Ramadan: So fasten junge Muslimas in Stuttgart

Während des Fastenmonats Ramadan dürfen Muslime tagsüber nicht essen und  trinken. Wie hält man das durch und was macht das mit einem? Wir haben uns zum Fastenbrechen mit jungen Muslimas an der Uni Hohenheim getroffen.

Stuttgart – Die Ziffern der Uhr zeigen halb neun. Noch 21 Minuten, dann geht die Sonne unter. Das bedeutet für die Muslime: Endlich wieder essen und trinken, nachdem sie den ganzen Tag gefastet haben. Circa 25 Gläubige haben sich am Freitagabend zum Iftar, dem gemeinsamen Fastenbrechen, an der Universität Hohenheim versammelt. Eingeladen hatten die Frauen der Muslimischen Studentengemeinschaft Hohenheim. Neben Muslimen sind auch Freunde und Bekannte der Studentinnen gekommen. Hier ist jeder herzlich willkommen, egal, welcher Religion er angehört.

Kein Essen und Trinken bis zum Sonnenuntergang

Das Buffet steht schon bereit und lockt mit seinen Speisen die Gäste an. Doch es ist noch nicht dunkel. Eine der Muslimas liest eine Stelle aus dem Koran vor. Ein kurzes in sich gehen – und endlich darf gespeist werden. Traditionell isst man beim Iftar als erstes eine Dattel. Danach wird eine Suppe gereicht, die die Muslimas gekocht haben und schließlich darf man sich am Buffet bedienen. Während des Ramadans ist es Muslimen verboten vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang zu essen, zu trinken sowie zu rauchen. Dreißig Tage lang, vom 5. Mai bis zum 4. Juni, dauert der Fastenmonat.

Dem inneren Schweinehund den Kampf ansagen

Den ganzen Tag auf Essen und Trinken verzichten – das hört sich für viele nach einer großen Herausforderung an. Wie ergeht es den Studentinnen dabei?

„Der Ramadan ist einer der Lieblingsmonate des Moslems“, sagt die 21-jährige Gözde. Der Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit fällt der angehenden Wirtschaftspädagogin nicht schwer. „Es hängt natürlich vom Menschen ab, aber ich habe keine Probleme damit. Ich bin glücklich und fühle mich während des Ramadan Allah und den anderen Muslimen näher.“ Ihre Meinung teilen auch die anderen in der Runde. „Ramadan macht mir viel Spaß, ich mache es aus ganzem Herzen“, sagt die 22-jährige Nina. „Ich finde es toll, den inneren Schweinehund zu besiegen. Man ist natürlich mal einen Tag müde oder schlapp. Ich freue mich auf den Ramadan“, schließt sich ihre Glaubensschwester Bursha an. „Beim Fasten lernt man Gott zu lieben und alles zu machen, was er liebt“, sagt Sena. Die Biologiestudentin fastet wie die anderen Muslimas seit ihrer Kindheit.

Durch das Fasten lernen Muslime, Essen mehr wertzuschätzen und neu zu erleben. „Neulich habe ich frisches Brot gekauft und gegessen. Ich hatte noch nie so viel Lust auf Brot, das habe ich davor nie wertgeschätzt“, erzählt Gözde.

Fasten ist nur ein Teil des Ramadans

Dabei ist der Verzicht auf Essen und Trinken nur ein Teil des Ramadans. Muslime sind dazu aufgefordert, in der Zeit an die Armen zu denken, indem sie spenden. Ebenso sollen sie Streit vermeiden. „Im Islam darf man generell nicht lügen oder über jemanden schlecht reden. Während des Ramadans ist das aber noch wichtiger als sonst“, sagt Sena. Wer zwar auf Nahrung verzichtet, sich aber gegenüber seinen Mitmenschen schlecht verhält, der hat das Ziel im Ramadan verfehlt. Generell setzten sich viele Muslime ihre eigenen persönlichen Ziele, die sie während des Ramadan erreichen wollen. Die Mädchen haben sich unter anderem vorgenommen, in der Fastenzeit den Koran durchzulesen.

Gute Vorbereitung ist alles

Nicht alle Mitmenschen zeigen Verständnis für den Ramadan. „Die meisten akzeptieren, dass wir nichts essen. Aber dass wir auch nicht trinken dürfen, das verstehen einige nicht“, sagt Nina. „Wer das nicht gewöhnt ist, für den mag es unrealistisch wirken. Wenn man Ramadan jedoch praktiziert, dann merkt man erst, wie es wirklich ist“, meint Gözde.

Die Studentinnen wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass der Ramadan gesundheitsschädigend sei. „Es ist wichtig in der Zeit, in der man essen und trinken kann, viel zu trinken und sich gesund zu ernähren. Wenn man sich daran hält, dann ist es nicht schlecht für die Gesundheit. Wenn man beim Iftar nicht genügend trinkt und nur fettiges isst, dann kann es gut sein, dass man während dem Fasten umkippt“, sagt Bursha. Ebenso werden alle Muslime schrittweise an den Ramadan herangeführt. Schon als Kind lernen sie zu fasten, nicht den ganzen Tag, sondern nur für ein paar Stunden. Ab der Pubertät ist es für einen Moslem verpflichtend zu fasten.

Mittlerweile stoßen die Studentinnen überwiegend auf Toleranz. „In unserer Kindheit haben wir Unverständnis gespürt, vor allem von Lehrern. Doch seit wir älter sind, versuchen die meisten uns zu verstehen“, sagt Sena. „Im Sportunterricht hatte ich eine tolerante Lehrerin. Sie hat die Termine für den Cooper-Test (ein Ausdauertest im Sportunterricht, bei dem man zwölf Minuten laufen muss) vor und nach den Ramadan gelegt“, erzählt Gözde.

Inzwischen sind die hungrigen Mägen gefüllt, die ersten machen sich auf den Weg nach Hause. Es war ein schöner Abend und eine interessante Erfahrung sind sich alle einig, ob Moslem oder Christ. Zusammen helfen sie den Muslimas beim Aufräumen und zeigen, wie einfach und schön das Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen doch sein kann.

Titelbild: Deddy Yoga Pratama / Unsplash, Bilder Buffet: Amelie Pyta

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Die besten Tipps fürs Oster-Wochenende im Kessel

Langes Wochenende, 20 Grad im Kessel, was will man mehr? Wir zeigen euch, welche Veranstaltungen ihr an Ostern nicht verpassen solltet.

Stuttgart – Für die meisten von uns heißt es ab Donnerstagabend: Wochenende! Ganze vier Tage lang dürfen wir die Füße hochlegen. Passend dazu zeigt sich das Wetter über Ostern von seiner Sonnenseite. Beste Aussichten also, das Wochenende nicht nur auf der Couch mit Netflix und Co zu verbringen. Zwischen Familienbesuchen und gemütlichem Entspannen bleibt noch Zeit für die ein oder andere Aktivität.

Tanzen und Natur

Wie jedes Jahr gilt von Gründonnerstagabend bis Ostersamstag um 20 Uhr das Tanzverbot. Einige Clubs öffnen trotzdem ihre Türen, zum Beispiel das Climax und White Noise.

Während der tanzfreien Zeit kann man sich anderen Beschäftigungen widmen, wie wäre es zum Beispiel mit einer Tour durch den Kessel? Ob zu Fuß auf dem Blaustrümpflerweg oder per Fahrrad, die Bewegung hilft sich später mit gutem Gewissen an den Osterleckereien zu bedienen. Ab Samstagabend läuft das Stuttgarter Partyleben dann gewohnt weiter und gleichzeitig startet das Frühlingsfest, was für die einen Freude und für andere Leid bedeutet.

Wir zeigen euch, was an Ostern im Kessel geboten wird.

Foto: Unsplash/ Annie Spratt

Titelbild: Unsplash/Simon Maage

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Game of Thrones: Darum lieben wir die Serie!

In der Nacht von Sonntag auf Montag geht Game of Thrones in die letzte Runde. Wir haben uns gefragt, was die Serie so erfolgreich macht.

Stuttgart –  Das lange Warten hat ein Ende. In der Nacht vom 14. auf den 15. April zeigt HBO die erste Episode der achten und letzten Staffel von Game of Thrones. Noch sechs Folgen – und dann verabschiedet sich die erfolgreichste TV-Serie aller Zeiten aus dem Programm. Millionen werden zuschauen, wenn die Drachen zum letzten Mal über den Bildschirm flimmern.

Winter is here

Das Fantasy-Epos basiert auf der Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von dem amerikanischem Autor George R.R. Martin. Grob zusammengefasst geht es in der Geschichte um verschiedene Adelsfamilien, die um ihre Macht kämpfen.

Was fasziniert die Menschen so an dieser Serie? Wenn man Leute fragt, an was sie bei GoT denken, dann fallen häufig drei Begriffe: Drachen, Gewalt und Sex. Doch die Serie ist viel mehr als das. Ja, es gibt Drachen. Ja, es wird geköpft, gemordet und sogar gehäutet. Eine Serie für die ganze Familie ist Game of Thrones nicht.

Ein weltweites Phänomen

Aber nicht deswegen ist Game of Thrones erfolgreich. Es ist zu einem Phänomen geworden, weil es die Grenzen des gewohnten Fernsehens gesprengt hat, weil es eine spannende und tiefgründige Geschichte erzählt und eine Vielzahl an außergewöhnlichen Charakteren bietet. Daneben sorgt die Inszenierung, die authentische Kulisse (die Serie wurde unter anderem in Irland, Kroatien und Island gedreht), großartige Schauspieler sowie epische Schlachten für tolle Fernsehmomente.

Es gibt Drachen und Untote, doch sie sind nicht das Wichtigste. George R. R. Martin hat sich vom europäischen Mittelalter inspirieren lassen, unter anderem von den Rosenkriegen und dem Hundertjährigen Krieg. Die Mischung aus Fantasy-Elementen und mittelalterlicher Geschichte macht die Serie so interessant und lässt sie im Gegensatz zu anderen Fantasy-Geschichten realistisch und ernsthaft wirken.

Niemand ist sicher

Daneben sind es die vielschichtigen Charaktere, die die Geschichte zu etwas Besonderem machen. Jon Snow mag ein klassischer Held sein, aber die meisten Figuren lassen sich nicht in eine Schublade stecken. Gut und böse gibt es nicht, die Grenzen vermischen sich. Die Welt ist nicht in schwarz und weiß aufgeteilt. Die Protagonisten machen Fehler und treffen falsche Entscheidungen. Über die Staffeln haben sie sich entwickelt und verändert. Am meisten vor allem Jamie Lannister, der von einem der gehassten zu einem der beliebtesten Charaktere in GoT avanciert ist.

Game of Thrones ist eine Serie, die mit allen Konventionen bricht. Sie ist unberechenbar und schonungslos. Als am Ende der ersten Staffel der Hauptcharakter Ned Stark geköpft wird, war für die Zuschauer klar: Hier ist niemand sicher. Genau das macht aber auch den Reiz der Serie aus, es steigert die Spannung und überrascht die Zuschauer.

Ob Jon Snow, Tyrion Lannister und Co. den Kampf gegen die Weißen Wanderer gewinnen, werden wir am 19. Mai wissen. Bis dahin sei gesagt: Valar Morghulis. All men must die.

(Titelbild: Unsplash/Jeshoots)

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10 Situationen, die nur Geschwister kennen

Die Beziehung zu unseren Geschwistern ist eine ganz besondere. Passend zum Tag der Geschwister stellen wir euch zehn Situationen vor, die ihr mit euren Brüdern oder Schwestern garantiert schon erlebt habt.

Stuttgart –  Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, „leihen“ sich unsere Klamotten und können richtig nervig sein. Unsere Geschwister.

Zusammen durch dick und dünn

Mit ihnen haben wir die heftigsten Streits geführt, uns aber jedes Mal wieder versöhnt. Gab es Stress mit den Eltern oder anderen Kindern, unsere Geschwister waren immer für uns da. Es gibt kaum jemanden, mit dem wir uns so verbunden fühlen. Die Beziehung zu Schwester oder Bruder ist eine besondere und diese feiern wir heute. 1997 hat die Amerikanerin Claudia Evart den Siblings Day ins Leben gerufen. Sie hat ihre Schwester und ihren Bruder durch zwei tragische Unfälle früh verloren.

Stadtkind hat für euch ein paar Situationen aufgelistet, die ihr mit euren Geschwistern garantiert schon erlebt habt. Und wer Einzelkind ist, Cousins und Cousinen sowie gute Freunde lassen sich auf diese Liste natürlich auch übertragen. Ob Erstgeborener, Sandwichkind oder Nesthäkchen – diese Dinge kennt jeder, der Geschwister hat:

Foto: Unsplash/Jenn Evelyn-Ann

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Mit Alpakas auf Wanderung im Kessel

Alpakas sind die Trendtiere des Jahres. Wir haben die flauschigen Vierbeiner auf der Alpaka-Farm in Untertürkheim besucht und zeigen euch, was der Kessel sonst noch so an tierischen Ausflügen zu bieten hat.

Stuttgart – Am Fuße des Württembergs ist man offiziell noch im Kessel, doch zwischen Schrebergärten und Obstwiesen, in der Nähe des Rößle-Rundwanderwegs, geraten die Alltagssorgen in den Hintergrund. Bei Gabriele Schäfer auf der Alpaka-Farm herrscht eine angenehme Ruhe. In dieser Umgebung fühlen sich auch die Alpakas wohl. Die flauschigen Tiere sitzen glücklich an ihrem Fressnapf, der mit Heu gefüllt ist. Eine der Stuten wälzt sich auf dem Boden. Nur ein paar Hengste sind aufgedreht – die Paarungszeit steht an. Für die Fortpflanzung kommen Männchen und Weibchen zusammen, den Rest des Jahres leben die Stuten und Hengste getrennt voneinander.

Tier-Oase im Kessel

Im Juli und August rechnet Gabriele Schäfer mit tierischem Nachwuchs. 2003 sah die gebürtige Untertürkheimerin auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart, das alle vier Jahre parallel zum Cannstatter Volksfest stattfindet, zum ersten Mal Alpakas. „Ich habe mich ein Jahr lang intensiv über die Tiere informiert und anschließend ganz bewusst mit der Zucht auseinandergesetzt“, sagt Gabriele.

Sie kaufte zwei tragende Stuten, eine Jungstute und einen Wallach. Seit 2005 gibt es die Alpaka-Farm. Unterstützt wird Gabriele von ihrer Tochter Vanessa Schäfer und deren Freund Manuel Staub, die beide die Liebe zu den Alpakas teilen. Neben den Alpakas bewohnen Kaninchen und Hühner die Farm, auch ein Lama mischt die tierische Runde auf.

Junggesellen-Abschiede mit Alpakas

Warum sind Alpakas gerade im Trend? Genau weiß das Gabriele Schäfer auch nicht. „Es gibt generell immer mehr Alpakas und gerade die Wanderungen mit den Tieren sind sehr gefragt“, sagt die Züchterin. Diesen Trend bekommt auch ihre Farm zu spüren.

Kindergeburtstage, Fotoshootings und Wanderungen bietet das Team an. Gerade letzteres ist beliebt und das nicht nur bei kleinen Gästen. „Es kommen vor allem Erwachsene, Familien und auch Pärchen“, so Gabriele Schäfer. Sogar Junggesellenabschiede hat die Alpaka-Fachfrau schon betreut.

Verwechslungsgefahr: Alpakas und Lamas

Die Touren führen, je nachdem wie viele Stunden man gebucht hat, zum Württemberg oder Richtung Wald. Bei den Wanderungen ist immer einer aus dem Team dabei und erzählt Wissenswertes über die beliebten Vierbeiner. Denn Alpakas und Lamas werden oft verwechselt.

Die beiden Tiere sehen sich ähnlich, man kann sie zusammen halten und sie können sich sogar untereinander vermehren. „Lamas sind größer als Alpakas, sie werden anders gezüchtet und sie haben unterschiedliche Vorfahren“, erklärt Gabriele Schäfer.

Neugierige Geschöpfe

Neugierig und interessiert reagieren die Tiere auf menschliche Besucher. Spucken tun sie übrigens nur untereinander, wenn es Streit gibt oder um die Rangordnung festzulegen. „Eine gewisse Scheu wird ein Alpaka immer behalten“, sagt Gabriele Schäfer. Streicheleinheiten sind bei Alpakas daher schwierig. Sie sind eben keine Hunde, aber in Sachen Beliebtheit können sie mit dem besten Freund des Menschen (fast) schon mithalten.

https://www.wuerttemberg-alpakas.de/

(Fotos: Manuel Staub, Württemberg Alpakas)

Tierische Ausflüge rund um den Kessel

Neben Alpakas gibt es in der Region Stuttgart noch andere tierische Highlights. Ob Bärenfütterung, rosane Flamingopracht oder das längste Krokodil Deutschlands – hier ist für jeden was dabei.

Württemberg Alpakas

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Hier gibt’s Irish Pubs in Stuttgart

Sláinte! Passend zum St. Patrick’s Day zeigen wir euch, welche Irish Pubs im Kessel ansässig sind.

Stuttgart – Am 17. März erstrahlt fast die ganze Welt in grün. Die Iren feiern den Gedenktag des Bischofs Patrick, der den christlichen Glauben auf die Insel brachte. Doch nicht nur dort, auch in anderen Städten wird das irische Fest zelebriert.

Guinness, Whiskey und Co

Wer bei diesem Spektakel mitfeiern möchte, der muss nicht gleich auf die Insel fliegen. Auch in Stuttgart wird der St. Patrick’s Day in den Irish Pubs gefeiert. Aber auch sonst lohnt sich ein Besuch in  den besonderen Kneipen. Neben Guinness, Whiskey, Bier und vielen anderen irischen und britischen Getränken sorgen Live-Musik, Sportübertragungen und leckeres Essen dafür, dass der Abend etwas besonderes wird. Pub-Quiz, Karaoke-Abend, Dart – in den Pubs ist immer was los. Ein Konzept, das auf der ganzen Welt funktioniert. „Cause where ever you go around the world you’ll find an Irish pub..“

(Titelbild: Unsplash/ Nikola Jovanovic)

Irish Pubs in Stuttgart

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Silberpfote: Ein Herz für Tier und Mensch

Das Tierschutzprojekt Silberpfote unterstützt ältere Menschen bei der Pflege ihrer Haustiere. Wir haben mit der Helferin Karoline über ihren Einsatz gesprochen und warum ehrenamtliches Engagement eine tolle Sache ist.

Stuttgart – Als Renate Reiser beide Beine aufgrund von Diabetes verlor, war das ein Schock und sie fragte sich: Was wird nun aus ihrem Hund Robby? Schließlich braucht das Tier seinen Auslauf. Wenn Robby nicht ausreichend Bewegung bekommt, bleibt nur noch eine Option: Sie muss ihren geliebten Vierbeiner abgeben.

Hilfe bei der Pflege von Haustieren

So weit ist es zum Glück nicht gekommen. Denn die Seniorin bekam Unterstützung von Silberpfote. Das Tierschutzprojekt unterstützt ältere Menschen bei der Pflege ihrer Haustiere, damit Tier und Besitzer so lange wie möglich zusammen bleiben können. „Wir kümmern uns hauptsächlich um Hunde und Katzen, aber auch andere Tiere, wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel sind gefragt“, erklärt Marcel Yousef, der Silberpfote 2014 ins Leben gerufen hat.

Das Projekt finanziert sich über den Tierschutzverein Stuttgart, unter dessen Dach es organisiert ist und mithilfe von Spenden. Neben der Projektleitung engagieren sich mehrere hundert Ehrenamtliche bei Silberpfote. Karoline Köchling ist eine von ihnen. Die Stuttgarterin ist seit Beginn an dabei und kümmert sich um den Pudel Robby. „Ich habe als Gassi-Geherin im Tierheim angefangen, kurze Zeit später ist das Projekt gestartet. Ich habe mich gleich registrieren lassen und einen Fall übernommen“, erklärt sie.

Win-Win-Situation

Einmal in der Woche geht sie mit Robby spazieren. Die beiden sind inzwischen ein Herz und eine Seele und der Pudel freut sich, wenn Karoline vorbeikommt. Auch Renate Reiser ist glücklich über Karolines Gesellschaft. „Sie geht selten aus dem Haus und daher freut sie sich, wenn jemand vorbeikommt und mit ihr redet“, sagt Karoline.

Aus ihrem Engagement zieht die Helferin ein positives Fazit. „Es ist einfach schön, etwas Sinnvolles zu tun. Es gibt einem viel zurück, die Dankbarkeit der Tiere und auch der Menschen“, sagt sie. Sie habe schon immer ein eigenes Tier halten wollen, doch aufgrund ihres Vollzeitjobs und der Wohnung sei das schwierig gewesen. Nun darf sie Robby ausführen und Frau Reiser kann dadurch ihren Pudel behalten – eine Win-Win-Situation für alle.

Ehrenamt ist sexy

Neben dem Gassi gehen engagiert sich Karoline noch anderweitig. Sie betreut Infostände, hilft bei Festen und verteilt Flyer. Dabei stößt sie überwiegend auf positive Resonanz. „Die meisten finden das Projekt gut und es sind vor allem junge Menschen, die mitmachen wollen“, erzählt sie. Ehrenamtliches Engagement ist eben an kein Alter gebunden.

Die Helfer sind flexibel und können selber entscheiden, in welchem Umfang sie sich engagieren wollen. Zu den Aufgaben der Ehrenamtlichen gehört das Gassi gehen und wenn nötig die Medikamenteneingabe. Wer mobil unterwegs ist, kann die Tiere auch zum Tierarzt fahren.

Silberpfote rückt das Thema Einsamkeit und Altersarmut wieder in den Fokus. „Es zeigt, wie wichtig Haustiere für ältere Menschen sind, die häufig niemanden mehr haben außer dem Tier. Generell ist es ein Problem, dass viele alte Menschen allein sind und sich aufgrund von Altersarmut das Tierfutter nicht leisten können“, sagt Karoline.

The Oscar goes to Silberpfote

2017 wurde Silberpfote mit dem deutschen Tierschutzpreis ausgezeichnet. „Das ist die größte Auszeichnung, die man im Tierschutz bekommen kann, quasi der Oscar der Tierbranche“, erklärt Marcel. Und die Auszeichnung macht sich bemerkbar. „Der Preis hat unseren Bekanntheitsgrad gesteigert und uns viele neue Ehrenamtliche gebracht. Dem Berliner Tierheim hat Silberpfote gefallen, sie wollen selber so ein Projekt auf die Beine stellen“, sagt er weiter.

Sein persönliches Ziel ist es, mit dem Projekt Baden-Württemberg zu erobern. „Wir haben die erste Fusionierung mit dem Tierschutzverein Nürtingen-Frickenhausen und versuchen jetzt in die Region zu expandieren. Alles Schritt für Schritt“, erklärt er.

Wer sich engagieren möchte, der kann sich unter silberpfoten@stuttgart-tierheim.de melden.

Mehr Infos gibt es hier >>>

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Diese Filme schauen die Stadtkinder an Weihnachten

Tatsächlich Liebe, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Der Grinch – Stadtkind verrät euch seine Lieblingsfilme für Weihnachten.

Stuttgart – Draußen ist es kalt und dunkel. Perfekte Bedingungen also, sich mit einem warmen Tee und leckeren Plätzchen aufs Sofa zu kuscheln und Weihnachtsfilme anzuschauen.

The same procedure as every year

Weihnachten steht vor der Tür. Zwischen Geschenke auspacken, reichlich schlemmen und Verwandte besuchen, stehen natürlich auch Weihnachtsfilme auf dem Programm. Schließlich haben wir mit dem Heiligabend und zwei Feiertagen genug Zeit, uns einige Klassiker anzusehen.

Jahr für Jahr erfreuen wir uns an Filmen, die wir schon in- und auswendig kennen und die uns immer an den selben Szenen zum Weinen oder Lachen bringen. Manche Filme begleiten uns seit der Kindheit, andere haben wir erst neulich entdeckt und sorgen für das i-Tüpfelchen an den Weihnachtstagen.

Pflichtprogramm an Weihnachten

Die Palette an Filmen ist groß. Ob lustige Komödien wie „Kevin – Allein zu Haus“, romantische Liebesgeschichten wie „Tatsächlich Liebe“ oder tiefgründige Dramen wie „Ist das Leben nicht schön“, bei den Weihnachtsfilmen ist für jeden etwas dabei. Auch wir Stadtkinder haben unsere Favoriten, die jedes Jahr Pflichtprogramm sind.

(Foto: Jeshoots/Unsplash)

Die Weihnachtsfilme der Stadtkinder

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