Australien meets Stuttgart im neuen Pförtner-
häuschen

Das Pförtnerhäuschen ist zurück und kommt jetzt eine ganze Ecke internationaler daher. Und das liegt vor allem auch an den Australiern Rhiannon King und Benj Ramsay aus Perth, die sich dort eine Weile lang als Café-Betreiber versuchen wollen.

Stuttgart – „Pfört-ner-häus-chen“ geht Rhiannon und Benj noch etwas holprig über die Lippen, das Lächeln dafür umso leichter und das nicht nur, weil der Sommer im Kessel sie gerade ganz stark an Zuhause erinnert. Okay, das Meer fehlt. Aber bald ist ja auch wieder Stuttgart am Meer rund um das Stadtpalais! Anderes Thema. Wie kommen diese zwei locker lässigen Aussies, die unbeschwerter nicht sein könnten, also an diesen coolen Coffee-Spot am Pragsattel? „Durch den Vater meines besten Freundes“, erklärt Benj. Dieser ist Inhaber einer Agentur in Stuttgart und hat das Pförtnerhäuschen übernommen, um ihm nun neues Leben einzuhauchen – und wer könnte das zu Beginn besser tun, als ein Pärchen, das Lebensfreude pur verkörpert. „Das ist eine einzigartige Erfahrung für uns“, freuen sich die beiden.

Zwischenstopp: Stuttgart

Seit etwa sieben Wochen sind Rhiannon und Benj nun in Stuttgart, zusammen bringen sie neuen Schwung ins alte Pförtnerhäuschen, schmieden Pläne für die Zukunft des Cafés. Doch für sie selbst sei es eher eine Art Zwischenstopp, so das reiselustige Pärchen, das davor Kanada und Südamerika angesteuert hatte. Sie wollen noch ein bisschen was von der Welt sehen, sich die Gelegenheit, ein eigenes Café zu betreiben – zumindest ein Weilchen lang – aber auch nicht entgehen lassen. „Wer bekommt als junger Erwachsener schon so eine Chance?“

Ganz entspannt wie die Aussies nun mal sind, toben sie sich nun also auf dem Wizemann-Areal aus. Mit genügend Gastro-Erfahrung und einer kreativen Ader – Rhiannon ist Fotografin und Grafikdesignerin – ergänzen sich die beiden bestens, fühlen sich auf dem Pragsattel sichtlich wohl und sind motiviert. Und das trotz Sprachbarriere und obwohl die Eröffnung fast ins Wasser gefallen wäre – es regnete von morgens bis abends – aber das ermöglichte dem jungen Paar, das im Stuttgarter Westen wohnt, auch einen smoothen Start. „So konnten wir uns in Ruhe zurechtfinden, das war auch cool.“

Es ist nicht wo du bist, es ist was du machst

Rhiannon und Benj ist auch bewusst, dass sie sich gleich neben dem Wizemann-Space in einer besonderen Blase befinden, wo sie von (tätowierten und gepiercten) Kreativen umgeben sind. Nichtsdestotrotz versuchen die Australier all ihren Kunden gerecht zu werden, sind bemüht, sich zu verständigen – zur Not auch mit Händen und Füßen. Nicht jeder würde Englisch sprechen wollen oder können, aber irgendwie klappe es immer. „Die Stadt und die Menschen sind das, was du draus machst“, betont Benj. Außerdem sind sie in Stuttgart sehr herzlich aufgenommen worden, wurden – typisch deutsch – gleich zum Grillen eingeladen und konnten auch schon Freundschaften knüpfen.

Vegetarisches und W-Lan

Stuttgarts Kaffeeszene entwickelt sich – langsam aber sicher. Mit den beiden Australiern, die von einer explodierenden „Specialty-Coffee-Culture“ in Down-Under sprechen, nochmal in eine andere, vielleicht auch entschleunigendere Richtung – mit einem sozialen Aspekt. „Just like the Australians do“ – kann man hier bei einem Kaffee zu guten Gesprächen zusammenkommen oder auch gern mal den ganzen Tag arbeiten. Denn das Pförtnerhäuschen hat neben frischen, vegetarischen Speisen, Smoothies und Kuchen auch bestes W-Lan im Angebot.

Das Pförtnerhäuschen – ein soziales Projekt

Und dabei soll es nicht bleiben. Wie bereits erwähnt haben die beiden noch einiges vor – mit dem Pförtnerhäuschen, auf dem Wizemann-Areal. Der Außenbereich wirkt vergrößert, das liegt sicherlich auch an den bunten und blühenden Hochbeeten – ein weiterer Spot, der Urban Gardening im Kessel vorantreibt. Auch Wein-Abende sind geplant. Denn die beiden kennen sich bestens mit Wein aus, arbeiteten gemeinsam in einem Weinrestaurant und hier in Stuttgart sind sie bei dem Thema ganz offensichtlich auch an der richtigen Adresse – passt.

Bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie geht es mit dem Pförtnerhäuschen weiter, wenn Rhiannon und Benj wieder das Weite suchen? „Wir sind gekommen, um das Café zum Laufen zu bringen.“ Danach wird es wieder neue Betreiber geben – vielleicht auch aus Australien, junge Kreative, die sich ausprobieren wollen, die ihre ganz eigene Note hereinbringen – „and keep it fresh“. Es könnte sich zu einer Art sozialem Projekt entwickeln.

Pförtnerhäuschen: Quellenstraße 7, Bad Cannstatt, Öffnungszeiten: Montag – Freitag 8 – 15.30 Uhr, mehr Infos gibt’s hier >>>

Pförtnerhäuschen

Mehr aus dem Web