Auf Lichtreise mit Dundu im Theaterhaus

Die Riesenpuppe Dundu fasziniert mit ihren Auftritten viele Menschen auf der Welt. Nun kehrt sie mit einem neuen Programm nach Stuttgart zurück – und hat eine Überraschung im Gepäck.

Stuttgart – Vorsichtig macht die große Puppe einen Schritt nach vorne. Ihr mit weißen Netzen überspannter Kopf dreht sich zur Seite und sieht die Zuschauer an. Dundu schaut ins Publikum und macht dabei einen sanften Eindruck trotz seiner stolzen Größe von fünf Metern. „ Er berührt den Zuschauer auf verschiedenen Ebenen, er erzählt dir deine Geschichte“, sagt Fabian Seewald, der Geschäftsführer von Dundu und fügt hinzu: „ Er sorgt für einen Ruhemoment in unserer heutigen schnellen Zeit.“

Die Wurzeln von Dundu liegen in Stuttgart

2006 riefen der Stuttgart Puppenbauer Tobias Huseman und der Musiker Stefan Charisius das Großpuppenprojekt Dundu ins Leben. Seitdem faszinieren die ungewöhnlichen Puppen bei Theaterfestivals, Groß-Events und Show-Inszenierungen viele Menschen rund um den Globus. Zwölf Jahre später geht es für das Ensemble wieder zurück an die alte Geburtsstätte.

Diesen Freitag gastiert Dundu um 20 Uhr im Theaterhaus mit dem neuen Programm „Eine Lichtreise“. „Der erste Teil besteht aus unserem Theaterstück ‚Du und Du‘, das 2014 in den Wagenhallen seine Premiere feierte. Das 35-minütige Traumtheater ist bepackt mit vielen universellen Bildern, das ist auch die Art, wie wir Geschichten erzählen“, erklärt Fabian. Die Puppe Dundu soll beim Publikum Emotionen erzeugen. „Das ist nicht irgendeine Geschichte, die Dundu erzählt, sondern vielmehr deine Geschichte. Im besten Fall erinnert dich Dundu an bestimmte Dinge und es berührt dich. Da geht es um die Suche nach einem Freund und auf der Suche findet man oftmals dann auch sich selbst“, so Fabian weiter. Wie unterschiedlich Dundu auf die Menschen wirkt, zeigt ein Beispiel aus Chile: „ Eine Familie kam nach der Show auf uns zu. Die Eltern haben ihren Sohn verloren und ihre Kinder haben in Dundu den kleinen Bruder gesehen.“

Bei der Show wird das Publikum miteinbezogen

Im zweiten Teil der Show geht es interaktiver zu: „Hier trifft Dundu auf den Beatboxer Robert und es entsteht ein Zusammenspiel zwischen dem Publikum und den Künstlern“, sagt er. Das Highlight des Abends findet sich auch im zweiten Teil wieder – nämlich der erste Auftritt der neuen Puppe „Spieglie“. Sie wird ihren Kollegen Dundu und ihre weibliche Mitstreiterin Bimbi, die 2016 dazu gestoßen war, künftig auf der Bühne unterstützen. „Spieglie ist ein sehr verspielter Name, er hat jetzt nicht so eine tiefe Bedeutung wie die Namen Dundu (Du und du) und Bimbi (ein Wortspiel aus Barbie und biegen). Doch auch hier steckt hinter dem Namen eine Botschaft: Spiegel haben einen tollen Effekt. Man sieht sich selbst und man reflektiert. Spieglie hat etwas sehr emphatisches, sie nimmt Sachen auf, die sie sieht und eröffnet eine Refkletionsebene.“

Anschließend präsentiert die Band um Dundu-Mitbegründer Stefan Charisius die Songs aus seinem neuen Album „Hommage an Dundu“. Stefan spielt das seltene Instrument Kora, eine westafrikanische Harfe, die „die Stimme“ von Dundu ist. Auf dem Album treffen verschiedene Musikrichtungen aufeinander – von Reggae bis hin zu atmosphärischen Songs.

Puppenspiel fördert Teamarbeit

Um die Puppen auf der Bühne zum Leben zu erwecken, sind fünf Puppenspieler nötig. Fabian ist einer von ihnen. Das gemeinsame Arbeiten an Dundu schweißt zusammen, sagt er. Daher bietet er auch für Unternehmen Workshops an, in denen die Mitarbeiter durch das Puppenspiel mehr über Teamarbeit, Führung und Kommunikation lernen. Diese Botschaft solle Dundu der Welt mitteilen: „Wir Menschen sind besser zusammen als getrennt. Und das zeigt Dundu. Fünf Leute verschmelzen an diesem Wesen zu einem. Fünf Kontinente, die die Welt zusammen halten.“

Dem Team liegen außerdem soziale Themen am Herzen. So besuchte das Ensemble nach einem Auftritt in Moskau ein Kinderkrankenhaus. Mit der Flüchtlingsunterkunft am Killesberg ist ebenfalls eine Aktion in Planung.

Anfang 2017 ist das Team in die Container-City bei den Wagenhallen gezogen. Hier befinden sich die Werkstätten, das Büro und der Proberaum. 2019 wird die Seite des Kunstvereins der Wagenhallen wieder geöffnet und Dundu darf zurück an seine alte Heimatstätte. Das Team versucht jedoch die Stadt zu überzeugen, dass der Platz auf der Container-City, auch nach dem Umzug in die Hallen, weiterhin bestehen bleibt und dort ein kleines Kulturzentrum entsteht.

Frauen haben eine andere Wahrnemung als Männer

Und wie geht es in Zukunft weiter? Im Sommer stehen einige Termine an. Es geht nach Spanien zu den Beachclubs und nach Portugal für eine Lichtparade. Zum 25-Jahr-Jubiläum des Internationalen Trickfilmfestivals in Stuttgart läuft Dundu am 28. April beim „Walk auf Animation“ mit.

So viele Reisen Dundu unternimmt, so viele unterschiedliche Kulturen lernt das Team kennen. Die Reaktionen der Menschen sind in jedem Land unterschiedlich: „In Lateinamerika haben die Menschen sofort mitgetanzt, während sie in China oder auch in Korea schüchterner und zurückhaltender waren“, erzählt Fabian. Auch würden die Puppen anders auf Frauen und Männer wirken: „ In Deutschland sind die Frauen entzückt, die Männer sind eher an den technischen Aspekten interessiert. Frauen haben da öfters eine andere Offenheit zu Dundu“. Eines jedoch finden alle an Dundu gut – seinen Hintern, erzählt Fabian lachend.

Mehr Infos zu Dundu gibt’s unter www.dundu.eu

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