10 Dinge, an denen du merkst, dass die Uni wieder losgeht

Es ist Anfang Oktober und für Stuttgarter Studenten fängt jetzt wieder der Ernst des Lebens an. Automatenkaffee, Jogginghose oder Gruppenarbeit – das Stadtkind präsentiert euch zehn Dinge, an denen ihr merkt, dass die Uni definitiv wieder losgeht.

Stuttgart – Lange Regentage, bunte Blätter und Kürbisse in den Regalen: Für Studenten hat der Herbstanfang meist noch einen ganz anderen Beigeschmack. Denn ab dem 14. Oktober füllen Stuttgarter Studis wieder die Vaihinger Vorlesungssäle. Dann heißt es: Bye, bye Sommerpause und hello Campusleben. Wir von Stadtkind haben mal zusammengetragen, woran ihr neben dem (wahnsinnig guten) Mensa-Essen merkt, dass die Uni wieder losgeht.

Her mit dem schönen Uni-Leben!

Egal ob Praktikum, Nebenjob, Weltreise oder nur Klausurenstress: Nach den großen Semesterferien im Sommer ist es meist schwer, sich wieder im Uni-Alltag einzufinden. Da kann man schon mal vergessen (oder verdrängen) was in der Cafeteria oder in den Vorlesungssälen alles auf einen wartet.

Den Professor zum Beispiel, bei dem man Statistik belegt und in der 8-Uhr-Vorlesung am Morgen schon das ein oder andere mal kurz vorm Einschlafen war. Oder der Gourmet-Kaffee aus dem Automaten, den man sich trotz des seltsamen Geschmacks immer wieder holt. Vielleicht auch einfach, weil der ganze Zucker abhängig macht? Hier kommen die zehn Dinge, an denen jeder merkt, dass die Uni wieder losgeht. Aber sind wir mal ehrlich: Ein bisschen gehören diese Sachen ja auch einfach dazu, zum – manchmal nervenden – aber meist geliebten Studentenleben.

Mehr aus dem Web

Was trägt Stuttgart: Streetstyle auf dem Wasen

Wir Schwaben haben keinen Stil? Von wegen! Wer uns nicht im gleichen Atemzug mit Mailand, Paris und New York nennt, dem erzähl mer was, gell! Stadtkind präsentiert euch den Stuttgarter Style frisch von der Straße – dieses Mal direkt vom Cannstatter Wasen.

Stuttgart – Dem schwäbischen Streetstyle wird ja so einiges nachgesagt: angepasst, spießig, zurückhaltend. Wir finden: Der kann sich schon sehen lassen! Um das zu beweisen, sind wir für euch an den unterschiedlichsten Orten im Kessel unterwegs und machen mit den Stuttgartern den Stylecheck. Get ready für Dirndl-Looks und Alltags-Outfits auf dem Cannstatter Wasen!

Streetstyle auf dem Wasen: Nicht nur Dirndl und Karohemden!

Es ist ein windiger Montagnachmittag auf dem Cannstatter Wasen: Dirndl und Lederhosen muss man fast mit der Lupe suchen, wenn man über die Festwiese schlendert. Doch umso näher der Uhrzeiger der fünf kommt (17 Uhr ist ja die allgemein bekannte Zeit der Tisch-Reservierungen), desto mehr Menschen in Tracht tauchen auf einmal zwischen Schokofrüchten und Geisterbahnen auf.

Im Zelt, ja da muss man schon die Augen zukneifen und angestrengt durch die Reihen schauen, um ein paar Leute in Jeans auszumachen. Draußen bei den Ständen mixen sich jedoch die Tracht-Liebhaber mit denen, die sich in Zivil auf den Wasen trauen. Ob klassisches Black-and-White-Outfit, herbstlicher Boho-Chic, gekonnt kombiniertes Karohemd oder edle Dirndl-Looks mit farblich passenden Accessoires: Auf dem Cannstatter Wasen findet man so einige coole Streetstyles – egal ob Tracht oder nicht.

Laura und Michelle | 22 und 23 Jahre alt | BWL und Infrastruktur-Management Studenten| aus Ostfildern und Esslingen | Foto: Jana Stäbener

Laura & Michelle

Wasenzeit ist ja seit einigen Jahren auch gleichzeitig Dirndl- und Lederhosenzeit. Wie findet ihr das?
Laura: Ich persönlich finde Dirndl schön. Aber es sollte jedem selbst überlassen sein, was er anzieht.

Wie fühlt es sich an, so ganz im Zivil zwischen fliegenden Dirndl-Röcken und karierten Hemden?
Michelle: Ins Zelt würde ich so nicht gehen! Da fällt man sonst einfach zu sehr auf.

Was bringt euch heute nach Bad Cannstatt auf den Wasen?
Beide: Wir waren sowieso in der Stadt und haben dann spontan beschlossen: Komm, das Wetter passt, wir gehen ein bisschen über den Wasen bummeln.

Eure Lieblingsfarben in der Mode?
Laura: Schwarz, Weiß, Beige, Grau – das Übliche eben.
Michelle: Da kann ich mich nur anschließen!

Auf welche Dinge freut ihr euch im Herbst modetechnisch am meisten?
Laura: Eigentlich mag ich ja den Sommer mehr, aber ich freue mich auf Jacken und Mäntel…
Michelle: …und auf Strickpullis! Ich mag den Herbst und Frühling lieber als den Sommer. Ich freue mich echt darauf, dass man fashion-mäßig wieder „mehr“ anziehen kann!

Sina | 29 Jahre alt | im Recruitement tätig | aus der Schweiz | Foto: Jana Stäbener

Sina

Wasenzeit ist ja seit einigen Jahren auch gleichzeitig Dirndl- und Lederhosenzeit. Wie findest du das?
Ich bin gebürtig hier aus der Region, wohne jedoch seit längerem in der Schweiz. Dort wimmelt es nur so von Veranstaltungen, bei denen alle in Tracht rumlaufen. Dass das hier nicht so verbreitet ist und nur zweimal im Jahr zum Thema wird, finde ich irgendwie schade!

Findest du es ist gerechtfertigt, dass manche den Wasen im gleichen Atemzug wie Fasching und Halloween nennen, weil sie sagen, dass man sich ja irgendwie auch nur verkleidet?
Ja, es hat ein Stück weit schon was von Verkleiden. Aber gleichzeitig ist es ja auch ein „sich schön machen“.

Was bringt dich heute nach Bad Cannstatt auf den Wasen?
Jedes Mal, wenn wir hier sind und Wasen ist, nehmen wir das volle Programm mit: Zelt, Essen, Bier – alles!

Deine Lieblingsfarben in der Mode?
Ich bin da eher der „blaue Typ“. Viel schwarz und weiß , generell alles, was unifarben ist. Auch ganze Outfits style ich lieber Ton in Ton.

Wenn du nicht gerade im Dirndl unterwegs bist, was trägst du dann am liebsten?
Dann bin ich ganz klassisch angezogen, so wie es auch zu meinem Job passt. Also eher Business-Garderobe.

Jannik | 19 Jahre alt | BWL Student | aus Besigheim | Foto: Jana Stäbener

Jannik

Wasenzeit ist ja seit einigen Jahren auch gleichzeitig Dirndl- und Lederhosenzeit. Wie findest du das?
Ich finde das cool. Jeder hat das Gleiche an, was die Stimmung einfach viel besser und ausgelassener macht.

Findest du es ist gerechtfertigt, dass manche den Wasen im gleichen Atemzug wie Fasching und Halloween nennen, weil sie sagen man verkleidet sich ja auch nur irgendwie?
Gut, an Fasching läuft auch Schlager-Musik. Vom Kostüm her finde ich es trotzdem nicht vergleichbar, denn an Fasching und Halloween hat schließlich jeder etwas anderes an.

Was bringt dich heute nach Bad Cannstatt auf den Wasen?
Wir sind natürlich zum Feiern da und haben ab 17 Uhr einen Tisch im Bierzelt.

Deine Lieblingsfarben in der Mode?
Schwarz, Braun wie meine Cordhose und Blau.

Wenn du nicht grade im Karohemd unterwegs bist, worin findet man dich dann am ehesten?
Sehr wahrscheinlich in der Jeansjacke, die ich gerade auch trage.

Ayaka | 26 Jahre alt | arbeitet in der Gastronomie | wohnt in Tübingen | Foto: Jana Stäbener

Ayaka

Wasenzeit ist ja seit einigen Jahren auch gleichzeitig Dirndl- und Lederhosenzeit. Wie findest du das?
Ich komme aus Japan und dort haben wir natürlich auch Trachten. Zu besonderen Sommerfesten tragen wir zum Beispiel Kimonos oder Yukatas. Deswegen habe ich auch nichts gegen Dirndl oder Lederhosen hier in Deutschland.

Wie fühlt es sich an, so ganz im Zivil zwischen fliegenden Dirndl-Röcken und karierten Hemden?
Ich selbst habe gar kein Dirndl und kenne das nicht anders. Weil ich aber schon über fünf Jahre in Deutschland wohne, sollte ich das bald nachholen! Am liebsten hätte ich eins in dunklem Grün.

Was bringt dich heute nach Bad Cannstatt auf den Wasen?
Meine Kollegen und ich – ich arbeite in einem japanischen Restaurant in Tübingen – machen heute quasi unseren Betriebsausflug hierher.

Deine Lieblingsfarben in der Mode?
Ich mag schwarz total. Im Herbst dagegen warme Farben.

Auf welche Dinge freust du dich modetechnisch, jetzt wo der Herbst kommt, am meisten?
Definitiv auf Strickjacken!

Jeanne | 18 Jahre alt | Schülerin | aus Mannheim | Foto: Jana Stäbener

Jeanne

Wasenzeit ist ja seit einigen Jahren auch gleichzeitig Dirndl- und Lederhosenzeit – Wie findest du das?
Na, wenn man schon geht, dann gehört für mich auch das passende Outfit dazu! Ich muss jedoch gestehen, dass ich selbst kein Dirndl besitze und dieses hier von einer Freundin ausleihen musste…

Findest du es ist gerechtfertigt, dass manche den Wasen im gleichen Atemzug wie Fasching und Halloween nennen, weil sie sagen man verkleidet sich ja auch nur irgendwie?
Es ist ja nichts Erfundenes. Das ist der Unterschied. Tracht ist eher eine spezielle Modeform, die man zu besonderen Anlässen anzieht.

Was bringt dich heute nach Bad Cannstatt auf den Wasen?
Wir sind hier um zu essen, Achterbahn zu fahren und ins Zelt zu gehen – das komplette Wasen-Erlebnis eben.

Deine Lieblingsfarben in der Mode?
Eher kältere Töne wie blau, schwarz oder weiß.

Wenn du nicht grade im Dirndl unterwegs bist, worin findet man dich dann am ehesten?
Ehrlich gesagt bin ich dann das genaue Gegenteil von meinem heutigen Wasen-Look: Lässige Boyfriend-Jeans und so gut wie nie Kleider.

Mehr aus dem Web

Top informiert über Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit

Zum Nachmachen oder einfach nur Nachlesen: Der neue Nachhaltigkeits-Newsletter der Stuttgarter Zeitung gibt Tipps zu Klimaschutz, Konsum und Umwelt. Er zeigt: Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern einfach mal anzufangen.

Stuttgart – Wer seinen eigenen ökologischen Fußabdruck schon mal getestet hat, der muss ganz schön schlucken. Denn trotz vieler Bemühungen ist dieser meist viel größer als gedacht. Für die meisten Menschen bräuchte es drei Erden um den persönlichen Lebensstil aufrecht zu erhalten. Ernüchternd. Aber Hinschmeißen und Aufgeben hilft ja auch keinem – mit kleinen Schritten geht es schließlich auch zum Ziel. Ein Weg, um unsere Auswirkungen auf den Planeten konstant zu verbessern, ist, uns ständig darüber zu informieren, was im Bereich Nachhaltigkeit gerade so abgeht. Welche politische Debatten diskutiert werden und was der neuste Stand der Erkenntnisse überhaupt ist. Genau das ermöglicht uns der neue Nachhaltigkeits-Newsletter der Stuttgarter Zeitung „StZ Übermorgen“.

Wer steckt dahinter?

Geschrieben wird der Newsletter von drei jungen Redakteurinnen aus den Bereichen Politik, Wissen und Lokales. Alle drei versuchen bewusster und klimafreundlicher zu leben, merken aber auch wie schwer das manchmal sein kann. So nutzt Hanna Spanhel zum Beispiel ein mit Erdgas angetriebenes Auto, Siri Warrlich versucht, auf Fleisch zu verzichten, kann dem gelegentlichen Steak jedoch nicht widerstehen und Julia Bosch probiert – gemeinsam mit ihrer WG – ohne Plastik auszukommen.

Gemeinsam in Richtung Nachhaltigkeit

Alle drei wissen: Um der Umwelt etwas Gutes zu tun, muss man nicht perfekt sein, sondern einfach nur handeln. Ganz nach dem Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“, nehmen euch die drei mit auf den Weg ihrer nachhaltigen Verwandlung und zeigen, was sich zwischen Bio-Lebensmitteln, gebrauchten Klamotten, Ökostrom, saisonalem Gemüse, Glas-Containern und wiederverwendbaren Tüten noch so alles tut.

Was taugt zum Beispiel der neue Unverpackt-Laden in Stuttgart? Warum geht das mit den Radwegen so lahm voran und welchen Effekt hat die tägliche Autofahrt für die persönliche Klimabilanz? All diese Fragen versuchen euch die drei im Newsletter „StZ Übermorgen“ zu beantworten – und das wöchentlich, jeden Dienstag-Vormittag. Tipps, Tricks und Fakten rund um Konsum, Nachhaltigkeit und Klimaschutz – das geht jeden was an!

Newsletter „StZ Übermorgen“ hier abonnieren >>>

weitere Newsletter der StZ gibts hier >>>

Bilder: Bob Blob, Sylvie Tittel, Yasmine Boheas, Ella Olsson und Anna Pelzer via Unsplash

Mehr aus dem Web

14 Tipps fürs Wochenende in Stuttgart

Fridays for Future ist für Anfänger: Schließlich haben wir am Wochenende – trotz Party und Feierei – viel mehr Zeit, etwas für die Umwelt zu tun. Diesen Samstag zum Beispiel beim großen Neckar-Clean-up. Wir haben 14 Tipps für euer perfektes Weekend im Kessel zusammengefasst.

Stuttgart – Das letzte Septemberwochenende steht vor der Tür und Stuttgart hat für Nachteulen, Partylöwen und Fashionjunkies wieder so einiges zu bieten. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir jedoch auch ein paar Aktionen für euch herausgesucht, die Geldbeutel und Umwelt schonen und bei denen ihr euer Wochenende garantiert für eine gute Sache einsetzt. Wie wäre es zum Beispiel mit der Kleidertauschparty in Zuffenhausen, bei der jeder bis zu zehn Teile mitbringt und sie gegen neue Schätze tauschen kann. Oder ihr geht zum großen Neckar-Clean-up in Bad Cannstatt. Denn: Je mehr Leute mitmachen, desto schneller werden die Flussgabelungen und das Neckarufer sauber und plastikfrei.

Das geht am Wochenende:

Das letzte Wochenende im September: Das bedeutet natürlich auch, dass – zumindest gefühlt – das letzte Spätsommerwochenende vor der Tür steht. Auch wenn das natürlich Wehmut auslöst: Immerhin können wir den Herbst mit dem Panopticum Herbstfestival auf dem Berger Platz gebührend begrüßen. Auch der Ecstatic-Dance-Day bei der Kulturinsel, die Rollschuh-Aktion und das Boulder-Battle bei der Paulinenbrücke stehen uns als weitere Outdoor-Optionen zur Verfügung, um die noch sommerwarmen Herbstsonnenstrahlen einzufangen.

Aber auch bei Regen und Schmuddelwetter kommt der Spaß nicht zu kurz. Im Vintage-Salon des Schauspiels Stuttgart am Samstag können wir alte Schmuckstücke und echte Theaterkostüme ergattern, im Yart versüßt uns die Avid-Party den Abend und für Wasen-Liebhaber ist die Sonntagsaktion vom Club Kowalski mit Saschko genau das Richtige. Hier gibt’s, zusätzlich zu Bier, Zuckerwatte und Co. auf dem Festgelände, elektronische Vibes in der Jägermeisterbar.

Titelbild: Max Andrey via Unsplash

Mehr aus dem Web

Plötzlich Bierprinzessin: In High Heels über den Wasen

Bier, Schlager und Gebrannte Mandeln: Der Wasen liegt ja bekanntlich nicht jedem – Nina Krippentz jedoch liebt ihn. Wir haben die Böblingerin in Bad Cannstatt getroffen und mit ihr über das Amt als Württembergische Bierprinzessin gesprochen.

Stuttgart – Wenn an diesem Freitag wieder der Cannstatter Wasen beginnt, ruft dies bei den Stuttgartern ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Manche sind genervt, manche freuen sich nur heimlich (den Wasen doof zu finden, gehört in manchen Kreisen zum guten Ton) und manche schweben im siebten Zuckerwatte-Himmel. So wie Nina Krippentz. Die 25-Jährige ist die lebendige Version der Lebkuchenherzen, auf denen mit weißem Zuckerguss „Wasenliebe“ geschrieben steht. Nina studiert Wirtschaftspädagogik in Hohenheim und lebt ein ganz normales Studentenleben. Zumindest, bis es im Frühling oder im Herbst dann heißt „Hoch die Krüge!“, denn dann steht Nina im Festzelt und stößt mit ihrem Bierkrug an – jeden Abend, 17 Tage am Stück.

Württembergische Bierprinzessin

Warum sie das tut? Weil Nina seit Oktober 2018 den Titel der Württembergischen Bierprinzessin trägt. Schon ein Jahr lang hat sie beim Volksfest und beim Frühlingsfest nun schon die Maßkrüge in die Höhe gestemmt, Fotos mit begeisterten Japanern geknipst, ist von einem Bierzelt zum anderen übers Festgelände gesprintet – und das, so steht es in der Job-Beschreibung, nicht mit Boots, sondern mit High Heels an den Füßen. „Ich geh dann, wenn die letzten Alkoholleichen sich auch auf den Weg machen“, sagt die Böblingerin. Klar, der Wasen sei nicht für alle was. „Man muss es echt mögen“, meint Nina. Sie jedenfalls mag es. Nicht die Betrunkenen, aber das Bier, die Dirndl und Lederhosen und die generelle Feierstimmung.

11 Dirndl im Kleiderschrank

Nina beim Interview: die Böblingerin hat sich bei der Wahl zur Bierprinzessin gegen 427 Mitbewerberinnen durchsetzt. | Foto: Jana Stäbener

Ihre Wasenliebe hat sie nicht erst, seitdem sie Württembergische Bierprinzessin ist. „Ich glaube, wenn das alles nicht so richtig dein Ding ist, kann es voll anstrengend werden“, sagt Nina. Sie selbst geht schon immer gern ins Zelt, trinke gerne mal ein Pils und habe elf Dirndl in ihrem Kleiderschrank. Da war es auch für ihre Freunde keine große Überraschung, als sie sich im Frühjahr 2018 spontan bei der Wahl zur Bierkönigin von Stuttgarter Hofbräu aufstellen ließ. Bis in den Herbst hinein ging die Casting-Zeit. Insgesamt bewarben sich 430 junge Frauen. „Die ersten 50 Bewerberinnen wurden nur anhand ihres Aussehens ausgewählt – das fand ich selbst auch echt krass“, erzählt Nina. Bei der Wahl zur Top 12 ging es dann aber um mehr: neben Bierkenntnissen und sympathischem Auftreten war es auch wichtig, die Marke Hofbräu gut zu repräsentieren.

Ninas Wasen-Look:

Wer es schaffte, die Jury zu überzeugen und in die Top 12 zu kommen, durfte sich bei Krüger ein Dirndl aussuchen. „Mein Dirndl von damals habe ich heute an“, sagt Nina, als sie mit uns von Stadtkind Bilder macht. Ihr Dirndl trägt den Namen „Cosma“. Sie kombiniert den dunkelblauen Stoff des Modells, der eine Musterung im Paisley-Style hat, mit einer violetten Schürze. Dazu noch silberne High Heels von Dune London, eine silberne Kette mit Herz-Anhänger und eine silberne Uhr. Die Krone und die Schärpe dürfen natürlich auch nicht fehlen: Fertig ist ihr Wasen-Look!

Kein Job für Schüchterne

Gemeinsam mit zwei anderen Mädels, der zweiten Prinzessin Vanessa und der Bierkönigin Chiara, hat Nina am dritten Oktober 2018 die Wahl in Grandls Festzelt gewonnen. Warum sie „nur“ Prinzessin und nicht Königin geworden ist, weiß sie nicht. „Wir sind alle gleichgestellt, kriegen gleich viel Geld und gehen gleich oft auf Events“, erzählt Nina. Deswegen wären die Titel an sich auch nur fürs Papier. Konkurrenzkampf gebe es unter ihnen nicht.

Oft teilen sich die drei ihre Auftritte auf. Am letzten Freitag war Nina zum Beispiel alleine beim Pre-Wasen-Opening in der Kraxl Alm Rutesheim. Ob das nicht seltsam ist, immer auf neue Leute zu stoßen? „Da kennt man sowieso immer jemanden“ meint Nina. Doch sie merkt an, dass der Job sicher nichts für Schüchterne sei, weil man oft ins kalte Wasser geworfen werde. Manchmal käme man zu einer Veranstaltung, müsse auf die Bühne und habe keine Ahnung was man eigentlich machen soll. „Man muss also schon gerne im Mittelpunkt stehen“, sagt die 25-Jährige lachend.

Als Bierprinzessin sollte man schon gerne im Mittelpunkt stehen, findet Nina. | Foto: Jana Stäbener

Bis zu drei Jahre Amtszeit als Prinzessin

Noch bis 2020 ist geplant, dass Nina die Krone trägt. Aller Voraussicht nach werde jedoch verlängert, erzählt sie. Die Amtszeit der meisten Bierköniginnen und Prinzessinnen bleibt nicht bei eineinhalb Jahren, sondern wird auf drei Jahre aufgestockt. Für Nina kein Problem, sie fängt im Oktober noch ihren Master in Wirtschaftspädagogik an. „Die bayrische Bierkönigin musste sich ja für ihre ganze Zeit frei nehmen – so aufwendig ist das Amt für uns nicht“, sagt sie. Dennoch sei es als Studentin natürlich wesentlich unkomplizierter. Und sie habe so immer noch genug Zeit ihren Hobbys nachzugehen, die neben der Wasen-Feierei alle ziemlich sportlich sind: von Golf über Joggen bis Skifahren ist alles dabei.

Was eine Plastikkrone so alles bewirkt…

Eine frühere Bierkönigin hätte mal zu ihr gesagt, sie sei gespannt, ob Nina nach ihrer Amtszeit noch Lust habe, auf den Wasen zu gehen. Das kann sie aber nicht verstehen. „Wasen ist sowas wie meine zweite Heimat!“, stellt sie klar. Aber sie merke schon, dass sie das Volksfest ganz anders wahrnehme, wenn sie mit Krone und Schärpe durch die Bankreihen läuft. „Da habe ich so einen richtigen Tunnelblick.“ Normalerweise schaue sie sich immer um, ob sie jemanden kenne, wenn sie als Bierprinzessin da sei, dann wäre das keine gute Idee. „Es sprechen dich eh schon genug Leute an und wollen irgendwas von dir“, erklärt sie. „Das ist echt Hammer, was für eine Auswirkung so ein kleines Stück Stoff und eine Plastikkrone haben.“

Auch wenn Nina ihre Krone und Schärpe nur auf Zeit trägt: Das Volksfest und alles was dazugehört, kann sie sich als Teil ihrer beruflichen Zukunft vorstellen. Aber natürlich sieht sich die Wirtschaftspädagogik-Studentin auch im Lehrbereich, also mal abwarten, was die Zukunft bringt.
Eines steht jedoch fest: der Wasen 2019, der kann kommen!

Links findet ihr Ninas offiziellen Instagram-Kanal.

Mehr aus dem Web

Streetart in Stuttgart-West: Zukunftsszenerie trifft auf Sporthalle

Die Graffiti-Landschaft im Kessel hat Zuwachs bekommen: An der Sporthalle der Hasenbergschule in Stuttgart-West haben sich die Jugendräte West gemeinsam mit Streetart-Künstler Maximilian Frank ausgetobt – das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Stuttgart – An der Hasenbergschule formt sich seit einigen Monaten eine bunte Zukunfts-Szenerie. Fertig ist sie, aller Voraussicht nach, im Laufe der Woche. Die Idee zur Verschönerung der Sporthalle kam von Felix Koch, dem Leiter des Jugendhauses West. Für die Leitung des Projekts fragte er den Sprayer Maximilian Frank an, der in Weil der Stadt selbst Jugendsozialleiter ist. „Wir kennen uns auch privat und haben schon zusammen studiert“, sagt der 37-jährige Streetart-Künstler. „Seit ich 14 Jahre alt bin gehört Hip-Hop zu meinem Leben.“ Deshalb findet er das Engagement, das Felix Koch für die Jugend und Graffiti aufbringt, klasse. Man müsse dem Hip-Hop schließlich endlich mal wieder ein positives Image verleihen.

Die Fridays-for-Future-Demo auf der rechten Seite des Graffitis ist ein Lichtblick inmitten der Zerstörung. | Foto: Jana Stäbener

Mit Streetart eine Art Denkmal schaffen

Um das zu erreichen, haben sich die beiden schon im Frühjahr zusammengesetzt und überlegt, wie sie die Jugend im Westen in das Graffito miteinbeziehen können. Denn laut Frank stellte sich bei Streetart im pädagogischen Bereich immer die Frage, wie man an das Projekt herangeht. „Der Anspruch war, an der Sporthalle eine Art Denkmal zu schaffen. Da kann man natürlich nicht sagen: `Hey, jetzt sprüht mal alle drauf los´“, erklärt Frank. Das wäre zwar auch schön, es sei aber unrealistisch, dass dabei etwas Gutes herauskommt. Denn selbst mit vielen Stunden Übung wird nicht jeder gleich zum Profi. Aus diesem Grund fertigte Frank nicht nur eine Papierskizze, sondern auch eine großflächige Vorlage an der Wand der Sporthalle an. Deren Flächen besprühten dann aber die Jugendlichen mit Farbe – der Künstler selbst übernimmt dieses Wochenende noch die finalen Schattierungen.

Insgesamt fast 20 Stunden arbeiteten um die sieben Jugendlichen am Streetart-Kunstwerk. Neben den Leitern des Jugendrats West und deren Freunden wollte Maximilian Frank auch vereinzelte Jugendliche integrieren, die auf den Straßen rund um die Hasenbergschule sowieso „rumhängen“. „Dadurch wächst die Toleranz für das Graffito selbst“, sagt der Pädagoge. So umgeht man das Problem, dass das Bild möglicherweise übersprüht wird. Außerdem sei es generell gut, wenn die Jugendlichen ihren eigenen Wohnort mitgestalten könnten. „Die Teens wissen dann auch, dass sie noch in zehn Jahren was von dem Aufwand haben“, sagt Frank. Dies sei für ihn auch das Argument schlechthin, warum sich der hohe Planungsaufwand für solche Graffiti-Projekte eigentlich immer lohne.

Atomlager, Krieg und Plastikmüll

Die Zukunft der Welt sieht auf dem Kunstwerk der Sporthalle West nicht besonders rosig aus. | Foto: Jana Stäbener

Was ist zu sehen?

Das Motiv, das auch noch in zehn Jahren die Gegend verschönern soll, hat der erfahrene Sprayer nur skizziert. Die Idee stammt allein von den Jugendlichen, die sich gemeinsam dafür entschieden, mit dem Graffito die Zukunft der Erde zu thematisieren. Mittelpunkt des Kunstwerks ist ein Mädchen, das Kopfhörer trägt und sich Gedanken um die Welt macht. Sie hält eine Kette hoch, auf der „Future“ steht und ist umgeben von verschiedenen Gedanken-Schwaden, von denen jeder einzelne ein anderes Problem aufgreift.

So zeigt der eine Atomlager, der andere Krieg, der dritte eine Insel aus Plastik, die im Ozean schwimmt. Auch ein Bitcoin-Dollar ist auf dem Wandbild zu sehen. Er verbrennt in lodernden Flammen und demonstriert, dass die Währung, einst ein Zukunftsthema, mittlerweile immer mehr an Bedeutung verliert. Neben negativen Gedanken gibt es jedoch auch einen Lichtblick: Die Fridays-for-Future-Demo auf der rechten Seite des Graffitos gibt Grund zur Hoffnung. Hoffnung, dass all diese Probleme der Zukunft lösbar sind.

Mehr aus dem Web

Fair Fashion: Tipps für Einsteiger

Teuer, hippiemäßig oder unauffindbar: Grüne Mode muss mit so einigen Vorurteilen kämpfen. Dabei ist fair shoppen leichter als gedacht! Wir bringen Licht ins Dunkel und geben euch Tipps für den Einstieg ins Fair-Fashion-Paradies.

Stuttgart – Sie sind mehr als nur ein Trend. Nachhaltige Mode-Labels und Shops sind, so hoffen es viele, Teil einer wahren Fashion Revolution. Weg vom Kaufrausch und hin zum bewussten Konsum: auch Minimalismus spielt beim Thema Fair Fashion eine Rolle. Anstatt fünf Teile, kaufen wir für das gleiche Geld nur ein, dafür hochwertig und nachhaltig produziertes Kleidungsstück. Denn was wir heutzutage oft vergessen: hinter jedem Stück Stoff stehen Designer, Produzenten, Rohstoff-Zulieferer und Näherinnen, die sich ihr Leben mit einem T-Shirt-Preis von fünf Euro einfach nicht finanzieren können.

Nachhaltiges Shoppen ist easy!

Dabei ist es gar nicht so schwer, fair(er) shoppen zu gehen. Nachhaltige Newcomer-Brands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und auch Stuttgart hat eine große Auswahl an Fair Fashion Shops, wie zum Beispiel Greenality, Glore oder der Loyale Pop UP im 1. OG des Gerbers. Blogger wie Daria Daria zeigen schon eine ganze Weile wie nachhaltige Mode geht. Die zwei wichtigsten Dinge lassen sich sogar in sieben simplen Worten zusammenfassen: Gebraucht statt neu und Qualität statt Quantität.

Wer sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen will und es doch gerne etwas ausführlicher mag: Wir von Stadtkind haben alle weiteren Tipps für Fair Fashion Einsteiger nochmal hier unten zusammengefasst…

Titelbild: Analise Benevides via Unsplash

Mehr aus dem Web

Tipps fürs Wochenende in Stuttgart

Ob Club-Hopping, Flohmarkt oder Banksy in der Staatsgalerie: In und um Stuttgart geht die nächsten Tage mal wieder so einiges. Wir haben 14 Wochenendtipps für euch zusammengefasst.

Stuttgart – Dieses Wochenende sorgt bei uns für viele Überraschungen. Die größte von allen: am Sonntag fahren in Stuttgart (zumindest auf der Theodor-Heuss-Straße) keine Autos, what?! Ob die Theo da wohl überhaupt noch wiederzuerkennen ist? Highlight: an dem Tag fahren alle in der ganzen ersten Tarifzone for free. Ganz gut, denn auf der Theo ist an diesem Wochenende noch mehr geboten: am Sonntagabend könnt ihr direkt weiter auf den Nachtflohmarkt im Ribingurūmu ziehen, am Abend davor gibt’s bei der Langen Nacht der Clubs ordentlich Gelegenheit zum Feiern.

Wochenendtipps : Demo, Flohmarkt und Geburtstagsfeier

Statt Sonntagsdemo heißt es dieses Wochenende: Samstagsdemo – und das in Ludwigsburg. Warum? Rockfabrik-Fans wollen mit der Demo für den Erhalt des Kult-Clubs kämpfen. Kleines Goodie: Wer bei der Demonstration mitmacht, hat freien Zutritt zur anschließender Party in der Rockfabrik.

Auch beim SI-Centrum findet ihr an diesem Samstag wieder einige Stände, an denen ihr nach Krims-Krams und alten Schätzen stöbern könnt. Kunstliebhaber kommen beim erneuten „Banksy und Beats“ Abend am Freitag auf ihre Kosten, während alle Feierwütigen die fette Jubiläumsparty vom Freund & Kupferstecher im Stadtpalais, den Sample Slam oder die Fusionsparty im Gardener’s Nosh und Hi Life nicht verpassen sollten.

Mehr aus dem Web