Sarah Bantle macht aus alt wieder neu

„Renew your stuff“, lautet das Motto von Sarah Bantle und ihrem Label H_51 Design. Nachhaltigkeit statt Konsum, Wiederbeleben statt Einmotten. Eines ihrer Herzensprojekte ist das Neu-Inszenieren alter Erbstücke. Eine Auswahl ihrer renew-Teile aus dem alten Fluxus-Banner gibt es ab sofort bei Superjuju in der Eberhardstraße.

Stuttgart – Nur dann produzieren, wenn man weiß, dass man etwas braucht — so lautet der Grundsatz von Sarah Bantle und ihrem Label H_51 Design. Die 31-Jährige weiß: Es ist der Konsumgedanke, von dem wir Menschen loskommen müssen. „Nachhaltigkeit kann nicht auf Masse funktionieren“, betont Sarah. Es sei noch zu fest in den Köpfen verankert, dass Trends die Mode bestimmen. Und wer etwas auf sich hält, probiert möglichst viele davon aus.

Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen

„Je länger ich in der Modebranche tätig bin, umso mehr fällt mir die Massenproduktion von Kleidung auf. So viele Teile hängen auf Messen oder in Lagern und man weiß nie, ob man das alles jemals losbekommt. Am Ende vergammeln die Reste irgendwo auf Müllbergen. Da blutet mir das Herz.“ Dabei beginnt das Umdenken schon im Kleinen: „Heutzutage sollte mehr auf Qualität gesetzt werden, so schafft man einen höheren Anreiz für die Reparatur von einzelnen Stücken. Auch Secondhand kaufen und gebrauchte Dinge wiederbenutzen unterstützt den Nachhaltigkeitsgedanken.“ Die freiberufliche Modedesignerin will Alternativen bieten, jedoch niemanden schlechtmachen: „Mir ist es wichtig, nicht mit dem Finger auf Menschen zu zeigen und zu sagen: Hey du kaufst bei Primark, du machst alles falsch!“

H_51 Design: Der Wunsch nach Veränderung

Als staatlich anerkannte Mode- und Produktentwicklerin, begann Sarahs Weg nach ihrer Ausbildung bei dem Kindermoden-Label Macarons. Mit dem ersten Kind und einer internen Strukturierung auf Slow Fashion, wusste Sarah, dass sie sowohl der Familie als auch dem Job nicht länger gleichermaßen gerecht werden kann. Zudem wurde ihr Wunsch nach Unabhängigkeit immer größer. Mit H_51 Design gründete sie das erste eigene Label, ein echtes Herzensprojekt. Sarah arbeitet von zu Hause aus, im Stuttgarter Westen, Hausnummer 51 — das erklärt auch den Labelnamen. In der oberen Etage ihrer Wohnung hat sie sich eine Werkstatt eingerichtet. Dort schneidert sie, bastelt und sammelt fleißig für ihre zweite Leidenschaft: alte Gegenstände von Sperrmüll, Trödelläden und Co. „Ich rette gerne zurückgelassene Dinge und verwandle sie mit etwas Überarbeitung wieder in etwas Neues.“

„Renew your stuff“

Mit dem Wort „Upcycling“ kann sie sich nur schwer anfreunden. Kleidung erneuern, das ist ihr Credo. Sarah repariert alte, kaputte Stücke so, dass sich am Ende die Frage stellt: „Wie, das war mal etwas anderes?“

Hinter „Renew your stuff“ steckt jedoch nicht nur ein hoher Designanspruch, sondern auch der Wertschätzungsgedanke gegenüber materiellen Dingen. Für Sarah spielt das eine wichtige Rolle. Der Respekt vor Textilien und deren Hintergrundgeschichte. So nimmt der Kreativkopf auch Aufträge entgegen, um vererbte Stücke mit hohem emotionalem Wert, für die es im Originalzustand leider keine Verwendung gibt, in etwas Neues, Wiederverwendbares zu verwandeln.

Tragbare Erinnerungsstücke

So entsteht aus dem alten Hut von der Oma eine neue Umhängetasche oder aus dem Anzug des verstorbenen Mannes ein Kostüm. Alles tragbare Erinnerungsstücke, die anstatt im Kleiderschrank zu verstauben, nun ihren Weg zurück auf die Straße finden.

Dein Stück Fluxus

Nach ihrer Teilnahme am Fashion-Event Hinter Glas, entstand eine weitere Zusammenarbeit mit dem Fluxus. In Absprache mit Organisatorin Maya Saric und dem Fluxus-„Daddy“ Hannes Steim, verwandelte Sarah die Banner aus der Calwer Passage in eine limitierte Taschenkollektion, die es zum Abscheid im Là Pour Là zu ergattern gab. Auch hier sei etwas Neues in Planung. Immerhin wären noch einige Planen und Plakate über. Genaueres wollte die Designerin aber noch nicht verraten.

Es muss sich etwas ändern

Für Sarah steht fest: Es ist notwendig, dass die Menschen umdenken und ihren Konsum in Frage stellen. „Ich folge auf Instagram einem Mann aus Indien, der dort Baumwoll Basic Shirts zu fairen Preisen herstellt. Er hat ein Bild gepostet mit der Aussicht aus seinem Wohnzimmerfenster. Das sah auf den ersten Blick aus wie der Birkenkopf, war aber ein riesen Müllberg aus Textilien. Da habe ich mich echt erschrocken.“ Es muss wie ein Kreislauf funktionieren: „Auch wenn Textilien am Ende in kleine Teile geschreddert werden, bleiben diese dann irgendwo liegen und zersetzen sich nicht.“ Es bedarf also neuer Lösungen wie kompostierbare Textilien oder Gewebe, die wiederverwertet werden können. Auch Sarah Bantle hat das erkannt: „Vor kurzem war ich in einer Strickerei mit einer Frau, die nach einem Cradle to Cradle-Prinzip arbeitet, also aus Naturmaterialien wie Hanf und Leinen Kleidung herstellen will. Das finde ich super spannend.“

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Survival-Tipps für Neu-Stuttgarter

Ihr seid neu in Stuttgart? Ob im Job oder unterwegs mit Freunden: Mit diesen Tipps überlebt ihr unversehrt eure ersten Wochen bei uns im Kessel!

Stuttgart – Na, auch Neigschmeckter? So nennt der Schwabe übrigens im Volksmund die „Zugezogenen“ – also uns. Keine Angst, wir „Neuen“ sitzen alle im gleichen Boot. Und da es als Stuttgart-Frischling eben noch einige andere Dinge zu beachten gibt, haben wir für euch hilfreiche Überlebens-Tipps in einer Liste zusammengefasst.

Tipps für Neu-Stuttgarter

Einen kleinen Schwäbisch-Crashkurs könnt ihr übrigens hier bei den Kollegen belegen.

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Im Rapkessel nachgefragt: Frauen im Battlerap?

Der Rapkessel feiert sein Fünfjähriges. Noch immer ist das Freetstyle-Battle in der Schräglage hauptsächlich männerdominiert. „Wo sind die Frauen?“, haben wir Veranstalter Tim, Rapperin Miss Nice, Bloggerin Vanessa Seifert und Dennis Paulus vom Rapblokk gefragt.

Stuttgart – Der Rapkessel findet zweimal im Jahr statt – und das bereits zum fünften Mal in Folge. Die Spielregeln sind einfach: Acht Teilnehmer treten zum Freestyle-Battle gegeneinander an. Sprich, es wird ohne vorgeschriebene Texte zum vorgelegten Beat improvisiert. Welche Teilnehmer sich an diesem Abend auf der Bühne gegenüberstehen, entscheidet sich vor Ort. Spontan und mit Humor soll der Gegenüber ins Lächerliche gezogen werden. Im gegenseitigen Schlagabtausch wird nach K.O.-System bis zum Finale gebattelt. „Rapkessel Champion“ wird derjenige, der sich gegen all seine Gegner durchsetzen kann und von der Jury sowie dem Publikum am meisten gefeiert wird. Schaut man sich die Teilnehmerlisten der vergangenen Veranstaltungen an, fällt auf: Der Rapkessel ist männerdominiert. Woran liegt das?

Battlerap wird von Männern dominiert

Veranstalter Tim sagt: „Leider haben sich schon lange keine Frauen mehr zum Rapkessel angemeldet.“ Der Schnitt: Bisher sei nur eine Teilnehmerin angetreten – „das ist aber auch schon länger her.“ Generell gäbe es wenige Rapperinnen in der Battle-Szene. „Vielleicht liegt es daran, dass sich Frauen immer noch mehr reinhängen müssen als Männer, um akzeptiert zu werden.“

Vanessa Seifert, Gründerin des Blogs alphamaedchen und freie Autorin bei Rap-N-Blues stimmt zu: „Während sich im Rap-Business immer mehr Frauen tummeln, ist der Bereich des Battleraps noch immer in Männerhand. Dabei bot Out4Fame mit „Feuer über Deutschland 2“ schon 2007 weiblichen Battle-Rapperinnen eine Bühne.“ Auch der Rapkessel sieht sich als eine Plattform für „gleichberechtigten“ Battlerap: „Ich persönlich fände es viel interessanter, wenn eine Frau das ganze männerdominierte Spiel etwas aufmischt“, so Tim.

Battle-Situationen im Real Life

Im Battlerap geht es darum, sich über seinen Gegner lustig zu machen, ihn vor dem Publikum bloßzustellen und zu diskreditieren. „Es ist ein bisschen wie früher auf dem Pausenhof, als sich die Jungs prügelten – nur eben mit Worten. Es werden Fakten über den Gegner recherchiert, das Äußere kommentiert oder Klischees ausgepackt. Derjenige, der das Publikum am meisten unterhält, gewinnt“, vergleicht Vanessa. Spricht man über Grenzen, ist man ziemlich schnell bei der Moral – etwas, das nach den Rapkessel-Veranstaltern „jeder mit sich selbst vereinbaren muss.“

Wichtiger Schlüssel für das, was geht und was nicht ist das Publikum. Werden mit einer Punchline Grenzen überschritten, spiegelt sich das in den Reaktionen vor der Bühne wieder. Doch nicht nur die Crowd vor der Bühne darf Richter spielen – auch im Internet wird geurteilt.

Ist eine Frau Battle-Partnerin, ist es in der Szene schon oft eskaliert – vor allem im Netz. Vanessa erinnert sich: „2017 gab es auf der Tapefabrik von DLTLLY ein gemischtes Battle zwischen Pilz und Nedal Nib – also zwischen einer Frau und einem Mann. Die Kommentare unter dem Video triefen nur so vor sexistischen Kommentaren gegenüber Pilz. „Ob sie die besseren Punchlines hat oder nicht interessiert leider relativ Wenige.“ Und nicht nur in der Battlerap-Szene müssen Frauen darum kämpfen ernstgenommen zu werden. „Um ehrlich zu sein, ist das für die meisten Frauen Alltag. Immer wieder hören wir uns sexistische Sprüche und Herrenwitze an über die dann meist nur die Männer lachen. Egal, ob im Meeting, in der Bar oder in der Bahn nach Hause“, sagt Vanessa.

Woran könnte es also liegen, dass es noch immer so wenige Frauen in Freestyle-Battle-Situationen gibt? „Wir werden ungefragt in diese Reallife-Battlesituation gebracht und entweder lächeln wir es weg oder sind schlagfertig genug für einen Konter. Vielleicht gibt es deswegen wenige Frauen, die sich dann noch zusätzlich in diese Rap-Battle-Situation begeben wollen, da es für sie sinnvollere Battle gibt, die sie austragen müssen.“

Foto: Vanessa Seifert

Battlerap und der Hunger zu kontern

Ginge es nach Rapperin Miss Nice sollte es mehr weibliche MC’s geben, die Freestyle battlen: „Ich denke Männer werden immer präsenter sein, weil das Thema im Schnitt auch mehr Männer interessiert.“ Für Sanny, wie Miss Nice im „real life“ genannt wird, ist Battlerap auch eine Frage der Persönlichkeit und wo man sich selbst als Künstler sieht: „Fürs bühnentaugliche Battlen und Freestylen muss man auch gemacht sein. Man braucht den Hunger, kontern zu wollen.“

Foto: Miss Nice

„Ich bin zum Beispiel nur am Schreiben, nehme Tracks auf und habe ab und an mal einen Auftritt. Das nimmt neben dem Job schon fast meine gesamte Freizeit in Anspruch. Man muss sich entscheiden. Ich battle gerne mal mit Kumpels, aber auf die Bühne gehe ich nur mit persönlicher Message.“

Sanny weiß: „Frauen wurden im Rap nicht immer akzeptiert – selbst heutzutage ist das oft noch so.“ Wichtig sei es, über den Dingen stehen zu können: „Nimmt man sich dumme Sprüche zu Herzen, blockiert das.“ Sanny wünscht sich, dass Frauen, die am Battle Spaß haben, präsenter auf den Bühnen sind und alles andere ausblenden. „Battle ist eine Kunstform, die manchmal weh tut, aber auch verdammt witzig sein kann. Es gibt ja auch keine Vorgaben, wie man gegeneinander zu battlen hat – der eine kann nur mit Beleidigungen seine Meinung darlegen, ein anderer wiederum intellektuell ohne ein Schimpfwort kontern. Man muss es gut verpacken und ich bin mir sicher, dass es vielen Frauen gibt, die das können, ihnen aber die Plattformen fehlt, um sich weiterzuentwickeln.“ Sie ergänzt: „Generell würde ich mir viel mehr an Rap und Hip-Hop interessierte Frauen wünschen, vor allem in der Umgebung von Stuttgart…hier herrscht ein chronischer Mangel!“

Veraltete Frauenbilder ändern

Foto: Herr Schiller

Dennis Paulus vom Rapblokk geht sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn wir 2018 im Modus-Mio-Mainstream-Rap (aktuell 3 gefeaturte Frauen: Juju, Nura und Loredana aka die üblichen Verdächtigen) und in sämtlichen Festival-Line-Ups der Rapublik noch immer einen absolut niedrigen Prozentsatz an Frauen sehen, ist das absolut peinlich. Wir brauchen eine Art Frauenquote für Rap, ähnlich wie in der Wirtschaft.“

„Wo sind die Frauen?“ ist also eine Frage, die nicht nur im Battlerap gestellt werden sollte, sondern für ganz Hip-Hop-Deutschland gilt. Dennis ist der Meinung, dass vor allem Texte sowie die dazugehörigen Visuals von Modus-Mio-Rappern wie Gzuz Einfluss auf das Denken ihrer Zielgruppe haben: „Leider herrscht hier halt oft die urzeitliche Vorstellung, dass die Frau an den Herd gehört, zu Hause auf den Mann wartet und zu dessen Vergnügen herhalten muss.

Fakt ist, selbst im Jahr 2018 werden sexistische Klischees über Frauen aufrechterhalten – und das gesamtgesellschaftlich. Daran muss sich (noch immer) etwas ändern: „Wenn der Rap-Mainstream eine andere Meinung oder Stellung zur Frau hätte, vermute ich, dass sich mehr Mädels trauen würden zu rappen. Selbiges gilt für die Battle-Szene“, so Dennis. „Nichtsdestotrotz wünsche ich mir, dass sich unabhängig von dem oben geschriebenen mehr Mädels und Frauen ans Mic trauen. Dass es sicherlich nicht einfach wird und eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazugehört, zeigen die SXTN-Mädels, die sich fernab der Kritiken nicht unterkriegen lassen und eine loyale und vor allem gesunde Fanbase haben.“

5 Jahre Rapkessel

Wie immer, wurden vorab sieben TeilnehmerInnen ausgewählt – der/die Achte wird erst zu Beginn der Veranstaltung ermittelt. Den Veranstaltern ist es wichtig, eine  Plattform zu bieten – für alle. „Wir würden uns freuen, wenn in Zukunft auch Frauen teilnehmen“, so Tim. Wer spontan ist, kann auch noch heute bis 19 Uhr in die Schräglage kommen und sich anmelden.

5 Jahre Rapkessel mit DEXTER
Freitag, 5. Oktober
Schräglage, Stuttgart
Einlass: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 uhr

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September: Neueröffnungen in Stuttgart

Auch im September gab es in Stuttgart wieder Neueröffnungen, aber auch Reopenings. Wir verraten euch, welche Cafés und Spots ihr auf dem Schirm haben solltet.

Stuttgart – Ja, der Sommer ist vorbei! Die gute Nachricht: Auch im September hat sich im Kessel so einiges getan. Altbekannte Locations feierten ihr Comeback und neue Spots setzten sich auf die Karte. Es gibt also für den Herbst einige To-Dos, die ihr euch schon einmal vormerken könnt.

Neu im September

Egal, ob Klassiker wie die Kult-Kneipe Schlampazius oder neue Bars mit Klingel-Policy – im September hat sich wieder einiges getan. Das Kulturhaus Stuttgart meldet sich nach längerer Umbauphase zurück und in der „Nachbarschaft“ eröffnet das Designerinnen-Duo Pal Offner den ersten Showroom in der Heimat. Nicht zu vergessen: Auch mit Baguette und Croissant nach traditionellem Rezept wird man jetzt in Stuttgart versorgt. Und wer überhaupt auf Kalorien pfeift, kann ab sofort auch ganz offiziell Keksteig naschen. Damit ihr einen besseren Überblick behaltet, haben wir alle Neueröffnungen des vergangenen Monats für euch zusammengefasst.

 

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Büdle und Vintage Markt feiern 1-Jähriges

An diesem Wochenende feiern gleich zwei junge Stuttgarter Locations ihr 1-Jähriges: Happy Birthday F&K Büdle und Vintage Markt. Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Stuttgart – Mit dem Büdle der Freund & Kupferstecher-Crew und dem Vintage Markt der Feldmer-Gang feiern gleich zwei junge Stuttgarter Locations ihr 1-Jähriges im Kessel. Was „Späti“-Kiosk und Vintage-Shop gemeinsam haben? Mit beiden Spots sind im vergangenen Jahr zwei Projekte an den Start gegangen, die nicht nur vom klassischen Club Mate-Birkenstock-Hipster abgenickt werden.

Vintage Markt: Doppelt hält besser

Die Idee zum Vintage Markt ist am Küchentisch entstanden, gemeinsam haben die Geschwister Christina und Katharina Feldmer mit Mama Katica ihr Vintage-Pflanzen-Kaffee-Konzept auf Stuttgarts neuster „Partymeile“ verwirklicht. Zum ersten Store mit dem wohl meistfotografierten Hinterhof Stuttgarts, kam im Juli 2018 nebenan eine zweite Ladenfläche hinzu. Und zählt man all die Retro-Trainingsjacken und Blousons auf dem Marienplatz, scheint das auch die einzig logische Konsequenz.

Foto: Lisa Nguyen

In diesem einen Jahr ist viel passiert im Hause Feldmer: Spontan wurde die Straße vor dem Store zum Laufsteg umgewandelt, Pop-up-Zwischennutzungen geschaffen und natürlich viel Kaffee mit den Gästen getrunken.

Fragt man das Powertrio nach ihrem Best-of, dann antworten sie: „Unsere Highlights sind zum einen definitiv unsere drei Fashionshows gewesen. Zum anderen die Vintage-Markt-Kollaboration mit Roberto de Cagna, der Ausschussware in neue Designs verwandelte und daraus sein Label Roro gründete.“

Und natürlich nicht zu vergessen: „Immer dann wenn wir mit unseren Kunden und Freunden im Vintage Markt kleine Events feiern und gemeinsam tanzen können.“ Die nächste Möglichkeit gibt es heute, ab 15 Uhr, zum ersten Geburtstag mit der Ottencrew Vintage-Disko.

Kathi und Chrissie nach einer ihrer Fashionshows Foto: Laura Müller-Sixer

F&K Büdle: Auf ein Center Shock ums Eck

Foto: Jerrit Peinelt

In einem Jahr sieht man viele Leute kommen und gehen, vor allem wenn man einen Kiosk am Berliner Platz besitzt. Vor dem Fenster haben sich in den vergangenen 365 Tagen einige „Kiosk-Klassiker“ abgespielt, wie es Büdle-Betreiber Felix Klenk nennt: „Von Beziehungsdramen vor unserem Verkaufsfenster über finanzielle Offenbarungseide in Richtung Ende des Monats (Geld für Tabak reicht nicht mehr aus etc.) bis hin zu spannenden Lebensgeschichten unserer Stammgäste ist da alles dabei.“ Auch in Zukunft will die Crew rund um das Freund & Kupferstecher das Viertel mit allem versorgen, was der Stuttgarter auf die Schnelle so braucht: Also Kippen, Koffein, kalte Getränke, Center Shocks, weiße Mäuse und Co.

Wandert sonst an Freitag und Samstag bis Mitternacht mal das ein oder andere Piccolo-Sektchen oder Red Bull-Vodka Bundle inklusive praktischem To Go Becher über die Ladentheke, wird am Samstag auf einmalige Specials gesetzt: Von 19 bis 24 Uhr wird vor dem Büdle Geburtstag gefeiert. Statt Topfschlagen gibt’s Bier und Musik – und das ganz ohne Wasen.

Was die Zukunft sonst so bringt? „Das wird sich zeigen. Uns macht das Kiosk-Business auf jeden Fall großen Spaß – ist eine schöne Abwechslung zu unseren Gastros Freund & Kupferstecher und Suessholz. Wer weiß, wenn sich etwas Passendes ergibt, ist es nicht komplett unwahrscheinlich, dass wir expandieren. Aber dazu muss natürlich vieles stimmen (Ladenfläche, Preis, Lage…), was in Stuttgart bekanntlich ja nicht so ganz einfach ist.“ So ein Späti ums Eck hat jedenfalls noch niemandem geschadet.

Felix Klenk vor seinem Büdle. Kippen, Kaffee und Süßkram verkauft sein alter Schulfreund Jan Dietze.
Foto: Björn Springorum

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Smoothie-Laden The Green Stream schließt

Das Team von The Green Stream erwartet Nachwuchs. Die Smoothie-Bar geht deshalb in die Babypause – die gesunden Säfte sollen den Kunden jedoch erhalten bleiben.

Stuttgart – Der Kessel hat ab Oktober eine gemütliche Smoothie-Bar weniger, zumindest vorerst. Doch Daniela Dawson und ihr Team verabschieden sich mit guten Neuigkeiten: Denn die Besitzerin wird zum Ende des Jahres zum ersten Mal Mutter. Geplant sei es, die Location im Heusteigviertel zu schließen und sich in der Zwischenzeit verstärkt den hauseigenen Detox-Kuren sowie dem Catering-Service zu widmen – und natürlich dem „zweiten“ eigenen Baby.

The Green Stream versorgt Kunden weiterhin mit Smoothie

Komplett auf Eis liegt die Idee vom eigenen Smoothie-Laden jedoch nicht: The Green Stream soll zu einem späteren Zeitpunkt, an einem anderen Standort zurückkehren. Damit die Stuttgarter derweil weiterhin an den gesunden Saft kommen, wollen Diana und ihr Team kostenlose Lieferungen für ihre Kuren und größere Bestellungen im Stadtgebiet anbieten.

Wer vor Ort noch einmal mit einem frisch gepressten Saft oder grünem Smoothie anstoßen möchte, sollte am Samstag, dem 29. September, von 11 bis 15 Uhr zum kleinen Abschiedsfest in der Mittelstraße vorbeischauen.

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Daran merken Stuttgarter, dass wieder Wasen-Zeit ist

Aber scheiß drauf, Wasen ist nur zweimal im Jahr. Woran ihr merkt, dass es wieder soweit ist? Wir haben die ersten Anzeichen für euch zusammengefasst.

Stuttgart – Wasen ist „nur“ zweimal im Jahr. Ab Freitag wird wieder über zu kurze Dirndl, Schlagermusik und betrunkene S-Bahn-Fahrgäste diskutiert (beziehungsweise gestolpert). Denn das Cannstatter Volksfest feiert sein 200. Jubiläum (inklusive erster Techno-Party!) – bringt gute Laune und Hausschuhe mit!

Wasen in Stuttgart: Die Anzeichen

Egal, ob Fan oder nicht – Fakt ist: Wer sagt, dass er noch nie auf dem Volksfest war, der lügt! Vom 28. September bis zum 14. Oktober gibt’s wieder lange Schlangen an der Wilden Maus, Kniestrümpfe in Sneaker und Gratis Ohrwürmer to go. Früher war das auch alles irgendwie mal cool: Taschengeld verprassen für Breakdance, überteuerte Schokofrüchte und Ballons, die meistens in den Oberleitungen der S-Bahn landen. Heute verblassen die schönen Erinnerungen immer mehr und plötzlich wacht man morgens auf, läuft durch Stuttgart und merkt: Irgendetwas ist anders.

Genau deshalb haben wir eine Liste mit Anzeichen zusammengestellt, die euch verraten, dass es auf dem Cannstatter Wasen wieder losgeht.

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Das Holzapfel zeigt erste Umbau-Bilder

Trotz Fluxus-Aus verkündete das Holzapfel: Teamhandsome bleibt in der Calwer Straße 56! Momentan befindet sich das Café in der Umbauphase, die ersten Fotos gibt es hier.

Stuttgart –  „Wir freuen uns wie Bolle euch mitteilen zu können – wir bleiben! Es wird neu. Es wird anders. Aber wir bleiben wir.“ Mit diesem Post verkündete das Holzapfel-Team, um das Geschwister-Duo Nina und Moritz Holzapfel die Zukunft ihres Cafés im „alten“ Fluxus. Gemeinsam mit dem Vermieter konnten sie eine Lösung finden, die Location trotz Baustelle weiterhin zu bespielen, wie sie uns im Juli erzählten

Das Holzapfel baut um

Auf ihren Social Media-Kanälen geben Nina und Moritz bereits erste Einblicke und teilen „Behind the scenes“-Material von der Baustelle (in Stuttgart gar nicht mal so ein seltener Anblick). Auch wenn sich bereits einiges geändert hat, man über zwei Stockwerke munkelt, frisch gestrichene Räume im Grünton zu sehen sind und der Boden überarbeitet wurde, lässt sich bereits jetzt erkennen: Das Holzapfel bleibt sich treu. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich JEDER wohlfühlen kann. Das verfolgen wir auch weiterhin.“ Den genauen Eröffnungstermin haben Nina und Moritz bisher noch nicht verraten. Bis also Cortado, Kuchen, Panini und Co. wieder von Teamhandsome serviert werden, müssen sich die Stuttgarter noch etwas gedulden.

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