So überlebt man als Stuttgarter im Rheinland

Ihr plant einen Städtetrip nach Düsseldorf oder Köln und wollt waschechte Rheinländer kennenlernen? Wir haben ein paar Tipps für euch, damit der Kulturschock nicht ganz so heftig wird.

Stuttgart/Düsseldorf – Fährt ein Schwabe ins Rheinland… Da ist die ein oder andere Überraschung vorprogrammiert. Ihr wollt dem Kulturschock entgehen und euch noch ein paar Tipps zu vegetarischen Spots und zur Verkehrssicherheit abgreifen? Mit diesen Empfehlungen wird euer Besuch am Rhein ein voller Erfolg!

Nicht erschrecken: Rheinländer sind direkt!

Man muss sie mögen, die Rheinländer und ihre direkte Art. Die einen werden sich in den leicht ruppigen, aber immer herzlichen Umgangston sofort verlieben. Andere sind vielleicht erst einmal verdutzt, wenn sie vom Kellner konsequent geduzt und mit „Meine Liebe“ angesprochen werden.

Ein Ratschlag: Lasst euch einfach ganz locker darauf ein, duzt zurück, macht einen Scherz. Ihr werdet merken, wie angenehm entspannt es sein kann, wenn wir unsere unter Südländern doch verbreitete Distanziertheit einfach mal ablegen können.

Düsseldorf oder Köln

Die Gretchenfrage: Alt oder Kölsch, Fortuna oder 1. FC, Düsseldorf oder Köln. Entscheiden muss sich jeder! „Schmeckt doch beides ganz okay“ oder „Also, ich mag ja beide Städte“ wird einfach nicht akzeptiert. Eigentlich können wir das ganz gut verstehen: Wenn wir in Stuttgart Besuch empfangen, sollte der ja auch nicht Lobeshymnen auf Karlsruhe anstimmen…

Um noch einmal kurz auf Alt vs. Kölsch zurückzukommen: Was nun besser schmeckt, soll jeder selbst entscheiden. Aber wundert euch nicht über die Größe der Gläser: Eingefleischte Wasengänger werden mit den 0,2 oder 0,25 Liter kleinen Bierchen erst einmal überfordert sein – oder eher unterfordert. Doch keine Sorge: Für ständigen Nachschub ist gesorgt!

Düsseldorfer Altstadt: Ballermann 2.0

Die Düsseldorfer Altstadt ist bekannt als die „Längste Theke der Welt“. Wer einmal eine der Gassen entlanggelaufen ist, versteht auch, warum: Mehr als 260 Kneipen, Restaurants, Bars und Hausbrauereien reihen sich dort aneinander. Was man als Besucher aber vielleicht nicht so sehr erwartet, ist die Masse an (trinkenden) Touristen, die die Straßen der Altstadt vor allem am Wochenende bevölkern. Junggesellenabschiede, Junggesellinnenabschiede, Mannschaftsausflüge, noch mehr JGAs… Die Altstadt von Düsseldorf ist eine einzige Partymeile.

Pro Tipp: Wenn euch der Ballermann in Mallorca zu weit weg oder zu teuer ist, fahrt doch einfach ein Wochenende nach Düsseldorf! Wem die grölenden Massen aber definitiv zu viel sind, der sollte sein Altbier lieber unter der Woche in einer der vielen Hausbrauereien trinken. Oder sich eine Kneipe suchen, die ein bisschen außerhalb des Theken-Epizentrums liegt.

Foto: Moheb Anwari
Foto: Moheb Anwari

Immer genug Bargeld dabeihaben

Wenn wir gerade beim Trinken sind: Gerade in den Hausbrauereien in Düsseldorf und den Kneipen in der Kölner Altstadt kann man oft nicht mit Karte bezahlen. Und wenn es geht, dann nur mit seeehr viel Murren und entsprechenden Kommentaren der Bedienung – womit wir wieder bei der typisch rheinischen Direktheit wären.

Um euch das zu ersparen, schaut einfach, dass ihr immer genug Bargeld in möglichst kleinen Scheinen bei euch habt. Denn wer eine Rechnung über knapp zehn Euro bezahlen möchte und dann den Fuffi auspackt, erntet auch einen kleinen Anschiss: „Is dat dein Ernst, Jungchen?“

Achtung E-Scooter!

Dafür, wie ihr E-Scooter zuhause in Stuttgart nutzen könnt, haben wir euch schon ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben. Auch den Städten Köln und Düsseldorf haben die Roller schon lange ihren Stempel aufgedrückt. Konkret bedeutet das: Ihr müsst ständig damit rechnen, auf dem Gehweg zur Seite springen zu müssen. Weil ein Mensch auf zwei Rädern euch von hinten überholt, von vorne in euch reinfährt oder direkt vor euch von seinem Scooter purzelt.

Besondere Vorsicht ist abends rund um die Innenstadt geboten, wenn teils stark angetrunkene Touris über Kopfsteinpflaster ratternd zu zweit auf einem Roller stehen. Gut ist, dass sie sich meistens mit einem lauten „HUUUIIIIII“ ankündigen – die Scooter selbst machen ja so gut wie keinen Mucks.

Rheinländische Küche heißt viel Fleisch. Aber es gibt auch anderes…

Die rheinländische Küche ist nicht gerade berühmt für vegetarische oder gar vegane Kost. Und da die Rheinländer viel Wert auf ihre Tradition und Echtheit legen, findet sich auf den Speisekarten in Brauhäusern und Kneipen auch selten mehr als ein vegetarisches Gericht.

Das heißt aber nicht, dass man als Vegetarier oder Veganer verhungern muss – im Gegenteil! Empfehlenswert ist in Düsseldorf beispielsweise eine der drei „Sattgrün“-Filialen. Ihr findet sie in Flingern, am Graf-Adolf-Platz und am Medienhafen. Dort sind alle Angebote zu 100 Prozent vegan! Auch in Köln ist die Auswahl an vegetarischen und veganen Restaurants riesengroß: Von der vegetarischen Kultkneipe, über vietnamesisches Essen bis hin zu veganem Sushi (!!) ist alles dabei.

Fotos: Lea Weinmann