Julian Knoth (Die Nerven): Nach der Wahl ist vor dem Auftritt

Einer der wichtigsten Stuttgarter Musiker der letzten zehn Jahre trat für die Stadtisten bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai an. Wie Julian Knoth, Sänger und Bassist bei den Nerven, die Stadt kulturell attraktiver machen will, hat er dem Stadtkind verraten.

Stuttgart – Julian Knoth hat den Klang der Stadt mit seiner Band Die Nerven in den letzten Jahren erheblich geprägt, um nicht zu sagen revolutioniert. Während seine Bandkollegen Max Rieger und Kevin Kuhn mittlerweile nach Berlin abgehauen sind, ist Julian immer noch hier. Nicht weil ihn nichts stört in der Stadt. Sondern weil er die Dinge, die ihn stören, besser machen will. Seit Anfang 2018 ist er deswegen Teil der Wählervereinigung Die Stadtisten, für die er am 26. Mai auch bei der Kommunalwahl kandidierte. Über seine (naturgemäß sehr kulturbezogenen) Ideen, sein Engagement für die Stadt und sein Leben als freischaffender Künstler hat er sich in der Mensa der Kunstakademie mit dem Stadtkind unterhalten.

Ein echt guter Haufen

Wie hast du die Wahl erlebt? Die Wahlkampagne war eine sehr spannende Zeit. Ich konnte viele tolle neue Kontakte knüpfen und viel lernen. Jetzt sitzen zwei Stadtisten im Rathaus, die Anstrengungen haben sich gelohnt und wir sind dankbar und glücklich.

Was sind die Stadtisten eigentlich ganz genau? Wir sind keine Partei, sondern eine Wählervereinigung. Insgesamt sind wir rund 120 Mitglieder, von denen jeder so viel macht wie er kann oder möchte. Die Stadtisten sind ein echt guter Haufen mit vielen Bezügen zur Kultur, der sich aus verschiedenen Stuttgarter Initiativen wie Occupy Villa Berg oder der S21-Opposition entwickelt hat. Wir sind alle mit dabei, weil wir etwas machen wollen. Weil wir Verantwortung übernehmen wollen. Und da ist die Kommunalpolitik eine Möglichkeit, etwas zu bewegen. Zumindest sind wir da optimistisch. (lacht)

Kämpfer für die Kultur

Du bist also Stadtist, weil du in der Stadt konkret etwas verändern willst? Ja. Aber ich traue mir eben nur zu, mich dort einzubringen, wo ich mich auskenne und gut vernetzt bin. Deswegen kommt für mich nur die Kommunalpolitik in Frage – und da eben der kulturelle Bereich. Ich versuche, mich so viel wie möglich einzubringen, was vielleicht ganz gut funktioniert, weil ich Musiker bin und mich durch Die Nerven einige Leute kennen. Das ist natürlich ein großer Vorteil.

Wir sind hier extrem anpassungsfähig, das mag ich.

Du warst auch für die Gemeinderatswahl aufgestellt, auf Listenplatz 9 der Stadtisten. Wie kamst du überhaupt zu den Stadtisten? Ich war extrem sauer! Als jemand, der Kunstschaffender ist, bin ich immer wieder mit Problemen konfrontiert. Luxusprobleme sicherlich und nicht existentiell, aber dennoch Probleme für Menschen wie mich in Stuttgart. Es gibt kaum Freiräume, es gibt immer weniger Proberäume und die Musikförderung läuft auch nicht so richtig rund. Das Popbüro macht mittlerweile vieles richtig, doch es läuft noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Es werden oft die gefördert, die eh schon kurz vor dem Sprung sind. Meiner Meinung nach müsste man aber deutlich dezentraler fördern. Eine sehr viel breiter angelegte Förderung, die es auch mehr Frauen ermöglicht, Musik zu machen und einen kreativen Nährboden schafft, auf dem etwas Neues entstehen kann.

Julian Knoth im Stadtisten-Look.

Wie sieht dein ideales Stuttgart aus? Das wäre ein Stuttgart, in dem sich die Hochkultur, die freie Szene und die sogenannte Subkultur gegenseitig befruchten. In dem ein reger Austausch stattfindet, von dem alle profitieren, und in dem Kunst und Kultur für alle zugänglich sind und schon in der Stadtplanung berücksichtigt werden. All das ist Teil einer lebenswerten Stadt. Dass es funktionieren würde, haben schon viele hier gezeigt: Moritz Finkbeiners Engagement etwa oder die Menschen von den Stadtlücken. Wir sind hier extrem anpassungsfähig, das mag ich.

Werbung machen mit den Nerven

Das ist aber eher noch ein weiter Weg… Ich habe das Gefühl, dass sich Stuttgart gern mit all dem schmückt, was es in Sachen Kultur hervorgebracht hat: Mit dem Drei-Sparten-Haus, der Hip-Hop-Szene, mittlerweile auch mit uns. Aber das ist ja nur das Leuchtturmprinzip. Mir fehlt der Unterbau, der solche Kunst überhaupt ermöglicht. Deswegen finde ich es schön, dass wir uns an der Kunstakademie treffen, denn das hier ist ein solcher Ort, an dem Kunst entstehen kann. Ich wünsche mir mehr Freiheiten und Möglichkeiten für die Kunst. Damit darf sich die Stadt dann gern auch schmücken, aber zunächst muss etwas getan werden. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn auch ich habe keinen Proberaum mehr in Stuttgart: Die Nerven proben mittlerweile in Berlin…

Lobbyarbeit für Kreative

Von denen bist du als einziger hiergeblieben. Du hast die Hoffnung also nicht aufgegeben? Genau. Für mich ist es eine ganz bewusste Entscheidung, hierzubleiben. Ich bin hier verwurzelt, vernetzt und angekommen. Das galt auch für viele andere, die mittlerweile weggezogen sind, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe beschlossen, hierzubleiben. Und weil man dann nicht immer nur meckern kann, muss man was tun! Also möchte ich gern ein Lobbyist für andere Kreative sein – und zeigen, dass man auch als Außenseiter etwas auf die Beine stellen kann. Ein konstruktiver Ansatz etwas zu bewirken ist zum Beispiel die Agenda Rosenstein, die sich für ein Künstlerviertel im neu entstehenden Stadtteil einsetzt.

Ich will die Welt nicht den privilegierten weißen Männern überlassen.

Gab es eigentlich einen konkreten Anlass für dein politisches Interesse? Der starke Rechtsruck in Europa, Despoten, die Präsidenten werden… das war die erste Motivation, mich zu engagieren. Ich will nicht, dass meine Generation die Generation ist, die tatenlos zugesehen hat. Ich will die Welt nicht den privilegierten alten weißen Männern überlassen. Klar, ich weiß, dass ich eines Tages selbst einer sein werde, aber ich versuche stets, über den Tellerrand hinauszuschauen und nicht in meinen Positionen zu verharren. Und dazu zählt auch, sehr genau darauf zu achten, wie wir uns mit den Nerven in einer Band verhalten, die aus drei Typen besteht.

Wie aus Julian, dem Stadtisten, wieder Julian von den Nerven wird, kann man am Freitag, den 7. Juni, beim Sound of Stuttgart im Stadtpalais erleben. Es gibt noch Karten an der Abendkasse.

www.die-stadtisten.de

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Die besten Bands der Stadt beim Sound Of Stuttgart

Im Stadtpalais startet morgen das Festival Sound Of Stuttgart. Es holt so ziemlich alle Bands und Acts auf die Bühne, die in der Stadt gerade was zu sagen haben. Im Ernst!

Stuttgart – Es wirkt fast schon ein wenig seltsam, dass man erst im Jahr 2019 auf diese Idee gekommen ist: Ein Festival, das die derzeit spannendsten und wichtigsten Stuttgarter Künstler auf einem Festival vereint, noch dazu frei von jeglichem Schubladendenken und kommerziellen Ansprüchen. Klingt gut? Auf jeden Fall! Und startet erfreulicherweise schon am morgigen Dienstag, den 4. Juni. Bei krassen Temperaturen. Und mit einem Kritikpunkt.

Das coolste Museum der Stadt

Dass so etwas in einem Stadtmuseum stattfindet, wäre noch vor ein paar Jahren vollkommen undenkbar gewesen. Doch heute muss man konstatieren: Es gibt in der Stadt wahrscheinlich kaum einen besseren Ort dafür als das Stadtpalais. Die hatten schon letztes Jahr den „Sound Of Stuttgart“ initiiert und machten das Klangbild der Stadt mit interaktiven Sound-Stationen erlebbar. Auch Sonder-Events zum Rocker 33 oder der Stuttgarter Hip-Hop-Geschichte kannte man so noch nicht aus einem Museum.

Der Sound der Großstadt

2019 jedoch wird der Sound Of Stuttgart zum ausgewachsenen Musikfestival. Dafür hat sich das Museum mit dem Popbüro Stuttgart einen Partner an Bord geholt, der ähnlich nah dran ist an den Bands und Trends der Stadt wie Merlin-Spürnase Arne. Wobei man natürlich klar sagen muss, dass es das Gespür von Szenenasen wie Arne Hübner ist, dassein Festival wie Sound Of Stuttgart heute überhaupt so aus dem Vollen schöpfen kann.

Los geht es mit der Eröffnung der begleitenden Ausstellung „Oh Yeah! – 30 Jahre Popkultur in Stuttgart“. Dazu gibt es einem launigen Pop-Talk, an dem unter anderem Chimperator-Matze, Merlin-Zauberfrau Annette Loers, „Mondo Sangue“-Soundtrack-Expertin Yvy Heußler und StZ-Kollege Michael Setzer teilnehmen. Dann, ab dem 5. Juni, gibt es täglich jede Menge heißen Musikkram aus dem Kessel in einem aufwändig gestalteten Ausstellungsraum. Und auf einer rotierenden Bühne.

Ziemlich exklusive Gästeliste

Die Liste der beteiligten Bands und Acts liest sich zumindest wie ein Stelldichein der Hypetrain-Lokführer. Kurz gesagt: Soul-Erneuerer Noah Kwaku (6. Juni). Die Nerven (7. Juni). Die Indie-Folker Kids Of Adelaide (8. Juni). Rap-Spitzentyp Sickless (9. Juni). Die verträumten Mayla (12. Juni). Der Post-Punk-Dandy Levin Goes Lightly (13. Juni). Obendrein die drei Indie-Beaus Eau Rouge (14. Juni) und Beat-Lehrmeister Dexter (15. Juni). Klingt genau so, wie es nachher sein wird: Ein umfassendes Ausrufezeichen hinter der These, dass Stuttgart aus Pop-Sicht so spannend, hochwertig und abwechslungsreich ist wie nie zuvor! Einziges Manko: Ameli In The Woods (5. Juni) ist die einzige Dame im Programm. Da muss sich echt was ändern!

Psst, der Stadtkind-Geheimtipp

Während die meisten der hier erwähnten Künstler mittlerweile eine beachtliche Strecke auf der Karriereleiter nach oben absolviert haben, gibt es eine Band im Publikum, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdient: Mayla. Das Stuttgarter Duo veröffentlichte kürzlich mit „Pink Ocean“ sein Debüt. Und das klingt, als wäre „Stranger Things“ eine deutsche Band. „Liebe, Flucht, Träume, Wasser und Ballern dienten als Inspirationsquelle für dieses Album“, sagt Mayla-Hälfte Monti dazu.

Foto: Facebook // Mayla

Übrigens: Ihr schwereloser, nostalgischer Dream Pop wurde beim Stuttgarter Soundguru Ralv Milberg aufgenommen. Also bei dem Produzenten, der den „Sound Of Stuttgart“ der letzten Jahre so maßgeblich mitgestaltet hat. Er wird beim Live-Einstand seiner Schützlinge bestimmt im Publikum stehen. Ebenso wie der Großteil der Stuttgarter Musikwelt. Und wer das bis jetzt noch nicht wusste, der kann jetzt herausfinden, dass die nicht bei den Fantas, Cro und Konstantin Sibold aufhört. Wobei die natürlich auch dazugehören.

Stadtpalais Stuttgart: Konrad-Adenauer-Str. 2, 70173 Stuttgart, Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 18 Uhr 

Foto: Saeed Kakavand

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Das sagen die Stuttgarter zum Abstieg des VfB

Es ist eingetreten, was viele gefürchtet und noch mehr bis zuletzt nicht wahrhaben wollten: Der VfB Stuttgart ist abgestiegen. Schon wieder! Unter einigen Stuttgarter Persönlichkeiten sorgt das ganz schön für Frust.

Stuttgart – Hin oder her, ob es verdient oder abzusehen war: Das tut weh! Der VfB Stuttgart ist zum zweiten Mal nach 2016 ins Unterhaus der Bundesliga abgestiegen. Nix da „nie mehr zweite Liga“, nächste Saison geht es also ran gegen Heidenheim, Sandhausen und Fürth. Und nach aktuellem Stand werden selbst das keine leichten Gegner, denn was der VfB über weite Strecken dieser Saison zeigte, war unterirdisch und allenfalls zweitklassig. Was sagen die VfB-Fans nach dieser leidvollen und desaströsen Saison zu ihrem Verein und dem kontroversen Präsidenten Wolfgang Dietrich? Wir haben uns mal unter Stuttgarter Persönlichkeiten umgehört.

Dietrich raus! Sofort!

Marz (Rapper):

Hat man sich eben in einen Trottel verliebt. Oder anders gesagt: Dietrich raus! Sofort!

Marz kann seinen VfB-Schal (rechts im Bild) wahrscheinlich gerade nicht anziehen...
Marz kann seinen VfB-Schal (rechts im Bild) wahrscheinlich gerade nicht anziehen…

Felix Klenk (Freund & Kupferstecher, Westallee):

Viel mehr als in der abgelaufenen Saison kann man als Verein nicht falsch machen. Daher kommt der Abstieg leider nicht überraschend und ist mehr als verdient. Bleibt nur zu hoffen, dass man dieses Mal die richtigen Schlüsse daraus zieht…

Immerhin: Die Tickets werden günstiger…

Amelie Pyta (Journalistin, Stadtkind):

Der Abstieg des VfB schmerzt natürlich und tut im Herzen weh. Aber mit einer Ausbeute von 28 Punkten ist man nicht erste bundesligatauglich. Sportlich gesehen ist der Abstieg verdient, man ist im Hinspiel der Relegation zwei mal in Führung gegangen und hat es nicht geschafft, den Sieg klarzumachen. Das Ziel für die nächste Saison wird der Aufstieg sein, das wird eine schwierige Aufgabe. Dass es nicht selbstverständlich ist, nach einer Saison wieder aufzusteigen, hat der HSV gezeigt. Ich hoffe, dass dem neuen Trainer Tim Walter ein erfolgreicher Neustart in der zweiten Liga gelingt. Eine positive Sache hat der Abstieg immerhin: Die Tickets werden günstiger…

Der Verein kann froh sein, solch besondere Fans zu haben.

Daniel Friedl (Musiker, Itchy):

Es ist einfach nur traurig, wie dieser eigentlich so großartige Verein mit diesem Umfeld, diesen Fans, diesen Möglichkeiten es regelmäßig schafft, sich selbst zu ruinieren. So bitter es ist: Wir sind leider völlig zurecht abgestiegen. Ich habe gestern Abend sogar Mitleidsbekundungen von HSV-Fans bekommen. Das sagt eigentlich alles.

Daniel Friedl will kein Mitleid vom HSV. (Foto: Ilkay Karakut)

Stoff Büttner (I Love Sushi, Applaus Gin):

Ich mag egal welches Fußballereignis, weil es aus Menschen emotionale Trottel macht.

Luca Opifanti (Musiker, Antiheld):

Der Verein kann froh sein, solch besondere Fans zu haben. Trotz allem Frust wird das Stadion nächste Saison voll sein – so viel Loyalität ist nicht selbstverständlich!

Titelbild: Lichtgut/Christoph Schmidt

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Yeah, der Pop-up-Store Kronprinz wächst!

Sieht so aus, als würde uns der feine Pop-up-Laden Kronprinz noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Und nicht nur das: Er wurde massiv mit Genuss, Kreativität und Handwerk in 20 neuen Konzepten aufgestockt. Am 18. Mai wird Re-Opening gefeiert.

Stuttgart – Eine alte Faustregel besagt: Eine Stadt ist immer nur so cool wie die Leute, die in ihr wohnen. Stuttgart, so merkt man ziemlich schnell, ist also viel cooler als irgendwelche Auswärtigen immer denken. Weil es hier verdammt viele coole Leute gibt, die verdammt viele coole Sachen auf die Beine stellen. Wie den Pop-up-Store Kronprinz. Der poppte Ende letzten Jahres plötzlich in der Kronprinzstraße auf wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

Dieser Kronprinz ist royal und regional

Kurze Rekapitulation, wer bislang dabei war: Die hedonistischen Artisten von Applaus Gin. Dann natürlich der Initiator des Ganzen, das Weingut der Stadt Stuttgart (pssst: sie planen die Eröffnung eines eigenen Ladens samt Vinothek in der City!). Die Landmetzgerei Ochsen aus dem Remstal. Und die Blumenpracht von Puakea. All die ließen über Nacht wieder Fluxus-Flair durch die Innenstadt wehen. Das kam an. Das Ende vom Lied klingt durchaus auch nach Fluxus: Erst wurde das Konzept „nur“ verlängert. Und jetzt sogar massiv erweitert, auf 400 Quadratmeter vergrößert, umgebaut und noch mal verlängert. Käpsele sein hat sich in Stuttgart eben immer ausgezahlt.

Kaffee, Schmuck und dolle Lampen

Frisch an Bord im Kronprinz ist am Samstag, den 18. Mai, unter anderem das Café Mava gleich links am Eingang. Das bezieht seine Bohnen übrigens von Kaffee-Hohepriester Stefan Dachale (Mokuska). Dann gibt es da die Orange-Wine-Spezis von Orange Originals (naturvergorene Weine). Oder auch ziemlich abgefahrene und einzigartige Lampen von Iloominatic oder Fernlicht. Beim Wandelwerk werden aus angeblich nutzlosen Dingen schöne Dinge, bei Anna Auras gibt es fairen Schmuck. Und bei Artemishian jede Menge Edles aus Leder.

Dazu gibt es zahlreiche Fashion- und Design-Konzepte, unter anderem ist auch die umtriebige Stuttgarter Designerin Anna Ruza endlich mal ein wenig sichtbarer in der Stadt unterwegs und kann vom Fleck weg gebucht werden.

 

Wie Fluxus – nur anders

Und jetzt wird so ziemlich jedem klar: Der Kronprinz hat nicht das Zeug zum neuen Fluxus; er macht längst sein eigenes Ding. Von Stuttgartern für Stuttgarter. Der Rest kann ja derweil ins Milaneo. Hier gibt es talentierte und leidenschaftliche Menschen, die schöne Dinge erschaffen. Und in der Gemeinschaft präsentieren. Da dürfen natürlich auch ein paar Joint Ventures nicht fehlen, wir sind ja schließlich alle Buddys hier. Also gibt es am 18. Juni ein Edelbrand- und Gin-Tasting, am 19. Juni ein Orange-Wine-Tasting und am 25. Juni ein Weintasting. Oh, außerdem ist jeden Donnerstag After-Work.

Kronprinzstraße 6, S-Mitte

Öffnungszeiten:

Dienstag – Freitag 12 – 19 Uhr

Samstag 10 – 19 Uhr

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Das Vive la Vie Festival verzaubert auf dem Killesberg

Erstmals zweitägig: Das Vive la Vie Festival 2019 bringt Liedermacher von Nah und Fern in Stuttgarts magischster Location zusammen – und zwar dem Eliszis Jahrmarktstheater auf dem Killesberg.

Stuttgart – Es gibt einen Ort in der Stadt, an dem sich jeder Erwachsene wieder ein bisschen so fühlt wie ein Kind. Ein Ort, der an den Duft von Popcorn, an funkelnde Lichter und unbeschwerte Tage erinnert. Wer also mal wieder genug vom Alltag hat und sich zurück nach Nimmerland sehnt, für den gibt es Hoffnung. Er sollte am Wochenende dringend mal in Eliszis Jahrmarktstheater auf dem Killesberg vorbeischauen. Denn dort, in der nostalgisch-magischen Atmosphäre des verwunschenen Theaterzelts, steigt wieder das Singer/Songwriter-Festival Vive la Vie.

Vive la Vie: Liedermacher im Zirkuszelt

Anfangs gleich mal die wichtigste Neuerung bei diesem Stelldichein der Liedermacher: Erstmals findet das Fest an zwei Tagen statt. Daher verwandelt sich das Jahrmarktszelt am kommenden Samstag und Sonntag, 18. und 19. Mai, in etwas Magisches. Und wird zu einer Bühne der ruhigen, melancholischen, leichtfüßigen und romantischen Töne, abgerundet von einem Kinderprogramm. Warum man es überhaupt auf ein ganzes Wochenende ausgedehnt hat, erklärt uns Tobias Dellit. Er ist selbst Singer/Songwriter und Teil der Liedermacher-Vereinigung Feierabendkollektiv. „Wir blicken auf ein Jahr zurück, in dem das Feierabendkollektiv groß geworden ist. Das heißt, dass auch das Festival wachsen darf.“

Ein Wochenende im Park

Kurzum: Es gibt schöne Vorteile. Beispielsweise mehr Künstler, keine langen Gesichter mehr vor dem „Ausverkauft“-Schild. Und die reizende Aussicht auf ein ganzes Wochenende im Killesbergpark. In dem ist man ja irgendwie eh viel zu selten. Ein sehr entspannter Rahmen für ein sehr entspanntes Festival also. Denn fest steht: So ruhig, gemütlich und familiär geht es auf Musikfestivals sonst nicht zu. „Das Vive la Vie ist Stuttgarts gemütlichstes Songwriter-Festival“, nickt Tobias. Jede Menge freiwillige helfende Hände scheuen jedes Jahr aufs neue keine Mühe, um eine wunderbare Atmosphäre zu gestalten.“ Daran trägt natürlich auch das Jahrmarktszelt seinen Anteil.

Für mehr Nimmerland im Alltag: Das Vive la Vie Festival.

Entdeckungen, Talente und Popcorn

Denn wie Tobias sagt: „Wir legen Wert auf das Gesamtkonzept. Und das Zirkuszelt macht sofort die Herzen auf. Folglich ist man gespannt, und alles konzentriert sich auf den Live-Moment.“ Denn die Hauptrolle spielt natürlich immer noch die Musik. Veranstaltet und für gut befunden vom Feierabendkollektiv, tummeln sich Entdeckungen, alte Freunde und junge Talente im Programm der beiden Tage.

Zum Beispiel: Leo Grande aus Berlin, Robin & the Elephant aus Tübingen, die Stuttgarter Moon & Wine oder das Feierabendkollektiv selbst. Jeweils ab 18.30 Uhr (musikalisches Kinderprogramm ab 16 Uhr) gibt es handgemachte, echte, von Herzen kommende Musik. Und die ist mal Folk, mal akustischer Hip-Hop, mal klassisches Singer/Songwriter-Material. „Man kriegt einen guten Überblick, was gerade so geht in der Szene. Und natürlich gibt es für jeden Geschmack einen Leckerbissen zu entdecken.“ Auch nicht zu vernachlässigen: das Popcorn.

Alle Infos zur Veranstaltung und den Tickets gibt’s hier >>> 

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Auf die Straße gehen für unser Europa!

Bald ist Europawahl! Eine Woche vor dem Gang zur Wahlurne sind in vielen Großstädten Demos für ein geeintes Europa geplant – auch in Stuttgart.

Stuttgart – Wahl, Wahl und noch mal Wahl. Den meisten ist es wahrscheinlich schon wieder zu viel, weil sie von allen Seiten mit diesem Thema bombardiert werden. Doch die anstehende Europawahl am 26. Mai ist nun mal eine Weichenstellung für unser Europa von morgen. Und weil der Blick hinaus in die Welt nun mal vor allem zeigt, dass Nationalisten mehr und mehr Zuspruch bekommen, ist es höchste Zeit. Höchste Zeit, für ein freies, offenes und geeintes Europa auf die Straße zu gehen. Und genau dafür setzt sich das Bündnis Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus! ein.

Für ein freies Europa

Am 19. Mai gehen in vielen deutschen und europäischen Großstädten, darunter auch Stuttgart, die Menschen auf die Straße. Um zu zeigen, dass sie in Europa keinen Nationalismus wollen. Hier bei uns geht‘s um 13 Uhr am Arnulf-Klett-Platz los. Koordiniert wird das ganze von einem Stuttgarter Team, dem auch Johannes Pudenz angehört. „Wie sind sehr viele und sehr engagierte Menschen aus gut 60 unterstützenden Organisationen. Also Personen, die viel diskutieren, sich einigen können und schlussendlich für die Grundwerte in unserer Gesellschaft einstehen“, beschreibt er die Stuttgarter Delegation.

Am Samstag mal richtig laut werden für Europa und gegen Nationalismus.

Jeder kann was bewegen

Allerdings möchte er keine der Organisationen hervorheben. Wichtig ist, dass alle dabei sind. Und an einem Strang ziehen. Johannes, der die Großdemo als Regionalkoordinator betreut, erklärt sein Engagement so: „Ich habe das Gefühl, mit meinem Engagement etwas bewegen zu können. Und das Tolle ist: Jeder kann das, denn jeder kann wählen!“

Wir haben ja nur die eine Welt

Für die Großdemo werden er und sein Team eine große Bühne aufbauen, es wird Info-Stände und ein richtiges Programm geben. „Wir werden den City-Ring entlanglaufen und mit tollen Musikern und Rednern leidenschaftlich unsere Stimmen erheben. Um die Idee „Ein Europa für alle“ lautstark zu kommunizieren. Und das zeitgleich mit sehr vielen anderen Menschen auf dem ganzen Kontinent.“ Damit will man ermutigen, zur Wahl zu gehen. Aber auch ein Zeichen setzen. „Eigentlich“, so Johannes, „wissen wir ja alle, dass bei den unglaublich großen Herausforderungen in Europa nur eine starke Gemeinschaft die richtige Antwort ist. Eine Welt für alle – klingt irgendwie einleuchtend. Wir haben ja nur die eine.“

www.ein-europa-fuer-alle.de/stuttgart

Titelbild: Johannes Pudenz (rechts) und Benjamin Schad

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Stuttgarter erfinden die erste ökologische Kaffeekapsel

Rezemo heißt ein junges Start-Up, das vom Stuttgarter Westen aus schon bald die Welt revolutionieren könnte: Nach drei Jahren Entwicklungszeit präsentieren zwei junge Gründer die erste vollständig kompostierbare Kaffeekapsel aus nachwachsenden Rohstoffen.

Stuttgart – Ein Wohnhaus in der Hegelstraße nahe der Russischen Kirche. Drei Zimmer, Küche, Bad, hell und freundlich – eigentlich eine ganz normale Wohnung. Eigentlich, denn das erste, was ungewöhnlich ist, ist die Armada an Kapsel-Kaffeemaschinen in der Küche. Zehn stehen allein hier in Reih und Glied, zahlreiche andere türmen oder verstecken sich anderswo. Eine WG der anonymen Koffein-Junkies? Fast. Denn was bis vor einiger Zeit tatsächlich noch die WG von Julian Reitze (26) und Stefan Zender (25) war, ist jetzt das Hauptquartier ihres Start-Ups Rezemo.

Der Wahnsinn um die Kaffeekapsel

Das schlägt in den letzten Monaten sehr berechtigt hohe Wellen. Den beiden jungen Gründern ist in ihrer ehemaligen Wohnung etwas geglückt, woran in den letzten Jahren selbst große Unternehmen scheiterten: Eine biologisch abbaubare Kaffeekapsel aus Holz, in der nur natürlich nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Bei schätzungsweise 62 Milliarden verbrauchten Kaffeekapseln pro Jahr, überwiegend gefertigt aus Kunststoff, darf man das durchaus als Geniestreich bezeichnen. Und als Exempel des guten alten schwäbischen Tüftlergeists.

Erfahrungen in Saudi-Arabien und China

Den hatten die beiden Freunde aus dem Kreis Konstanz wohl schon immer in sich. Richtig erwacht ist er aber erst nach ihrem Umzug nach Stuttgart. Reitze kam 2011 an die Universität. In dieser Zeit konnte er für die Deutsche Bahn an einem Bauprojekt in Saudi-Arabien mitwirken. „Da bekommt man automatisch die Möglichkeit, unser Verhältnis zu Konsum und Verpackung zu überdenken. In diesen Ländern kommt es durchaus vor, dass Müll einfach aus dem Fenster entsorgt wird.“ Zur gleichen Zeit war Stefan Zender im Rahmen seines Studiums (25) in China und machte sehr ähnliche Erfahrungen. „Dort herrscht einfach ein anderer Umgang mit Konsum und Verpackung.“

Epiphanie mit Koffein

Zurück in Stuttgart, standen die beiden eines Tages in ihrer WG-Küche. Sie starrten auf die Kapselmaschine, die vorübergehend ihren kaputten Vollautomaten ersetzte. „Uns wurde beiden bewusst, welche Müllberge durch Kapseln verursacht werden.“ Diese koffeingetriebene Epiphanie war der Startschuss einer langen und sehr aufreibenden Odyssee. Einer Odyssee hin zu dem Produkt, womit die beide gerade in aller Munde sind: Biologisch abbaubare Kaffeekapseln aus Holz für alle gängigen Maschinen. Seit Anfang 2018 konzentrieren sie sich rund um die Uhr auf ihre Idee. Doch schon davor wurde während des Studiums sehr viel geplant und ausbaldowert – mit der Universität Stuttgart und dem Fraunhofer Institut IPA. „Insgesamt stecken drei Jahre Entwicklung in der Kapsel“, sagt Stefan.

Früher WG-Zimmer, heute Office.

Klassisch schwäbisch

Klassisch schwäbisch, wie Julian sagt, ging man die Sache an. Nach dem Motto: Da muss es doch eine bessere Idee geben! Also informierten sich die beiden über den Ist-Zustand der Kapselwelt. Sie recherchierten, wer Kapseln herstellt und woraus sie bestehen. Ihre Wohnung verwandelte sich nach und nach in einen Hybriden aus Büro, Labor und Kaffee-Verkostungsstätte. Am Ende war es die neue Holz-Terrasse von Julians Eltern, die zum Durchbruch verhalf. „Das Holz für die Dielen war eine Mischung aus Holzfasern und PVC“, erklärt Julian. Die beiden machten sich auf die Suche nach Bio-Kunststoffen, die das PVC im Gemisch ersetzten. Und kamen dann beim ersten vollständig abbaubaren Verpackungsbehälter heraus.“

Teamwork for the win!

Und das, wohlgemerkt, nachdem selbst große Unternehmen aus der Region irgendwann das Handtuch warfen. Das Unmögliche möglich machen – eine Tugend der beiden? „Wir waren einfach der Überzeugung, dass wir das hinbekommen“, sagt Stefan mit schwäbischem Understatement. „Unser Ziel war eine Kapsel aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen. Und ein Kompromiss kam nicht in Frage.“ Vor allem weil die beiden als Team immer zusammengehalten haben, konnten sie am Ende triumphieren. Jetzt halten sie stolz ihre Kapsel in der Hand, regional und nachhaltig. Sie ist komplett in Baden-Württemberg gefertigt, teilweise auch in einer Behindertenwerkstätte.

Zukunftsmusik

Ihr Kapsel-Wunder haben sich die beiden mittlerweile auch patentieren lassen. Und nicht etwa an den Höchstbietenden verscherbelt. Stattdessen vertreiben sie auch ihren eigenen fair gehandelten Kaffee in derzeit zwei Sorten, geröstet von einer kleinen Manufaktur im Oberschwäbischen. „Was danach passiert, lassen wir mal auf uns zukommen. Derzeit wollen wir aber das gesamte Produkt vermarkten, weil wir die Kapsel immer weiter verbessern wollen.“ Und wenn dann eines Tages ein Röstriese mit einem Scheck um die Ecke kommt, weil er seine Produktion komplett auf die Holzkapseln umstellen will? Julian grinst. „Dann könnten wir uns das wahrscheinlich schon vorstellen.“

www.rezemo.de

Fotos: Björn Springorum

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Levin Goes Lightly: Der spannendste Pop-Act der Stadt

Nonchalant, sinnlich, androgyn und wohltuend melancholisch: Levin Goes Lightly setzen mit ihrem neuen Album „Nackt“ eine neue Bestmarke in Stuttgart. Das Stadtkind hat die schillernde Figur Levin Stadler mal genau unter die Lupe genommen.

Stuttgart – Unter den vielen besonderen Bands, die unsere Stadt in den letzten Jahren hervorgebracht hat, nehmen Levin Goes Lightly seit jeher eine Ausnahmestellung ein. Ursprünglich erdacht als Kunstfigur des Künstlers und Kommunikationsdesigners Levin Stadler, ist das einstige Soloprojekt mittlerweile zur Band angewachsen, der Geheimtipp aus dem Umfeld der Waggons zum Popkultur-Phänomen geworden. Jetzt liegt mit „Nackt“ das jüngste Werk des Trios vor. Und brilliert mit deutschen Texten, einnehmend-melancholischer Atmosphäre und einem berauschenden Cocktail aus Wave, Post-Punk, NDW und Trap.

Schillernde Galionsfigur

An seiner Seite stehen dem 28-Jährigen mit Paul Schwarz und Thomas Zehnle zwei jener Figuren, die aus Stuttgarts Musikszene nicht wegzudenken sind; Projektionsfläche, Galionsfigur und Identifikator bleibt dennoch Stadler, der in der Rolle des Levin Goes Lightly lange genug mit David Bowie verglichen wurde. Längst ist dieses Projekt über Vergleiche dieser Art hinausgewachsen und zu Stuttgarts derzeit spannendstem Pop-Act herangereift. Am 13. Juni tritt er mit Band bei Sound of Stuttgart im Stadtpalais auf, das Stadtkind hat ihn davor zum Interview getroffen.

Am Anfang war Kurt Cobain

Seit wann lebst du in Stuttgart? Ich lebe seit acht Jahren hier. Ausschlaggebend war mein Studium an der Kunstakademie Stuttgart.

Wo bist du aufgewachsen? In einem Kaff in Bayern, irgendwo zwischen München und Nürnberg.

Welche Musik hat deine Jugend mehr geprägt als alles andere? Bis ich 16 Jahre alt war definitiv Nirvana – oder die Person Kurt Cobain an sich.

Wann hast du das erste Mal daran gedacht, Musiker zu werden? Mit 14 Jahren hat mich mein Bruder in einen Gitarrenladen in München mitgenommen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ernsthaft daran gearbeitet, Musiker zu werden.

Und wann war dann die offizielle Geburtsstunde von Levin Goes Lightly? 2014 bei meinem ersten Konzert an den Waggons, nachdem ich ein halbes Jahr an Songs in einem Zugwaggon gearbeitet habe.

Das Umfeld in Stuttgart spielt schon eine Rolle

Wie wichtig ist der Ort, an dem du dich aufhältst, für deine Musik? Weniger wichtig. Das Umfeld in Stuttgart spielt aber schon eine Rolle: Die Konzerte und Menschen hier, die einen mit guter Musik versorgt haben.

Es ist ja ein altes Klischee, dass man sich darüber wundert, dass Bands wie ihr, Die Nerven oder Karies aus einer Stadt Stuttgart kommen können… Ich habe mich darüber eigentlich nicht so gewundert. Es ist ein ziemlich bunter Haufen an interessanten Leuten hier – oder es war. Gute Leute, die zufällig aus derselben Stadt kommen und zur gleichen Zeit am gleichen oder an ähnlichen Orten waren.

Welche Orte in der Stadt spielen für die Karriere von Levin Goes Lightly eine besondere Rolle? Die Waggons, Second Hand Records, die Steinstraße, der Kunstverein Wagenhalle, das White Noise, das Merlin… und das Maritim Hotel.

Erst Langeweile, dann Fieber

In welchem Gemütszustand entsteht der Großteil deiner Musik? Zunächst ist da ein Zustand der Langeweile. Dann fiebriges Arbeiten.

Du hast an der Kunstakademie studiert. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen? Alles. Ein Professor hat mich sogar damals dazu animiert, nicht nach Leipzig zu gehen, sondern lieber wieder ein Musikprojekt zu starten.

Levin Goes Lightly ist dennoch mehr als ein reines Musikprojekt. Begreifst du die Band eher als Gesamtkunstwerk aus Musik, Visuellem, Text und Bewegtbild? Ich begreife mich selbst als jemand, der sich selbst nicht als reiner Musiker versteht oder dies auch gar nicht kann. Ich bin an zu vielen Dingen interessiert, mache alles bei meinem Projekt selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Leuten: Videodrehs, Plakat-Entwürfe oder T-Shirts. Meistens fotografiere ich mich auch mit dem Selbstauslöser.

Perfekte Arbeitsbedingungen

Womit kann die Stuttgarter Musikszene glänzen? Mit den Bands, die in den letzten Jahren hier entstanden sind und die auch im Allgemeinen bekannt sind als die „Stuttgarter Szene“: Human Abfall, Die Nerven, Karies, JFR Moon, Mosquito Ego, Wolf Mountains, die Tremolettes und so weiter und so fort.

Viele deiner Kollegen sind nach Leipzig oder Berlin gezogen. Wieso bist du noch hier? Ich habe hier immer noch gute bis perfekte Arbeitsbedingungen, werde aber nicht für immer hierbleiben.

www.tapeterecords.de/artists/levin-goes-lightly

 

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