How to: Wie ich glücklich durch den Winter komme

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Der Winter ist da und das Jahr fast vorbei. Wie übersteht man die dunklen Tage? Das erklärt unsere Autorin in der neuen Kolumne.

Bremerhaven/Stuttgart – Die Uhren sind umgestellt und die Tage verdammt kurz geworden. Auch wenn sich das schon trist anfühlt, führt zusätzlich die fehlende Vitamin-D-Zufuhr zu Verstimmungen und Trübsal. Für Menschen mit psychischen Problemen bedeutet das doppelte Belastung. Wenn man eigentlich schon keine Energie hat sind fehlende Sonnenstrahlen die Kirsche auf der Depressionstorte.

Von Kälte und Dunkelheit

Bevor ich wusste was saisonale Depressionen oder was überhaupt Depressionen sind, machten mir die Winter zu schaffen. Ich bin kälteempfindlich und dunkelempfindlich – also nicht geschaffen für die Winterzeit. Während die meisten teetrinkend in Stricksocken Bücher lesen, verfalle ich in meinem ungemachten Bett in tiefste Traurigkeit. Zusätzlich dazu ist die anstehende Weihnachtszeit ein schmerzlicher Beweis von gemeinschaftlicher Familienliebe oder zumindest hat es den Anschein.

Selbst wenn ich bis zum Herbst stabil war und ganz gut in den Winter starten konnte, spätestens ab der Zeitumstellung ist höchste Aufmerksamkeit gefragt. Aufmerksam sein, dass die Dunkelheit nicht überhand nimmt und die Kälte mich nicht vom gesellschaftlichen Leben abschneidet.

Glücklichsein im Winter

Über die Jahre und je mehr ich über mich selbst lerne, habe ich Strategien entwickelt, um den Winter einigermaßen stabil zu überstehen. Zwar noch nicht perfekt, aber es ist ein vielversprechender Anfang.

Vitamin D sublimieren: Bevor man irgendwelche Präparate einschmeißt, sollte man dies mit einem Arzt absprechen. Ein Bluttest kann aufklären und im Falle eines Mangels ist Vitamin D leicht zu sublimieren. Mir helfen Vitamin D + K3 Tropfen. Die Einnahme ist einfach und ich kombiniere das mit meinen morgendlichen Medikamenten.

Tagesrhythmus einhalten: Wenn die Tage drücken, versuche ich meinen Tag nach den hellen Stunden auszurichten. Ich stehe früh auf und gehe früh schlafen. Mit meiner Hündin gehe ich zwar sowieso raus, aber kleine Spaziergänge helfen die vorhandenen Sonnenstrahlen aufzunehmen.

Obst und Gemüse: Eine gesunde Ernährung ist natürlich niemals falsch, aber besonders im Winter helfen Vitamine das Immunsystem zu stärken und die Laune zu bessern.

Extra Selfcare: Und manchmal reicht dann doch ein Abend auf der Couch im Kerzenschein.

It’s okay to not be okay

Eigentlich bleibt nur zu sagen: Es ist okay, wenn dir der Winter schwerfällt. Psychische Erkrankungen sind zu jeder Jahreszeit wirklich blöd und wenn du die Winter oder die Weihnachtszeit nicht magst, bist du damit nicht alleine – und es ist okay. Am Wichtigsten ist, dass du dich selbst ernst nimmst und dir den Abstand, die Zeit und die Selbstliebe gibst, die du brauchst.

Titelbild: unsplash/Genessa Panaint

Über die Autorin

Mit ganz viel Ehrlichkeit, Feingefühl und Liebe für die Sache schreibt unsere Autorin über das Leben mit psychischen Krankheiten. Warum das nicht immer einfach ist und gegen welche Vorurteile sie ankämpft erzählt sie in der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

Informationen und Hilfe bei Depressionen:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 0800/116 111 Mo. bis Sa. 14-20 Uhr, anonym & kostenlos!

In Stuttgart bietet der Arbeitskreis Leben suizidgefährdeten Menschen, Menschen in Lebenskrisen, Angehörigen, sowie Hinterbliebenen nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen Unterstützung an. Telefon  0711/600 620, hier geht es zur Internetseite >>>

Kassenärztliche Therapeuten in Deutschland:
http://www.kbv.de/html/arztsuche.php

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Weltmänner-
tag: Warum mich Männer langweilen

Auch dieses Jahr ist wieder Weltmännertag. Unsere Autorin hat da eine klare Meinung und findet: Ein Tag für Männer? Wie öde.

Bremerhaven/Stuttgart – Mein lieber Kollege Björn und ich sind uns da eigentlich ziemlich einig. Trotzdem möchte ich auch was dazu sagen – zu dem Tag für Männer. Mit der polarisierenden Überschrift gehe ich mit meinen brennenden BHs und meiner Beinbehaarung schonmal in Deckung. Ganz so einfach ist das nämlich nicht, es gibt nicht nur schwarz und weiß. Nicht nur Männerhass und Feminismus. Feminismus hat nämlich gar nichts mit Männerhass zu tun.

Die Geschichte der Männer

Der 19. November ist internationaler Männertag. Das klingt so, als ob der Mann und seine Männlichkeit die restlichen 364 Tage im Jahr irgendwie untergehen würden. Aber schauen wir doch mal genauer hin: Festival-Line-Ups, Speakerpanels und Unternehmensspitzen sind hauptsächlich männlich besetzt. Kaum ein Bereich in unserem Leben kann ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis vorweisen. Die häufigste Antwort darauf: Es gibt eben keine qualifizierten Frauen in diesem Bereich.

Ich sage: Quatsch.

Wenn ich in Vorlesungen sitze und mir anhöre, welche Designer dies und jenes geprägt haben, bin ich vor allem eins: gelangweilt. Frauen bleiben in der Geschichte weitgehend unsichtbar. Oder wie viele weibliche Autorinnen werden im Deutschunterricht behandelt? Selbst Effie Briest, die Geschichte über ein junges Mädchen, das zwangsverheiratet wird, wurde von wem geschrieben? Exakt, einem Mann. In meiner ganzen Schulzeit und sogar im Studium – immer das gleiche Bild: Männer haben unsere Gesellschaft geprägt und vorangebracht.

Aber geht die Rechnung denn überhaupt auf? Die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich. Und saßen diese wohl schon immer brav daheim und schauten dabei zu, wie Männer die Welt veränderten? Nein.

„Aber unsere Bundeskanzlerin ist eine Frau!“

Die erste weibliche Bundeskanzlerin war ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Mädchen wuchsen mit dem Vorbild auf, dass auch sie an die Spitze, Führungspositionen besetzen und Bundeskanzlerin werden können. Leider reicht das noch nicht. Der 2017 gewählte Bundestag weist einen Frauenanteil von 31 Prozent auf. Im Bundestag sitzen somit immer noch mehr als doppelt so viele Männer als Frauen. Noch bis zu diesem Jahr wurden Menstruationsprodukte mit 19 Prozent besteuert, Abtreibungen sind illegal und nur bis zum dritten Monat eine gesetzliche Grauzone und Gehälter sind heute noch ungleich.

Es gibt viele, wahnsinnig tolle und inspirierende Frauen und ich möchte mehr davon in Geschichtsbüchern, in Filmen und in den Medien sehen. Und keinen Männertag an dem die gefeiert werden, die sowieso schon den meisten Raum einnehmen.

Was können wir tun?

Ich möchte nicht nur meckern. Ein Tag, der auf Männergesundheit aufmerksam macht, ist großartig. Auch sollten wir einen Blick auf die strukturelle Ungleichheit in sozialen Berufen, Sorgerechtsentscheidungen und Wahrnehmung von Vätern, die in Elternzeit gehen, werfen. Das sind alles wichtige Themen.

Dennoch gilt es, Frauen zu fördern, sie zu Wort kommen zu lassen und wenn es darum geht, Menschen einzuladen, die eine Bühne betreten, dann lasst uns Männern und Frauen den gleichen Raum geben. Setzt Frauen in Führungspositionen und wenn es mal wieder eine Gesprächsrunde nur mit Männern gibt, schreibt den Organisatorinnen. Gebraucht die weibliche Form in eurer alltäglichen Sprache und vor allem: Solidarisiert euch.

Männlichkeit ist ein gesellschaftliches Konstrukt und wenn wir gemeinsam Menschlichkeit, Empathie und Liebe feiern, können wir das nicht nur an einem festgelegten Tag tun, sondern 365 Tage im Jahr.

Titelbild: unsplash/Autri Taheri

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Rückblick: Ein Jahr fern vom Kessel

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Ein Jahr Norddeutschland, fernab von Kesselcharme und Co. – was hat sich da so getan? Ein Rückblick.

Bremerhaven/Stuttgart – Das neue Semester hat begonnen und das bedeutet für mich: Ein Jahr ohne 0711. Wie fühlt sich das an? Was hat sich verändert? Fehlt mir das Schwabenländle? Ich bin in Norddeutschland angekommen. Und manchmal sticht das Herz trotzdem – beim Gedanken an Stuttgart und der damit verbundenen Sehnsucht.

Unsere Autorin und das Meer

Von der großen in die kleinere Großstadt

Inzwischen bin ich wirklich da. In Norddeutschland. Ich weigere mich zwar immer noch strikt „Moin“ zu sagen, aber ich bin ja auch kein Nordkind. Ab und zu rutscht mir sogar ein „Grüß Gottle“ raus und dann schäme ich mich aber auch ein bisschen, denn in Stuttgart habe ich das ja auch nie gesagt. Manchmal „schwäbel“ ich unabsichtlich und benutze Wörter wie „Kehrwisch“ oder „kannsch des bidde“ mal halten. Sehr zur Freude meiner Mitmenschen btw. Und immer wenn ich ab und zu fast schon vergessen habe, dass ich Stuttgarterin bin, gibt’s diese kleinen Heimatgefühle. Hier im Norden weht wortwörtlich ein anderer Wind. Es wird Kohl gegessen und man ist mit Ruderbooten unterwegs. Gute Maultaschen gibt es hier einfach nicht. Brezeln auch nicht. Allerdings sind die Franzbrötchen unschlagbar lecker – ein kleiner Trost.

Rückblick: 2019 war ein gutes Jahr

2019 war ein aufregendes Jahr. Ich studiere, habe eine Hündin adoptiert und meine psychische Gesundheit kann sich ziemlich sehen lassen. Fast ein Jahr schreibe ich nun auch schon diese Kolumne und es erfüllt mich mit ganz viel Wärme, dass manche Themen präsenter werden – in unserer Gesellschaft und in den Medien.

Grundsätzlich: Mein Umzug in den Norden war eine gute Sache. Ich mag das Wetter, es gibt keinen stehenden Feinstaub. Die Nähe zum Meer gibt mir mehr, als ich vermutet hätte und im Regen laufe ich inzwischen tapfer gegen den Wind. Hier spricht man viel hochdeutsch, die Menschen sind aufgeschlossen und nett. Es ist faszinierend wie unterschiedlich der Raum, die Sprache und die Bewohner sein können, obwohl wir im gleichen Land leben. Das ist spannend.

Was mir fehlt? Die Großstadt. Ich mag den Trubel und die Bewegung. Stuttgart ist irgendwie kompakt und eigen. Eine Stadt, die man lieben lernen muss, die einem aber Raum gibt zum Warmwerden.

Vom Zacke fahren und dem Schwan vom Feuersee

Obwohl sich in Stuttgart auch richtig viel tut (aus der Ferne fühlt sich das noch mehr an, als es vielleicht ist), ist es immer wirklich schön, in die alte Heimat zurückzukommen. Trotz Veränderungen gibt es die gleichen Orte. Am Feuersee den Schwan im Blick behalten, auf dem Marienplatz Limo trinken und Menschen beobachten, mit der Zacke einfach mal einen Ausflug an den Kesselrand machen.

Ob ich wieder zurück in den Kessel ziehe? Das weiß ich noch nicht. Erstmal nicht. Aber Stuttgart, 0711, Erste Liebe und Kesselcharme werden in meinem Herzen immer einen Ehrenplatz einnehmen.

Über die Autorin

Mit ganz viel Ehrlichkeit, Feingefühl und Liebe für die Sache schreibt unsere Autorin über das Leben mit psychischen Krankheiten. Warum das nicht immer einfach ist und gegen welche Vorurteile sie ankämpft erzählt sie in der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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In Stuttgart bietet der Arbeitskreis Leben suizidgefährdeten Menschen, Menschen in Lebenskrisen, Angehörigen, sowie Hinterbliebenen nach dem Suizid eines nahestehenden Menschen Unterstützung an. Telefon  0711/600 620, hier geht es zur Internetseite >>>

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Let’s talk about Freund-
schaften

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Diesmal geht es um Freundschaften und damit intensive Beziehungen, an denen man auch arbeiten muss.

Bremerhaven/Stuttgart – Man geht davon aus, dass der Durchschnittsmensch drei enge Freundschaften hat. Nach Psychotherapeut Dr. Wolfgang Krüger sind es allerdings noch mehr. Drei enge Freunde, zwölf Kumpels, die man auch zum Geburtstag einlädt und dann noch ein soziales Netzwerk zwischen Wohnort, Arbeit und Studium. Klingt erstmal verdammt anstrengend. Wie unterscheide ich Freundschaften? Muss ich das überhaupt? Habe ich genug Freunde? Oder zu wenige? Wie vereint man Karriere, Partnerschaft und Freundschaft?

Du bist meine beste Freundin!

Im Kindergarten war das irgendwie leicht, da waren Freunde hauptsächlich der nächste Spielpartner und Kinder, die eben nett waren. Mit zunehmendem Alter wurde es komplizierter. Meine eigene emotionale Instabilität machte es mir schwer Beziehungen aufzubauen, aber noch schwerer sie zu halten.

Erst mit 16 lernte ich dann eine Freundin kennen, mit der ich heute noch befreundet bin. Meine älteste Freundschaft. Ich finde ja, Freundschaften messen sich nicht an Zeit, aber natürlich spielt die Länge der Bekanntschaft eine Rolle, ob die Freundschaft auch schwere Phasen überstehen kann.

Freundschaften fließen und fließen lassen

Ähnlich wie Dr. Krüger sehe ich allerdings: Es gibt verschiedene Freunde für verschiedene Bereiche. Denn ich gehe gerne mit manchen Freunden aus, treffe sie zum Kaffee trinken oder lade sie zu meinem Geburtstag ein. Jedoch bespreche ich intime, bewegende und verletzliche Themen lediglich mit meinen engsten Freundinnen. Und das sind an der Zahl fünf, die alle verteilt in Deutschland wohnen. Zu meinem erweiterten Freundeskreis zähle ich viel mehr Leute, die über die Jahre auch gewechselt haben.

Durch die Intensität meiner Gefühle kann ich mir kaum vorstellen, dass eine Beziehung vorbeigehen kann. Das fühlt sich nämlich schlimm an für mich. Je älter ich werde, desto mehr verstehe ich aber, dass das Ende einer Freundschaft kein lauter Knall sein muss. Es muss keinen Streit geben, man hinterlässt keine verbrannte Erde.

Unser Leben ist in ständiger Bewegung. Unsere Prioritäten verschieben sich. Und manchmal denken wir, dass Freunde einfach da sind und bleiben. Aber das stimmt nicht.

Lebensfreude kann man teilen

Freundschaften sind zwischenmenschliche Beziehungen und die sind nun mal nicht immer leicht. In meiner Weltanschauung sind Beziehungen gleichwertig, egal ob diese romantischer, sexueller oder platonischer Natur sind. Wir kommunizieren, wir lachen, wir leiden zusammen, wir sind traurig zusammen. All das sind wundervolle, menschliche Emotionen, die das Leben lebenswert machen. Eine gesunde Beziehung ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Ehrlichkeit, Offenheit und einem ähnlichen Humor, zumindest in meiner Welt.

Und wenn man dann jemanden findet, der einen durch einen Lebensabschnitt begleitet, dann ist das spannend, aufregend und tief. Aber genau daran sollten wir festhalten und auch wenn es mal schwierig wird – nicht das Handtuch werfen. Gute Freundschaften vertragen auch mal einen ordentlichen Streit. Solange man sich danach wieder in die Arme nimmt und lieb hat.

Über die Autorin

Mit ganz viel Ehrlichkeit, Feingefühl und Liebe für die Sache schreibt unsere Autorin über das Leben mit psychischen Krankheiten. Warum das nicht immer einfach ist und gegen welche Vorurteile sie ankämpft erzählt sie in der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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Sounds of my Youth: Warum Indie für mich nie stirbt

Unsere Autorin war letztens auf einer Indieparty, wie in guten, alten Zeiten. Mit Flashback in die Jugend und Erinnerungen an Tanzabende und jugendlichen Herzschmerz, blickt sie für uns in die Top 10 der Songs ihrer Jugend.

Stuttgart – Das erste Mal in einem Klub war ich mit 16. Ich schlängelte mich elegant an den Türstehern vorbei und betrat eine Treppe in einen Keller. Mir kamen Menschen entgegen und dumpf hinter der Tür dröhnte Kings of Leon in meine Richtung. Mir wurde ganz warm ums Herz und das sollte der Beginn meiner Liebe für Tanznächte werden. Was mich sonst noch durch meine Jugend begleitete jetzt hier in meiner persönlichen Top 10.

Indie: Die Klänge meiner Jugend

1. Kings of Leon – Sex on Fire

Ich stolperte in den Klub und sollte die ganze Nacht auf der Tanzfläche verbringen. Laut dröhnend in meinen Ohren HOT AS A FEVER RATTLE OF BONES I COULD JUST TASTE IT TASTE IT und ich fühlte mich warm und angekommen.

2. The Wombats – Moving to New York

Mit 14 versprach ich mir, dass ich alle Songs meiner Jugend mindestens einmal live gesehen haben möchte und fing an mit mir mein selbsterfundenes Spiel Indie-Bingo zu spielen. Ein volles Indie-Bingo schaffte ich 2018 mit The Wombats in Berlin. Mein Indieherz ist nun vollkommen.

3. Kate Nash – Foundations

You said I must eat so many lemons, ‚cause I am so bitter brachte mich dazu mir eine Zitrone tattowieren zu lassen. Kaum eine Musikerin hat mein Leben nachhaltiger beeinflusst als Kate Nash. Seitdem ich 12 Jahre alt war hörte ich jede B-Side, schaute alle Interviews und Kate prägte meinen Feminismus tief. Es gibt sicherlich schlimmere Vorbilder.

4. Florence + the Machine – Cosmic Love

Indie-Bingo Kreuzchen 2017. Wie oft ich mir wünschte eine Elfe zu sein, alles nur wegen Florence.

5. Life in Film – Get Closer

Die Geschichte dazu bleibt geheim, aber es geht um Gin Tonics, Österreich und einen Tourbus.

6. Little Boots – Remedy

Ausgezeichnet mit BBC’s Sound of 2009 besitze ich dieses Album auf CD und jammte fröhlich dazu in meinem Kinderzimmer nach der Schule.

7. Kapartenhund – Gegen den Rest

Wenn wir schon bei CDs sind, davon hab ich noch einige. Unter anderem diese. Türkisch für Anfänger war einfach Kult.

8. ABBA – Honey, Honey

Als ich dann Musicalkarten für Mamma Mia geschenkt bekam, war ich im 7. Himmel. Ich glaube auch, daher kommt meine Freude an Recherche zu jedem Thema, das mir unter die Finger kommt. Vielleicht weiß ich mehr über ABBA, als mir lieb ist…

9. Marina + the Diamonds – I’m not a Robot

Sicherlich kommt dank diesem Musikvideo mein Drang nach Glitzer. Marina begleitete mich durch meine Referate für die Schule, die ich in der Ubahn vorbereitete.

10. The Ting Tings – That’s not my Name

Welch krönender Abschluss. The Ting Tings brachten mich zum Tanzen, Schütteln und dazu meinen pinken Mp3-Player auf volle Lautstärke aufzudrehen.

Obwohl wir alle 2007 schon den Indie abgeschrieben haben, wird er für immer in meinem Herzen weiterwohnen. Und auch wenn die Jugend von heute Giant Rooks, Von Wegen Lisbeth und Bilderbuch vielleicht gar nicht mehr als Indie bezeichnet, jede Musikrichtung entwickelt sich weiter – das ist schön und toll und bringt viel Neues und Gutes. Und von Zeit zu Zeit höre ich glücklich die alten Lieder und lerne sie dabei wieder ganz neu kennen.

Die ganze Playlist findet ihr hier:

Titelbild: unsplash

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Mut zur Lücke: Warum Lebensläufe nicht linear sind

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Eine Lücke im Lebenslauf? Unsere Autorin fordert mehr Gelassenheit und erzählt, warum das für die Persönlichkeitsentwicklung gut ist.

Bremerhaven/Stuttgart – Zu meinen Schulzeiten waren Lücken im Lebenslauf unvertretbar. Abschluss, Auslandsjahr, Praktikum, Studium, Job. Am besten in genau dieser Reihenfolge. Für mich gab es mehrere Gründe, warum ich diesen peniblen Plan nicht einhalten konnte. Nach meinem Abitur wusste ich nicht, was ich studieren will und hatte mit anderen Sorgen zu kämpfen.

Mach doch lieber ein Praktikum

Zwei Jahre vor meinem Abitur lag der erste stationäre Klinikaufenthalt bereits hinter mir. Meine psychische Gesundheit hatte sich stetig in den Vordergrund gedrängt. Aufgrund dieser Umstände schloss ich die Schule mit einem mittelmäßigen Notendurchschnitt ab und beschäftigte mich zunächst mit meinem Leben statt mit Unibewerbungen.

Ich stieß in dieser Zeit oft auf Unverständnis. Doch nach einem Jahr jobben wollte ich mich noch immer nicht auf ein Studium bewerben. „Dein zukünftiger Arbeitgeber wird dir aber sehr konkrete Fragen dazu stellen, willst du nicht vielleicht doch ein Praktikum machen?“

Ich tat mich schwer damit, meinem Leben eine Richtung zu geben, wenn ich doch eigentlich damit beschäftigt war, Sinn und Frieden in mir selbst zu finden.

Der gesellschaftliche Druck

Schon damals stellte sich mir immer wieder die Frage, warum meine Nebenjobs oder die Therapie nicht als genauso bedeutsam für meine Entwicklung angesehen wird wie ein Auslandsjahr in Australien oder ein unbezahltes Praktikum bei einer großen Werbeagentur.

Ich hatte also nicht nur mit gesellschaftlichem Druck zu kämpfen, sondern stellte auch mir immer wieder die Frage, ob das alles richtig ist, wie ich das mache. Immerhin gab in meinem Umfeld kaum Leute, die einen ähnlichen Lebensweg bestritten.

Es ist nun fast sechs Jahre her, dass ich die Schule abgeschlossen habe. Ich studiere jetzt im dritten Semester etwas, was mir wahnsinnig viel Freude bereitet. Bis jetzt hat mich auch noch niemand gefragt, warum ich so lange gewartet habe mit dem Studium. Und wenn, dann antworte ich, dass meine psychische Gesundheit meine oberste Priorität war – und auch noch immer ist.

Das eigene Lebenstempo finden

Es ist okay ein anderes Tempo im Leben einzuschlagen. Vielleicht gar nicht zu studieren, eine Ausbildung zu machen, doch in einen Job einzusteigen. Wir sind so individuell, wir lernen unterschiedlich und haben andere Prioritäten. Es gibt keinen Plan X, an den man sich halten muss.

Rückblickend sind die vier Jahre zwischen Abitur und Studium nur ein kleiner Abschnitt im Vergleich zu dem, was ich in dieser Zeit über mich lernen konnte. Heute bin ich froh in meinem Lebenstempo angekommen zu sein – und rückblickend würde ich alles wieder genauso machen.

(Titelbild: Daniel Spase/unsplash)

Über die Autorin

Mit ganz viel Ehrlichkeit, Feingefühl und Liebe für die Sache schreibt unsere Autorin über das Leben mit psychischen Krankheiten. Warum das nicht immer einfach ist und gegen welche Vorurteile sie ankämpft erzählt sie in der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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Von Diagnosen und Klinik-
berichten

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Diagnosen können verwirrend sein und Arztberichte einschüchternd. Aber eigentlich ist das alles gar nicht so schlimm, sagt unsere Autorin.

Bremerhaven/Stuttgart – Im Zuge meines Frühjahrsputz im Spätsommer, stolpere ich auch über einen Haufen Zettel, die endlich sortiert werden wollen. In meinen eher schlecht als recht sortierten Unterlagen finde ich diverse Arzt- und Entlassbriefe, Klinikberichte und Behandlungsempfehlungen. Obwohl ich diese schon zig mal durchgelesen habe, überfliege ich sie noch einmal. Manchmal legt mir das fiese Steine in den Bauch, aber meistens bin ich ganz okay mit dem, was da steht.

Hilfe, ich habe eine ICD-10 F32.1

Diagnosen per se sind erstmal neutral zu bewerten.

Diagnosen sind dafür da etwas einen Namen zu geben. Es einordnen zu können und die richtige Behandlung abzustimmen. Sie helfen Symptome einzugrenzen und schlussendlich sind sie auch für Krankenkassen, damit diese abrechnen können. 

Bei psychischen Erkrankungen überschneiden sich Symptome und die richtige Diagnosestellung ist nicht immer ganz so einfach. In meinem Leben habe ich viele Diagnosen bekommen. Manche sind geblieben, manche waren ein Versuch etwas einzuordnen, was dann doch woanders hingehörte.

Fehldiagnosen können schaden

Leider können Fehldiagnosen auch richtigen Schaden anrichten. Eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung wird manchmal mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung verwechselt (und andersherum) – allerdings ist eine Traumabehandlung etwas anderes als eine Therapie für Borderliner. Unkontrolliert Traumata aufdecken oder in den Fokus rücken kann zu einer Retraumatisierung der Betroffenen führen und starke Wunden hinterlassen. Fehldiagnosen sind nicht der Alltag, können aber geschehen, wenn sich zu sehr an eine akribische Checkliste von Symptomen gehalten wird.

Individualität kann man nicht katagolisieren

Meine Therapeutin sagte mir damals, dass es nicht wichtig ist welche Diagnose(n) ich bekomme, sondern es um meine Emotionen und Empfindungen geht. Anfangs verstand ich das nicht, wollte ich mich doch unbedingt identifizieren können. Einen Namen finden für das was ich empfinde.

Heute spreche ich nicht hauptsächlich über meine Diagnosen. Denn hinter jeder Diagnose steht immer noch ein Mensch, der leidet. Und das auf eine ganz individuelle Art. Einordnung hilft, aber wir sind nunmal keine Kataloge und Zahlen und das ist ja auch irgendwie schön.

Titelbild: (Tanya Trofymchuk/unsplash)

Über die Autorin

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Wenn jemand suizidale Äußerungen macht

In der Kolumne #letstalkaboutmentalhealth schreibt unsere Autorin über psychische Gesundheit und Krankheit, den Alltag damit sowie all die kleinen und großen Hürden im Leben. Wenn man plötzlich mit suizidalen Äußerungen konfrontiert wird, fühlt sich das hilflos und überfordernd an. Unsere Autorin hat das selbst erlebt und weiß: Handeln ist wichtig!

Anmerkung der Redaktion: Wenn du selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dir bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Du erreichst diese telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

Bremerhaven/Stuttgart – Wir sitzen zusammen am Deich (Für die Kesselkinder: das ist eine Schutzanlage entlang von Küsten und Flüssen. Da kann man sich gut hinsetzen und in die Sonne schauen. Wie am Marienplatz, nur mit Wasser). Es ist Sonntagabend und die Sonne geht gerade unter. Neben Glasflaschen und Picknickdecken unterhalten wir uns und lachen gegen den Wind. Die Stimmung ist ausgelassen, außer uns sind kaum andere Menschen am Deich.

Ein unbekannter Gast

Plötzlich setzt sich ein Mann neben uns. Er hat eine Bierflasche in der Hand und ist stark alkoholisiert. Wir sind genervt und werfen uns Blicke zu. Im ersten Moment überlege ich, wie ich ihm elegant vermitteln kann, dass seine Anwesenheit nicht erwünscht ist. Oder ob Ignorieren die bessere Strategie sei. Zunächst entscheide ich mich für Letzteres.

Nach kurzer Zeit beteiligt er sich an unserem Gespräch – und ist erstaunlich klar in seiner Wortwahl, also für seinen Zustand. Ich gebe ihm eine Chance und höre ihm zu. Schnell merke ich: Er ist suizidal.

Von Unsicherheit und Gesprächsführung

Die Stimmung kippt drastisch. Unsere Blicke treffen sich hilflos. Ich lasse ihn weiterreden und höre mir seine Geschichte an. Dann greif ich ein und spreche ihn auf seine getroffenen Aussagen an. Die Gruppe findet keine Worte, also übernehme ich die Gesprächsführung. Nicht nur, weil ich keine Berührungsängste mit dem Thema habe, sondern weil ich nachempfinden kann, wie er sich wohl fühlt.

Ich versichere ihm, dass seine Existenz sehr wohl eine Bedeutung hat. Und dass Suizid niemals die Antwort ist. Er lacht betrunken, irgendwie auch verlegen. Dann biete ich ihm an, ihn in die Notaufnahme zu bringen – was er nicht will.

Ich kann es verstehen, mache ihn aber darauf aufmerksam, dass ich gezwungen bin, die Polizei zu rufen. Dagegen wehrte er sich nicht. Ich spüre, dass er sich hilflos fühlt, aber trotzdem noch ein kleiner Funken Hoffnung in ihm lodert, dass ihm geholfen werden kann.

Ich entferne mich kurz von der Gruppe, während meine Freunde das Gespräch weiterführen. Nach einem kurzen Telefonat mit der Klinik, wähle ich den Notruf. Ich erkläre die Situation und unseren Standort. Die Polizei braucht kaum zehn Minuten und holt den torkelnden, hilflosen Mann ab.

Was also tun? Wie kann ich helfen?

Derartige Situationen können beängstigend sein. Egal ob es sich um eine dir unbekannte Person oder sogar eine dir nahestehende Person handelt. Mit Suizidalität muss immer ernst umgegangen werden.

  1. Wiederhole, was dein Gegenüber ausspricht und versichere dich über die Aussagen
  2. Sei präsent und habe keine Berührungsängste
  3. Erkläre deinem Gegenüber, dass du die Aussagen ernst nimmst und du ihn nicht alleine lassen kannst
  4. Lasse eine suizidale Person nicht alleine
  5. Erkläre deinem Gegenüber, dass du ihn in die Klinik/Notaufnahme begleitest oder organisierst, dass die Person dort hingebracht wird
  6. Erkläre, dass du sonst die Polizei/Feuerwehr einschalten musst, da du die Verantwortung nicht tragen kannst und musst
  7. Verständige den Notruf, wenn die Person nicht kooperiert

Es gibt Spezialisten, die sich um solche Situationen kümmern können. Habe keine Angst der Person zu Nahe zu treten – es handelt sich um eine lebensbedrohliche Situation.

Natürlich kann es passieren, dass der Betroffene verärgert ist, aber es handelt sich, wie gesagt, um eine lebensbedrohliche Situation. Diese erfordert Einschreiten und Zivilcourage.

 

Anmerkung: Ich bin keine Spezialistin und keine Fachärztin. Dieser Artikel ist lediglich eine Hilfestellung. Wende dich unbedingt an professionelle Beratungsstellen oder einen Facharzt, wenn du weitere Fragen hast.

(Titelbild: Dan Meyers/unsplash)

Über die Autorin

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