Alles bleibt anders: Das Super Jami macht doch weiter

Da hat das vegane Stuttgart aber noch mal Glück gehabt: Das Super Jami schließt nur für einige Monate und macht danach weiter. Veränderung liegt dennoch in der Luft.

Stuttgart – Von „veganer Wehmut“ sprachen wir vergangenen Frühling, als wir vom bevorstehenden Aus des Super Jami im Heusteigviertel hörten. Doch Kathi Bretsch und Roman Herb haben sich jetzt doch dagegen entschieden, ihr innig geliebtes Vegan Deli abzugeben und machen nach einer mehrmonatigen Pause weiter. Zwar anders als davor, aber auch das klingt spannend. Was dem Super Jami bevorsteht, hat uns Kathi im Interview verraten.

Kein geeigneter Nachfolger

Okay, was ist denn da bei euch los? Erst verkündet ihr die Hiobsbotschaft, dass ihr den Laden abgeben wollt, jetzt macht ihr „nur“ für ein paar Monate dicht. Wieso?

Die Entscheidung wurde uns quasi abgenommen. Wir hatten einige Interessenten für das Super Jami und verhandelten auch mit einer Handvoll vielversprechender. Doch so richtig glücklich sind wir mit keinem geworden. Schließlich wollten wir gerne Nachfolger, die entweder das Jami in ähnlicher Weise fortführen oder mindestens einen neuen veganen Laden etablieren und in der Lage sind, mehr als ein halbes Jahr zu überleben. Die Alternative war nun, dass ein Makler diese Aufgabe übernimmt, wir keinerlei Mitspracherecht gehabt hätten und die Zielsetzung eher in Richtung Büroräume gehen würde. Für uns hätte das bedeutet, alles einzustampfen, was wir uns in den letzten vier Jahren aufgebaut haben. Und noch ein weiterer veganer Spot zu sein, der die Segel streicht.

So wie bisher konnte es nicht weitergehen

Extrem viele Leute waren traurig oder bestürzt, als sie erfuhren, dass ihr den Laden aufgeben wollt. War das auch ein Grund, dass ihr doch weitermacht?

Ohne die unfassbar tollen Gäste wären wir ja niemals auf die Idee gekommen, dass es sich lohnt, nochmal einen frischen Start hinzulegen. Die Rückmeldung der Leute war der Knaller, ergreifend und inspirierend. Da merkt man erst, was man da aufgebaut hat. So ganz alleine im Hamsterrad ist der Blick schon sehr tunnelig.

Wie hat es sich zunächst für euch angefühlt, als ihr verkündet habt, dass ihr einen Nachfolger für euer Baby sucht?

Das waren definitiv mehrere Ebenen. Zum einen der Duft der Freiheit und zum anderen, als würde man einen Teil seines Herzen in eine Autopresse werfen. So wie bisher konnte es aber nicht weitergehen, weil wir beide schon am Rand jeglicher Kräfte waren. So gesehen war es Befreiungsschlag und Guillotine zugleich.

Das Super Jami verändert sich.

Neues Kochbuch und vielleicht ein Urlaub

Dennoch wollt ihr in der Schließzeit keinen Urlaub machen, sondern ein Kochbuch schreiben…

Na ja, von gar keinem Urlaub hat ja niemand was gesagt. Aber natürlich wird die meiste Zeit ins neue Kochbuch fließen. Es wird ein Signature-Kochbuch mit Rezepten, die wir im Super Jami in den letzten Jahren so gekocht haben. Ich hoffe, dass es bis Ende März fertig ist und das neue Super Jami danach an den Start geht.

Und wie wird es danach mit dem Super Jami weitergehen?

Es wird auf jeden Fall anders. Zum einen wird Roman nur noch als als bester Boyfriend der Welt an meiner Seite und nicht mehr ein Teil des Super-Jami-Alltags sein. Und zum anderen brauche ich mehr Luft zum Atmen. Ich arbeite gerne und sehr viel und stecke all meine Energie in in meine Projekte. Doch in meiner Brust schlagen nun mal zwei Herzen. Ich liebe die Küche und das Kochen über alles, aber ich muss auch zeichnen können, um happy zu sein. Die letzten vier Jahre war außer dem Super Jami für kaum etwas anderes Platz. Und genau das muss sich ändern. Das neue Konzept soll mehr Luft bringen – und mehr Raum, um den Pinsel zu schwingen. Und natürlich muss die Küchenwelt noch weiter erkundet werden, daher wird es ab und an auch variierende Öffnungszeiten geben, damit ich von anderen Küchenchefs was lernen kann…

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