Aktivistin aus Stuttgart: „Jedes Kind soll wählen dürfen“

Marianne Siebeck ist Schülerin und Aktivistin. Zusammen mit anderen macht sie sich im Verein „Demokratische Stimme der Jugend“ stark – und kettet sich für ihre Überzeugung auch mal an den Bundestag. Stadtkind hat mit ihr gesprochen.

Stuttgart – Marianne Siebeck redet schnell und viel. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine ganz normale Schülerin: 19 Jahre ist sie alt und steckt mitten im Abitur. Aber dann gibt es eben diese Tage, an denen sie in der Schule fehlt, weil sie Lobbyismus im Bundestag macht – oder sich an dessen Kuppel festkettet. Marianne ist Aktivistin. Sie kämpft dafür, dass Kinder und Jugendliche eine politische Stimme bekommen. Im Interview mit Stadtkind spricht die Stuttgarterin nicht nur darüber, was passiert, wenn man sich an den Bundestag kettet. Sie erzählt außerdem, warum Politiker auch nur Menschen sind und was sie mit dem Verein „Demokratische Stimme der Jugend“ erreichen will, den sie mitgegründet hat.

„Wir waren angekettet, bis sie mit dem Bolzenschneider kamen“

Stadtkind Stuttgart: Du hast dich vor einiger Zeit mit anderen an den Bundestag festgekettet. Warum hast du das gemacht?

Marianne Siebeck: Das war gemeinsam mit verschiedenen Aktivisten aus ganz Deutschland – nicht von unserem Verein aus. Ich habe schon Lobbyismus im Bundestag gemacht und gemerkt, dass mich die Politiker nicht ernst nehmen. Wir haben deshalb überlegt, wie wir unser Anliegen künstlerisch darstellen können. Und da wir künftigen Generationen untrennbar mit dem Bundestag verbunden sind, haben wir uns angekettet. Die Message dahinter war: Wir wollen eine politische Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen.

Wie lange wart ihr da angekettet?

Eineinhalb Stunden tatsächlich. Die waren dort erst sehr überfordert, aber irgendwann kamen sie eben mit einem Bolzenschneider. Wir hatten einen Brief an die Bundesregierung geschrieben, in dem wir unser Anliegen klar formuliert hatten. Wir wollten auch selbstständig gehen, nachdem wir den Brief übergeben durften. Das wurde uns untersagt und wir wurden in Gewahrsam genommen. Dann wurden die Personalien aufgenommen und nach zwei Stunden durften wir wieder gehen.

„Die Konsequenz ist: noch konsequenter sein“

Habt ihr mit der Aktion etwas Konkretes erreicht?

Unser direktes Ziel, diesen Brief zu überreichen, haben wir nicht erreicht. Im ersten Moment habe ich mich sehr geärgert, weil ich es nicht verstehen konnte. Aber drumherum ist ja viel entstanden: Wir haben es in die Medien geschafft, Aufsehen erregt und es ist eine Petition mit mehr als 50.000 Unterschriften entstanden. Es ist vielleicht ein bisschen unverhältnismäßig, deswegen jetzt eine Anzeige zu bekommen, aber die Konsequenz, die ich daraus ziehe, ist noch konsequenter zu sein. Das war nicht die letzte Aktion in diese Richtung.

Diese Anzeige macht dir nichts aus?

Das macht mir schon was aus und es hat mir auch echt Angst gemacht, aber ich habe irgendwann in meinem Leben entschieden, dass ich nicht mehr so gegen mein Gewissen handeln möchte. Dafür muss ich auch Folgen wie diese in Kauf nehmen.

„Bildung ist fast wie ein diktatorisches System“

Nun kettest du dich nicht jeden Tag an Gebäude. Du bist auch sehr aktiv in dem Verein „Demokratische Stimme der Jugend“. Was hat es damit auf sich?

Das ist eine demokratische Jugend-NGO. Entstanden ist die aus dem „Bildungsgang“. 2017 sind ganz viele Jugendliche in Stuttgart auf die Straße gegangen, weil sie unzufrieden waren mit dem Bildungssystem, wie es gerade ist. Der Verein ist eine Jugendbewegung, ein Gremium kann man fast sagen, in dem wir nicht nur einzelne Themen wie Bildung betrachten, sondern uns die Dinge grundlegend anschauen und sie verändern wollen.

Was stört euch denn an dem aktuellen Bildungssystem?

Bildung wird momentan kollektiv gedacht. Wir haben Systeme, in die man einfach reinpassen muss. Es gibt keine Möglichkeit für selbstbestimmte Bildung, für Selbstentfaltung. Man könnte fast von einem diktatorischen System in der Demokratie sprechen.

Erinnerst du dich an konkrete Situationen, in denen du das Gefühl hattest, dich in der Schule nicht entfalten zu können?

Ich erinnere mich an sehr viele Momente, in denen ich Fragen hatte, die weiter gingen, als der Lehrstoff es vorgesehen hatte. Der Lehrer sagte dann: „Das hat hier gerade keinen Platz, das passt nicht.“ Und ich habe meine Fragen zurückgestellt und konnte nur das nehmen, was der Lehrer mir gegeben hat.

„Jedes Kind soll wählen dürfen“

Eure konkrete Forderung ist unter anderem ein Deutscher Jugendrat. Was soll das sein?

In unserer Demokratie wird eine ganze Generation ausgeschlossen, die in Zukunft aber die Folgen der heutigen Entscheidungen zu tragen hat. Diese junge Generation soll auf Bundesebene ein Gremium bekommen, das ihre Interessen vertritt und es soll ein Zukunftsveto haben, beispielsweise bei Entscheidungen wie dem Kohleausstieg. Dass wir sagen können: Nein, es ist unsere Zukunft, die hier gerade verspielt wird. Der Jugendrat soll dafür sorgen, dass Jugendliche Mitentscheidungsrechte haben und mehr das Gefühl haben, ein Teil sein zu können.

Ihr setzt euch auch für ein Kinder- und Jugendwahlrecht ein. Ab wie vielen Jahren soll man denn wählen dürfen?

Ab dem Zeitpunkt, zu dem man sich selbstständig in ein Wahlregister einträgt. Jedes Kind, das wählen will, soll wählen dürfen.

Wenn meine Eltern mir als Kind gesagt hätten, ich soll mich registrieren und die oder die Partei wählen, hätte ich das vielleicht gemacht. Meinst du nicht, dass Kinder von außen manipuliert werden könnten?

Damit wäre natürlich zwangsläufig eine Veränderung in ganz vielen Bereichen verbunden. Politische Bildung hätte plötzlich ein ganz anderes Gewicht. Man müsste in der Schule viel darüber reden, wie man sich eine politische Meinung bildet. Natürlich ist Manipulation eine Gefahr, aber die müsste thematisiert werden. Und Kinder haben auch ihre eigene Meinung.

Denkst du wirklich, dass jeder Jugendliche unter 18 Jahren schon eine politische Meinung hat?

Ich bezweifle, dass die Erwachsenen alle eine haben… Das ist aber auch keine Begründung dafür, ihnen das Grundrecht der Mitbestimmung in einer Demokratie zu entziehen. Bei erwachsenen ist der IQ und die politische Bildung auch nicht ausschlaggebend für das Wahlrecht.

„Politiker sind auch nur Menschen“

In Baden-Württemberg stehen bald die Kommunalwahlen an, bei denen man schon mit 16 Jahren wählen darf. Hältst du diese Wahlen auch für wichtig?

Klar! Auf jeden Fall sollte man wählen! Nur ist man nicht nur mitverantwortlich an dem Tag, an dem man sein Kreuzchen macht. Man kann sich im Rathaus die Sachen anhören oder Rathausabgeordnete anrufen. Politiker sind auch nur Menschen. Die werden so oft als Bösewichte dargestellt – und sie verbocken auch wirklich viel – aber sie sind auch nur gefangen im System.

Was du so erzählst, klingt alles nach viel Aufwand. Du steckst gerade mitten im Abitur. Wie kriegst du das alles unter einen Hut?

Das glaubt mir kaum noch jemand, aber es ist möglich. Es geht viel mehr, als man immer denkt. Ich bin da auch nicht besonders, das ist nicht angeboren. Man muss es nur machen. Wobei ich es nicht verherrlichen will. Natürlich kämpfe ich auch mit der Schule, ich hatte die letzten Jahre nicht die besten Anwesenheiten, aber das Drumherum ist so gut, dass ich das auch innerlich irgendwie stemmen kann.

Willst du nach dem Abitur in die politische Richtung?

Viele sagen, ich soll es machen. Ich kann mir eher vorstellen, mich in das Geld- und Wirtschaftssystem einzuarbeiten. Mir will nicht in den Kopf, wie das so ungerecht sein kann, also manche Leute in Geld schwimmen, während andere verhungern. Und dann von außen auf die Politik zugehen, also mehr Lobbyismus. Mir ist der politische Apparat irgendwie zu schwerfällig. Nach dem Abi werde ich aber erstmal nach Berlin ziehen und ein oder zwei Jahre mehr Power in den Verein stecken.

Kommunal-
wahl: „Da geht mir das Politikherz auf“

Die Studentinnen Charlotte und Darina erklären Schülern, wie Kommunalpolitik funktioniert. Bestenfalls haben die Jugendlichen danach Bock, wählen zu gehen. Klingt nach keiner leichten Aufgabe. Wie stellen sie das an? Und bringt das überhaupt was?

Stuttgart – Charlotte Meyer zu Bexten redet schnell, fast außer Atem, wenn sie von ihrer Leidenschaft erzählt: Politik. Sich selbst nennt sie „ein bisschen nerdy“, was das angeht. Charlotte hat nicht nur Politikwissenschaften in Tübingen studiert, sie will auch junge Leute für Politik begeistern – oder zumindest erreichen, dass sie sich einmal damit auseinandergesetzt haben.

Politik ist gleich alte, weiße Männer auf Plakaten?

Die Studentin arbeitet als „Teamerin“ für die Landeszentrale für politische Bildung (LpB), die mit ihrer aktuellen Kampagne versucht, besonders die Erstwähler anzusprechen. So kurz vor der Kommunal- und Europawahl am 26. Mai haben Charlotte und ihre Kollegen ordentlich zu tun. Sie erklären, organisieren Planspiele, hüpfen von einer Schule zum nächsten Aktionstag, um den Schülern das nahe zu bringen, was viele erst einmal ziemlich öde finden: Kommunalpolitik. Urgh.

„Natürlich ist Politik auf den ersten Blick weder cool noch sexy“, gibt die 24-Jährige zu. Die meisten würden dabei direkt an alte, weiße Männer und irgendwelche Wahlplakate denken. Oft fehle in Sachen Kommunalpolitik einfach das Wissen, sagt Charlotte: „Das ist auch verständlich. Es ist ja schon kompliziert, überhaupt diesen Wahlzettel bei der Kommunalwahl auszufüllen.“

2014 ging nicht mal die Hälfte aller Bürger zur Wahl

Viele seien auch der Meinung, Kommunalpolitik sei sowieso nicht so wichtig. Charlotte kann das nicht verstehen: „Die Wahlbeteiligung ist nirgends so gering wie bei den Gemeinderatswahlen, dabei kann man da mit seiner Wahl doch noch am meisten bewegen! Ich will doch beeinflussen können, was direkt vor meiner Haustür passiert, oder? Bei der letzten Gemeinderatswahl im Jahr 2014 ging laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg nicht einmal die Hälfte aller Bürger zur Wahl.

Kompliziert, langweilig, sowieso nicht wichtig für mich – nicht gerade leichte Voraussetzungen für Charlotte und ihr Team, um Erstwähler doch zu erreichen. Ihr Geheimrezept: „Empathie und Augenhöhe“, sagt Darina Eberhardt, ebenfalls Teamerin von der LpB. Die Teamer sind alle zwischen 20 und 30 Jahre alt, alle ein bisschen politikverrückt und mit den Schülern meistens per Du. „Wir erklären nichts von oben runter und halten auch keinen Vortrag“, sagt die Studentin.

„Jeder sollte sich mal damit auseinandersetzen“

Das Ziel der Teamer sei auch nicht unbedingt, dass die Leute alle wählen gehen – „wobei das natürlich schön wäre“, ergänze Charlotte. „Grundsätzlich wollen wir aber einfach, dass man sich mit dem Thema mal auseinandergesetzt hat. Es steht einem dann ja auch frei, nicht wählen zu gehen.“

Im Gegensatz zu Charlotte, die schon seit zwei Jahren für die LpB arbeitet und damit quasi schon ein alter Hase ist, kam Darina erst im März dieses Jahres ganz frisch ins Team. In ihrer Familie – ihre Eltern kommen aus der ehemaligen Sowjetunion – wurde nie wirklich über Politik gesprochen. „Deswegen hat es auch sehr lange gedauert, bis ich mich dafür überhaupt interessiert habe“, erzählt sie. Heute hat sie einen Bachelor in Politikwissenschaft.

Nur selten sind die Teamer in Real- und Hauptschulen unterwegs

Gerade wegen ihrer eigenen Geschichte ist es Darina besonders wichtig, die jungen Menschen anzusprechen, die sonst mit Politik gar nicht in Berührung kommen. Deswegen finden es die beiden Studentinnen auch so schade, dass sie meistens in Gymnasien unterwegs sind und nur selten in Real- oder Hauptschulen. Die Schulen müssen auf die LpB zugehen und die Teamer buchen – und das machen eben hauptsächlich Gymnasien.

Charlotte und Darina sind dennoch davon überzeugt, dass ihre Arbeit etwas bringt. Natürlich wisse man nie genau, was in den Leuten vorgeht und ob sie am Ende wirklich wählen gehen oder nicht.  „Aber manchmal“, erzählt Charlotte, „kommt nach der Veranstaltung ein Schüler oder eine Schülerin zu mir uns sagt: ‚Hey, ich wollte eigentlich gar nicht wählen gehen und wusste gar nicht, um was es da geht. Aber jetzt geh ich vielleicht schon.‘ Da geht mir dann das Politikherz auf.“

Charlotte Meyer zu Bexten (links) und Darina Eberhardt. Foto: Lea Weinmann

Diese jungen Stuttgarter wollen in den Gemeinderat!

Lokalpolitik ist verstaubt und nur was für alte Leute? Von wegen! Diese jungen Stuttgarter beweisen das Gegenteil: Jasmin, Maximilian und Marcel machen sich für ihre Stadt stark. Stadtkind haben sie ein paar Details über sich und ihre politischen Erfahrungen verraten.

Stuttgart – Zugegeben: Kommunalpolitik, das klingt schon kompliziert, verstaubt, trocken, alt. Aber das muss nicht sein. Diese jungen Stuttgarter wollen am 26. Mai in den Gemeinderat gewählt werden. Ihre besten Polit-Stories, was sie als Bürgermeister sofort ändern würden und welche Politiker-Phrase sie wirklich nicht mehr hören können, haben sie Stadtkind verraten.

Jasmin Meergans, 24 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… Wahlheimat und mittlerweile Zuhause. Für mich ist Stuttgart deshalb ein Gefühl des Ankommens. Und auch einfach ein spannender Ort mit super vielen, verschiedenen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft.

Warum machst du Kommunalpolitik? Weil man damit direkt was verändern kann und diese Veränderung auch ziemlich schnell sieht. Außerdem kommt man mit vielen Leuten in Kontakt und ist sehr nah dran an den Menschen – im Vergleich zu anderen politischen Ebenen. Die Leute können, wenn sie wollen, direkt vor meiner Haustür stehen.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Dann kümmere ich mich um geflüchtete Menschen, helfen ihnen bei Behördengängen, Arztbesuchen, beim Lernen. Und wenn ich mal wirklich frei habe, dann bin ich gerne an schönen Orten.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Ich würde eine Initiative starten für günstigeren ÖPNV.

Traumberuf: Politiker? Nein, momentan ist mein Traumberuf Lehrerin. Was die Zeit bringt, kann ich aber natürlich nicht wissen.

Deine beste Polit-Story? Einmal habe ich Häuserwahlkampf gemacht und ein Mann öffnete die Tür und stand splitternackt vor mir. Ich habe einfach meinen Wahlkampf durchgezogen und der Mann war auch sehr nett und interessiert.

Die schlimmste Politikerphrase? Was mich besonders nervt, ist, wenn Leute sagen: „Ihr jungen Menschen habt ja keine Ahnung vom Leben.“

Was ist typisch Stuttgart? Die Mischung aus Innen- und Außenstadt: In der Innenstadt ist es sehr urban, aber man ist auch sehr schnell draußen im Grünen, wo man sich fast wie in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf vorkommt.

Jasmin kommt aus Nordhessen und ist 2013 zum Studieren in den Kessel gezogen. Sie studiert Mathematik und Chemie auf Gymnasiallehramt. Im Jahr 2012 ist Jasmin in die SPD eingetreten, seit 2014 ist sie Mitglied im Bezirksbeirat Mühlhausen. Bei der Kommunalwahl ist sie eine der beiden Spitzenkandidaten ihrer Partei.

Foto: Benjamin Hahn/Fotografie Hahn

Marcel Roth, 26 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… regelmäßig unterschätzt. Es gibt hier unzählige nice Initiativen, die so gar nicht zum Spießerimage passen, das diese Stadt immer noch hat.

Warum machst du Kommunalpolitik? Weil ich den jungen, kreativen, unangepassten Stuttgarter*innen eine Stimme geben möchte. Die brauchen nämlich mehr Platz in dieser Stadt.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Dann trinke ich Kaffee oder Bier am Marienplatz oder tanze in Stuttgarts elektronischen Clubs.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? An allen großen Straßen Spuren und Parkplätze umwandeln zu grünen Plätzen und Radwegen.

Traumberuf: Politiker? Ich habe schon erfahren, wie langsam die Dinge manchmal in einer Demokratie voran gehen. Für ungeduldige Menschen wie mich ist es deshalb vielleicht nicht der Traumberuf, aber einer, der verdammt viel Sinn macht.

Deine beste Polit-Story? Als Grüne Jugend haben wir uns für die Abschaffung des Alkoholverkaufsverbots stark gemacht. Als dann am ersten Tag nicht mehr die Supermarktkasse gepiepst hat, weil es 22.01 Uhr war und wir drauf anstoßen konnten – das war ein gutes Gefühl!

Die schlimmste Politikerphrase? „Wer ein bisschen gesunden Menschenverstand hat…“ Es gibt keinen objektiven gesunden Menschenverstand und sollte es ihn geben, dann hat der CSU-Verkehrsminister Scheuer am wenigsten davon. Der benutzt diese Phrase nämlich immer, um zum Beispiel gegen das Tempolimit zu argumentieren.

Was ist typisch Stuttgart? Das südländische Flair: Wenn die Sonne rauskommt, kommen wirklich alle aus ihren Löchern gekrabbelt. Besonders gut zu sehen in der Tübinger Straße bei mir um die Ecke, die mittlerweile mehr Hipster-Catwalk als Fahrradstraße geworden ist.

Marcel wohnt seit vier Jahren am Marienplatz und ist seit 2013 bei der Grünen Jugend – noch bis Mitte Mai als Landessprecher. Am Wochenende geht er gerne zu elektronischer Musik feiern, Rennrad fahren oder schwimmen im Hallenbad Heslach.

Foto: Jochen Detscher

Maximilian Mörseburg, 27 Jahre alt

Stuttgart ist für mich… Heimat.

Warum machst du Kommunalpolitik? In die CDU bin ich aus Interesse an der Bundes- und Landespolitik eingetreten. Dort habe ich schnell gemerkt, dass vor Ort mindestens genauso viele Entscheidungen getroffen werden, die einen persönlich berühren.

Und wenn du gerade keine Kommunalpolitik machst? Ich habe Anfang des Jahres mein Jurastudium abgeschlossen und bin jetzt Rechtsreferendar am Landgericht Stuttgart.

Was würdest du sofort ändern, wenn du OB wärst? Die Theodor-Heuss-Straße an einigen Wochenenden im Jahr für Festivals, Public Viewing oder andere Events sperren.

Traumberuf: Politiker? Jura ist mein Beruf. Politik ist mein Hobby. Das soll erst einmal so bleiben.

Deine beste Polit-Story? Die Junge Union hier aus der Gegend hat letztes Jahr einen Antrag geschrieben, der DUH (Anm. d. Red.: Deutsche Umwelthilfe) die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Dieser Antrag ging dann bis zum CDU-Bundesparteitag, wo er viel Aufmerksamkeit erregt hat. Das Magazin Monitor witterte dahinter eine große Verschwörung der „Autolobby“, da sie den ehemaligen VdA Präsidenten Matthias Wissmann auf einer CDU Homepage gefunden hatten. Dabei hat ein Freund von mir den Antrag geschrieben; Matthias Wissmann wurde dort seit Jahren nicht mehr gesehen.

Die schlimmste Politikerphrase? „Die Altparteien“

Was ist typisch Stuttgart? Die Stadtbezirke, eine starke Wirtschaft, Weinreben in der Stadt, viel Wald und leider auch viel Stau.

Maximilian ist in Stuttgart geboren und aufgewachsen. Er ist CDU-Mitglied und Vorsitzender der Jungen Union Stuttgart. Am 26. Mai kandidiert er auf Platz 5 der CDU-Liste für den Stuttgarter Gemeinderat.

Foto: privat

How to Kommunal-
wahl in Stuttgart?

Am 26. Mai ist Megawahltag in Stuttgart! Aber was wird da eigentlich gewählt? Was macht Kommunalpolitik? Und was zum Teufel ist Kumulieren und Panaschieren? Wir haben die wichtigsten Antworten.

Stuttgart – Hä, aber ist am 26. Mai nicht Europawahl? Ja. Und die ist wichtig. Genauso wichtig ist aber die Kommunalwahl. Genau, Lokalpolitik. Nein, nicht genervt wegklicken, es wird gar nicht so schlimm. Versprochen. Kommunalpolitik ist spannend, wenn man sie mal verstanden hat. Deswegen haben wir die wichtigsten Antworten auf die Fragen, die ihr schon immer hattet, aber nie zu stellen gewagt habt. Oder wir erleichtern euch einfach das Googeln. Egal wie: Go vote!

Wer darf wählen?

Wählen darf seit dieser Kommunalwahl jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in der Gemeinde hat.

Wer darf mitmachen?

Antreten können prinzipiell alle, die

  • Deutsche oder EU-Bürger sind,
  • volljährig sind,
  • seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde
  • nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind (das betrifft aber nur Sonderfälle, zum Beispiel bestimmte Beamte).

Einfacher ausgedrückt: Alle, die in einer Gemeinde leben und sich politisch einbringen wollen – egal, ob jung oder alt, erfahren oder nicht, Hausmann oder Großverdienerin.

Kleiner Haken bei der Sache: Gewählt wird anhand von Wahlvorschlägen, den Kandidatenlisten. Die muss man als Wählervereinigung oder Partei einreichen. Wer auf keiner Liste steht, kann also auch nicht gewählt werden.

Was wird da eigentlich gewählt?

Am 26. Mai ist ein Superwahltag: Neben den Europawahlen werden in den Kommunen die Gemeinderäte, Ortsräte und auch die Kreistage gewählt. Diese Wahlen finden alle fünf Jahre statt – die letzte Kommunalwahl war also im Jahr 2014.

Was machen Kommunalpolitiker?

Der Gemeinderat ist das politische Hauptorgan und die Vertretung aller Bürger einer Gemeinde. Gemeinderatsmitglieder haben viele Aufgaben – grundsätzlich bestimmten sie vor allem, was mit dem Geld in einer Gemeinde, zum Beispiel in Stuttgart, passiert. Man darf sie aber weniger als ein Parlament sehen, sondern mehr als Verwaltungsorgan, das die Verwaltung einer Gemeinde lenkt.

Je nachdem, wie groß die Gemeinde ist, kann die Anzahl der Räte zwischen acht (wie in der kleinen Gemeinde Böllen) und sechzig (so viele sind es in Stuttgart) schwanken. Die Mitglieder arbeiten alle ehrenamtlich, wobei sie je nach Größe des Rats eine Aufwandsentschädigung erhalten. Der Vorsitzende des Gemeinderats ist der (Ober-)Bürgermeister, in Stuttgart aktuell also Fritz Kuhn (Grüne).

Die Sitzungen des Gemeinderats sind übrigens öffentlich – wenn die Mitglieder also über Gelder entscheiden, kann man jederzeit dazukommen und sich das anhören.

Einen Ortschaftsrat gibt es immer dann, wenn Gemeinden verschiedene räumlich getrennte Ortsteile haben. In diesen Ortsteilen gibt es dann eigene Ortschaftsräte mit einem Ortsvorsteher an der Spitze. Sie kümmern sich um Dinge in diesem speziellen Ortsteil.

Der Kreistag trägt die politische Gewalt in den Landkreisen. Er trifft wichtige politische Entscheidungen für den Landkreis, soweit nicht der Landrat selbst – das ist der Vorsitzende des Kreistags – dafür verantwortlich ist.

Achtung, jetzt wird’s kompliziert: Stuttgart ist kein Landkreis, sondern einer von neun Stadtkreisen in Baden-Württemberg (die anderen sind Baden-Baden, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim und Ulm). Das bedeutet: Obwohl Stuttgart (genauso wie die anderen acht) nur eine Stadt ist, gehört sie keinem übergeordneten Landkreis an und darf als „kreisfreie Stadt“ alle politischen Angelegenheiten selbst regeln, die normal der Landkreis übernehmen würde.

Nochmal ausführlicher erklärt ist das alles hier.

Kumulieren, panaschieren, say what?! Wie wird gewählt?

Zugegeben: Es gibt leichtere Wahlen als die Kommunalwahl. Hier aber ein Erklärungsversuch: Alle, die wählen dürfen, erhalten erst einmal eine Wahlbenachrichtigung mit der Post. Zusammen mit der und eurem Personalausweis geht’s dann am 26. Mai in euer Wahllokal.

Bei der Gemeindewahl habt ihr dann so viele Stimmen, wie Mitglieder im Gemeinderat sitzen werden – in Stuttgart also satte 60. Die stehen alle auf dem riesigen Wahlzettel. Wer will, kann den Zettel genau so abgeben. Bei vollkommen unveränderten Wahlzetteln bekommt dann jeder Kandidat eine Stimme. Bei der letzten Kommunalwahl hat das fast die Hälfte aller Wähler in Stuttgart so gemacht. Ihr könnt eure Stimmen aber auch anders verteilen, also „kumulieren“ oder „panaschieren“.

Kumulieren bedeutet, dass man Stimmen „anhäuft“. Im Klartext: Man darf einem Kandidaten bis zu drei Stimmen auf einmal geben.

Panaschieren heißt frei übersetzt „wild mischen“. Das Panaschieren erlaubt, dass man Kandidaten von Hand auf die Liste einer anderen Partei schreiben darf oder mehrere Listen unterschiedlicher Parteien abgibt.

Aber Achtung: Wer sich verzählt und insgesamt mehr als die erlaubte Stimmenanzahl angibt, dessen Wahl wird ungültig. Also dringend nachzählen!

Allen, denen das zu schnell ging, ist dieses Erklärfilmchen vielleicht eine Hilfe:

Ist das nicht alles super unwichtig?

Bekommt Stuttgart neue Radwege? Gibt es im Rathaus freies WLAN? Werden die Preise für die Freibäder erhöht? Wie sehr werden die Museen, Theater, die lokalen Kultur- und Jugendgruppen Stuttgarts finanziell unterstützt? Das interessiert euch alles kein bisschen? Dann braucht ihr auch nicht wählen zu gehen – aber wehe, in den nächsten fünf Jahren meckert jemand!

Foto: Unsplash/Brooke Cagle

Zwei Stuttgarter wollen mit einem Elektroauto durch Eurasien

Konstantin Neumann und Marina Selezneva wollen durch Eurasien touren. 50.000 Kilometer, nur mit einem Elektroauto. Ihr Ziel: weltweit so viele nachhaltige Start-ups wie möglich vernetzen. Wie wollen sie das anstellen?

Stuttgart – In einem knappen Jahr quer durch Europa und ganz Asien, 50.000 Kilometer – und das alles mit einem Elektroauto. Was Konstantin Neumann und seine Verlobte Marina Selezneva sich da vorgenommen haben, könnte auch ordentlich schief gehen. Aber wer große Ziele und Visionen hat, der muss dafür eben große Risiken eingehen, vielleicht mal nicht alles bis ins Detail durchdenken und vor allem optimistisch bleiben.

Im ersten Semester kam das erste Start-up

Konstantin ist so ein Großdenker. Der 22-Jährige kommt gebürtig aus einem kleinen Dorf in Sachsen – was man ihm nicht anhört, er erzählt es einfach gerne. Genauso gerne und oft erzählt er die Geschichte von dem großen Garten seiner Oma, in dem in seiner Kindheit so viele Sorten Obst und Gemüse wuchsen und unverpackt auf dem Tisch landeten.

Schon früh habe er sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Zum Studieren zog es den Sachsen nach Stuttgart, er begann an der Universität Hohenheim, Lebensmittelwirtschaft und Biotechnologie zu studieren. In der Stadt und im Supermarkt musste er dann sein Gemüse in Plastik verpackt kaufen. Nur studieren war ihm schnell zu langweilig, zu gewöhnlich. Noch im ersten Semester, im März 2017, gründet Konstantin mit Kommilitonen sein erstes Start-up: nachhaltige, essbare Trinkhalme, gefertigt aus Apfelresten.

Die Studenten schaffen es mit ihrem Produkt in die Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“, verkaufen die Trinkhalme bald weltweit, sind erfolgreich. Konstantin bricht sein Studium ab und widmet sich voll und ganz der Start-up-Welt. Andere würden sich mit diesem Lebenslauf zufriedengeben, aber dem Wahl-Stuttgarter ist das nicht genug. Ihn zieht es weiter, er denkt größer.

„Das Wissen ist da, man muss nur miteinander reden.“

Vor einem guten Monat hat der 22-Jährige seine Anteile an dem mittlerweile zehnköpfigen Start-up verkauft und stattdessen gemeinsam mit seiner Verlobten den Verein „The Way We Go“ gegründet. Mit ihrer Organisation wollen sie ein weltweites Netzwerk nachhaltiger Start-ups aufbauen, den „internationalen Wissens- und Technologietransfer fördern“, wie Marina Selezneva es ausdrückt.

„Wir sind der Meinung, dass man die Probleme auf der Welt lösen kann, wenn man sie global betrachtet und angeht“, sagt Konstantin. „Das Wissen ist da, man muss nur miteinander reden.“ Mehr als 40 nachhaltige Start-ups seien dem Verein schon beigetreten, sagen die Gründer. Um ihr Netzwerk weiter auszubauen, nehmen die beiden nun den eurasischen Markt in den Fokus. Da macht sich so eine nachhaltige Reise durch fast alle Länder natürlich gut.

30.000 Euro für den Umbau, Solarpanels für die Wüste

In den Ländern wollen die beiden Gespräche führen, Interviews, Vorträge an Universitäten und in Schulen halten, Projekte wie Müllsammelaktionen starten – oder kurz gesagt: Bewusstsein für eine nachhaltige Lebenshaltung wecken. Begleitet werden sie von einem Kameramann, denn aus dem Projekt soll auch ein Kinofilm entstehen. Und natürlich wird Travelbloggerin Marina ihre Follower auf Instagram mitnehmen.

Ende Juli soll die Reise starten und zwischen zehn und zwölf Monate dauern. Dem Projekt fehlen allerdings momentan noch die nötigen Mittel: Etwa 30.000 Euro wird der Umbau eines alten Campers mit Verbrenner zu einem Fahrzeug mit Elektroantrieb kosten, schätzen die beiden. Das soll zusätzlich mit Solar-Panels ausgestattet werden, mit denen das Auto auch in der mongolischen Wüste geladen werden soll – denn dort sieht es mit E-Ladesäulen bekanntlich eher schlecht aus. 500 Kilometer Reichweite soll das umgebaute Fahrzeug am Ende haben, behauptet Konstantin.

Vieles ist noch unklar

Und wenn das mit der Reichweite nicht klappt? Oder keine Steckdose in der Nähe ist und die Sonne nicht scheint? „Dann schiebe ich“, sagt Konstantin und lacht. Er sei ja nicht umsonst Weltmeister im Kraft-Dreikampf, einer Version des Gewichthebens.

Um Werbung für ihr Vorhaben zu machen, ist das Pärchen an diesem Wochenende auch auf der „i-Mobility“-Messe in Stuttgart mit einem Stand vertreten. Dort steht ein großes rotes Auto, eines wie das, mit dem sie in zwei Monaten ins Abenteuer starten wollen – wenn denn alles funktioniert. Denn vieles an der „Expedition Eurasien“ ist noch alles andere als klar. Aber Konstantin und Marina lassen sich nicht beirren. Sich selbst wollen die beiden in dieser Zeit privat finanzieren, Konstantin als Start-up-Mentor und -Gründer in verschiedenen Projekten, Marina als Bloggerin und Social-Media-Coach.

„Ich bin eben gut vernetzt“

Bisher haben sie nur etwa 2.000 Euro eingesammelt, aber die Rückmeldungen der Sponsoren, die sie angefragt haben, seien bisher sehr positiv, so Konstantin. „Ich bin eben gut vernetzt“, sagt er und grinst. Dann konzentriert er sich wieder auf seinen Laptop, er muss noch eine Präsentation fertig machen, die er in fünf Minuten in der Messehalle hält. Dann noch schnell umziehen, ein Foto, und weiter. Auf der Bühne erzählt er den Zuschauern von dem Garten seiner Oma.

Frauen in „Männerberufen“: Vier Studentinnen erzählen

Naturwissenschaften sind eine Männerwelt. Studentinnen aus Stuttgart zeigen: Frauen können das genauso gut. Doch es gibt immer noch Lehrer mit Vorurteilen.

Stuttgart – Wir denken immer noch in Schubladen: Puppen für Mädchen, Bauklötze für Jungen. Und auch heute sind technische und naturwissenschaftliche Studiengänge überwiegend „Männersache“. Doch nicht ausschließlich. Chemie, Maschinenbau, Mechatronik, Technische Kybernetik – vier Stuttgarter Studentinnen erzählen von ihren Erfahrungen in Arbeitswelten, die immer noch Männerdomäne sind.

„Du bist eben eher der sprachliche Typ“

Ich habe 20 Nachhilfeschüler: 18 Mädchen und zwei Jungen. Allen Mädchen gebe ich Nachhilfe in Mathe, Chemie oder Physik und den beiden Jungen in Deutsch. Die Schülerinnen erzählen mir oft, ihr Lehrer habe ihnen gesagt, sie kriegen das sowieso nicht hin. Das sagen sie nicht so offensichtlich: „Du bist eben eher der sprachliche Typ“, heißt es dann. Das hat auch was mit der Generation zu tun: Jüngere Lehrer sind nicht mehr so drauf, aber der typische alte weiße Mann – der bringt halt solche Sprüche.

Das verunsichert die Mädchen natürlich total. Sie fragen sich ständig, ob sie das überhaupt schaffen können. Wenn es in der achten Klasse darum geht, sich für den naturwissenschaftlichen Zweig zu entscheiden, genauso: „Da bin ich ja allein mit den ganzen Jungs in der Klasse“ oder „Was sollen die anderen denken?“

Ich war in der Schule selbst nicht sonderlich gut in diesen Fächern. Aber ich fand es schon immer interessant! Mir wurde damals von einem Chemiestudium abgeraten, während ein Junge, der genauso schlechte Noten hatte, darin bestärkt wurde: „Du kriegst das schon hin“, haben die Lehrer zu ihm gesagt. Er ist im zweiten Semester rausgeflogen – ich bin jetzt im sechsten Semester und habe einen Zweierschnitt.

Ich sage den Mädchen immer: Ist doch egal, was die anderen denken! Ich studiere Naturwissenschaften, aber sehe ich deswegen aus wie ein typischer Nerd? Nein. Leidenschaft ist Leidenschaft.

– Alisa Ambru, 23 Jahre alt, studiert an der Uni Stuttgart Chemie, Deutsch und Physik auf Lehramt 

„Wichtig ist der Austausch“

Ich habe Mechatronik dual studiert. Außer mir gab es noch zwei weitere Frauen im Studiengang, später nur noch eine. Am Anfang fand ich es schon ein bisschen schwierig, unter all den Männern reinzufinden. Zum Beispiel, wenn sich alle über Autos unterhalten und man nicht mitreden kann. Aber das hat sich schnell gelegt.

Irgendwann war ich so integriert, dass mich die Jungs gar nicht mehr als Frau in dem Sinne wahrgenommen haben. Einmal sind an unserer Lehrwerkstatt mehrere Frauen vorbeigelaufen, da ließen die dann ihre Kommentare fallen – und ich mittendrin. Das war schon ein bisschen schräg. Ich hatte aber auch Freundinnen, die ebenfalls etwas Technisches studieren und mit denen ich mich austauschen konnte. Das halte ich für wichtig. Man muss den jungen Frauen den Mut geben, dass sie nicht die einzigen sind, die so etwas machen. Einfach das Gefühl vermitteln, dass das ganz normal ist.

Und es hat auch seine Vorteile, mit vielen Männern zu studieren. Die sind entspannter, es gibt keinen Zickenkrieg und keinen unterschwelligen Konkurrenzkampf, wie er bei Frauen ja so oft vorkommt, meiner Erfahrung nach. Ich glaube nicht, dass ich von den Ausbildern anders behandelt wurde. Und jetzt im Master haben sich die Profs sogar richtig gefreut: „Wow, hier sind aber viele Frauen im Kurs“, hat einer gesagt, als wir mal zu viert waren.

– Ines Pfeffer, 23 Jahre, studiert an der Uni Heilbronn Mechatronik und Robotik im Master, davor Mechatronikstudium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart

„Wir sind ein Team“

Ich fand es als Kind schon toll, etwa zu haben, von dem man sagen konnte: „Das hab‘ ich geschafft.“ Selbst zu entwickeln, auszuprobieren, händisch zusammenbauen und am Ende das Ganze in der Hand zu halten – das hat mich fasziniert. Und so ist es heute auch noch beim Green Team. Ich bin dort für die Lenkung unseres Autos verantwortlich und arbeite momentan den ganzen Tag daran: Morgens geht es los und dann, je nachdem, bis spät in den Abend, manchmal bis nach Mitternacht. Aber es macht ja großen Spaß!

Im Bachelor habe ich Technologiemanagement studiert und bin jetzt im Master Maschinenbau. Eigentlich steht nur noch die Masterarbeit aus, aber das schafft man nicht neben der Arbeit beim Green Team. Von den etwa 50 Leuten im Team sind sechs oder sieben Frauen. Dort sind wir ein Team und helfen uns gegenseitig. Völlig egal ob Mann oder Frau.

Die Dinge, die wir machen, kann jeder gleich gut – das ist alles eine Sache von Erfahrung und Interesse. Nicht jede Frau kann Technik, aber es gibt genauso Männer, die technisch und handwerklich nicht unbedingt geschickt sind.

Ich bin allerdings schon der Meinung, dass es eine Rolle spielt, ob man sich als kleiner Junge – und ich sage jetzt bewusst „Junge“ – schon mit solchen Sachen auseinandergesetzt hat. Meine Großeltern sind eher technisch orientiert, deshalb habe ich bei meinem Opa schon als Kind mit Holz gewerkelt. Es kommt darauf an, in Kontakt mit den Sachen zu kommen. Vielleicht sollten die Lehrer ihre Schüler auch mehr praktisch arbeiten lassen, um Interesse zu wecken. Wir haben in der Unterstufe zum Beispiel mal eine Alarmanlage gebaut, das hat riesen Spaß gemacht.

– Elena Patzer, 24 Jahre alt, studiert an der Uni Stuttgart im Master Maschinenbau

„Brauchst du oft Hilfe von den Jungs?“

Das erste Mal, das ich mit Vorurteilen konfrontiert wurde, war komischerweise von einer Frau. Ich studiere Technische Kybernetik und mein Studiengang war auf einer Exkursion zu einem Atomkraftwerk. Ich war zufällig die einzige Frau. Die Dame, die die Führung gemacht hat, fragte mich dann: „Ist das Studium nicht zu schwer für dich? Brauchst du oft Hilfe von den Jungs?“ Da war ich schon baff.

Im Studiengang liegt unser Frauenanteil bei etwa 15 Prozent. Klar, die Mädels untereinander kennen sich, aber wir sind trotzdem eine durchmischte Gruppe. Die Jungs haben da echt wenig Vorurteile. Es gibt mal einen Witz, der ist dann aber auch als solcher erkennbar und dann witzelt man mit. Sonst habe ich noch nie erlebt, dass mich jemand anders behandelt hat, weil ich eine Frau bin. Und wenn ich jemandem erzähle, was ich studiere, ist die häufigste Frage nur: „Was ist das?“

Ich bin auch kein so großer Fan von einer Frauenquote, weil das Ganze ja schon viel früher losgeht. In der Schule gab es bei mir auch ein paar Mädchen, die aus Prinzip keinen Bock auf Mathe hatten. Als junge Frau überlegst du dir halt fünf Mal öfter, ob du wirklich Mathe studieren sollst. Jungs sind da irgendwie unbeschwerter. Ich hätte mir bei der Entscheidung damals mehr Erfahrungsberichte von Studentinnen gewünscht, die sagen, hey, schau her, ich hab‘ das auch geschafft!

– Lisa Eberhardt, 23 Jahre, studiert Technische Kybernetik an der Uni Stuttgart und macht gerade ein Auslandssemester in Dublin 

Titelfoto: Unsplash/Kyle Gregory Devaras

Barcamp im Wizemann: Mit Geld die Welt retten?

Finanzen. Das klingt erst mal trocken und kompliziert. Die Organisatoren des Barcamps „Gutes Geld“ erzählen Stadtkind im Interview, warum wir uns im Sinne der Nachhaltigkeit trotzdem dringend damit beschäftigen sollten.

Stuttgart – Böses Geld, gutes Geld? Ein Barcamp in Stuttgart beschäftigt sich am kommenden Donnerstag unter anderem mit nachhaltigem Investment. Schon im vergangenen Jahr sei es ein Erfolg gewesen, sagt der Veranstalter Oikocredit. Finanzen und Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen? Ein Gespräch mit den Oikocredit-Mitarbeitern Corinna Gross und Christina Alff.

„Aufmerksamkeit schaffen“

Stadtkind: Was hat es mit eurem Barcamp auf sich?

Corinna: Unser Barcamp ist ein offenes Konferenzformat zum Oberthema „Gutes Geld“. Es kann jeder kommen, der mitdiskutieren und sich einbringen will. Alle dürfen Themen vorschlagen, die im weitesten Sinne mit dem Oberthema zu tun haben. Die Themen teilen wir verschiedenen Räumen zu, wo dann Sessions stattfinden – jeweils 45 Minuten. Dort wird über das Thema diskutiert.

Muss man dafür Ahnung von den Themen haben?

Corinna: Es geht um den Austausch. Man kann anbieten, eine kurze Einleitung zu dem Thema zu geben, weil man schon viel weiß. Oder man sagt, hey, ich interessiere mich für ethisches Investment, aber ich habe keinen Plan davon. Gibt’s irgendjemanden, der dazu ein bisschen was erzählen könnte?

Und was ist der Sinn dahinter?

Corinna: Wir wollen einfach Aufmerksamkeit für dieses Thema schaffen, die Menschen dafür sensibilisieren.

Christina: Großspurig ausgedrückt: Wir wollen die Welt retten. Das dauert noch ein bisschen, aber Geldanlagen sind einfach super wichtig – Nachhaltigkeit nicht nur im Bereich von Textilien und Lebensmitteln, sondern auch im Finanzbereich.

Stadtspaziergang und Steuerrecht

Was kommen denn so für Leute zu diesem Camp?

Christina: Etwa 80 Prozent der Teilnehmer waren letztes Jahr unter 40, mindestens. Insgesamt ein ganz junges Publikum.

Was für Themen kommen bei eurem Barcamp auf den Tisch?

Christina: Letztes Jahr ging es um nachhaltige Versicherungen und um einen nachhaltigen Stadtspaziergang zu verschiedenen Finanzinstituten in Stuttgart. Auch Steuerrecht hatten wir und eine ganz klassische Session zu nachhaltigem Investment. Man könnte aber auch eine Session zum bedingungslosen Grundeinkommen pitchen.

Oikocredit organisiert das Barcamp. Ihr vergebt über private Geldanlagen Kredite und Darlehen an Menschen in benachteiligten Ländern, um denen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Damit ist das Camp auch Werbung für euch, oder?

Christina: Es geht darum, das Thema erst einmal in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Die wenigsten Menschen in unserem Land, das ja zu den reichsten der Welt gehört, machen sich Gedanken, was ihr Geld so treibt. Für uns ist das globale Bildungsarbeit. Werbung machen wir anders.

Was ist nachhaltiges Investment?

Nachhaltige Investments sind Geldanlagen, die neben den „normalen“ Kenngrößen – wie der Rendite (also dem Ertrag, den eine Anlage bringt) und dem Risiko – auch die Nachhaltigkeit miteinbeziehen. Dazu zählen zum Beispiel Umweltfreundlichkeit, soziale Aspekte und eine gute Unternehmensführung. Oft werden zum Beispiel Investitionen in Bereiche wie Atomkraft, die Rüstungsindustrie oder Glücksspiel ausgeschlossen. Es gibt allerdings keine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit – und das ist auch der größte Kritikpunkt an diesen Anlagen.

„Am Bankschalter geben wir das Gehirn ab“

Nachhaltiges Investment ist ja sehr komplex und das Camp dafür ziemlich kurz. Was sollen die Leute denn daraus mitnehmen?

Christina: Es wäre toll, wenn sie darüber nachdenken, was mit Geld bewirkt werden kann. Viele machen das wirklich nicht. Wir wachsen mit Sparbüchern und Kreditkarten und Versicherungen auf…

Corinna: …gehen in den Biomarkt einkaufen, leben auf allen Ebenen nachhaltig…

Christina: …aber am Bankschalter geben wir irgendwie unser Gehirn ab. Es ist eben ein super komplexes Thema und nicht sexy – ehrlich, es ist überhaupt nicht sexy. Kein Mensch versteht dieses Kauderwelsch und es ist auch mit Arbeit verbunden. In den Bioladen gehen und einkaufen ist einfacher. Und es beruhigt mein Gewissen. Aber darum geht’s: ein bisschen die Scheu zu nehmen, sich damit auseinanderzusetzen.

Aber ich als junger Mensch kann doch mit meinen paar Kröten nicht die Welt verändern…

Christina: In fünf oder sechs Jahren, wenn die Leute einen guten Job mit gutem Gehalt haben und anfangen, über ihre Vorsorge nachzudenken – wenn man da an nachhaltige Geldanlagen denkt, das wäre schon super!

Hohe Rendite = hohes Risiko

Es gibt immer wieder negative Schlagzeilen, was diese Investments angeht – von nachhaltigen Unternehmen, in die investiert wurde und die insolvent gegangen sind. Sowas schreckt ab.

Christina: Klar, das schreckt ab. Aber wenn dir ein Anbieter einer sogenannten grünen Geldanlage sieben bis acht Prozent Rendite verspricht, dann müssen die Alarmglocken klingeln! Die Faustregel ist: je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Das Problem ist, dass mit dem grünen Label auch schon Schindluder getrieben wurde. Im Internet gibt es ein paar seriöse Expertenseiten, bei denen man sich informieren kann, zum Beispiel das Forum Nachhaltige Geldanlagen oder die Ecoreporter.

Kann man denn mit nachhaltigen Geldanlagen überhaupt Geld verdienen?

Christina: Da gibt’s natürlich eine gewisse Bandbreite. Bei unserer Institution ist das maximal ein Inflationsausgleich. Bei uns war es ja eher die Idee, benachteiligte Menschen zu unterstützen. Es gibt aber auch Aktienfonds, wie den Öko-World-Fond, da sind die Renditen mit drei bis fünf Prozent etwas höher.

„Thema war nicht auf meinem Schirm“

Corinna, du arbeitest noch nicht lange bei Oikocredit. Wann ist dir das Thema zum ersten Mal begegnet?

Corinna: Bei Neo Magazin Royale. Jan Böhmermann hat mal zu dem Thema recherchiert, die Sendung habe ich gesehen. Da ist mir bewusst geworden: Ich versuche schon so nachhaltig zu leben, aber das Thema war einfach nicht auf meinem Schirm. Und da war ich erschrocken über mich selbst und dachte, das kann doch jetzt nicht sein!  Ich denke, Schritt eins ist: das Bewusstsein schaffen. Und Schritt zwei: die Menschen dann auch wirklich zur Aktion bringen.

Das Barcamp „Gutes Geld“ beginnt am Donnerstag, 21. März, um 17.30 Uhr im wizemann.space Stuttgart. Organisiert wird das Event von der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Eine kostenlose Anmeldung ist noch bis zum Veranstaltungstag möglich.

Venezuela: „Die Menschen hungern“

Venezuela steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Politisch hat sich die Lage in den letzten Wochen zugespitzt. Christine Dagher Delgado ist Venezolanerin und lebt seit 2015 in Stuttgart. Im Interview mit Stadtkind erzählt sie, wie dramatisch die Situation für die Menschen dort ist und warum wir froh über unsere Kanzlerin sein sollten.

Stuttgart/Caracas – Christine Dagher Delgado, 21, lebt seit 2015 in Stuttgart und studiert Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Bevor sie während des Interviews von Stadtkind fotografiert wurde, wollte sie noch schnell ihr rot-gestreiftes T-Shirt wechseln. Rot ist in Venezuela die Farbe der Regierung. Die Farbe zu tragen, bedeutet: Ich unterstütze das, was Präsident Nicolas Maduro tut. Diesen Eindruck wollte Christine auf keinen Fall erwecken. Generell trägt sie rote Oberteile erst, seitdem sie in Stuttgart ist.

„Wenn schon die Reichen hungern, wie muss es dann den Armen gehen?“

Stadtkind Stuttgart: Christine, kannst du die aktuelle Situation in Venezuela beschreiben?

Christine Dagher Delgado: Ich war 2016 das letzte Mal in Venezuela, da war es nicht so schlimm wie jetzt. Meine Eltern waren im vergangenen Dezember dort und haben erzählt, dass die Supermärkte komplett leer sind. Es ist einfach kein Essen mehr da! Ich habe Glück, meine Familie hat genug Geld, mir mein Leben in Deutschland zu ermöglichen. Meine Eltern sind 2017 aus Venezuela in ein anderes südamerikanisches Land geflohen.

Ich habe aber noch Verwandte und viele Freunde dort. Eine Freundin hat in den letzten beiden Jahren neun Kilo abgenommen – aber nicht freiwillig. Dabei sind das auch reiche Leute. Wenn der Hunger schon in einer so hohen sozialen Schicht angekommen ist, wie muss es dann den Ärmeren gehen? Meine Eltern haben mir geraten, dass man auch niemandem mehr sagen soll ‚Hey, du hast abgenommen, sieht gut aus!‘, weil die Menschen hungern.

Keine Medikamente, kein Telefon

Seit vielen Monaten zersetzt eine Hyperinflation das Land. Wie muss man sich das vorstellen, wenn Geld plötzlich keinen Wert mehr hat?

Zwischendrin hat die Regierung die Währung noch einmal gewechselt. Die Inflation hat das aber nicht aufgehalten – eher im Gegenteil. Man muss sich das so vorstellen: Mit einem Cent könntest du in Venezuela gerade fünf SUVs volltanken. Toilettenpapier zu kaufen ist teurer als dafür einfach die Geldscheine zu benutzen. Viele Straßen haben außerdem keinen Festnetzanschluss mehr, weil die Leute die Telefonkabel aus den Straßen gestohlen haben und damit handeln. Es gibt auch keine Medikamente mehr, nicht mal eine Schmerztablette bekommt man. Die Menschen machen sich ihr Deo, die Zahnpasta, alles selbst, weil nichts mehr da ist.

Was macht dieser Notstand mit den Venezolanern? Wie geht es ihnen?

Die Leute sind trotz all dem immer noch freundlich und höflich zueinander. Wir sind ein sehr lustiges Volk und machen über alles Witze. Also lachen wir auch darüber. Weinen kann man immer. Ich frage aber meine Freunde dort auch nicht ständig, wie es ihnen geht. Was sollen sie schon sagen? Scheiße eben. Alles, was ich tun kann, ist, Kontakt zu halten und als Freundin für sie da zu sein.

„Die Regierung redet nur Blödsinn“

Wie informierst du dich denn in Deutschland über das, was in deiner Heimat gerade passiert?

Ich schaue schon deutsche Nachrichten, also die Tagesschau, und lese Artikel. Aber oft wird das Thema in den Nachrichten nur kurz abgewickelt. Dadurch wird das Ausmaß gar nicht klar. Ich bin auch in einigen Whatsapp-Gruppen mit anderen Venezolanern, die Neuigkeiten und andere Artikel posten. Und auch auf Instagram gibt es viele Accounts, die einen informieren. Natürlich folge ich da aber keinen Accounts, die auf der Seite der Regierung stehen.

Was hältst du denn von der aktuellen Regierung Venezuelas?

Ich bin keine extreme Oppositionelle, aber man kann einfach nicht für diese Regierung sein. Die reden nur Blödsinn. Ich kann mir das nicht anhören, man lacht wirklich über den eigenen Präsidenten. Auch die Deutschen machen Witze über Angela Merkel, über ihren Satz ‚Wir schaffen das‘ oder über ihre Mundwinkel. Aber die Frau hat einen Doktortitel, die kann wenigstens was. Präsident Maduro war vor seiner politischen Laufbahn Busfahrer. Das ist aber nicht wie in Deutschland, wo du eine Ausbildung brauchst, um Busfahrer zu sein. Nein, in Venezuela bist du Busfahrer, wenn du einen Bus hast.

„Es muss jetzt Schluss sein!“

Viele Länder auf der Welt haben den Oppositionsführer und Parlamentspräsident Juan Guaidó als Interimspräsident anerkannt. Andere, darunter Italien, lehnen das ab. Wie sollten sich die Länder deiner Meinung nach verhalten?

Ich finde es gut, dass viele andere Länder Juan Guaidó anerkennen. Guaidó hat eine legale Berechtigung dazu, weil das, was Präsident Maduro tut, verfassungswidrig ist. Die Welt muss anerkennen, dass wir in Venezuela ein Problem haben und den Druck auf die Regierung erhöhen. Ich hoffe nur, das Guaidó nicht den Mut verliert und einknickt, wie es in den letzten Jahren so viele getan haben. Langsam geht es aber nicht mehr schlimmer, deswegen muss jetzt echt Schluss sein!