Fejká: Musik zwischen zwei Welten

Brian Zajak aka Fejká ist Musiker, fotografiert, filmt und ist sogar für den Jugendfilmpreis nominiert. Im September veröffentlichte er sein Debütalbum „Reunion“ auf Ki Records, dem Label von Christian Löffler. Uns hat er verraten, warum er sich damit bewusst Zeit gelassen hat und was sein Anspruch an die Musik ist.

Stuttgart – Die Musik und Brian, das war ein schnelles Zueinanderfinden. Mit 16 Jahren bekam er die Musiksoftware Ableton geschenkt, ein Jahr später stellte er bereits die ersten Songs auf seinen Soundcloud-Account. Über diesen Weg lernte er übrigens auch seinen Mentor und Label-Chef Christian Löffler kennen. „Als ich meinen ersten Song fertig hatte, habe ich Christian einfach eine Nachricht geschrieben. ‚Hey, ich finde deine Musik cool, unsere Stile passen zusammen. Wollen wir nicht zusammenarbeiten?‘ Das müsste so 2014 gewesen sein. Klar, irgendwie auch total unangebracht, aber ich dachte mir: Egal, ich hab ja nichts zu verlieren“, sagt Brian lachend. Spoiler: Es dauerte zwar lange, aber Christian antwortete. Einen gemeinsamen Song gab es nicht, dafür aber eine erste EP und im September 2019 folgte das Debütalbum von Fejká.

Über Soundcloud zum Debütalbum

„Christian antwortete, dass ihm mein Song gefällt und er mehr hören will. Damit war ich damals natürlich total überfordert. Immerhin hatte ich nur einen Song released – und allein das war schon ein Zufall.“ Material, mit dem er zufrieden war, hatte Brian damals nicht. „Ich kratzte alles zusammen, was ich an Songschnipseln so auf dem Rechner hatte. Am Ende schickte ich ihm anderthalb Songs.“

Diese anderthalb Songs reichten aus, um Christian Löffler zu überzeugen. „Er bot mir an, dass wir eine EP machen und stellte Kontakt mit seinem Manager Paul Kadow her.“

Seit diesem Zeitpunkt war Fejká sozusagen Mitglied der Ki Records-Crew. Und das noch bevor seine Musikkarriere überhaupt anlief.

2016 veröffentlichte er dann seinen ersten Track „Moonlight“, 2017 folge mit „Twilight“ die erste EP.

„Ich war damals einfach noch nicht so weit“

Plötzlich war Fejká in den Köpfen und Ohren der Menschen. Auch in Stuttgart. Dort spielte Brian 2017 zum ersten Mal auf der Newcomer-Stage des SEMF.

Eine Situation, die der 23-Jährige damals zwar genoss, die ihn aber auch verunsicherte: „Ich kam aus dem Nichts, die Leute feierten meine Musik, wollten plötzlich mehr und ich spürte zum ersten Mal krassen Druck.“

Zu dieser Zeit ist Brian, der Audiovisuelle Medien an der Hochschule der Medien studiert, fest eingespannt: Uni, Arbeiten, Filmdreh in Finnland.

„Ich musste mir einfach eingestehen, dass das mit dem Album nicht so schnell geht, wie erhofft.“ Er hatte die Wahl: Die Erfolgswelle mitnehmen oder einen Schritt zurück machen?

Es fiel ihm nicht leicht, dafür traf er den Entschluss bewusst: Studium vor Hype. „Überstürzt etwas rauszuhauen wäre meinem Anspruch nicht gerecht geworden. Klar, damit habe ich den ‚Super-Junges-Talent-Bonus‘ verspielt. Aber das erste Album musste einfach gut sein, weil es mich als Künstler repräsentieren sollte.“

Manchmal stellt er sich schon die Frage: „Was wäre, wenn…?“ Doch er komme immer wieder zum selben Schluss: „Ich war damals einfach noch nicht so weit, um die Art Musik zu machen, die ich machen wollte.“

Understatement ist sein Ding

„Ich versuche Musik zu machen, die sowohl im Club als auch zu Hause funktioniert. Musik, die emotional berührt, aber auch zum Tanzen anregt.“

Im September 2019 fühlte es sich dann endlich richtig an – als hätte Brian genau diesen Spirit in zehn Songs eingefangen. Mit „Reunion“ veröffentlichte Fejká das langersehnte Debütalbum.

Die Platte teaserte er mit einem Video an – welches natürlich in Selbstregie entstanden ist. Denn neben der Musik beschäftigt sich Brian vor allem mit dem Fotografieren und Filmen. All seine Videos und Visuals produziert er selbst: „Das ist echt aufwendig.“

Doch es lohnt sich – immerhin ist sein Kurzfilm „Tontario“, der als Uniprojekt entstanden ist, aktuell auf der Jugendfilmschau im Rahmen der Filmschau Baden-Württemberg in Stuttgart zu sehen. Außerdem ist er gleich in drei Kategorien für den Jugendfilmpreis nominiert.

Doch auch das ist für Brian kein Grund, überheblich zu werden. Understatement ist einfach sein Ding.

„Fotografiert habe ich schon lange vor der Musik. Als ich dann im Praktikum mit dem Filmen begann, habe ich gemerkt, dass mir das auch liegt.“ Offensichtlich!

Fejka
Foto: Fejká

Auf Europa-Tour mit Christian Löffler

Im November spielte er bereits einige Gigs als Support-Act auf der dem ersten Teil der Europa Tour von Christian Löffler – unter anderem in Paris und London. Im nächsten Jahr folgen weitere Auftritte – auch in der aktuellen Homebase Stuttgart.

Seine musikalische Geschichte zwischen zwei Welten – laut und leise, schnell und langsam, sanften Tönen und harten Beats – hat Brian Zajak aka Fejká noch nicht auserzählt. Wohin es ihn in den nächsten Jahren verschlagen wird? Da ist er sich noch nicht sicher. Festlegen will er sich jedenfalls nicht – immerhin habe er mehrere Möglichkeiten. Und diese wird er auch nutzen.

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12 Tipps fürs Wochenende

Wochenende in Stuttgart: Zeit für das nächste Jubiläum, Pop-up-Stores, Tanzflächen, Release-Partys, Battle-Rap und Afterhours. Einen Überblick gibt’s wie immer in unseren Tipps.

Stuttgart – Der Winter ist im Kessel angekommen, die Temperaturen sinken und wer draußen unterwegs ist, klammert sich verzweifelt am Glühwein fest. Doch keine Angst: Die Clubs dieser Stadt rufen, die Pop-ups sprießen nur so aus dem Boden und wer schon mit Weihnachtsgeschenken beschäftigt ist, wird garantiert auch fündig. Damit ihr schon einmal mit der Planung in den WhatsApp-Gruppen loslegen könnt, verraten wir euch hier einige Dates fürs Wochenende.

Tanzflächen-Hopping, Jubiläen, Disco-Sounds, Ausstellungen und Battle-Rap

Freitag geht’s los mit dem Geburtstagskind People. Acht Jahre hat der Club schon auf dem Buckel, sieht man ihm aber nicht an! Wir sagen: Happy Birthday und schicken die Stadtkinder zum Tanzen vorbei. Davor kann man sich bei der Ottencrew mit neuen Sweatern eindecken – isch ja auch kalt, gell? -, in der Rakete entdeckt man eventuell Stuttgarts nächsten DJ-Newcomer und auf der Beef Cake werden House und Disco-Sounds gespielt. Aber jetzt noch einmal von vorne.

Unsere Tipps fürs Wochenende findet ihr hier:

Foto: Unsplash/A. L.

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Spendenaktion von 0711 und DRK Kältebus: „Heat the heads“

Die Agentur 0711 und das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Stuttgart e.V. machen gemeinsame Sache für den guten Zweck: Mit der Aktion Heat the heads wollen sie auf den Kältebus Stuttgart aufmerksam machen und sammeln Mützen, Handschuhe und Schals zum Spenden.

Stuttgart – Es ist Winter, es ist kalt und für viele Menschen bedeutet das mehr als „nur zu frieren“. Es ist ein täglicher Kampf auf der Straße, den wohnungslose Personen führen. Seit dem Winterhalbjahr 2013/2014 rückt ab Temperaturen von null Grad deshalb der Kältebus in Stuttgart mit ehrenamtlichen Helfern des DRK aus. Von November bis Februar, zwischen 22 und 3 Uhr, fahren sie öffentliche Plätze im Stadtgebiet an, um Obdachlosen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Der Kältebus verteilt heißen Tee, Snacks, Schlafsäcke, Decken, Isomatten, warme Kleidung und weist auf die Notübernachtungsmöglichkeiten hin. Die Tour umfasst derzeit über 30 Stationen.

Heat the heads: Mützen, Schals und Handschuhe spenden

Mit der Aktion Heat the heads soll die wichtige Arbeit des Kältebusses in Stuttgart gepusht werden. In diesem Rahmen ruft die Agentur 0711 dazu auf, ein Stück Wärme in Form von Mützen, Handschuhen und Schals weiterzugeben.

Vom 10. bis zum 12. Dezember können von 10 – 18 Uhr nicht mehr benötigte, jedoch gewaschene Mützen, Handschuhe und Schals in der Agentur vorbeigebracht werden.

Zum Abschluss lädt die Agentur 0711 am 12.12.2019, ab 16 Uhr, mit warmen Getränken und Weihnachtssnacks zu sich in die Marienstraße 37 ein.

Mehr Infos zur Veranstaltung gibt es hier >>>.

Unter der Hotline des DRK Kältebusses können jederzeit Plätze gemeldet werden, die am nächsten Tag entsprechend in die Tour aufgenommen werden. Die Nummer lautet: 0711 219 54 776.

Infos zum Kältebus, Ehrenamt oder weiteren Spendenmöglichkeiten gibt es hier >>>.

Heat the Heads Spendenaktion von 0711 und dem Kältebus
Heat the heads: Spendenaktion von 0711 und dem DRK Kältebus. (Foto: Agentur 0711)

Titelbild: Oliver Willikonsky

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Ché: Kaffee und Bücher mit Wohnzimmer-Feeling

„Jeder, der hier reinkommt, soll sich wie zu Hause fühlen.“ Das Ché ist ein Treffpunkt, ein Café mit Büchern, viel Holz und dem Spirit aus verschiedenen Ländern, die Betreiber Sivan Shaker bereist hat.

Stuttgart – „Ich komme aus Bagdad, bei uns gibt es keine Cafés ohne Bücher. Man trifft sich, jeder bringt ein Buch mit, man trinkt Tee oder Kaffee und diskutiert.“ Ursprünglich wollte Sivan ein Hostel eröffnen – am liebsten in Mexiko oder Spanien. Doch dann wurde ihm über Kollegen die Location in der Hauptstätter Straße angeboten. So wurde aus der Hostel-Idee ein Café. Sivan, der 15 Jahre lang in der Gastro arbeitete und in der Immobilienbranche tätig war, hat viele Orte der Welt bereist – zuletzt Lateinamerika, Süd- und Ostasien. Seine Begegnungen, Erinnerungen und die Einflüsse der verschiedenen Länder und Kulturen lässt er in die Gestaltung des Ché einfließen – natürlich alles DIY. Immerhin mache das den besonderen Flair aus, so Sivan.

Holz, Vintage und Bücher

Im Ché stehen zwei große Tische. Besonders auffällig ist die Holztafel in der Mitte des Raumes – „eine Selbstanfertigung“, erklärt Sivan. Auch an der restlichen Einrichtung hat der Weltenbummler vieles selbst gebastelt. Ein Großteil der Möbel ist Vintage.

Die vielen Bücher im Laden stammen von Sivan oder wurden gebraucht gekauft. „Ich lese selbst sehr viel und habe eine große Sammlung zu Hause.“ Sortiert sind die Exemplare nicht. „Es soll ja nicht wie in einer Bibliothek sein.“

In Zukunft will er auch ein Leihprinzip starten: Gäste sollen einige der Bücher für eine bestimmte Zeit ausleihen können – mit Pfand. Sorgfalt ist Sivan dabei wichtig: „Bücher haben für mich einen hohen Wert. Sie bedeuten mir viel.“

Auffällig sind auch die bunten Bilder an der Wand: „Die sind von einem Künstler aus Barcelona, Thomas Martin. Seine Schwester war bei meinem Soft Opening, hat den Laden gesehen und meinte: ‚Hey, die Bilder meines Bruders würden hier so gut reinpassen.‘ Wir wollen definitiv auch bald eine Vernissage machen.“

Veranstaltungen, Ausstellungen und Workshops

Das Ché ist ein Raum zum Lesen und Austauschen sowie ein Ort für Kunst und Kultur. Auch für Geburtstage und andere Feiern kann die Location gemietet werden. „Ich möchte Workshops anbieten, Ausstellungen, Themenabende – zum Beispiel mit Salsa oder Open Mics für Poesie und Musik – einfach für Menschen, die etwas können und vortragen wollen.“ Auch ein extra Raum im hinteren Bereich soll in Zukunft als Lounge ausgebaut werden.

Wohnzimmer statt Kneipe

Ein Café in Wohnzimmeratmosphäre, das ist Sivan besonders wichtig. Es kann bis 22 Uhr (oder eben länger) Cola, Kaffee oder Tee getrunken werden – Alkohol gibt es hier allerdings nicht. Damit möchte sich der Betreiber ganz klar vom Kneipen-Charakter abheben.

Zudem gibt es Suppen, belegte Brötchen mit Antipasti oder Tapas-Kreationen und selbstgemachten Couscous-Salat sowie Kuchen und Süßigkeiten.

Ché Neueröffnung
Foto: Laura Müller-Sixer

Neu in Stuttgart: Ché

Der Name „Ché“ hat übrigens nichts mit Che Guevara zu tun. „Ich habe in einem Hostel gearbeitet, das Che Babel hieß. Die Betreiber waren Argentinier. Ché ist für sie eine Art Begrüßung oder auch Anrede.“

Momentan steht Sivan noch alleine im Ché. Die Öffnungszeiten variieren also je nach Terminen und Besorgungen. Das soll sich jedoch bald ändern.

Ché: Hauptstätter Straße 37, Stuttgart-Mitte, Öffnungszeiten: Montag – Freitag 10.30 – 14 Uhr und 17 – 22, Samstag 12 – 14 und 17 – 22 Uhr, Sonntag 12 – 16 Uhr
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Yo Yo Yo Ché Baby

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5 Jahre Tatti: Ein Rückblick

Das Tatti feiert Fünfjähriges: Unter dem Motto „Endless Game“ haben Marcus Philipp und Paul Benjamin Scheibe den Geburtstag ihrer Café-Bar zelebriert und sich an die Supporter und Wegbegleiter der letzten Jahre gerichtet. Mit uns haben sie zurückgeblickt und sind sich einig: „Wir sind noch lange nicht fertig.“

Stuttgart – Fünf Jahre Tatti – wow, what a ride! Was mit Kaffeemaschine, Saftpresse und zwei Bänken begann, ist heute einer der Szene-Spots im Kessel. Schon nach wenigen Monaten wurde der Café-Bar-Hybrid zur gehypten Szenelocation im Fluxus-Mikrokosmos. Für Marcus und Benny eine Spielwiese, ein Raum für kreative Ideen. So entwickelte sich das Tatti ziemlich schnell zu einer Institution – einem Stammplatz und Wohnzimmer. Kurz gesagt: Ein Ort, an dem man garantiert Menschen trifft, auch ohne sich vorher zu verabreden – geiler Kaffee und Orangensaft inklusive!

Fünf Jahre Tatti, kein Stillstand

„Wir haben uns von Anfang an nicht als klassische Gastronomie gesehen. Uns war es immer wichtig, den Gästen etwas zu bieten, sie zu entertainen. Sei es durch den Look, unsere Möbel, Shirt-Kollektionen, Installationen oder Veranstaltungen“, so Benny. Marcus ergänzt: „Wir machen viele Dinge on top, weil wir uns so von anderen abheben wollen.“ Nie stillstehen, immer weiterentwickeln, Neues bieten, in Bewegung bleiben – das ist der Tatti-Vibe.

Ein Jahr ist das Tatti nun schon in der neuen Location, in der alten Kostbar, die später Apanaya hieß. 22 Tage dauerte es, bis das Tatti Café & Bar nach der Zeit im Fluxus wiedereröffnete. So happy man im Kessel über das schnelle Comeback auch war – nicht jeder feierte den Umzug und die damit verbundene zentrale Lage. Wie bei jeder großen Erfolgsgeschichte gibt es auch hier Gegenwind: „Viele Leute sagen: ‚Das ist nicht mehr das Tatti, was es mal war.‘ Klar, wir sind hier präsenter, mittendrin in der Stadt, man steht mehr unter Beobachtung. Aber wir haben noch immer die gleiche Philosophie“, so Marcus.

Auch Benny stimmt zu: „Das Tatti ist eine Spielwiese, früher wie heute.“

Scrolling Down Memory Lane

Benny gibt zu: „Man wird auch echt nostalgisch. Ich habe letztens so durch unseren Instagram-Feed gescrollt und dachte mir, wie krass das ist, was in den letzten fünf Jahren so passiert ist, wer schon da war, was man gemacht hat…“

Was darauf folgt, ist ein Erinnerung-Ping-Pong der Tatti-Macher.

„Plötzlich haben Bands im Tatti gespielt“

Benny: „Eines meiner Highlights war auf jeden Fall, als Kasper Bjørke bei uns im alten Tatti gespielt hat. Wir haben ihn gebucht, ohne es groß anzukündigen. Das war schon geil. Oder das Tatti x Heardis Festival mit OG Keemo und Shit Robot.“ 

Marcus: „Das war definitiv auch eines meiner Highlights. Als die angekommen sind mit ihren Boxen und dem Equipment – ich muss zugeben, da war ich schon ängstlicher als Benny. Trotzdem war es ein geiles Event. Ich meine: Plötzlich haben Bands im Tatti gespielt.“

Benny: “Sonntag, zum Abschluss, hat eine Freundin von mir ein Klavierkonzert gegeben. Der ganze Platz war voll, doch alle Menschen waren still und haben einfach nur zugehört, das war echt rührend.“

Marcus: „Oh ja! Das werden wir auf jeden Fall wiederholen. Und wer weiß, was noch so passiert.“

La Familia

Supporter und Stammgäste

Beide sind sich einig, dass all das ohne stetige Supporter und Wegbegleiter nicht möglich gewesen wäre. „Es hat natürlich auch reingespielt, wer uns damals unterstützt hat und heute noch unterstützt. Das ehrt uns: All die Supporter, die uns seit fünf Jahren begleiten – und das mit Herz! Viele Partnerschaften laufen seit fünf Jahren. Dafür sind wir echt dankbar“, so Benny.

„Gerade auch unter den Gästen sind wirklich Gesichter, die wir seit fünf Jahren täglich sehen. Was ich besonders schön finde, sind auch die Menschen, die mit uns sozusagen erwachsen geworden sind und immer noch kommen“, erzählt Marcus.

5 Jahre Tatti Micha Jakob
Micha und Jakob sind vom „Kindertisch“ im alten Tatti zur neuen Location weitergezogen. Foto: Laura Müller-Sixer

Bestes Beispiel für „das Großwerden im Tatti“ sind Micha und Jakob. Von Benny und Marcus wurden sie liebevoll „der Kindertisch“ genannt. Seit sie 16 sind, ist das Tatti Treffpunkt für die Gang. „Damals hauptsächlich wegen der Tischtennisplatte und Freunden, die dort gearbeitet haben.“ So hat man sich über den Eistee, zum ersten Kaffee bis hin zur Weinschorle vorgekämpft.

„Das Tatti als Treffpunkt ist mittlerweile Tradition. Eigentlich ist es ganz klar, dass wenn wir uns in der Stadt treffen, definitiv das Tatti gemeint ist.“

5 Jahre Tatti
Frank ist jeden Tag im Tatti, bestellt einen Espresso, liest Zeitung – manchmal auch stundenlang ein Buch. Foto: Tanja Simoncev

Er liebt Espresso, klassische Musik, Kunst, Literatur und Anzüge: Einer der wohl bekanntesten Tatti-Stammgäste ist Frank Laske, der als Souffleur und Schauspieler beim Staatstheater Stuttgart arbeitet. Schon im alten Tatti kam er jeden Tag vorbei, um seinen Espresso zu trinken und die Zeitung zu lesen. Warum? Vor allem wegen der zentralen Lage – und natürlich den Machern selbst: „Marcus kenne ich schon lange, damals aus den ‚Unbekannten Tier‘-Zeiten, und habe ihn schon immer auf seinen weiteren Stationen begleitet. Benny kenne ich durch eine ehemalige Kollegin am Staatstheater sogar noch als Schüler.“ Es sei die Sympathie, so Frank. „Und sie haben einen tollen Espresso!“

Mittlerweile gehört der Mann mit Bart und über 30 Maßanzügen genauso zum Tatti wie der Kaffee – und wird mindestens genauso oft fotografiert. „Mich sprechen viele Menschen an, ob sie ein Foto von mir machen können, andere machen es eben heimlich.“ Stören tut ihn das nicht. So komme man ja oft auch ins Gespräch mit anderen Gästen. Erkannt wird er aber nicht nur am Tatti, sondern selbst beim Einkaufen oder Schwimmen. „Scheinbar kann ich keinen Weg in der Stadt unbeobachtet gehen“, sagt er lachend.

La Familia

Und auch das Tatti-Team ist eine feste Einheit, wie Marcus erzählt: „Die Fluktuation ist relativ gering. Es gibt auch viele witzige Storys und Konstellationen von Mitarbeitern, die immer noch da sind und uns die Treue halten, das ist echt toll.“

„Ja, es ist schon wie eine Familie. Alle halten zusammen“, so Benny.

„Das Schönste an sich ist: Wir wussten nicht, wo es hingeht – und jetzt sitzen wir hier“, stellt Marcus fest.

 

Benny wird nachdenklich: „Ich habe vor 10 Jahren über dem Gül Kebap gewohnt und war immer in der Kostbar zu Mittag essen. Ich hatte damals schon den Traum, etwas eigenes zu machen und meinte zu meiner Ex-Freundin: ‚Ey, wenn ich diesen Laden irgendwann mal übernehmen kann, das wäre ein Traum.‘ Und dann bekomme ich vor 1,5 Jahren einen Anruf von Marcus, der dann sagt: ‚Benny wir haben da eine neue Location angeboten bekommen.‘ Und zwar genau die. Da stand ich am Strand und hab echt Gänsehaut bekommen.“ 

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Gute-Nacht-Geschichte: 3 Jahre Discoteca Synthetica

Seit drei Jahren bringen Christian Hammer und Matthias Straub aka François Fantasy und St. Malo Italo-Disco auf die Tanzflächen Stuttgarts. Für uns blicken sie zurück, hauen Anekdoten raus und verraten ihre geheimen Discoteca Synthetica-Hymnen.

Stuttgart – „Es hat einfach gepasst.“ So simpel ist es nicht immer, wenn sich zwei Menschen kennenlernen. Beim Discoteca-Synthetica-Duo Christian und Matthias hat es dafür direkt geklickt. Zwar kannten sie sich bereits vom Skaten, doch musikalisch war es Liebe auf den ersten Track. „Ein gemeinsamer Kumpel hat damals im alten Tatti Geburtstag gefeiert und uns unabhängig voneinander gefragt, ob wir nicht auflegen wollen.“ Im Laufe des Abends spielten sie sich dann gegenseitig die Songs zu: „Wir haben schnell gemerkt, dass dieses B2B-Ding ganz gut harmoniert.“

Discoteca Synthetica: Keine halben Sachen

Die Tanzfläche war voll, der Musikgeschmack hat gematcht – „daraus mussten wir was machen.“ Und als Matthias dann einen Termin im White Noise ins Spiel brachte, war die Discoteca Synthetica geboren. Fest stand: Hier werden keine halben Sachen gemacht. Ein Name musste her: „Wir haben einfach ping-pong-mäßig mit Worten jongliert“, lacht Matthias. „Außerdem ist Chris auch Grafikdesigner aus Leidenschaft, so hatten wir ziemlich schnell Logos und Merch“, ergänzt er.

Christian erinnert sich: „Ich habe mich vor allem darauf gefreut, Italo-Disco endlich laut vor Publikum spielen zu können. Klar, das war anfangs halt auch eher ein Hobby. Wir haben das hauptsächlich für unsere Freunde gemacht, die darauf gut abgegangen sind und hätten nie gedacht, dass es sich so krass entwickelt.“

Nun sind es insgesamt schon drei Jahre, in denen trashige Italo-Disco-Sounds durch den Kessel gepumpt werden. Am Samstag, den 30. November, wird das in der Rakete gefeiert – laut Christian und Matthias die perfekte Location für ihre Veranstaltung. „Andreas Vogel ist als Host super und der Ort hat sich für uns als Institution etabliert.“

Die beiden sind sich einig: „Vor allem Specials machen die Veranstaltungen besonders. Egal ob im Stadtpalais, wenn man die Stadt verlässt – oder sogar den Kontinent. So bleibt es aufregend und exotisch.“

Wie aufregend und exotisch, das verraten uns die beiden wie folgt.

Legend…wait for it…dary

Phil Anderson hatte eine WG mit Leif Müller. Sie haben recht zentral gewohnt, mit zwei Dachterrassen in der Stadtmitte. Als Phil ausgezogen ist, wollte er die Gelegenheit nutzen und hat uns gefragt, ob wir nicht auflegen wollen. Daraus ist dann irgendwie eine Secret-Party entstanden. Das war dann schon so ’ne Nummer: Erst wird man gefragt, ob man was machen will, dann steckt man mittendrin, schleift Kühlschränke bis in den obersten Stock, kauft Capri-Eis in der Metro und ist irgendwie selbst Veranstalter.

12-Stunden-Party

Im Endeffekt war es eine 12-Stunden-Party, obwohl ursprünglich geplant war, von 16 bis 22 Uhr ein bisschen aufzulegen. Es war Sommer, wir hatten geile Outfits, es wurden ständig mehr Menschen, der Mond war super krass – alles hat gepasst. Irgendwann kam dann natürlich die Polizei, weil sich Nachbarn beschwert haben. Es war aber auch echt laut, die Scheiben unten haben sogar gewackelt. Dann dachten wir: Ok, bauen wir um. Also sind wir von der einen Terrasse auf die andere gewandert. Es war stockdunkel, man hat nichts gesehen, überall waren Menschen. Wir haben einfach die Kabel rausgerissen, sind mit dem Equipment durch die Wohnung gelaufen, haben die Plattenspieler fallen lassen, nur um weiterspielen zu können, weil die Stimmung so gut war. Das war echt legendary. 

3 Jahre Discotheca Synthetica

„New Yörkle“

Wir waren 2019 in New York auf einem Skateboard-Ausflug mit den Jungs und dachten uns: Ey, wie cool wäre es, wenn wir dort einen Gig spielen könnten? Dann hat sich Matthias von einer befreundeten Fotografin, die dort lebt, ein paar Locations empfehlen lassen. Die hat er dann angeschrieben. Wir haben ehrlich gesagt nicht wirklich daran geglaubt, dass da was geht. Und plötzlich bekamen wir ein Gig-Angebot – im Pianos. Sogar eine recht bekannte Location. Also haben wir vor der Abreise unsere Platten irgendwie in die Taschen gesteckt. Christian hatte bestimmt 20 Kilo Handgepäck dabei.

Dann stand der Abend bevor – unsere Outfits waren natürlich perfekt. Dann kamen wir an und die so: Hier ist euer Arbeitsplatz. Aber da stand einfach nichts. Nur ein paar Plattenspieler und eine Tüte mit abgebrochenen Nadeln und anderem Zeug. Wir mussten mit Gaffa und Kugelschreibern irgendwas zusammenbauen. Aber hey: WIR WAREN IN NEW YORK! 

Es war auch schräg, weil die New Yorker wahrscheinlich nicht mit so einem Sound gerechnet haben. Das war auch eher eine Hip-Hop-Location und dann kommen wir, aus Stuttgart, spielen Italo-Disco, aus den 80er Jahren. Da kamen schon Fragen rein, ob wir nicht Hip-Hop oder Rap spielen könnten. Das einzige, was Christian dabei hatte, war „Holiday Rap“ von MC Miker G & DJ Svenn – zwei Holländer, die auf ein Sample von Madonna rappen. Für jemanden, der Rap mag, ist das ’ne absolute Frechheit. Als unsere Jungs dann kamen, ist der Funke aber übergesprungen.

Und es waren auch andere Stuttgarter an dem Abend da, die wir zufällig in New York getroffen haben. (Natürlich!)

Sound of Stuttgart

Es war uns echt eine große Ehre, dass wir zum Abschluss von Sound of Stuttgart spielen durften. Überhaupt als Act wahrgenommen zu werden war schon stark. Die Bühne hat sich ja gedreht und anfangs haben sich die Leute noch nicht so getraut. Wir standen drehend auf dem Teller wie die Affen im Zoo.

Im Laufe des Abends sind irgendwann alle draufgesprungen und haben getanzt, was natürlich total gewackelt hat und die Vibration wurde direkt auf die Nadeln übertragen. Die eine ist dann auch abgebrochen und leider hatte keiner von uns einen Ersatz dabei. Mit Schnick, Schnack, Schnuck wurde dann entschieden, wer da bleibt und nur mit einem Plattenspieler Track für Track auflegt – und wer durch den Regen rennen und eine neue Nadel besorgen muss. Es gab halt auch keinen Gewinner, weil das beides irgendwie scheiße war. Der eine musste immer ’ne Platte nachlegen – mit Pause, der andere im strömenden Regen schnell durch Stuttgart flitzen. Christian hat auf dem Weg zum Glück Walter Ercolino getroffen, der ihn netterweise nach Hause gefahren hat.

Im Stadtpalais hat Matthias währenddessen Platte für Platte aufgelegt und unser Kumpel Angelo musste immer in der Pause, die entstanden ist, den nächsten Track ansagen.

3 Jahre Discotheca Synthetica
3 Jahre Discotheca Synthetica

3 Jahre Discoteca Synthetica: Celebrazione di 3 anni

Am Samstag, den 30. November, wird dann drei Jahre Italo-Disco zelebriert – natürlich mit einem Super Special – nämlich der DJ Appearance von Plattenbau-Chef Axel Zurek.

„Wir mussten ihn schon überreden, aber er kommt aus der Sache jetzt nicht mehr raus“, scherzen Christian und Matthias. Immerhin gab es auch schon ein gemeinsames Fotoshooting.

Und damit man sich schon einmal eingrooven kann, haben uns St. Malo & François Fantasy vorab einige ihrer inoffiziellen Discoteca Synthetica-Hits verraten, die garantiert bei jeder Veranstaltung mitgegrölt werden – Ohrwurmgarantie inklusive!

Mi amor – Plastic Mode >>>

Fancy – Slice me nice >>>

San Giovanni Bassista – Summer Sweat >>>

Raylo – Spanish Journey >>>

Zur Veranstaltung geht’s hier >>>

Titelbild: David Spaeth

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#geistesblitz: WG-Party im Hegel-Haus

Gemütliche 3-er WG in Stuttgart Mitte in wunderschönem Altbau: Unter dem Motto #geistesblitz wird das Hegel-Haus seit dem 13. September als Wohngemeinschaft mit temporären Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten bespielt. Am Donnerstag steigt die erste WG-Party im Gewölbekeller.

Stuttgart – Das Zwischennutzungskonzept #geiestesblitz verwandelt das Museum Hegel-Haus in eine Wohngemeinschaft in zentraler Kessel-Lage. Die Idee ist, durch kreative Veranstaltungen, Hegel, sein Denken und vor allem die Philosophie selbst einer breiteren (und vor allem jüngeren) Zielgruppe zugänglich zu machen. Diskutieren, denken, spielen, verweilen, Film, Musik, Talks – und das mit tollen Gästen. Umgesetzt wurde die Hegel-WG in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach (Literaturmuseen Marbach) und gefördert aus Landesmitteln durch die Arbeitsstelle für literarische Museen in Baden-Württemberg, Marbach a.N.

#geistesblitz: WG-Party mit Remote Olageck

Gleich nach dem Philosophen-Slam in der Hegel-WG wird nun die erste WG-Party im Gewölbekeller des Museums gefeiert. Hegel übt quasi schon einmal für das nächste Jahr, wenn sein 250. Geburtstag ansteht. Die Pop-up Bar samt kühlen Drinks liefert das White Noise. Um den dazugehörigen Sound bestehend aus feinsten, elektronischen Klängen kümmern sich die DJs von Remote Olgaeck. Zu Gast ist DJ Smut aus Hamburg, Start ist um 23 Uhr. Wie immer, wenn nur begrenzter Platz zur Verfügung steht, heißt es: first come, first served. Der Eintritt ist frei.

Bis Ende Dezember finden in der WG Wohnzimmerkonzerte mit Albert Schnauzer In Stücken, Kids of Adelaide und Marie Louise Musik, ein Live Philosophen-Podcast mit Bartek & Kaas sowie Science-Fiction-Filmabende und Gesprächsrunden statt.

Weitere Infos zur Zwischennutzung #geistesblitz findet ihr hier.

Weitere Veranstaltungen im Überblick.

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Mit Wulle für den Movember spenden

Wulle sammelt auch diesen November wieder durch Kooperationen und eigene Veranstaltungen über 25.000 Euro für den guten Zweck. Vergangenen Samstag haben sie sich Unterstützung von der Stuttgarter Punk-Rock-Band Schmutzki geholt.

Stuttgart – Seit drei Jahren ist Wulle offizieller Partner der Movember Foundation. Die weltweit bekannte Spendenorganisation setzt sich für Männer und ihre Gesundheit ein. Mit den gesammelten Geldspenden werden mehr als 1.200 Forschungsprojekte weltweit unterstützt – vor allem in der Krebsforschung und im Bereich Suizidprävention. Der Movember soll Tabus brechen und Themen wie tödliche Krankheiten, Vorsorge und psychische Gesundheit in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Spenden für den Movember

„Die wohl aufwendigste und daher auch coolste Veranstaltung hatten wir letzten Samstag“, so Johannes Kempf von Wulle. Mit der Band Schmutzki veranstaltete das Team eine kostenlose Dachterrassen-Party für 70 Gäste.

„Die beiden Jungs, die in der Wohnung mit der Dachterrasse wohnen, haben uns den Ort komplett kostenlos zur Verfügung gestellt und 70 wildfremde Menschen für den guten Zweck in ihre Bude gelassen!“

Mit wochenlanger Vorplanung und vielen Helfern war das Outdoor-Winter-Konzert ein voller Erfolg: „Wir haben vorab Möbel und viel Bier in den sechsten Stock geschleppt, eine Bühne gebaut, Spendentafeln aufgehängt und Heizstrahler aufgestellt.“

Die Tickets gab es nur über Social Media zu gewinnen. Am Ende konnten die Gäste selbst entscheiden, wie viel ihnen der Abend wert war: Über mehrere Spendenkassen hatte man die Möglichkeit, im Namen des Wulle-Teams an die Movember-Foundation zu spenden.

Wer auch im Nachhinein noch etwas dazu beitragen will, kann dies tun: „Wir nehmen bis Ende November Spenden auf www.team-wulle.de entgegen.“

Movember Wulle Schmutzki

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