, darüber freue man sich ganz besonders. Bäume wurden besorgt, schubkarrenähnliche Module realisiert, so dass diese auf Wanderschaft gehen können. Es gebe immer auch Partner an der jeweiligen Straße, wie zuletzt das Merlin Kulturzentrum, die sich um die Pflege der Bäume kümmern und Events im Rahmen des Aufenthalts veranstalten. „Und in der Augustenstraße hat sich eben auch gezeigt, dass die Wanderbaumallee angenommen wird, es saßen immer wieder Leute an den Bäumen, haben sich unterhalten und Bücher gelesen.“ Die Stadt, das Viertel würde plötzlich ganz anders, neu wahrgenommen. Die Resonanz sei sehr positiv, alle Generationen würden sich darüber freuen.

Mindestens sechs Umzüge

Es gibt auch schon viele Anfragen fürs nächste Jahr. In dieser Saison werden aber erstmal die Viertel West, Mitte, Ost abgedeckt. Der Kessel wird also immer wieder an neuer Stelle ein kleines bisschen grüner.

Hier bleibt ihr immer auf dem Laufenden, wo gerade was stattfindet >>>

Die Bäume gehen wieder auf Wanderschaft

In der Augustenstraße werden die Bäume gerade schon abgebaut, es gibt eine Route und dann geht es rüber in die Forststraße – mit anschließendem Nachbarschaftsfest.

Alle Infos findet ihr hier >>>

Alle Fotos: Julian Rettig

Mehr aus dem Web