Aufräumaktion auf dem Marienplatz

Müll und Umweltverschmutzung werden auch in Stuttgart immer zum Thema. Am Samstag hat die Initiative „cleanup“ auf dem Marienplatz über 3.000 Zigarettenstummel aufgesammelt und erntet dafür große Anerkennung. Wir wissen wer dahinter steckt.

Stuttgart – Als Thomas Venugopal vor drei Jahren in Thailand am Meer stand und den dreckigen Sand sah, wurde ihm klar: So kann es mit der Umweltverschmutzung nicht weitergehen. „Es war etwas anderes die Zustände mit eigenen Augen zu sehen als nur auf Youtube – oder in Facebook-Videos“, erinnert er sich. Für ihn der nächste logische Schritt: Die Initiative „cleanup“ ins Leben zu rufen.

Zigarettenstummel schaden Fischen

Schon in Thailand packte er mit an und räumte den Müll am Strand auf. Zurück in Stuttgart fing Thomas mit sieben Personen an, seinen Wohnort, den Stuttgarter Süden, sauber zu machen. Zusammen mit vier Mitstreitern sammelte er am Samstag über 3.000 Zigaretttenstummel auf dem Marienplatz auf. Es ist die zweite größere Aktion von Thomas und seinem „cleanup“-Team.

Vielen ist nicht bewusst, wie schädlich weggeworfene Kippen für die Umwelt sind. Durch den Regen gelangen die Zigarettenstummel in die Kanalisation und von dort in Flüsse und Bäche zu den Fischen. Sie vergiften das Wasser und die Tiere sterben. Darauf machte auch schon die Aktion „Tippen mit Kippen“ aufmerksam, die an Clubs und Bars in der Stadt gelbe Boxen zur Kippenentfernung anbringen ließ. 

Thema muss gesellschaftsfähig werden

Mit ihrer Aktion möchte die „cleanup“-Gruppe nicht nur der Umwelt und dem Stadtbild etwas Gutes tun, sondern auch ein Bewusstsein für das Thema in der Gesellschafft schaffen. „Es ist nicht schwer, sich zu bücken und die Zigarettenstummel zu entsorgen. Man muss seine Komfortzone dabei nicht verlassen.“ Das Ziel der Initiative formuliert er ganz klar: „Das Wegwerfen von Kippen darf in der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert werden.“

Stadt und Gastronome sind gefragt

Auch die Stadt sieht der Aktivist in der Pflicht. „Ich wünsche mir von der Stadt, dass sie uns Möglichkeiten zeigt, wie man die Sauberkeit in Stuttgart verbessern kann. Außerdem sollte es mehr Mülleimer geben“, so Venugopal. Ebenso hofft er auf Unterstützung von den Gastronomen rund um den Marienplatz. „Auf dem Marienplatz findet man viele Splitter, die von Plastiklöffeln aus einem Café am Platz stammen. Da wäre es schön, wenn sich die ansässigen Betriebe mehr engagieren würden.“

Wer das Stadtbild zusammen mit „cleanup“ verschönern möchte, der kann sich bei Thomas via Facebook melden. Bis jetzt gibt es bei Facebook nur eine geschlossene Gruppe. Sollte das Team aber wachsen, plant Thomas eine Website zu erstellen. Bei genügend Zuwachs könnten dann auch andere Stadtteile gesäubert werden.

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