Rapper Sickless lässt sich nur von Schwester Irene tätowieren

Rapper Alexander „Sickless“ Föll und seine tätowierende Schwester Irene Mangieri trennen sechs Jahre. Dennoch sind sie heute ein Herz und eine Seele mit einer gemeinsamen Vorliebe für essen und den Weltraum.

Stuttgart – Auf ihre ganz eigene Weise gehören sie fest zur Subkultur der Stadt: Alexander Föll (29) wirbelt mit seiner neuen EP „Beta“ in Hip-Hop-Kreisen ordentlich Staub auf und schmeißt nebenbei das Label wirscheissengold, seine Schwester Irene Mangieri (35) sorgt seit sechs Jahren für bleibende Eindrücke im Cactus Tattoo Studio, dem ältesten Stecher der Stadt.

UFOs und Star Wars

Aufgewachsen sind die beiden in Oberkochen bei Aalen, die Eltern arbeiten – wie gefühlt jeder dort – bei Zeiss. Das erklärt auch gleich ihre gemeinsame Faszination für das Weltall: Ihr Vater, ein Feinmonteur, konstruierte Objektive für das Weltraumteleskop Hubble. „Uns alle fasziniert die Unendlichkeit“, legt Irene gleich los, als wir uns im Tiffin gleich neben ihrem stichhaltigen Arbeitgeber treffen. „Wir stehen aber auch einfach auf UFOs, auf Alien, auf Planeten und all das. Ich weiß wirklich nicht, wie oft ich ‚Star Wars‘ geschaut habe. Ich glaube, ich kann die Filme teilweise auswendig.“ Alex nickt enthusiastisch. „Weißt du noch wie wir uns früher immer die ‚Space Night‘“ auf 3sat reingezogen haben?“ Beide schwelgen kurz. Ach, Kindheitserinnerungen…

S-Bahn ist für einen Dorfjungen echt tough (Sickless)

Die Geschwister sind ein Herz und eine Seele. Das war aufgrund des Altersunterschieds natürlich nicht immer so, hat sich aber in den letzten zehn Jahren nivelliert. „Ich meine, in der Pubertät fetzt man sich auch mal wegen Camembert, Nudeln, Postern oder Gameboys!“, lacht Alex und Irene ergänzt: „Aber ich zog mit 19 aus. Und danach wurde es schnell besser.“

Symbolbild: Kleiner Bruder nervt große Schwester. (Foto: Viktor Föll)

Mittlerweile wohnt Irene in Schnait, hatte aber auch einige Jahre lang eine Wohnung an der Schwabstraße. Für den jungen Alex natürlich ein gefundenes Fressen. „Als ich die ersten Male mit dem Baden-Württemberg-Ticket nach Stuttgart gefahren bin, habe ich sie immer besucht“, erinnert er sich. „Es war schon cool, eine Schwester in Stuttgart zu haben. Allein der Weg vom Hauptbahnhof zur Schwabstraße war gefühlt eine Weltreise. S-Bahn ist für einen Dorfjungen echt tough.“

Nachtschwärmer unter sich

Alex wohnt heute im Süden und sie nahe an der alten Heimat. An ihren regelmäßigen Treffen hat sich nichts geändert. „Er steht mindestens einmal die Woche im Laden und will dann eigentlich meist was essen gehen“, sagt Irene. „Wir lieben essen! Die ganze Familie, keine Ausnahme, alle lieben es.“ – „Oh ja“, steigt Alex ein. „Wenn uns etwas bondet, dann essen! Wir suchen ständig nach neuen Restaurants und lieben Thai-Food. Der beste Thai am Marienplatz hat leider zugemacht, obwohl wir der ganzen Welt davon erzählt haben.“

Und jetzt alle: Aaaaaw, how cute! (Foto: Viktor Föll)

Sie ticken aber auch in vielen anderen Dingen ähnlich, sind beispielsweise alles andere als Frühaufsteher. Das vormittägliche Treffen im Tiffin wird da fast zur Herausforderung. „Unsere ganze Familie ist nachtaktiv. Unser Dad, meine Schwester, ich“, erzählt Alex. „Ich meine, ich bin meistens bis morgens wach und arbeite, da schlafe ich natürlich auch länger.“

Mir gefällt, dass ich das Lebenswerk meiner Schwester spazieren trage! (Sickless)

Dass beide Kinder relativ unkonventionelle Karrieren einschlagen, war für die Eltern Föll nicht immer einfach. „Klar haben sie manchmal Sorgen, weil wir selbstständig sind und all das. Aber sie sehen, dass wir glücklich sind mit dem, was wir tun. Sie unterstützen uns, wo sie nur können. Das eine oder andere Tattoo hätten sie aber dennoch nicht gebraucht“, grinst er. Die stammen bei ihm natürlich nicht von irgendwem. „Ich habe nur Tattoos von Irene“, erzählt Alex stolz. „Mir gefällt der Gedanke, dass ich das Lebenswerk meiner Schwester auf meiner Haut trage.“ Irene strahlt und meint: „Das erste Mal den eigenen Bruder zu tätowieren war aber schon heftig. Anfangs hat es mir echt leidgetan, ihm wehzutun. Mittlerweile“, grinst sie frech, „geht’s deutlich besser.“

Auf der Bühne mit Cro

Irene ist aber natürlich ebenso stolz auf ihren kleinen Bruder wie er auf sie. „Ich erinnere mich an einen ganz frühen Auftritt mit ihm und Cro in Aalen“, erzählt sie. „Das war schon surreal, den kleinen Bruder so professionell auf der Bühne zu sehen. Ich war auf jeden Fall extrem stolz und hatte den totalen Tunnelblick.“ Im Grunde ist Irene ja auch nicht ganz unschuldig an der Rap-Karriere des Bruders. „Ich habe generell sehr viel musikalisch von ihr mitgenommen, aber vor allem Rap und Hip-Hop“, so Alex. „Sie hat mir beispielsweise Creutzfeld & Jakob gezeigt und tonnenweise Kram auf VIVA2 aufgenommen.“

Heute wie damals keine Frühaufsteher: Alex und Irene. (Foto: Viktor Föll)

Für immer kleiner Bruder

Egal, wie viel Zeit auch vergangen ist: Alex wird immer Irenes kleiner Bruder bleiben. Das war damals so, als er seinen Worten zufolge von ihr als „menschliche Puppe“ benutzt wurde. Und das ist bis heute so, wenn Alex die Pflichten einer großen Schwester nicht direkt einfordert, aber in jedem Fall goutiert. „Es ist einfach wunderbar“, schwärmt er. „Sie kümmert sich um mich, bringt mir Essen vorbei, näht meine Sachen und kümmert sich um meine Pflanzen. Fast wie meine Mama.“

Ihm ist klar: Er wird auf ewig der kleine Bruder bleiben. Doch wie er das so sagt, klingt er mit dieser Rolle sehr zufrieden.

www.wirscheissengold.de

www.cactustattoo.de

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Neu in Stuttgart: The Purple Room serviert Highballs und Hotdogs

Eine neue Bar jagt die nächste. Jüngster Spirituosen-Zuwachs in Stuttgart: Der stylishe kleine Purple Room an der Theo mit seiner Trilogie aus Highballs, Hotdogs und Hip-Hop. Wir waren vor der Eröffnung da.

Stuttgart – Er ist so einer aus der Kategorie Macher: Knud Scheibelt hat die Stuttgarter Barszene in den letzten Jahren entschieden mitgeprägt. Erst hinter der Bar im Ciba Mato, seit 2011 dann mit seinem eigenen Laden Schwarz-Weiß-Bar am Wilhelmsplatz. Die ist ja bekanntlich ein Eldorado für Aficionados hochwertiger Spirituosen, wurde 2014 schon mal für den Glenfiddich Award nominiert. Und so etwas passiert in Stuttgart normalerweise nicht.

Im Auftrag der guten Drinks

Zwischenzeitlich hatte Knud auch einen schicken Ableger seiner Schwarz-Weiß-Bar in Ludwigsburg eingepflanzt. Doch kürzlich hat er ihn an einen seiner Mitarbeiter abgegeben, um sich auf seine Stuttgarter Projekte zu konzentrieren. Da hat er eigentlich auch mehr als genug zu tun: Neben der Schwarz-Weiß-Bar und dem angeschlossenen Bar-Catering, das er mit seiner Frau wuppt, bespielt er ab sofort auch eine weitere Adresse: Gemeinsam mit seinem alten Kumpel Dino Zippe, der seit April auch in der Schwarz-Weiß-Bar mixt und ebenso lang in der Welt der guten Bars unterwegs ist, eröffnet Knud den Purple Room an der Theodor-Heuss-Straße.

Hotdogs und Highballs

Das ist gleich aus mehreren Gründen besonders. Erstens: Der lila Laden konzentriert sich auf Highballs und Hotdogs. Also Drinks, die eng dran sind am klassischen Longdrink, und originelles Bar-Food. „Das Konzept ist ein ganz anderes als in der Schwarz-Weiß-Bar“, so Knud, stilecht im Hawaii-Shirt. „Wir haben hier eine Lage, die auch Laufpublikum erreicht. Deswegen haben wir The Purple Room so konzipiert, dass wir aufwändige und kreative Drinks gut vorbereiten, um sie schnell servieren zu können.“

Zu verschiedenen Spirituosen wie Rye Whiskey, Wodka oder Gin haben sie herrlich kreative Highball-Rezepte entworfen. Künftig wird einer aus dem Team jeden Tag acht Stunden lang Highballs vorbereiten, damit sie abends schnell über die Theke gehen. „Einkochen, dörren, Dekoration schnibbeln, fermentieren, Essenzen ansetzen und so weiter“, führt Dino in seiner wunderbar quirligen Art beispielhaft auf. Hossa, das ist schon mehr, als Tonic in einen Gin zu schütten.

Make Theo great again?!

Ganz ähnlich ist das bei den Hotdogs, die man in Stuttgart mehr oder weniger vergeblich sucht. „Wir wollten einfach keine Nüsschen anbieten“, so Dino weiter. „Wir wollten was, was es sonst nirgendwo gibt.“ Deswegen gibt es jetzt eine ganze Reihe verschiedener Hotdogs, die mit den Highballs kombiniert werden können: „Mit eigenen Brioche-Brötchen und Würsten von einem Metzger aus Möhringen. Zudem haben uns zwei Sterneköche bei der Entwicklung beraten.“

Die Neuen auf der Theo: Knud Scheibelt (links) und Dino Zippe.

Die andere Besonderheit ist die Lage. Denn ein solcher Laden auf der Theo, das hat nicht wenige stutzig gemacht. „Ich finde die Lage super!“, ergreift Knud Partei. „Auch unser Laden wird hier in der Straße sein Publikum finden. Ich freue mich jedenfalls auf die Nachbarschaft mit den anderen Gastronomen.“ Dino sieht das im Grunde genauso: „Die meisten reden die Straße zu Unrecht schlecht. Die Clubbetreiber hier geben Vollgas und tun alles für ihre Läden, das muss man auch mal sehen.“

Hip-Hop oder Jazz

Abgesehen von Gas, Wasser und Elektrik haben die beiden jeden Handgriff an ihrem Baby gemeinsam ausgeführt. Wie sich das eben gehört für gleichberechtigte Partner, die sich eh prima ergänzen. „Außerdem sind wir beide Vater, beide verheiratet, unsere Kids sind gleich alt. Da versteht man den anderen in vielen Dingen gleich besser.“ Fortan wird Dino eher im Purple Room und Knud an seiner alten Wirkungsstätte tätig sein. Die unterscheiden sich noch in einer anderen Sache: Während die Schwarz-Weiß-Bar auf entspannten Jazz setzt, gibt es im Purple Room Hip-Hop der Neunziger und Nullerjahre. „Eben das, worauf wir persönlich Bock haben“, zuckt Knud mit den Schultern und schnappt sich das Werkzeug. Er muss eben noch ein paar Ventilatoren über der Bar anbringen.

The Purple Room eröffnet offiziell am Samstag, den 20. Oktober
Mittwoch+Donnerstag 20-3 Uhr
Freitag+Samstag 20-5 Uhr
Mehr Infos: www.thepurpleroom.de

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Girlsplaining: Lesung im Superjuju

Im Kuriositätenkabinett Superjuju gibt es ab sofort auch Lesungen! Zum Auftakt präsentiert Katja Klengel ihren entlarvenden Comic „Girlsplaining“. Und nimmt sich feminine Tabus, Geschlechterrollen und Lord Voldemort vor.

Stuttgart – Für alle, die immer noch nicht wissen, was Mansplaining ist, sei hier kurz Wikipedia zitiert: „Mansplaining bezeichnet herablassende Erklärungen eines Mannes, der fälschlicherweise davon ausgeht, er wisse mehr über den Gesprächsgegenstand als die – meist weibliche – Person, mit der er spricht.“ Ja ja, der Mann, das starke Geschlecht und all dieser Unfug. Schlimm genug, dass es das gibt. Aber noch schlimmer ist, dass es viele gar nicht merken, wenn sie es anwenden.

Männer wissen es eh besser

Auch Katja Klengel, Drehbuchautorin und Comic-Künstlerin aus Berlin, kam schon in den Genuss dieser männlichen Errungenschaft. „Ich habe an einer Kunst-Universität studiert, die sich als Malerklause verstand und in der Comic als Kunstform sowieso verpönt war“, erzählt die 30-Jährige. „Da war es eh schon schwierig, mich zu behaupten. Die ProfessorInnen waren hauptsächlich männlich. Und manche hielten Gleichstellungsbeauftragte für Schwachsinn.“

Katja Klengel hat was gegen Sexismus. Es heißt „Girlsplaining“.

Mansplaining gibt es aber natürlich auch anderswo – auf Familienfesten etwa, „wenn mir irgendwelche Onkel dritten Grades bei einem Teller Kartoffelsalat erklären wollen, wie man denn mit Comics nun wirklich Geld verdienen kann.“ Puh.

Humor ist die Kehrseite von Wut

Doch anstatt sich darüber aufzuregen, hat sich Katja für einen anderen Weg entschieden. Für einen humorvollen und eloquenten Gegenangriff, sozusagen: Ihr Comic „Girlsplaining“ dreht den Spieß einfach um und konfrontiert (nicht nur) Männer mit vermeintlichen Tabuthemen und „Frauensachen“. Man verzeihe diesen angestaubten Ausdruck.

Eine Seite aus „Girlsplaining“ (Bilder: Reprodukt Verlag)

Am Samstag, den 13. Oktober, stellt Katja diesen Comic im Superjuju an der U-Bahn-Haltestelle Rathaus vor. In ihren Zeichnungen fängt sie ihren Alltag ein – humorvoll, frech und auch ein wenig direkt. Und wie ernst das Ganze ist, wird dadurch nur noch deutlicher. „Humor ist auch immer die Kehrseite von Traurigkeit oder Wut“, nickt sie. „Ich versuche also oft, die Balance zwischen Humor und Emotion zu finden. Weil ich mich nicht lustig machen will. Ich will ja etwas mitgeben.“

Psst: Vulva!

Besonders gut gelingt ihr das mit einem Rückgriff auf „Harry Potter“. Ebenso wie Lord Voldemort nicht laut ausgesprochen werden darf, so Katja, verhält es sich mit dem Wort Vulva. „Es ist ein Tabu und fast genauso verboten wie Lord Voldemort.“ Dennoch sieht Katja Fortschritte. „Ich glaube, die #metoo-Debatte hat schon das Bewusstsein für tabuisierte Themen geschärft. Wir bewegen uns in eine richtige Richtung, in der Männer wie Seehofer, Kavanaugh und Trump nicht einfach hingenommen werden, sondern ihre toxische Männlichkeit aufgedeckt wird.“

Außerdem ist für sie klar: Das sind keineswegs Themen, die nur Frauen angehen. „Zumindest, wenn wir in einer Welt leben wollen, in der Gleichberechtigung und Diversität Grundsätze sind. Eine Welt ohne Gewalt und Machtmissbrauch. Und dazu gehört es nicht nur, das wir drüber reden, was wir Frauen ändern. Sondern auch, was Männer dazu beitragen können.“

Zur Veranstaltung: www.facebook.com/events/480551152445960/

Lesungen im Superjuju

Katja Klengels „Girlsplaining“-Abend ist der Auftakt einer neuen Reihe im Superjuju. Nach dem Umzug vom Fluxus an die Stadtbahnhaltestelle Rathaus wird es hier künftig regelmäßig Events wie diese geben. „Wir haben eine große Auswahl an Comics und Graphic Novels. Da bietet es sich an, dazu auch Leseabende zu veranstalten“, sagt Julia Rein vom Superjuju, die auch die Idee zu den Lesungen hatte. „Katjas Lesung ist die erste von vieren, die noch in diesem Jahr stattfinden werden. Und für das nächste Jahr planen wir weitere Lesungen und Konzerte und denken auch über ein Comicfestival nach.“ Am 27. Oktober ist Hanna Wenzel zu Gast, am 17. November gibt es einen Abend rund um den Stuttgarter Kult-Comic Egon Forever. Und am 24. November darf Gregor Hinz ran.

www.superjuju-shop.de

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Jigger & Spoon ist die beste neue Bar

Die Bar Jigger & Spoon feiert Einjähriges. Und kann sich jetzt schon über die zweite hochkarätige Auszeichnung freuen! Hat natürlich nicht nur etwas damit zu tun, dass sie in einem alten Tresor untergebracht ist!

Stuttgart unter Tage – In Gastro-Kreisen hat das Wort des Barkultur-Magazins Mixology durchaus Gewicht. Umso mehr dürften sich die Macher des Jigger & Spoon einige Meter unter der Gymnasiumstraße gefreut haben, vom Fachblatt schon zum zweiten Mal binnen eines Jahres ausgezeichnet worden zu sein. Erst als eine der wichtigsten Bar-Neueröffnungen des Jahres 2017, jetzt auch als „neue Bar des Jahres 2019“. Ist ja irgendwie wie Oscar und Grammy zusammen, oder? Geschäftsführer Eric Bergmann zumindest zeigt sich im Stadtkind-Interview sehr erfreut.

Stuttgart hat die beste neue Bar

Beste neue Bar 2019 – wie fühlt sich das an? Das ist zunächst mal natürlich eine riesengroße Ehre. Von einer so hochkarätig besetzten Jury ausgezeichnet zu werden, ist etwas ganz Besonderes. Aber natürlich ist es auch mit einem gewissen Druck verbunden. Ich meine, jetzt gilt es, diesen hohen Standard zu halten. Als beste neue Bar gehen wir nächstes Jahr nicht wieder ins Rennen, also befinden wir uns ab sofort im Haifischbecken mit all den anderen großartigen Kollegen. Das wird auf jeden Fall spannend!

Jetzt gibt es euch ziemlich genau ein Jahr in Stuttgart. Warum habt ihr die Beteiligung von Star-Choreograf Eric Gauthier eigentlich so lang geheim gehalten? Er ist in Stuttgart ja irgendwie everybody‘s darling… Geheimnisvoll ist so ein alter Banktresor ja grundsätzlich schon mal. Aber das eine oder andere tatsächliche Geheimnis macht die Sache doch erst richtig interessant, oder nicht?

Kaminzimmer ohne Kamin

Was macht das Jigger & Spoon sonst so besonders? Ich bezeichne die Bar immer als Kaminzimmer ohne Kamin. Ein gemütlicher Rückzugsort. Hinter den 90 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden sucht man vergeblich nach Handyempfang. Wer dennoch erreichbar bleiben möchte, dem stellen wir mittels WLAN die nötige Internetverbindung zur Verfügung.

Ihr operiert ja ein wenig nach dem Speakeasy-Prinzip: Oben klingelt man, um unten eingelassen zu werden. Hat das nur räumlich bedingte Gründe oder ist euch das als Statement wichtig? Da wir uns in einer Querstraße zur Theodor-Heuss-Strasse befinden reifte schon recht früh der Gedanke, keine ständig offene Tür zu haben. Auch der Eingang an sich ist recht unauffällig eingerichtet. Man erkennt nicht, dass sich hinter der Glasschiebetür eine Bar verbirgt. Wir setzen nicht auf Laufkundschaft, sondern auf Gäste, die gezielt zu uns kommen und daher schon einigermaßen wissen, was sie erwartet.

15.000 Arbeitsstunden für den Umbau

Werden denn viele Gäste abgewiesen? Grundsätzlich möchten wir es jedem Gast ermöglichen, unsere Bar zu besuchen. Stark angetrunkene Personen und die, die auf Krawall oder Party aus sind, verwehren wir aber durchaus den Einlass.

Werfen wir doch noch mal einen Blick auf den Umbau. Gar nicht so einfach, einen alten Tresor in eine Bar zu verwandeln, oder? Glücklicherweise ist einer unserer Gesellschafter Bauunternehmer. Seine Firma hat dementsprechend auch die gesamten, extrem aufwendigen und teilweise fast unmöglichen Umbauarbeiten durchgeführt. Tresorwände sind nun mal nicht dafür geschaffen, angebohrt zu werden. Insgesamt sind allein in den Umbau 15.000 Bauarbeiter-Arbeitsstunden geflossen.

www.jiggerandspoon.de

Foto: Jessica Morfis

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Burlesque: Body Positivity in feschen Fummeln

Am Wochenende steigt das hochkarätig besetzte Burlesque Festival in verschiedenen Stuttgarter Locations. Wir haben uns mit Fanny di Favola, einer der Hauptverantwortlichen hinter dem Event, über diese besondere Kunstform und ihre positiven Auswirkungen unterhalten.

Stuttgart – Das gängigste Vorurteil beim Burlesque ist, dass es sich bei diesem Tanz ja auch nur um einen Striptease für lechzende Männer handelt. Doch weit gefehlt: Burleske hat ganz viel mit Body Positivity zu tun, ist, wenn professionell und authentisch ausgeführt, eine Feier der Weiblichkeit und female empowerment in seiner reinsten Form. Sexy ja, aber eben nicht ausbeutend oder herabwürdigend. Das findet auch die Burlesque-Künstlerin Fanny di Favola.

Seit ich Burlesque tanze, fühle ich mich wohler in meinem Körper

Fanny, warum tanzt du Burlesque?

Das hat sich einfach in diese Richtung entwickelt. Mir gefiel die Ästhetik schon immer und natürlich habe ich auch Dita von Teese bewundert; mir war nur nicht bewusst, dass es diese Szene auch in Deutschland gibt. Nachdem ich dann hier mal eine Show besucht hatte, machte ich kurzerhand einen Workshop und merkte: Das macht mir total Spaß. Danach ging alles sehr schnell, ich hatte bald darauf meine ersten Shows und entwickelte immer mehr Freude daran.

Warum genau?

Burlesque ist ein Tanz für selbstständige und selbstbewusste Frauen. Man hat alles selbst in der Hand. Die Kostüme, die Musik, die Choreografie, den Ausdruck…

Mir geht es darum, zu zeigen, dass ich mich in meinem Körper wohlfühle. Und seit ich Burlesque tanze, fühle ich mich wohler in ihm als je zuvor. Obwohl diese Kunstform schon recht alt ist, passt sie perfekt zur modernen Frau.

I am what I am

Wie hat sich deine Selbstwahrnehmung konkret verändert, seit du als Burlesque-Act auftrittst?

Ich bin viel gnädiger mit mir selbst und meinem Körper geworden. Ja, ich bin so – und das ist gut so. Das positive Feedback bei den Auftritten führt dazu, dass man seinen Körper so lieb haben kann, wie er ist.

Burlesque: Sinnlichkeit für selbstbestimmte Frauen (Fotos: Ela Photography)

War dir das Thema Body Positivity schon davor wichtig?

Dieser Begriff ist in den letzten Jahren zum Glück sehr viel wichtiger geworden – auch in den Medien. Gerade in meinem Unterricht beschäftige ich mich sehr viel mit diesem Thema. Ich höre oft, dass sich die Teilnehmer endlich mal wieder wohlfühlen wollen. Und genau da setzt Burlesque an: Es wird gefördert, dass wir die Menschen so annehmen wie sie sind. Und je mehr Leute sich wohlfühlen, desto milder sind sie zu ihren Mitmenschen.

Mein kleiner Beitrag, die Welt zu verändern!

Auf der Bühne und in deinen Workshops bist du für viele ein Vorbild. Wie gehst du damit um?

Ich finde es wichtig, dass man Verantwortung übernimmt. Ich nehme meine Rolle da sehr ernst, weil ich weiß, dass der Körper die Seele stützt. Wenn ich in meinen Kursen den Körper aufrichte, kommt vieles zur Oberfläche. Oftmals reden wir nur darüber. Aber das ist wichtig, weil ich nicht nur an der Oberfläche bleiben will. Burlesque ist mein kleiner Beitrag, die Welt zu verändern.

Burlesque: Bloß nicht den Film schauen!

Was sind die größten Klischees über Burlesque?

Die größten gesellschaftlichen Missverständnisse sind einerseits der grässliche Film „Burlesque“ mit Christina Aguilera und Cher, der so gar nichts mit dieser Kunstform zu tun hat, und andererseits die Verunglimpfung als Striptease. Wir räkeln uns da ja nicht nur in sexy Wäsche, wir erzählen eine Geschichte, bauen eine fremde Welt auf. Mit schnödem nackig machen hat das überhaupt nichts zu tun. Und mit der Unterdrückung der Frau auch nicht. Im Gegenteil!

War es für dich schwierig, bei deinem ersten Auftritt die Hüllen fallen zu lassen?

Eigentlich nicht. Ich stand ja davor schon auf der Bühne und kann damit umgehen. Zudem wusste ich die ganze Zeit, was ich tue. Schwieriger war es da schon eher, Freunden, Bekannten oder der Familie davon zu erzählen.

www.fannydifavola.com

www.stuttgart-burlesque-festival.de

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Stuttgarter entwickelt Elektro-
motorrad

Manuel Meßmer hat ein Elektromotorrad entwickelt. Das Fahrzeug ist inzwischen preisgekrönt und soll mittels einer Crowdfunding-Kampagne schon bald in Serie gehen.

Stuttgart – Elektrofahrräder kennt der Stuttgart-Westler schon länger. Der Fahrradfahrer identifiziert sie meist daran, dass ihre Fahrer die steilen Straßen auf ihnen ohne erkennbare Mühe hinaufsausen und den eigenen Drahtesel schnell hinter sich zurücklassen. Manuel Meßmer hat das nicht gereicht. Der 39-jährige Produktdesigner ist in Villingen im Schwarzwald aufgewachsen, das Tor zur Freiheit war als Teenager da natürlich der Mopedführerschein. Inzwischen hat er die Tannen gegen den Talkessel getauscht; die Leidenschaft am Zweirad hat er sich bewahrt. „Vor einigen Jahren wollte ich mir ein Elektromotorrad kaufen“, erzählt er, „fand aber keines, das mir zusagte. Wenn, dann gab es Roller oder Bikes in Pseudo-Retro-Optik.“

Weg vom Retro-Look

Wo andere resignieren oder einfach abwarten, bis das Objekt der Begierde entwickelt wird, entwarf Meßmer einfach selbst eins. Mit einigen anderen Kreativen, Tüftlern und Selbstständigen beheimatet im Gebäude der ehemaligen Renz Bilderrahmen GmbH an der Rotebühlstraße, begann er vor fünf Jahren mit der Planung an seinen ganz eigenen Elektromotorrad. Mittlerweile hat er sechs Prototypen realisiert, mit einem davon auch den German Design Award 2018 gewonnen.

„Ich wollte bewusst keinen Retro-Look sondern ein zeitgemäßes Design“, erzählt er, als er, vorbei an Zeichentischen, durch eine größere Halle führt. Da steht es, sein besonderes Baby der Marke Sol Motors. Schwarz, auffällig, sieht ein wenig so aus wie aus einem futuristischen Film.

Für mich ergibt ein Zweirad in der Stadt einfach Sinn.

Die komplette Elektronik sitzt in dem auffälligen Rohr, das das als „Pocket Rocket“ bezeichnete Gefährt durchaus an eine Rakete erinnern lässt. Das V, wo sich sonst der Motor befindet, bleibt bewusst leer. Pedale gibt es nicht, weswegen man diese Fahrzeuge auch Nopeds nennt. Die Batterie ist in 90 Minuten voll aufgeladen und reicht dann zwischen 60 und 80 Kilometer weit – je nach Fahrmodus. Mit seinen 55 Kilogramm ist das Elektromotorrad außerdem sehr leicht, kommt je nach Ausführung auf 50 oder 80 Stundenkilometer. Perfekt für den Stadtverkehr und die Peripherie. „Für mich ergibt ein Zweirad in der Stadt einfach Sinn“, nickt Meßmer. „Wenn alle plötzlich Tesla fahren, stehen wir immer noch im Stau.“

Die „Pocket Rocket“ ist nicht seine erste Auseinandersetzung mit der Zukunft der Mobilität. „Nach meinem Industriedesign-Studium an der Kunstakademie arbeitete ich eine Zeitlang als Dozent und habe da mit Vorliebe Mobilitätsprojekte durchgeführt“, verrät er. „Das war immer schon mein Ding – und das hier ist nur der Anfang.“ Allerdings ein Anfang, der in Serie gehen soll. Und dafür braucht es vieles, aber vor allem eines: Geld.

Es gibt schon viele Interessenten

Allein der erste Prototyp verschlang satte 25 000 Euro, ein Zuschuss des Landes halbierte diese Kosten immerhin um die Hälfte. Jetzt soll eine Crowdfunding-Kampagne dabei helfen, den Prototyp in Serie zu produzieren und das Elektromotorrad auf deutschen Straßen zuzulassen. „Mit dem Crowdfunding wollen wir die ersten 100 Stück herstellen und deren Zulassung finanzieren“, sagt Meßmer. „Um Geldverdienen geht es da noch nicht. Eher darum, Fahrzeuge auf die Straße zu bringen und Erfahrungswerte zu generieren.“ 5200 Euro soll die 50er-Maschine kosten, 6500 die 80er.

Langfristig will und muss Meßmer personell aufstocken und nach Möglichkeit Partner an Land ziehen. Interessenten gibt es viele, Möglichkeiten auch. „Wer 500 Euro Anzahlung leistet, kommt auf die Warteliste für die erste Auflage“, erklärt er. „Die ersten 100 Pocket Rockets sind handnummeriert, signiert und mit speziellem Werkstattservice, um den wir uns persönlich kümmern“, versichert er. Ehrensache: Nach tausenden investierten Arbeitsstunden neben seinem alles andere als entspannten Berufsalltag soll aus diesem Traum endlich eine Realität auf den Straßen werden. Und eine saubere noch dazu.

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Nörgeln in the City: Richtig flirten auf dem Wasen

Der Cannstatter Wasen ist nicht immer angenehm. Das Schlimmste daran wird von den meisten aber einfach verschwiegen: Sexismus, Upskirting und Grapschereien.

Stuttgart – Es ist sehr leicht, sich über den Cannstatter Wasen aufzuregen. Er bietet so viel Angriffsfläche – riecht komisch, ist laut und zieht allerlei fragwürdiges Publikum in die Stadt. Es ist ebenfalls sehr leicht, sich an all den Lappalien abzuarbeiten, die das kollektive Besäufnis so mit sich bringt. Kotze in der Bahn. Luftballons in den Oberleitungen. Lallende und torkelnde Menschenmassen. Discounter-Trachten.

Die und das Maß ist jetzt voll!

Das ist aber nicht nur sehr kurzsichtig, sondern auch sehr fahrlässig. Bei all diesen Ärgernissen vergisst der durchschnittliche Wasen-Hater nämlich gern die Dinge, die wirklich schlimm sind. Sexuelle Belästigung, sexuell motivierte Übergriffe, versuchte oder nicht nur versuchte Vergewaltigungen, Grapschereien, Upskirting, aufdringliches Verhalten der Spezies Mann sind bei Festen dieser Art an der Tagesordnung. Und da wird mir selbst ohne sieben Maß schnell übel.

Der Mann, das missverstandene Wesen

Ich konnte es zum Beispiel nicht fassen, als sich im Sat-1-Frühstücksfernsehen (siehe Link unten) zwei besonders bemitleidenswerte Männer mit diesem Thema auseinandersetzten. Und natürlich waren es wieder zwei Männer. Es wäre ja auch vollkommen absurd, mal eine Frau zu dem Thema zu befragen. „Ich habe das Gefühl, dass die Verschärfung des Sexualstrafrechts in erster Linie für die Männer schlimm ist“, sagte dieser unfassbare Moderator doch glatt. Er fand es schlimm, dass ein Mann für acht Monate ins Gefängnis musste, „nur“ weil er einer Frau zwischen die Beine gegriffen hat. „Oberhalb der Bekleidung“, wie der Studiogast, ein Doktor irgendwas, gleich noch erschüttert anmerkte.

So geht flirten also!

Und es kommt sogar noch besser. Wir armen Männer, schaufelte sich der Moderator fleißig weiter sein Grab, würden uns dann ja gar nicht mehr trauen, zu flirten. Ich meine, klar, jeder anständige Flirt zwischen Mann und Frau beginnt mit einem beherzten Griff zwischen die Beine, das habe ich jetzt schon verstanden. Und überhaupt: Das wollen die Frauen doch eh. Würden sie sonst diese Dirndl anziehen? Wohl kaum!

Aber der Doktor setzt tatsächlich noch einen drauf: Viele Flirts würden „im Eifer des Gefechts“ nämlich fehlinterpretiert. Ja, ich denke, ich verstehe ihn. Eine Hand im Schritt ist natürlich total leicht misszuverstehen. Ob ich deswegen vielleicht beim Flirten so wenig Erfolg hatte in der Vergangenheit? Ich dachte ja, ein charmantes Lächeln wäre mal ein guter Einstieg. Hätte ich gewusst, dass ich einfach mal beherzt zupacken muss, wäre vielleicht vieles anders gekommen.

Suhlen in Selbstmitleid

Wer es schafft, diesen fragwürdigen Beitrag im Frühstücksfernsehen bis zum Ende zu schauen ohne Galle im Mund zu schmecken, der hat ein ernstes Problem. Für mich ist das ein unerträgliches Suhlen in Selbstmitleid, weil die Männer jetzt einfach nicht mehr so können, wie sie gern würden. Ist natürlich ein Problem für all diejenigen, die sich als Krone der Schöpfung sehen und ihre angebliche Macht in irgendeiner Weise demonstrieren müssen. Kompensation, mehr sage ich dazu nicht. Wer es nicht schafft, eine Frau auf normalem Wege anzusprechen (lächeln, remember?), der sollte es am besten einfach lassen.

PS. Jeder, der mir jetzt mit „Not all men“ oder „Aber Frauen sind auch schlimm“ kommt, tötet in seiner Freizeit wahrscheinlich auch kleine Erdmännchen.

PPS. Kettenkarussell ist trotzdem cool.

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Stuttgarter Bier-Blog: Die Frauen sind schuld!

Die Boys hinter dem Blog Kraftbier0711 lieben Gerstensaft in jedweder Variation. Nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist da schon eher, wie unterhaltsam sie darüber bloggen.

Stuttgart – „Unsere Frauen sind schuld daran, dass wir uns treffen!“, ist so ziemlich das erste, was Christian Goldemann von sich gibt. Zugegeben, er strahlt dabei und sieht alles andere als unglücklich aus. Aber er bleibt dabei: Die Frauen sind schuld. „Die Mädels haben sich zuerst getroffen und vorgeschlagen, dass wir Jungs uns ja auch mal treffen könnten.“ Anfangs ging es eher um Freud und Leid mit dem Nachwuchs, Bier war damals noch Mittel zum Zweck. Ein Abend in ihrer Lieblingsbrauerei Wichtel änderte das: Plötzlich war das Interesse an Craft Beer, an Bierstilen und an dem Handwerk dahinter erwacht.

Nirwana für Biertrinker

Fortan trieben sich die fünf auffällig oft im Kornwestheimer Getränkemarkt Heinrich 3000 rum, eine Art Nirwana für Biertrinker. Sie kauften jede Menge Bier, hielten Craft-Beer-Abende ab – und bildeten sich auf denkbar unterhaltsame Weise weiter. „Der erste Abend fand mit zehn unterschiedlichen Bieren statt“, weiß Christian erstaunlicherweise noch. „Nach dem achten sind die meisten ausgestiegen.“

Bier wurde danach schnell zum Hauptdarsteller weiterer Treffen. Klar, man kann halt auch nicht immer über Kinder reden! „Die Biere und die Gemeinschaft waren so toll, dass wir uns entschlossen, einen Blog zu starten.“

Alles rund ums Bier

Auf dem schildern die wackeren Trinker ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Bieren, portraitieren Brauer und Brauereien, vermitteln aber auch Basiswissen, Historisches, Neuigkeiten und spannende Details rund um dieses Getränk. Stylische und sehr ästhetische Fotos inklusive. Mittlerweile hat jeder der fünf Freunde gewissermaßen auch eine eigene Rolle in der Gemeinschaft, die Christian mal so eben aufdröselt. „Schatzmeister Andy ist die Stimme nach außen. Max ist der Analytiker, der sich mit den Tasting-Notes rund ums Bier beschäftigt. Phil schießt die Bilder für den Blog. Papa Joe ist als Chief Noise Officer verantwortlich für die Musik und Filmauswahl während der Tastings. Und ich bin so was wie der Kopf des Teams, der alles organisiert und den Blog schreibt.“

Bier sind für dich da!

Jetzt wird selbst gebraut!

Eine bunte Runde ist das. Und unter uns: Papa Joe sieht mehr als nur ein wenig so aus wie John Goodman in „The Big Lebowski“. Alle sind mit Leib und Seele dabei, was zu einem ziemlich schnell Erfolg des Blogs führte – aktuell hat man über 4.500 bierselige Instagram-Follower. „Als wir die ersten Biersets von den Brauereien gesponsort bekommen haben, wurde das Thema ernster“, so Christian. „Vor etwa zwei Wochen haben wir ein Brauset vom Brewshop Brooklyn ausprobiert, quasi die direkte Vorstufe zum Homebrewing. Jetzt überlegen wir, nächstes Jahr mal mit Hausbrauen im kleinen Stil zu beginnen.“

Craft-Beer mit der richtigen Vorwahl.

Gegen Maschinen!

Dem allgemeinen Craft-Beer-Trend stehen auch die fünf Freunde kritisch gegenüber. Oder, besser gesagt: „Craft Bier ist für uns kein wirklicher Trend, sondern eine neue Einstellung zum Bier.“ Craft-Beer ist eben keine neue Erfindung. Sondern allerhöchstens ein Modename für das, was viele kleine Brauereien schon immer getan haben: Biere handwerklich und nicht im großindustriellen Stil brauen. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die überwiegende Mehrheit der Brauereien Craft-Bier produzieren.“ Und letzten Endes geht es doch eigentlich nur um die Liebe und Leidenschaft hinter dem Bier. „Wenn diese vorhanden ist und nicht durch Maschinen ersetzt wurde, sind wir meistens schon glücklich.“

www.kraftbier0711.de

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