Stuttgart demonstriert für Vielfalt

Tausende Stuttgarter haben am Freitag auf dem Karlsplatz gezeigt, dass der Protest in der Stadt friedlich, kreativ und vielfältig ist.

Stuttgart – Es dauerte eine Weile, bis die Stuttgarter Reaktion auf Chemnitz folgte. Nach einer kleinen Demo am 29. August auf dem Marienplatz folgte am Freitagnachmittag die Kundgebung „Gemeinsam Vielfalt leben“. Mehrere tausend Menschen verwandelten den Karlsplatz in ein buntes Meer aus Regenbogenfahnen und Protest-Plakaten.

Zahlreiche Bündnisse und Parteien haben aufgerufen

Zu Hunderten strömten Menschen aus Richtung Königstraße und Charlottenplatz in Richtung der Demo, zu der das Bündnis aus „100% Mensch“, „DISKONTEXT“ und „Bündnis Vielfalt für Alle“ aufgerufen hatte. Nachdem zunächst nur 1000 Demonstranten vom Veranstalter angekündigt waren, wurde die Zahl nach den Ereignissen in Chemnitz auf 6000 bis 8000 nach oben korrigiert.

Schon zu Beginn der Veranstaltung freute sich Moderator Holger Edmaier („100% Mensch“) über die Vielzahl an Demo-Teilnehmern, die im Laufe der auf 14.30 Uhr recht früh angesetzten Demo immer weiter anwuchs. Das zeige, wie eng die Stuttgarter und die Baden-Württemberger zusammenhalten würden.

Der Grund für die Demonstration war ursprünglich der „Bus der Meinungsfreiheit“, der am Freitag auf dem Stuttgarter Marktplatz Halt machte und einige wenige Bildungsplan-Gegner anlockte. Nach dem Aufmarsch rechter Gruppierungen und Parteien hatte sich die Demo „Gemeinsam Vielfalt leben“ aber ebenfalls zu einer Demo mit dem Motto „Wir sind mehr“ entwickelt, zu der zahlreiche Bündnisse und Parteien aufgerufen hatten.

„Irgendwelche Typen mit Hundekrawatten“

„Auch die Parteien im Rathaus sind vertreten“, bemerkte sogleich Oberbürgermeister Fritz Kuhn zu Beginn seiner Rede und fügte an, „jedenfalls die wichtigen“. Grüne, CDU, SPD, FDP, Linke und Freie Wähler hatten zu der Demo aufgerufen. Lediglich die AfD blieb der Demo fern.

Stuttgart sei eine Stadt der Vielfalt, die sich durch die Vielfalt nicht angegriffen, sondern ermutigt fühle, sagte Kuhn. Auch wenn der Rassismus bedauerlicherweise den Bundestag erreicht habe, wolle er sich nichts von „irgendwelchen Typen mit Hundekrawatten“ sagen lassen. „Seid wachsam, kümmert euch umeinander und kämpft gegen diesen Mob“, empfahl er den Zuschauern zum Ende seiner ergreifenden Rede, die vom Publikum mit einem sehr langen Applaus gewürdigt wurde.

„Eigentlich müsste ganz Stuttgart da sein“

Dass der Oberbürgermeister so klar Stellung bezog, hat auch Chanti Seta gut gefallen. Die 22-jährige Stuttgarterin war mit ihrem Freundeskreis zur Demo gekommen und freut sich über das bunte Publikum. Gekommen ist sie, „weil ich denke, dass es wichtig ist, präsent zu sein und zu zeigen, auf welcher Seite man steht“. Mit der Anzahl der Teilnehmer sind die drei Freunde zufrieden, obwohl eigentlich ganz Stuttgart da sein müsste, meint Judith Trenz.

„Das macht Mut“, bringt Michael Scheifele sich ein. Derzeit schaukle sich eine ausländerfeindliche Stimmung hoch, die einzelne Ereignisse instrumentalisiert. „Das ist deren Geschäftsmodell“, sagt Michael. „Traurig“, findet Judith, „dass man dafür auf die Straße gehen muss, dass alle Menschen wertvoll sind“.

Michael Scheifele, Judith Trenz und Chanti Seta

Drei Freunde gegen rechte Propaganda, rechte Gewalt und Homophobie

David Neumann (39) ist mit seinen Freunden Dustin Ullmann (30) und Felix Kahnt (30) gekommen, „um ein Zeichen zu setzen gegen rechte Propaganda und rechte Gewalt“. Auch Homophobie sei für sie ein wichtiges Thema, deswegen hatten sie unabhängig von den Ereignissen in Chemnitz geplant, die Demo auf dem Karlsplatz zu besuchen.

Die Masse an Menschen sei kein Vergleich zu den Demos zuvor. Trotzdem sagt David, „es wäre wünschenswert, wenn noch mehr kommen würden“. Stuttgart sehe er als Vorreiterstadt, was Integration und Vielfalt betreffe. „Ich als Schwuler habe noch keinerlei Anfeindungen erlebt“.

Felix Kahnt, David Neumann und Dustin Ullmann

Analoger Protest abseits von Pöbeleien im Netz

Caroline d’Orville findet, man müsse den Protest auf die Straße bringen, sie sei da, um „analog Position zu beziehen“. Sie wolle sich insgesamt gegen die populistischen Strömungen positionieren. Online tue sie das bereits, etwa auf der Plattform Reconquista Internet. Weil die vielen Pöbeleien im Netz aber anstrengend seien, versuche sie eben auch analog dabei zu sein.

Die 35-Jährige freut sich darüber, dass auch Musiker auf der Demo vertreten sind. Etwa ein Chor der Stuttgarter Oper, der Rapper KWADI oder Noah Kwaku mit seiner Band. Der hatte sich auch schon vorab geäußert: „Es sind so turbulente Zeiten, dass ich es für wichtig empfinde, Menschen mit Musik zu erreichen und zu verbinden.“

Caroline d'Orville

„Eure Kinder werden so wie wir!“

Die positive Stimmung auf dem Karlsplatz erfasste die Menge, die sich von der Rückseite des Landesmuseums bis hin zum Reiterdenkmal erstreckte. Zwischenzeitlich mischte sich auch der Oberbürgermeister unter die Demonstranten und verfolgte die Demo aus der ersten Reihe. Einige Meter weiter von ihm war auch Gökay Sofuoğlu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg, in der friedlichen Menge zu sehen.

Das Auge der Polizei lag eher auf dem Marktplatz, wo Demonstranten in Richtung des von ihnen selbst betitelten „Stussbusses“ skandierten: „Eure Kinder werden so wie wir.“

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Stadtkind on Tour: 5 Gründe für einen Korsika-Trip

Stadtkind-Autor Peter kennt Korsika noch von den zahlreichen Urlauben mit seiner Familie. Diesen Sommer ist er auf die Insel zurückgekehrt und hat euch fünf Gründe für eine Korsika-Reise mitgebracht.

Stuttgart – Korsika ist ein kleines Paradies, das seinen charmanten Kontrast aus Strand und Gebirge seit Jahrzehnten konserviert. Die Korsen versperren sich seit jeher den riesigen Hotelburgen und verschrecken mit einer gesunden Portion Ignoranz die internationale All-Inclusive-Szene. Trotzdem ist für alle Urlaubstypen was dabei, ob Airbnb, Campingpatz oder Hotel. Warum ihr den nächsten Urlaub auf Korsika schon jetzt planen solltet? Hier kommen fünf Gründe:

An karibischen Stränden relaxen

Die französische Insel ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel im Mittelmeer und bietet entsprechend viele Küstenkilometer. Während es im Westen auch vereinzelt Stein- oder Kiesstrände gibt, befinden sich im Norden, Süden und Osten praktisch nur Sandstrände. Besonders schön sind die Strände in der Region um Porto-Vecchio.

Die Stadt im Südosten der Insel ist ein beliebtes Ziel italienischer und französischer Touristen, die es an die malerischen Strände von Santa Giulia, Cala Rossa, Pinarellu und Palombaggia zieht. In den drei Buchten von Palombaggia kommen auch Schnorchler auf ihre Kosten, das Wasser ist warm und seicht. Wer zu viel Energie hat, schwimmt eine Runde zu den Felsen vor der Bucht.

Warum nicht mit ein bisschen Meeresrauschen im Hintergrund weiterlesen?

Winzige Bergdörfer entdecken

Auf der Fahrt durch die schmalen, bergigen Straßen passiert es auf Korsika immer wieder: Plötzlich steht man in einem malerischen Dorf, das zugleich als Postkartenmotiv und Spielstätte eines Independent-Films herhalten könnte. Am Mittag ist man in den Dörfern mit der Hitze alleine, die Bewohner ruhen hinter den kühlen Steinwänden. Ein paar Kätzchen und Hunde, Bienen und Hummeln und das Klappern einiger vertrockneter Blätter sind das einzige, was die Ruhe durchbricht.

Von den Dörfern wie Santa-Maria-Poggio ist oft noch ein Blick auf die Ostküste Korsikas und das Meer möglich. Ohne Auto lohnt sich auch eine Wanderung, allerdings sollte man dafür nicht die heißesten Monate Juli und August wählen.

In Flüsse springen

Durch Korsikas gebirgiges Inland schlängeln sich einige größere und eine Vielzahl von kleinen Flüssen, die sich in natürlichen Becken, sogenannten Gumpen, aufstauen. Das Wasser ist entsprechend kalt, im Juli oder August aber genau das richtige nach einem kürzeren oder längeren Marsch. Oft gibt es auch Wasserfälle und Klippen, von denen höhere Sprünge möglich sind.

Tipps für solche Badestellen holt man sich entweder aus Reiseführern, von Einheimischen oder auf der Seite Paradisu. Dort sind einige Badestellen samt GPS-Koordinaten und Anfahrtstipps aufgelistet. Die Flussbadestelle auf den Bildern unterhalb heißt Bala und befindet sich etwa 20 Autominuten von Porto-Vecchio entfernt.

Durch historische Städte streifen

Neben der inoffiziellen Hauptstadt Korsikas Corte im Zentrum der Insel finden sich viele der malerischen Städte entlang der Küste. Porto-Vecchio, Bastia und Ajaccio liegen auf der südlichen Hälfte, Calvi und Bastia im Norden. Wer mit der Fähre von Genua oder Livorno nach Bastia fährt, dem empfiehlt sich ein Schlenker Richtung Westen nach Calvi. Die Bucht bietet einen für Korsika erstaunlich langen Sandstrand; in dem kleinen Städtchen reihen sich in den Gassen korsische Feinkosthändler und Restaurants aneinander.

Wichtig: Mit den Einheimischen lieber schlechtes Französisch oder Italienisch sprechen. Wer gleich mit Englisch ankommt, kommt oft nicht weit. Schon ein paar Wörter und Sätze auf französisch erweisen sich dagegen als wahre Türöffner.

So klingt die Insel bei Nacht:

Die Insel von oben bestaunen

Wenn es eine Insel gibt, die sich zum Wandeln lohnt, dann mit Sicherheit Korsika. Die Insel besitzt über 120 Zweitausender und bietet sowohl für Einsteiger als auch für geübte Kletterer unzählige Touren. Wer viel wandern möchte sollte eher im Frühjahr oder im Herbst auf die Insel kommen, oder am besten noch vor Sonnenaufgang aufbrechen. Es gibt auf Korsika sogar einen Fernwanderweg (G20), der sich auf knapp 200 Kilometern von Calenzana im Norden bis nach Conca im Süden erstreckt.

Wer im Hochsommer unterwegs ist und es erstmal ruhig angehen lassen möchte, kann zum Beispiel im Süden mit dem Auto zum beliebten Strand von Roccapina fahren. Von dort kann man über einen kleinen Berg mit einem zerfallenen Genueserturm in die nächste Bucht namens Erbaju. Den langen Sandstrand hat man dann fast für sich alleine.

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Hoodcheck: Waldebene Ost – Wangener Höhe

Stuttgart hat mehr zu bieten als Mitte, Süd, Nord, West und Ost. Im Hoodcheck zeigen wir euch die schönsten Ecken abseits der üblichen Pfade.

Stuttgart – Für den ersten Hoodcheck geht es durch den Stuttgarter Osten raus in den Wald. Von der Geroksruhe fahren wir entweder mit dem Rad, dem Auto oder dem Bus 64 links weg Richtung Waldebene Ost. Leider soll der Probebetrieb laut SSB zum Ende des Jahres wieder eingestellt werden. Also beeilt euch, solange er noch fährt! Der Ausflug eignet sich bestens fürs Wochenende, nachmittags funktioniert aber auch. Vorsicht! Einige der Restaurants haben montags beziehungsweise dienstags geschlossen.

Waldheim Gaisburg

Das Waldheim Gaisburg gilt seit 1911 als Waldheim der Arbeiterbewegung im Stuttgarter Osten, seit der Gründung ist es eng mit der Gewerkschafter-, Arbeiter- und Friedensbewegung verbunden. Das lässt sich im Waldheim gut erkennen am sozialistisch angehauchten Wandschmuck à la Che Guevara. Von oben kommend sollte man auf dem Weg unbedingt noch einen kleinen Abstecher zum Stuttgarter Funkturm machen. Der 93 Meter hohe Turm dient dem Polizei- und Feuerwehrfunk, ist öffentlich aber nicht zugänglich. Außerhalb des Waldheims gibt es eine große Terrasse mit bestem Blick Richtung Gaskessel, der auf den unteren grasbewachsenen Terrassen von den Baumwipfeln verdeckt wird. Seit April gibt es neue Pächter im Waldheim. Die Getränke halten, was sie versprechen. Bei den Gerichten ist noch Luft nach oben.

Schillerlinde

Zwar hat Schiller hier nie persönlich gesessen, trotzdem wurde die Aussichtsanlage am 12. Mai 1905, seinem 100. Todestag, mit der Pflanzung eines Lindenbaumes eingeweiht. Seitdem gilt die Aussicht hoch über dem Neckar als eine der schönsten Stuttgarts, mit Blick über die Weinberge, Wangen, Hedelfingen, Cannstatt, Obertürkheim und Untertürkheim. Seit einem Blitzeinschlag 1965 wird die Linde übrigens von Eisenstangen zusammengehalten und lebt – zumindest bis jetzt – weiter. Parkplätze gibt’s bei der Schillerlinde keine; am besten man geht die letzten Meter zu Fuß.

Minigolf Neckarblick

Nach dem Marsch vorbei an den Gärten und Wiesen sollten zur Abwechslung auch mal die Hände zum Einsatz kommen. Warum nicht mit einer Runde Minigolf an der Gaststätte Neckarblick? Die Anlage mit Panoramablick und 18 Loch liegt oberhalb der Gaststätte und Gartenterrasse, Dienstag bis Sonntag ist hier ab 12 Uhr Betrieb. Im Restaurant gibt’s Schnitzel, Spätzle, Zwiebelrostbraten und alles gegen den Durst.

Waldheim Wangen

Im hinteren Teil der Wangener Höhe laden die Schembergers dazu ein, auf ihrer Terrasse unter der alten Kastanie zu verweilen. Die Standardkarte ist klassisch regional. Vegane Speisen sind immer auf der Karte, vegetarische sowieso. Beim Einkauf von Fleisch achten die Betreiber auf artgerechte Haltung der Tiere auf der Weide. Das Waldheim liegt wunderschön im Grünen und bietet auch kleine und feine kulturelle Veranstaltungen, wie Musik, Lesungen, Kinderzirkus, Brotbackkurse und Wildkräuterlehrgänge. Neben dem Waldheim befindet sich eine riesige Wiese mit Spielplatz.

Piri Reis

Umringt von den Sportanlagen des TB Gaisburg, des FV 1896 Stuttgart, des SV Gablenberg und der Spvgg S-Ost befindet sich die Spielstätte des SV Özvatan. Am Rande des staubigen Sandplatzes liegt das Restaurant Piri Reis, das mit jeder Menge türkischen Spezialitäten auf der Karte lockt. Alle Speisen sind halal, Alkohol sucht man auf der Karte vergebens. Die Vorspeisenkarte bietet Feines von Cig Köfte (türkische Frikadellen) bis Sigara Böreği (Teigröllchen mit Käsefüllung), die Hauptspeisen wie Kalbsspieße, Lammkoteletts oder Dorade kommen im Tontopf aus dem Holzofen oder vom Grill. Tipp: Das sonntägliche Frühstücksbuffet für zehn Euro (10 bis 13 Uhr).

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Imkern: Dann klappt’s auch mit den Nachbarn

Seit drei Monaten kümmern sich Kerstin und Tim im Stuttgarter Westen um zwei Bienen-Jungvölker. Die pelzigen Insekten erweisen sich dabei als echte Kontaktknüpfer.

Stuttgart – Einmal die Woche steigen Kerstin Rack und Tim Hagemann derzeit die Stufen zu ihren zwei Bienenvölkern auf. In einem Hinterhof unweit des Rosenbergplatzes liegt das steil abfallende, verwucherte Gartenstück, in dem ihre Bienen ein Zuhause gefunden haben.

Stadtmenschen in der Natur

Seit Juni stehen die zwei Bienenkisten dort am höchsten Punkt, der Garten wird von den Bewohnern des Mehrfamilienhauses sonst nicht weiter genutzt. Jetzt, Ende des Sommers, seien die Bienen schon nicht mehr so entspannt, weil sie selbst nicht mehr viel Nektar finden. Das Schutzhemd tragen sie zwar, den Schleier für Kopf und Hals legen sie aber trotzdem nicht an.

Im Vorjahr noch, hatten die Architektin und der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Windenergie ein Hochbeet auf dem Züblin-Parkhaus im Bohnenviertel bewirtschaftet, das sei nun in diesem Jahr durch die Bienen abgelöst worden. Tim wurde die Lust an den Bienen von seinem Vater vererbt, der seit 30 Jahren imkert. Seit etwa vier Jahren hat er selbst mit dem Gedanken geliebäugelt, seine eigenen Völker zu pflegen.

Für Bewohner der Innenstadtbezirke besitzen die beiden 28-Jährigen eine starke Naturverbundenheit. In diesem Jahr kam der Gedanke an die Bienen dann zum richtigen Zeitpunkt, die Anmeldung zum Kurs beim Imkerverein Stuttgart war gerade offen.

Honig als „Schmiermittel“ vor Nachbars Türe

Nur der Vermieter musste noch überzeugt werden, dem zwar der Garten nicht gehört, für den er aber Wegerecht besitzt. „Er war überraschend interessiert“, erinnert sich Tim. Schnell stellte sich raus, dass dieser früher auch Imker gewesen sei und er die Idee unterstützt. „Dann haben wir die Kisten einfach aufgestellt“, berichtet Kerstin.

Am Anfang hätten sie den Nachbarn im Haus noch ein Glas Honig als „Schmiermittel“ vor die Tür gestellt, die Reaktionen seien seither auch durchweg positiv. Einige der Nachbarn hätten schon an den Kisten vorbeigeschaut, wenn Kerstin und Tim dort zugange waren. „Seitdem haben wir überhaupt mehr mit den Nachbarn zu tun“, sagt Tim und grinst.

50 bis 70 Euro kostet ein Jungvolk

Im Juni bevölkerten die Bienen einen Kasten halb, den zweiten voll. Ein voller Kasten fasst etwa 40.000 bis 50.000 Bienen. Die Königinnen haben Kerstin und Tim auch schon getauft: Queen B und Khaleesi. Zweiterer entstammt der HBO-Serie Game of Thrones. Ein Jungvolk kostet etwa 50 bis 70 Euro und kann direkt über den Imkerverein gekauft werden. Von dort bekommen die zwei auch ihr Imker-Know-how. Anfang des Jahres habe es eine Informationsveranstaltung des Landesbieneninstituts an der Uni Hohenheim gegeben, der ganze Audimax sei voll gewesen. „Die meisten die dort waren haben auch Kurse angefangen“, erzählt Tim.

Bienen-Support per Whatsapp

Ein Jahr lang einmal im Monat besuchen die beiden den Kurs, „damit man den ganzen Zyklus auch mal mitmacht“, sagt Kerstin. Eine Prüfung muss nicht abgelegt werden, im Endeffekt kann jeder imkern. Da der Umgang mit den Bienen aber viel Erfahrungssache sei, helfe es, „sich mit Leuten zu unterhalten“, meint Tim. Einen Ansprechpartner beim Imkerverein zu haben, den man im Notfall auch per Whatsapp kontaktieren könne, sei deswegen super. Vom Verein können sie sich dann für ihre erste Honigernte auch die Schleuder ausleihen.

Auch mit Tims Vater werde am Telefon jetzt ausschweifend über das Imkern gefachsimpelt. „Mein Vater ist so stolz“, sagt Tim und lacht. Ihr neues Hobby sei auch dafür verantwortlich, dass sie mehr Kontakt hätten. Echte Kontaktknüpfer eben, diese Bienen.

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Festival-Bericht: „Wasser mit Geschmack“

3200 Besucher feierten am Samstag auf dem Festival „Wasser mit Geschmack“ zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen, das vor sechs Jahren auf Omas Obstwiese startete.

Heubach – Gut gerüstet laufen die zumeist jungen Festivalgänger am Samstag entlang der Heubacher Straßen, das vorerst abrupte Ende des Sommers hat auch vor der Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern keinen Halt gemacht. Trotz miesem Wetter tingeln massenhaft gut gelaunte Menschen in übergroßen Regenparkas in Richtung „Wasser mit Geschmack“. Wer vorhatte, viel Haut zu zeigen, muss sich mit einer Jacke zufriedengeben. Die Sonnenbrillen gehören dagegen beim Techno-Publikum zur Grundausstattung, da ist das Wetter nicht entscheidend. 3200 „Wasser mit Geschmack“-Tickets waren schon im Vorfeld verkauft worden – „Ausverkauft“ posteten die Veranstalter Wochen vor dem Event auf ihren Social-Media-Kanälen.

Ein Festival von Freunden für Freunde

Der Südwesten ist nicht gerade bekannt für Festivals, bei denen House und Techno das musikalische Programm dominieren. Insbesondere am Rande des Remstals zwischen Schwäbisch Gmünd und Aalen würden die meisten eine solche Veranstaltung wohl kaum vermuten. Doch dort, wo 25 Jahre lang das „Umsonst und draußen“-Festival organisiert wurde, hat sich in den vergangenen sechs Jahren ein kleines Festival zu einer festen Instanz entwickelt. 2013 hatte das erste „Wasser mit Geschmack“-Festival noch auf Omas Obstwiese stattgefunden, 300 Besucher kamen zur ersten Ausgabe. Unter dem Motto „Von Freunden für Freunde“ wurden die Eintrittsbänder kostenlos im Freundeskreis verteilt. Seitdem steigen die Besucherzahlen jedes Jahr an.

2015 zog das Festival von der Obstwiese in die Stellung, ein schmales Tal unterhalb der Burgruine Rosenstein. Von drei Bühnen wurden die Gäste am Samstag mit House, Techno und Disco beschallt, die beeindruckende Soundtechnik kommt dabei von der österreichischen Firma Lambda Labs. Chen Hen Mai, einer der fünf Veranstalter, die sich alle aus Heubach kennen, sieht den Erfolg des Festivals in dem großen Aufwand, den die fünf jedes Jahr betreiben. „Viel viel Liebe“ steckten sie jedes Jahr aufs Neue in das Festival. „Die Gäste schätzen, dass wir es ihnen so schön wie möglich machen“, vermutet der 32-jährige Kreativleiter des Festivals.

Jedes Jahr ein neues Thema

Jedes Jahr gibt es ein Thema, das Deko-Elemente und Licht bestimmt. Nach dem Motto „Tieftreiben“ im Vorjahr, bei dem Quallen, Fische und Seeungeheuer das Bild bestimmten, brachen die fünf Jungs in diesem Jahr weiter nach unten durch. Passend zum Motto „Unter der Erde“ wurden auch die drei Stages Bergwerk, Durchbruch und Vergessene Welt getauft. Große Plastiken, u.a. ein Flugsaurier und ein rotierender Bohrer, unterstützen Lichteffekte und Nebelschwaden und verlegten das Festival in dem grünen Tal unter Tage. „Deko ist uns sehr wichtig“, verrät Chen Hen Mai. Mit der Zeit seien mehr und mehr Freunde dazugekommen, die ebenfalls Spaß daran haben.

Mit Acts wie den Italienern Moonwalk, die ihre Platten auf Oliver Koletzkis Label „Stil vor Talent“ veröffentlichen, dem Berliner Stefan Biniak oder den Liveacts Jonas Saalbach und Einmusik, bringen die Veranstalter große Namen der Szene in den Ostalbkreis. Der Exil-Stuttgarter Niklas Ibach, bekannt durch House-Remixe bekannter Popsongs, spielte das erste Mal unter seinem Techno-Pseudonym Max Marsalle. Aus Stuttgart waren außerdem die „Ottencrew“ und die Jungs von „Midnight Service“ mit Showcases auf der Disco Stage vertreten.

Gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Auch den DJs machte der plötzliche Temperatursturz teilweise zu schaffen. Stefan Biniak, der direkt aus Rumänien anreiste, hatte keine lange Hose im Gepäck, dafür aber wenigstens eine Regenjacke. Das sei seine Standardausrüstung, „die hat mich heute gerettet“. Beim „WMG“, wie die Organisatoren es nennen, war Biniak zum ersten Mal. Das Festival sei für ihn aufgrund der Tallage etwas Außergewöhnliches. „Die Stimmung ist so, dass es die Leute mitzieht.“ Getrübt werden konnte diese auch nicht von den zwischenzeitlichen Regenschauern. „Wasser mit Geschmack“ eben.

Bei der Stadt Heubach komme das Festival auch gut an, freut sich Chen Hen Mai, im Grunde gebe es gar keine Beschwerden. Tontechniker kümmern sich darum, dass die Musik nur dort gehört wird, wo sie auch gehört werden soll, nämlich vor den Bühnen. Das Ergebnis ist zweifellos gut. Obwohl die Bühnen recht nah beieinanderliegen, überlagert sich der Sound nicht. Wer vor einer der Bühnen steht, kann sicher sein, auch nur die dortige Musik zu hören. Am Sonntag würden die Veranstalter außerdem dafür sorgen, dass die Straßen von Flaschen oder sonstigem Müll befreit sind. „Das funktioniert sehr gut“, sagt Chen Hen Mai.

Wie geht es weiter?

Viele der Gäste des Festivals kommen aus der Gegend, einige aus Stuttgart. Trotzdem würden die Jungs auch merken, dass inzwischen auch Besucher aus Hessen oder Berlin anreisen. Dass das Festival jetzt auch überregional Anerkennung findet, sei etwas, dass die Jungs antreibt. Obwohl das Festival nur einen Tag läuft, kann von Freitag bis Sonntag auch gecampt werden.

Ob das Festival im nächsten Jahr erneut wachsen wird, ist noch unklar. „Wir können erst danach bewerten, wie wir mit der Kapazität umgehen“, erklärt Chen Hen Mai. Die Jungs aus Heubach wollen nicht überheblich werden und alles Schritt für Schritt machen. Damit dürften sie die Sympathien der Stadt, der Besucher und der DJs auf ihrer Seite haben.

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Fluxus: Schon fast vergessen

Never Forget Fluxus? Eine Mall, ob alternativ oder nicht, sollte es höchstens ins Kurzzeitgedächtnis der Stuttgarter schaffen, findet unser Kolumnist Peter Buchholtz.

Stuttgart – Zwei Mädchen im Teenageralter stehen vor der Holzwand, die den Durchgang zur Calwer Passage nun versperrt, und damit den Eingang in die den Stuttgartern heilig gewordenen Fluxus-Hallen. Mit herunterhängenden Schultern und enttäuschtem Blick aufs Smartphone stellen sie fest: hier gibt es keine „Alternative Shopping Mall“ mehr. Kaffee und Croissant müssen wohl woanders bestellt werden, damit sich der Insta-Tag doch noch gelohnt hat.

Die Fluxus-Schweigeminute geht zu Ende

Während in Stuttgart-Mitte langsam die Schweigeminute für das Fluxus-Aus zu Ende geht, wird der Fortbestand einiger Läden bejubelt wie ein freier Parkplatz in Stuttgart-West. Der Kollege Ingmar Volkmann brachte es im Juni auf den Punkt, als er über die neue Heimat der Bar Tatti schrieb: „Was alle vorzeigbaren Menschen in Stuttgart unter 40 in den vergangenen Wochen beschäftigt hat, war nicht die Frage, wo bezahlbarer Wohnraum herkommen soll, wieso dieser eine Onkel aus Bayern die Bundeskanzlerin so sehr nervt oder wer die WM gewinnen wird (Deutschland nach Toren von Özil und Gündogan), sondern wohin die Bar Tatti ziehen wird.“

Dass der Autokorso ausblieb, liegt nur daran, dass das Fluxus-Publikum Bahn und Stella fährt. Und dass es im schicken Tatti-Merchandise bisher noch keine Autofahne gibt. Und vermutlich auch nie geben wird.

Der gemeinsame Nenner von Fluxus, Gerber und Milaneo

Dabei ist nichts an den Bar- und Einkaufskonzepten im „Alternativen Einkaufszentrum“ falsch, über das 2015 im Kontext von Gerber- und Milaneo-Eröffnung sogar die taz berichtete. Das Fluxus war ein Gewinn für die Stadt, keine Frage. Nur sollten die Stuttgarter fluxustechnisch vielleicht doch lieber mal die Kirche im Dorf lassen und runterkommen. Die Einkaufs- und Gastro-Konzepte waren und sind zwar offenbar alternativ, doch im Grunde ging es im Fluxus genauso wie im Gerber und im Milaneo darum, dass das Publikum den Geldbeutel rausholt. Kein Geld = keine Freizeitgestaltung im „Alternativen Einkaufszentrum“.

Konsum und Kultur kann man schon mal verwechseln

Wie Stuttgart und damit auch die ansässige Presse den Konsumtempel in klein abgefeiert hat (ja, auch wir) und immer noch abfeiert, zeigt, wie schlimm es doch um Stuttgart steht. Konsum und Kultur, das kann man eben schon mal verwechseln in der Landeshauptstadt. Schade, dass Projekte, die ähnliche Aufmerksamkeits-Hypes verdient hätten, Contain’t etwa, oder die Kulturinsel, von der Stuttgart-Mitte-Posse dagegen ganz schön schnell vergessen wurden. Komisch, dass da Leute nach Leipzig und Berlin abwandern.

Was aussieht wie die stylische Inneneinrichtung eines Pop-Up-Stores ist in Wahrheit nur ein gewöhnlicher Bauzaun.

Erinnerungen an eine Mall hingegen, egal ob alternativ oder konventionell, sollten es doch im Grunde genommen höchstens ins Kurzzeitgedächtnis schaffen. War da jetzt ein Pop-Up-Tattoo Studio oder ein Craft Beer Laden drin? Ach, ist doch eigentlich auch egal. Already forgotten!

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Kulturpark Open Airs vor dem Aus

Im Sommer 2017 konnten die Jungs um das Label Loveit drei Veranstaltungen im Kulturpark auf die Beine stellen, dieses Jahr wurde nur ein Open Air genehmigt.

Stuttgart – Zufrieden wirkt Tobias Rückle, Veranstalter und Gründer der Initiative „Sociocultural Playground“, nicht gerade, wenn er über die Planung der Open Airs im Kulturpark Berg spricht. Trotz persönlicher Projektvorstellung im Bezirksbeirat Ost und Klinkenputzen beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie dem Amt für öffentliche Ordnung wurden von drei angestrebten Veranstaltungen im Juli und August gerade mal eine genehmigt. „Letztes Jahr hatten wir hier drei Veranstaltungen und hätten sogar eine vierte genehmigt bekommen“, sagt Rückle, den viele sonst vom Houselabel „Loveit“ und den Veranstaltungen der Crew kennen.

Nur ein Termin wurde genehmigt

Gemeinsam mit den Veranstaltern „Quo Vadis“ und „Who the fuck“ wurde im April 2018 die Initiative „Sociocultural Playground“ gegründet. Der Kerngedanke: Durch Fördergelder aus dem Bezirksbeirat kostenlose Veranstaltungen im Kulturpark Berg anzubieten. Dabei geht es selbstverständlich immer um elektronische Musik, die Partys sollten tagsüber stattfinden, zugänglich für alle Altersgruppen, „niedrigschwellig“ im Behördendeutsch.

Die Bewilligung des Formats im Bezirksbeirat sei laut Rückle kein Problem gewesen, eine Förderung von wenigstens 2.800 Euro für Lärmvermeidungsmaßnahmen sei auch noch genehmigt worden. Doch für die drei Termine wurde lediglich für einen die sogenannte Flächenüberlassung vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt erteilt, welche für Genehmigung von Veranstaltungen im Kulturpark Berg zuständig ist. „Für mich ist es das letzte Mal, dass ich das mache“, sagt Rückle. Er gehe ein großes finanzielles Risiko ein, immer mit der Angst im Hinterkopf, dass vielleicht gar alles abgeblasen werden müsse.

Im Anschluss wird im Fluxus weitergefeiert

Und auch die Veranstaltung, die ursprünglich von 15 bis 22 Uhr geplant war, wurde um weitere zwei Stunden verkürzt und fängt nun erst um 17 Uhr an. Zudem müssen stündlich durch einen Tontechniker an drei Messpunkten Lautstärkewerte überprüft werden, um Grenzwerte einzuhalten. Das Problem seien weniger die Behörden selbst, sagt Rückle, sondern die Anwohner, die schon im Voraus Sturm liefen.

Am heutigen Samstag wird deswegen für dieses Jahr zum vorerst letzten Mal im Kulturpark Berg gefeiert. Ab 17 Uhr geht es los, nach 22 Uhr wird dann offiziell bei der Closing Party im Là pour là weitergefeiert.

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Flanking: Über einen Modetrend, der keiner ist

Der vermeintliche Modetrend „Flanking“ ist jetzt auch in Stuttgart angekommen, sagen die Kollegen der Stuttgarter Nachrichten. Stadtkind-Redakteur Peter Buchholtz ist der Meinung: Nicht jeder muss über Mode sprechen. Er macht’s trotzdem.

Stuttgart – „Flanking“ soll der neue Modetrend sein, meinen die Kollegen der Stuttgarter Nachrichten in einer Kolumne. Die Stadtkind-Redakteure (und nicht nur die, sondern auch viele Leser) fragen sich derweil: Warum ist der erst nach fünf Jahren hier angekommen? Auch der Rest der Stuttgarter gibt sich seit Jahren gefangen zwischen Trends wie dem Layer-Look und knallroten Turnschuhen.

Teils unfreiwillig, weil Mann beim Friseur auch heute noch die von Testosteron triefende Presseschau aus Focus, Autozeitschrift und Grillmagazin vorgelegt bekommt. Nicht jeder muss – vielleicht auch aus modischen Gründen – die neue 032c unter dem Arm tragen. Aber eine zerfledderte Vogue liegt doch bestimmt irgendwo noch rum.

Modetrends zwischen Mercedes-Cup und Meat-Club

Bei Modeexperten gilt mittlerweile unter der Hand der Grundsatz: Wenn sich ein Modetrend bis nach Stuttgart durchgesprochen hat, dann gilt er offiziell als beendet. Da hilft es auch nicht, wenn der Journalist beim „Weissenhof-Tennisturnier um den Mercedes-Cup oder bei der Eröffnungsfeier des Meat-Clubs zweier Fußballprofis“ modische Eindrücke sammelt. Es ist schon eher fahrlässig. Bei Fußballern nach neuen Modetrends zu suchen ist etwa so, als würde man im schwäbischen Restaurant Spaghetti Carbonara bestellen und das kulinarische Ergebnis für jeden zukünftigen Besuch beim Italiener als Richtwert nehmen.

Dabei ist bekannt: Wenn Fußballer den Swag aufdrehen, hat das wenig mit Mode zu tun, dafür aber umso mehr mit Geld verbrennen. Beim Royal Ascot hat man den „Knöchel-Exhibitionismus“, den laut Bogen bisher niemand auf dem Schirm hatte, inzwischen verboten: Männer sind laut offiziellem Dresscode dazu verpflichtet, in schwarzen Schuhen mit Socken über die Rennbahn zu flanieren.

Das einzige modische Credo auf der Königstraße

Und was ist das eigentlich für ein Begriff, „Flanking“? Das klingt in etwa so unangenehm, wie wenn Markus Lanz vom „Simsen“ spricht, oder Günther Oettinger vom Internet. Benutzt wird dieser Begriff jedenfalls nicht, auch wenn man ihn bei Google findet. Aber anscheinend haben wir Glück. Denn das Positive an der Erscheinung „Flanking“ sei, schreibt Bogen, „dass bei allen, ob bei dicken oder dünnen Menschen, die Fußfessel ähnlich ist“. Das bedeutet nun, dass Uwe Bogen entweder dicke oder dünne Menschen ansonsten für unansehnlich hält. Oder, dass er sich darüber freut, dass wir im Grunde doch alle gleich aussehen. Das ist nebenbei bemerkt auch seit Jahrzehnten das einzige modische Credo auf der Königstraße.

Auf der Rennbahn ist der Modetrend verboten.

Ran an die Äffchen!

Zu guter Letzt kommen hier noch drei Trends, die man als Stuttgarter 2018 nicht verpassen sollte (*Zwinkersmiley):

Die Schallplatte: Viele kennen diesen Tonträger noch aus Zeiten vor dem Krieg. Doch 2018 feiert die Schallplatte ihr großes Comeback. Von Helene Fischer bis Andreas Gabalier – alles, was heute in Jugendzimmern angesagt ist, wird auch wieder in schwarzem Gold gepresst.

Burger: Dieser Trend stammt frisch aus den USA und verbreitet sich auch in der Landeshauptstadt rasend schnell. Leckere Burger Patties aus bestem Rindfleisch oder zerrupftem Schwein gibt es 2018 endlich auch in Stuttgart an jeder Ecke.

WhatsApp: Fax, SMS und Email – das war gestern. Heute werden Nachrichten frech per WhatsApp verschickt. Für Menschen über 40 gilt dabei: Je mehr Emojis die Nachricht schmücken, desto wahrscheinlicher ist, dass die Botschaft im Familienchat von den Kindern gelesen wird. Also ran an die Äffchen – vielleicht sind sie 2019 schon längst out.