Hier fühlt sich Stuttgart wie Paris an

Savoir-vivre geht auch im Kessel. Denn in Stuttgart gibt es einige Orte, die an Paris und Frankreich erinnern. Um euer Fernweh im Alltag zu stillen, haben wir einige Spots mit Pariser Flair für euch zusammengefasst.

Stuttgart – Auch wenn der Schwabe nicht gerade für seine Leichtigkeit bekannt ist, die feingeistige Kunst, das Leben zu genießen, geht auch im Kessel. Gut, der Neckar ist nicht einmal ansatzweise wie die Seine. Schaut man aber genauer hin, dann fällt schon auf, dass die Stuttgarter einige Grundlagen des Savoir-vivre zumindest verstanden haben.

Paris-Flair in Stuttgart

Café au lait, Croissant, Flohmärkte, Wochenmärkte, Ausblick von ganz oben, Musikfeste, französische Filmemacher oder instagramtaugliche Altbaufassaden. Zugegeben, vielleicht braucht es manchmal etwas Fantasie. Doch wer genauer hinschaut, findet so einige Paris-Vibes in Stuttgart wieder.  Wir haben die perfekten Frankreich-Spots im Kessel, um euer Fernweh im Alltag zu stillen.

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Diese jungen Stuttgarter wollen in den Gemeinderat! (Teil 2)

Lokalpolitik ist verstaubt und nur was für alte Leute? Von wegen! Diese jungen Stuttgarter Kandidaten wollen im Gemeinderat mitmischen. Stadtkind haben sie ein paar Details über sich und ihre politischen Erfahrungen verraten.

Stuttgart – Zugegeben: Kommunalpolitik, das klingt schon kompliziert, verstaubt, trocken, alt. Aber das muss nicht sein. Diese jungen Stuttgarter wollen am 26. Mai in den Gemeinderat gewählt werden. Ihre besten Polit-Stories, was sie als Bürgermeister sofort ändern würden und welche Politiker-Phrase sie wirklich nicht mehr hören können, haben sie Stadtkind verraten.

Filippo Capezzone, 30 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… eine schöne Stadt, aber leider mit zu teuren Mieten und zu viel Autoverkehr.

Warum machst du Kommunalpolitik? Ich bin Mitglied einer linken Partei und mache Kommunalpolitik, weil wir nur etwas zum Guten verändern können, wenn wir uns zusammentun und uns an der Basis, in den Stadtteilen, für soziale Verbesserungen einsetzen.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Dann fahre ich im Stuttgarter Umland Fahrrad, koche, lese und trinke Kaffee.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Dann würden wir eine ganze Reihe von Dingen tun. Aber um mal eine Sache zu nennen: Wir würden kein einziges öffentlichen Grundstück mehr privatisieren.

Traumberuf: Politiker? Definitiv nicht. Man sollte immer versuchen, Politik ehrenamtlich zu machen. Sonst wird man sehr schnell abgehoben. Hauptamtlich Politik machen ist ein notwendiges Übel. Hauptamtliche Politiker*innen müssen durch demokratische Parteistrukturen kontrolliert werden. Mein Traumberuf wäre mein Ausbildungsberuf: Gärtner im Gemüsebau, wenn man von den dort gezahlten Löhnen leben könnte.

Deine beste Polit-Story? Viele. Jedes Gespräch mit den einfachen/normalen Leuten im Stadtteil oder bei Mieterversammlungen ist lehrreich und wichtig.

Die schlimmste Politikerphrase? Der Satz von C. Lindner zu Fridays for Future, die Schüler*innen sollten doch das mit dem Schuleschwänzen sein lassen und den Klimaschutz den Profis überlassen ist im Moment ganz weit oben.

Was ist typisch Stuttgart? Der rasanteste Übergang von Winter zu Sommer, den ich als Vorgebirgsbayer je gesehen habe.

Filippo ist südlich von München in einer Kleinstadt aufgewachsen. In seiner Schulzeit hatte er schon „oft Ärger mit Nazis in meiner Kleinstadt“. Nach dem Abitur machte er eine Gärtnerlehre und kam 2010 nach Stuttgart, um in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Seit 2013 ist er in der Linken in Stuttgart aktiv.

Julia Schmid, 26 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… eine Stadt mit enormem Potential, unglaublich vielen engagierten Leuten und alles was ich mir vorstelle, wenn ich an „schwäbisch“ bzw. „Schwaben“ denke.

Warum machst du Kommunalpolitik? Weil ich total Lust habe – als „Neigschmeckte“ – meine Wahlheimat mitzugestalten und weil ich der Meinung bin, dass vor allem junge Menschen kein Gehör in der Politik und im Gemeinderat finden, obwohl diese tolle Gedanken und Ideen haben.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Dann treffe ich mich mit Freunden auf ein Bier oder ’n Schorle, rette Lebensmittel oder engagiere mich für mehr Pluralismus in den Wirtschaftswissenschaften.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Vermutlich würde ich eine Bürger-App, ähnlich wie in Tübingen, initiieren, sodass die Stuttgarter*innen ihre Meinung zu verschiedenen Themen äußern und sich somit aktiv an der Gestaltung Stuttgarts mitbeteiligen können.

Traumberuf: Politiker? Ich studiere Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, in dem Feld sehe ich mich auch erstmal in der Zukunft. Gerade den Fragen zur (sozialen) Ungleichheit möchte ich näher auf den Grund gehen.

Deine beste Polit-Story? All die Abende, die wir als Junge Liste Stuttgart gemeinsam verbracht haben, um unsere Positionen zu finden und unseren Wahlkampf zu diskutieren – schneller lernt man sich gegenseitig und seine Stadt kaum kennen.

Die schlimmste Politikerphrase? „Junge Menschen haben zu wenig Erfahrung und Wissen.“

Was ist typisch Stuttgart? Die Kessellage mit Hügeln und Weinbergen, ähnlich wie in meiner Heimatstadt Würzburg. Die vielen Plätze (Wilhelmsplatz, Marienplatz, Eugensplatz etc.). Die schwäbische Brezel mit ihren „knusprigen Armen“. Schaffe, schaffe.

Julia ist vor vier Jahren nach Stuttgart gezogen und studiert seitdem an der Uni Hohenheim. Wenn sie nicht gerade ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgeht, dann spaziert sie gerne mit Freunden an die Orte, an denen man die Stadt von oben und mit einem Ausblick sehen kann. Für die Junge Liste Stuttgart tritt sie bei der Kommunalwahl am 26. Mai auf Listenplatz 2 an.

Foto: Benjamin Vetter

Julian Knoth, 28 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… eine Hassliebe. Ich brauche die Reibung mit der Stadt. Die Baustellen, die vielen Autos, die schlechte Luft, die Hektik. Das inspiriert mich. Auf der anderen Seite bin ich hier sehr geerdet, fühle mich wohl und brauche auch die schönen Seiten, die Stäffele, den Ausblick, die Ruhe und die Vielseitigkeit, um künstlerisch tätig zu sein.

Warum machst du Kommunalpolitik? Früher habe ich mich gerne beschwert über die Dinge, die mich stören (mache ich immer noch gerne). Wenig Freiräume und die für mich nicht ganz nachvollziehbare Musikförderung und so weiter… Bis ich entschieden habe, mich zu engagieren und meine Sicht der Dinge, meine Erfahrungen konstruktiv einzubringen.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Bin ich unterwegs mit meiner Band Die Nerven oder trainiere eine Fußballmannschaft von Menschen mit geistigem Handicap, habe eine kleine Stelle bei der Caritas in der Behindertenhilfe, schreibe Theaterstücke, koche gerne oder spiele Minigolf.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Ich habe auf diese Frage eigentlich immer hypothetisch mit „den Wasen abschaffen“ geantwortet. Bevor jetzt aber Leute beleidigt sind, möchte ich noch sagen, dass ich bis jetzt keine Ambitionen habe, OB zu werden.

Traumberuf: Politiker? Auf keinen Fall. Ich möchte eigentlich gar kein Politiker sein. Ich möchte mich als Mensch und Bürger einbringen und mitbestimmen. Traumberuf wäre vielleicht Tausendsassa.

Deine beste Polit-Story? Ich habe zu Schulzeiten in einem Planspiel (Schule als Staat) mit einem Freund eine Partei namens „Rote Wurst Fraktion“ gegründet – und wir haben die Wahl gewonnen.

Die schlimmste Politikerphrase? Alle, oder?

Was ist typisch Stuttgart? Eine eigenartige Mischung aus Selbstunterschätzung und Selbstüberschätzung. Macht das Sinn? Stuttgart sollte einfach manchmal cool bleiben!

Julian wohnt in Zuffenhausen. Absichtlich! Er ist Musiker, Musikkenner und Stadtist aus Überzeugung. Am 26. Mai kandidiert er auf Platz 9 der Stadtisten-Liste für den Stuttgarter Gemeinderat.

Felix Schnurr, 24 Jahre alt

 

Stuttgart ist für mich… Wahl-Heimat und hat sich definitiv einen Platz in meinem Herzen erarbeitet.

Warum machst du Kommunalpolitik? Die großen Themen werden auf den großen Bühnen in Bund und Land diskutiert und entschieden. Tatsächlich spielt der kommunale Politikbetrieb aber im Alltag der Menschen eine große Rolle und diese wird viel zu selten wahrgenommen. Ich will mich dafür einsetzen, dass die Leute erkennen, welche große Rolle die kommunale Ebene spielt und für die Themen begeistern.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Dann beschäftige ich mich tatsächlich dennoch sehr gerne mit poltischen Themen und engagiere mich beispielsweise bei den Jungen Liberalen Stuttgart als Kreisvorsitzender.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Ich würde mich für einen verlängerten Betrieb der Stadtbahnen, analog der S-Bahnen, am Wochenende und vor Feiertagen einsetzen.

Traumberuf: Politiker? Es ist ein sehr spannendes und wichtiges Aufgabengebiet. Ich finde aber, dass es noch viele andere spannende Tätigkeiten gibt und von daher wird es für mich wahrscheinlich immer ein Hobby bleiben.

Die schlimmste Politikerphrase? „Jetzt ist es erstmal wichtig die Lage zu sondieren…“

Was ist typisch Stuttgart? Mit dem Blick von außen und als Nicht-Schwabe muss ich ganz klar sagen: Stuttgart wird vor allem mit dem Auto in Verbindung gebracht .

Felix wohnt seit fast 6 Jahren in Zuffenhausen. Er ist unter anderem Kreisvorsitzender bei den jungen Liberalen. Gebürtig kommt er aus Rheinland-Pfalz und arbeitet in der Automobilindustrie.

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Titelbild: Unsplash/Christin Hume

Von den Höhen und Tiefen einer Weltreise

Zwei Jahre wollen Melanie Maier und Alexander Schulz ohne Flugzeug um die Welt reisen. Zwölf Monate sind die Journalistin und der Grafikdesigner schon unterwegs. Auf der Reise von Stuttgart nach Australien haben die beiden viele schöne Momente erlebt, aber auch einige schwierige Situationen. Melanie Maier berichtet.

Stuttgart – Zwölf Monate sind wir nun unterwegs. Dieser Zeitraum kommt mir zugleich kürzer und länger vor, als er tatsächlich ist. In diesem Jahr haben Alex und ich viel mehr erlebt, als wir es uns vor unserem Aufbruch ausgemalt hatten: Wir sind mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland gefahren, waren in der Mongolei bei einer Ziegengeburt dabei, haben in Hongkong einen Taifun der Stufe 10 miterlebt. Wir sind Menschen begegnet, die mit uns ihre Geschichten, ihre Erlebnisse und sogar ihr Heim geteilt haben. Manche sind zu Freunden geworden.

Ohne Flugzeug nach Australien

Seit wir am 30. April 2018 mit dem Zug nach Österreich gefahren sind, haben wir 28.000 Kilometer zurückgelegt. Ohne Flugzeug sind wir über den Balkan nach Russland, durch die Mongolei, China und Südostasien nach Australien gereist – mit Bussen, Zügen und einem Containerschiff.

Negative Erfahrungen hatten wir bisher so gut wie keine. Ein einziges Mal ist in Rumänien ein Bus nicht gekommen, für den wir Plätze reserviert hatten. Auf Märkten oder für eine Taxifahrt haben wir ab und zu einen zu hohen Preis bezahlt. Wir sind beide nicht gut im Handeln.

Manchmal hatten wir unterwegs auch mit uns selbst zu hadern. Reisen ist oft anstrengend. Wenn man stundenlang in einem Bus sitzt, in dem die Luft schlecht ist und die Musik laut, zehrt das an den Nerven. Auch die persönlichen Probleme, die wir in Deutschland hatten, sind durch die Reise nicht plötzlich verschwunden. Im Gegenteil: Jetzt, wo wir mehr Zeit haben, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, drängen sie sich viel häufiger in den Vordergrund.

Am meisten zu schaffen machen uns aber die prekären Verhältnisse, unter denen viele Menschen leiden. Vor allem in Südostasien, in Ländern wie Kambodscha und Vietnam, leben Millionen in Armut. Zu wissen, dass wir nichts Wesentliches an ihrer Situation ändern können, belastet uns.

Ähnlich geht es uns mit dem Thema Umweltverschmutzung. Wenn man sieht, wie viel Plastikmüll an einem einzigen Strand in Thailand oder Malaysia liegt, fällt es schwer, weiter daran zu glauben, dass das eigene Handeln etwas bewirkt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sammeln wir am Strand und bei Wanderungen häufig den Müll ein, den wir finden, und versuchen beim Einkaufen, Plastik zu vermeiden.

Selbstverständlich überwiegt bei alledem das Positive. Wir sind unglaublich dankbar für alles, was wir im vergangenen Jahr sehen und erleben durften, und freuen uns auf alles, was noch kommt. Was die Höhepunkte unserer bisherigen Reise waren, kann ich gar nicht genau sagen.

Mit dem Fahrrad durch die Tempelruinen von Angkor in Kambodscha zu fahren, auf dem heiligen Berg Hua Shan in China zu wandern oder mit dem Kajak durch die surreal schöne Felslandschaft der Lan-Ha-Bucht in Vietnam zu paddeln, war für mich genauso schön wie ein langes Gespräch auf dem Balkon unseres Couchsurfing-Gastgebers in der Republik Moldau, der Besuch bei Alex‘ Tanten und Onkeln in Sibirien oder die „Black Mirror“-Abende unserer Kurzzeit-WG in Kuala Lumpur.

Sehr gefreut habe ich mich über den Besuch meiner Schwester. Drei Wochen ist sie mit uns durch den Norden Thailands gereist und hat Weihnachten mit uns gefeiert. Mit ein paar Plätzchen und etwas Rotkraut, das wir zufällig im Geschäft eines deutschen Auswanderers entdeckt haben, kam bei 30 Grad sogar ein bisschen Weihnachtsstimmung auf.

Unsere Familien und Freunde fehlen uns oft sehr. Die meisten von ihnen zwei Jahre lang nicht zu sehen, Hochzeiten, Geburten und Geburtstage zu verpassen, war keine Entscheidung, die uns leicht gefallen ist. Ansonsten vermissen wir gerade wenig aus unserem Alltag vor der Reise. Zwei Rucksäcke voll Kleidung, unseren Laptops und Kameras reichen uns sehr gut zum Leben. Von Anfang an haben wir darauf geachtet, nur das Nötigste mitzunehmen. In Russland haben wir sogar ein paar Kleidungsstücke nach Deutschland zurückgeschickt.

Eine Frage, die uns oft gestellt wird, ist die nach unserem Lieblingsland. Fast immer nennen wir dann die Mongolei. Die Weite, das Übernachten in Jurten, die Yaks, Ziegen, Pferde, Rinder und Schafe, die frei herumlaufen, waren faszinierend. Der Alltag der Menschen ist ein ganz anderer als der in Deutschland. Das Land ist größtenteils noch unbebaut, die scheinbar endlosen Grasflächen mit ihren sanften Hügeln und weißen Wolkenbergen sehen aus wie ein Windows-XP-Hintergrund.

Das sagen wir aber nur, weil die meisten Fragenden eine konkrete Antwort hören wollen. Eigentlich haben wir kein Lieblingsland. Jedes Land hat seine Besonderheiten, seine Kultur und Geschichte. Manchmal hatten wir mehr Zeit, sie zu erkunden, andere Male weniger.

Gegen Kost und Logis auf einem Bauernhof mithelfen

Die kommenden sechs Monate werden wir in Australien verbringen. Für uns ist das ein kleiner Luxus: Wir haben genug Zeit, um zu reisen und zu arbeiten. Auf dem Weg vom westaustralischen Perth nach Brisbane im Osten des Landes wollen wir uns den Uluru oder Ayers Rock anschauen, die Great Ocean Road entlangfahren und längere Zeit in Melbourne verbringen. Vielleicht werden wir auch ein paar Mal wwoofen, also gegen Kost und Logis auf einem Bio-Bauernhof mithelfen.

Das zweite Jahr unserer Reise möchten wir neben Australien in Neuseeland, Kolumbien, Zentralamerika, den USA und Kanada verbringen. Wie und wo wir leben wollen, wenn wir zurück in Deutschland sind, wissen wir noch nicht. Zum Glück haben wir noch mindestens zwölf Monate, um darüber nachzudenken.

Melanie Maier schreibt auf dem Blog Schrittwärts über ihre Reise >>>

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10 Tipps fürs Wochenende in Stuttgart

Ein Liedermacher-Festival im Theaterzelt, drei Jahre White Noise und Flohmärkte in der Innenstadt – hier kommen unsere Tipps fürs Wochenende.

Stuttgart – Erstmals in diesem Jahr veranstaltet das Feierabendkollektiv sein Festival Vive la Vie gleich an zwei Tagen. Am Samstag und Sonntag gibt es in Eliszis Jahrmarktstheater handgemachte Musik von Künstlern aus Stuttgart und darüber hinaus.

Musik, Trödeln, Rumpelkammer

Wer lieber elektronische Musik mag, kann etwa im White Noise den dritten Geburtstag des Clubs feiern. Oder beim Mitdnight Service im Ice Café Adria zur Musik von Jakob Mäder, Fairgold und Kiehl tanzen.

Vintagefans kommen am Samstag beim Flohmarkt unter der Paulinenbrücke sowie im Gerber beim „Pre-loved Fashion Basar“ auf ihre Kosten. Am Sonntag findet der große Frühjahrsflohmarkt statt.

Hier kommen unsere Tipps fürs Wochenende:

Foto: Unsplash/Diao Darius

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Tipps fürs Wochenende in Stuttgart

Wenn das Wetter mitspielt, darf am Wochenende endlich mal wieder open air getanzt werden. Außerdem auf dem Programm: 90er Hip-Hop im Freund und Kupferstecher, drei Jahre Ritual Digital im Romantica und Livemusik im Ice Café Adria.

Stuttgart –  Wenn es nicht gerade in Strömen regnet, wird am Sonntag die Terrassen-Saison im Club Kowalski eingeläutet. Unter bunten Regenschirmen und den Füßen im Sand, wird ab sofort wieder zur Musik der Residents und Bookings wie Moonbootica open air gefeiert.

Grime, House und New Wave

Im Romantica feiert die Veranstaltungsreihe Ritual Digital ihren dritten Geburtstag. Zu Gast ist DJ und Labelhead Philipp Fein.

Im Freund und Kupferstecher werden die 90er wieder aufleben – Frank Ocean und TLC lassen grüßen!

Kunst und Livemusik sind am Wochenende ebenfalls geboten. Alle Veranstaltungen am Wochenende haben wir wie immer für euch aufgelistet:

Foto: Unsplash/Max Andrey

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Ohne Flugzeug um die Welt: In zwölf Monaten von Stuttgart nach Australien

Mehr als 28.000 Kilometer haben die Journalistin Melanie Maier und der Grafikdesigner Alexander Schulz zurückgelegt. Im Bus, in der Bahn und auf dem Containerschiff. Die beiden haben sich vorgenommen, ohne Flugzeug die Erde zu umrunden. Ein Jahr sind sie nun unterwegs, mindestens ein weiteres liegt noch vor ihnen. Melanie Maier über eine Reise, die vor allem eines sein soll: langsam.

Stuttgart – Zwölf Monate, 15 Länder, 28.000 Kilometer: Wenn man wollte, könnte man unser vergangenes Jahr so zusammenfassen. Am 30. April 2018 sind mein Freund Alexander Schulz, 32, und ich, 31, aus Deutschland aufgebrochen. Über den Balkan sind wir nach Russland gereist. Von Moskau ging es mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Mongolei. Mit Zügen und Bussen haben wir China und Südostasien erkundet, bevor wir mit dem Containerschiff von Port Klang, Malaysia, nach Fremantle, Australien, übergesetzt sind.

Karaoke auf hoher See

Acht Tage lang waren wir auf hoher See. Wir sind zum Brummen und Vibrieren des Schiffsmotors eingeschlafen, haben Karaoke mit der philippinischen Crew gesungen, mit den Offizieren zu Mittag und zu Abend gegessen. Vor allem aber haben wir gelesen, aus dem Fenster geschaut, uns treiben lassen. Im Gegensatz zu dem Bespaßungsprogramm auf Kreuzfahrtschiffen gibt es für Passagiere auf einem Containerschiff nicht viel zu tun.

Dazu kommt: Die Überfahrt ist teuer. Ungefähr 110 Euro pro Tag und pro Person muss man für eine Strecke einrechnen. Die Zeiten, in denen man für ein bisschen Kartoffelschälen auf einem Containerschiff umsonst mitfahren konnte, sind – aus versicherungstechnischen Gründen – vorbei.

Warum wir uns trotzdem gegen das Fliegen entschieden haben? Zum einen wollen wir uns langsam fortbewegen. Wir wollen ein Gefühl für die Distanzen bekommen, die wir zurücklegen. Und die Länder, die wir bereisen, intensiv erleben. Zum anderen aber auch aus ökologischen Gründen: Bei einem Flug von Stuttgart nach New York zum Beispiel fallen pro Fluggast 3721 Kilogramm CO2 an. Das ist mehr als doppelt so viel, wie ein Mensch in Indien im Jahr verbraucht. Dort beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Emission rund 1600 Kilogramm CO2. In Deutschland liegt der Verbrauch bei etwa 11,5 Tonnen pro Person und Jahr. Eine bis zwei Tonnen wären klimaverträglich.

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass ein Containerschiff kein umweltfreundliches Verkehrsmittel ist. Doch Containerschiffe transportieren in erster Linie Waren, nicht Personen. Sie würden auch ohne Passagiere fahren. Bei einem Flugzeug ist das nicht so. Würden mehr Menschen aufs Fliegen verzichten, müssten die Airlines früher oder später Flüge streichen. Damit weniger Containerschiffe über die Ozeane fahren, müssten wir vor allem etwas an unserem Konsumverhalten ändern. Auf dem Schiff hatten wir trotzdem ein schlechtes Gewissen.

Dass ich vorhabe, ohne Flugzeug um die Welt zu reisen, habe ich Alex schon bei einem unserer ersten Treffen gesagt. Wir haben uns bei der Arbeit kennengelernt, im April 2016. Alex arbeitete zu der Zeit als Grafikdesigner bei der Stuttgarter Kinderzeitung, ich war Volontärin, später Redakteurin in der Gemeinschaftsredaktion der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten. Mittlerweile arbeiten wir beide freiberuflich. Auch deshalb ist es uns wichtig, langsam unterwegs zu sein.

Die Idee für die Reise hatte ich vor zwölf Jahren. Nach dem Abitur war ich zuerst sechs Monate mit einer Freundin in Neuseeland, anschließend bin ich mit meinem damaligen Freund innerhalb von fünf Monaten von Mexiko Stadt nach Buenos Aires gereist. Wir hatten nie genügend Zeit, um spontan ein paar Wochen an einem Ort zu bleiben, uns einen Alltag aufzubauen. Deshalb wollte ich unbedingt noch einmal länger unterwegs sein, mit ausreichend Zeit für Zwischenstopps und Pausen.

Die Vorbereitungen für die Reise haben ungefähr ein halbes Jahr gedauert. Alex und ich haben beide unsere Jobs gekündigt, Verträge und Versicherungen aufgelöst, uns fast im Wochenrhythmus impfen lassen. Wir haben unsere Wohnungen aufgegeben, eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und die Möbel, die uns wichtig waren, bei unseren Eltern eingelagert.

Mit dem Zug und je 21 Kilo auf dem Rücken sind wir als Erstes nach Österreich gefahren. Auf einem Bio-Bauernhof nahe der tschechischen Grenze haben wir zwei Wochen lang gegen Kost und Logis dabei geholfen, Schafe zu füttern und Kartoffeln zu setzen. Schon nach wenigen Tagen haben wir uns als Teil der sechsköpfigen Familie gefühlt, bei der wir waren. Wir haben jeden Tag miteinander gegessen und saßen abends noch lange am Esstisch oder in der Stube, um zu reden.

So viel Zeit haben wir leider nicht für jeden Ort, den wir bereisen. Obwohl wir mehr als zwei Jahre für die Reise eingeplant haben, sind wir nur selten so langsam unterwegs, wie wir es vorhatten. Das liegt meistens an den äußeren Umständen: Unsere Visa für Russland zum Beispiel waren nur 30, die für China nur 36 Tage gültig – viel zu wenig Zeit für zwei der größten Länder der Erde.

Wanderung entlang des Yangtse-Fluss

Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Wir waren auf dem Roten Platz in Moskau, haben Alex‘ Verwandte in Sibirien besucht, waren auf der Großen Mauer in China und haben die berühmte Terrakotta-Armee besichtigt. Mit zwei Freunden aus Israel, die uns eine Woche lang besucht haben, sind wir drei Tage am Yangtse-Fluss entlang gewandert.

In Australien bleiben wir immerhin sechs Monate. Wir haben uns ein Auto gekauft, das groß genug ist, um darin zu übernachten. Mit ihm werden wir demnächst in den Norden fahren. Dort ist es jetzt, im australischen Herbst, wärmer als im Süden des Landes. Im September wollen wir dann mit dem Containerschiff nach Neuseeland fahren, im Dezember weiter nach Kolumbien. Wenn alles gutgeht, werden wir durch Zentralamerika an die Westküste der USA reisen, Kanada durchqueren und von dort ein letztes Mal mit dem Containerschiff fahren: zurück nach Deutschland.

Melanie Maier schreibt auf dem Blog Schrittwärts über ihre Reise >>>

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Tipps fürs Wochenende in Stuttgart

In der Galerie Kernweine dreht sich in nächster Zeit alles rund um das Thema Europa, im White Noise kündigt sich Besuch aus Berlin an und in den Wagenhallen von Herrn Sonneborn höchstpersönlich – hier kommen unsere Tipps fürs Wochenende in Stuttgart.

Stuttgart – Seit 2014 schon ist Martin Sonneborn für seine Partei Die Partei im EU-Parlament. Seitdem versucht er herauszufinden: Wie funktioniert eigentlich Europa? Es waren wilde Jahre aus Brexit, Datenschutzrichtlinien, Katalonienkrise und vielem mehr. In den Wagenhallen wird er am Sonntag ausführlich berichten.

Europa und Techno

Um Europa dreht sich auch in der Kernweine derzeit alles – unter anderem mit Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen. Man merkt: Die Europawahl steht kurz bevor und es ist ernst.

Gefeiert werden darf natürlich trotzdem, etwa beim Wilde Renate Showcase im White Noise oder mit Jakob Mäder im Holzapfel. Hier kommen unsere Tipps:

Foto: Unsplash/Diao Darius

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10 Tipps für den besten Tanz in den Mai

Nach dem Wochenende ist vor dem Feiertag – endlich darf sich der Dienstag ganz offiziell nach Freitag anfühlen. Das sind unsere Tipps für den besten Tanz in den Mai.

Stuttgart – Diese Woche steht euch ein Tuesday-Turn-up der allerfeinsten Sorte ins Haus, denn heute wird wild, laut und experimentierfreudig in den Mai getanzt. Der ganze Kessel brodelt und droht zu explodieren. Unter anderem auf DER Dancehall-Party des Jahres – der Anlass: 20 Jahre Sentinel Sound. Außerdem treffen im Icecafé Adria Orient auf Okzident und in der Schräglage Apfelsaft auf saftige Hip-Hop-Tunes. Ach, und am Ende landen irgendwie alle im 1. Stock…

Tanz in den Mai oder Franz in den Maik?

Ja, der Tanz in den Mai verspricht ein wildes Sammelsurium an Partys. Hier kommen unsere Tipps – be prepared:

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