Ausflugstipp: Rößleweg

Der Rößleweg klingt erstmal eher uncool und nach Senioren-Walk durch die Weinberge. Wir wurden allerdings eines Besseren belehrt, als wir die Teilstrecke des Stuttgarter Rundwanderwegs von Fellbach nach Obertürkheim abspazierten.

Stuttgart – „The Rößleweg it is“ – entschieden wir an einem sonnigen Sonntag und wollten die bekannte Stuttgarter Spazier-Strecke, die mit einem Rössle in einem gelben Ring gekennzeichnet ist, endlich mal angehen beziehungsweise ablaufen. Dazu muss gesagt werden, dass man für den gesamten Weg, der rund 50 Kilometer lang ist, grob geschätzt vier Tage benötigen würde, wir uns deshalb auf die knackige Teilstrecke von Fellbach nach Obertürkheim mit rund sechs Kilometern einigten. „Wieso das denn?“, fragen sich jetzt bestimmt viele. „Weil man die Weinberge selten schöner zu Gesicht bekommt“, können wir guten Gewissens behaupten.

Was geht eigentlich in Obertürkheim?

Und warum nach Obertürkheim und nicht irgendeine coole (Teil-)Strecke im noch cooleren Stuttgarter Westen oder Süden ablaufen – denn dort führt der Weg auch vorbei!? Weil wir das zum einen schon mit dem schönen Blaustrümpflerweg abgehakt haben. Außerdem hatte ich mal wieder Lust meine alte Hood auszuchecken, denn ich bin in Obertürkheim aufgewachsen. (Ein Hoodcheck folgt übrigens bald!)

Go east

Also dann mal los gen Osten. Von der Haltestelle Schwabstraße in die S1 Richtung Esslingen/Plochingen/Kirchheim Teck hüpfen und nach etwa 15 Minuten in Untertürkheim aussteigen. Dort erstmal die Lage checken und dann erblickt man ihn auch gleich, den Bus 60 Richtung Fellbach. Eine kurze Fahrt später an der Haltestelle Steigstraße aussteigen, ein kleines Stückle zurücklaufen, links führt ein Pfad in die Weinberge und schon befindet man sich auf dem Rößleweg.

Ohne Ende Weinberge

Und was man dann erblickt, ist – Achtung: kitschig – einfach nur wunderschön. Der Rössleweg schlängelt sich auf und ab, durch die Stuttgarter Weinberge, an idyllischen Gärten vorbei Richtung Highlight, der Grabkapelle Rotenberg. Diese erblickt man übrigens mal aus einem anderen Blickwinkel, von unten, wo sich eine kleine Rast anbietet. Zwischendrin taucht immer wieder unser alter Weggefährte, der Stuttgarter Fernsehturm, auf.

Hier ein Ausschnitt von der Teilstrecke, die von Fellbach nach Obertürkheim führt.

© Landeshauptstadt Stuttgart, Stadtmessungsamt, 2007

Im Jahr 1968 wurde die Teilstrecke von der Geroksruhe zur Roggenburg erstmals als „Stuttgarter Höhenrundweg“ mit einem Stuttgarter Rößle im gelben Ring markiert – die Geburtsstunde des Rößlewegs. In den darauffolgenden Jahren bis etwa 1980 wurde der Rest des Rundweges um Stuttgart herum angelegt.

Der Rundwanderweg über die Höhen des Keuperberglandes am Rande der Stadt wurde vom Verschönerungsverein und dem Schwäbischen Albverein gemeinsam eingerichtet. Er verläuft im Westen vorwiegend im Wald, im Osten durch Weinberge und Obstgärten. „Landschaftlich und topographisch reizvoll mit vielen geologisch und historisch interessanten Punkten“, heißt es vom Verschönerungsverein.

Die Gesamtlänge des Rundweges beträgt 54 km. Es bietet sich an, den Weg in Teilstrecken zu gehen, wobei die Anbindung an den ÖPNV gewährleistet ist.

Das Stuttgarter Rößle im gelben Ring, bisweilen auch nur das Rößle oder nur ein gelber Ring, zeigen den Weg.

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Die Abschnitte des Stuttgarter Rundwanderwegs:

2,9 km  Geroksruhe – Waldau
4,7 km  Waldau – Waldeck
4,1 km  Waldeck – Birkenkopf
3,4 km  Birkenkopf – Doggenburg
7,3 km  Doggenburg – Schützenhaus Weilimdorf
4,7 km  Schützenhaus Weilimdorf – Ludwigsb. Str. Zuffenhausen
6,4 km  Ludwigsburger Straße – Au-Brücke beim Max-Eyth-See
3,9 km  Au-Brücke – Schmidener Straße in Bad Cannstatt
4,2 km  Schmidener Str. – Untertürkheimer Str., nördlich Luginsland
5,6 km  Untertürkheimer Straße – Augsburger Straße in Obertürkheim
1,2 km  Augsburger Straße – Hedelfinger Platz
5,8 km  Hedelfinger Platz – Geroksruhe

Über die genaue Wegführung kann man sich auf der Seite des Verschönerungsvereins Stuttgart informieren.

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