Afrolocke: Neue Pflege für krauses Haar

Jahrelang war Anna Baltruschat auf der Suche nach Naturprodukten für ihr krauses Haar – vergeblich. Also hat sie begonnen in der heimischen Küche zu experimentieren. Et Voilà: Afrolocke ist geboren und steht heute im Kaufhaus Mitte.

Stuttgart – Vor einigen Jahren hatte Anna Baltruschat genug. Genug davon, so viel Zeit fürs Bändigen ihrer krausen Locken zu verbringen. Genug von der leidigen Suche nach geeigneten Haarprodukten mit natürlichen Inhaltsstoffen.

Afrolocke: Die Familie durfte testen

Annas Vater stammt aus Ghana, sie selbst ist im Raum Stuttgart geboren und wohnt inzwischen im Westen. Einfach in einen Drogeriemarkt spazieren und eine geeignete Pflege finden? Fehlanzeige. „Ich war immer neidisch auf meine Freundinnen mit blonden oder brünetten Haaren, die eine riesige Auswahl an Haarprodukten im Drogeriemarkt haben“, gibt sie zu. Wer mit dünnem Haar gesegnet ist, kann sich zumindest damit trösten: Es gibt eine unfassbar große Auswahl an Volumen-Shampoos in jedem Drogeriemarkt dieser Erde.

Sie selbst, so Anna, werde höchstens in Afroshops fündig. Das Problem dort aber: „Die Suche nach Naturprodukten gestaltet sich schwierig und nahezu alle Produkte kommen aus dem Ausland. Ich habe oft nicht verstanden, was in den Produkten enthalten ist.“ In Frankreich oder in Großbritannien sei die Lage eine andere. „In Deutschland wird die Nische aber kaum bedient.“

Wie anfangen, wenn man nicht aus der Branche kommt?

Irgendwann war das Feuer in ihr entfacht – die Idee das Produkt einfach selbst zu entwickeln stand 2015, 2017 war das Unternehmen namens Afrolocke gegründet. „Wenn ich das mache, dann aber nur als Naturkosmetik“, war sie sich sicher. In ihrem heimischen Badezimmer finden sich schon lange nur noch Naturprodukte, die gleichen Standards sollte auch ihre eigene Erfindung erfüllen.

Ihr Ehemann Johannes war von ihrer Euphorie schnell angesteckt. Und so starteten die beiden das Projekt nebenberuflich (Anna ist im Marketing tätig, Johannes arbeitet als Unternehmensberater). Doch wie anfangen, wenn man gar nicht aus der Branche kommt? „Im Internet findet man relativ viele Anleitungen, DIY-Rezepte für Produkte wie Cremes, Shampoo oder Öle“, sagt Anna. Das Ehepaar hat Rohstoffe angeschafft und dann ausprobiert. An ihr selbst und an sämtlichen Familienmitgliedern. „Wir haben zum Glück alle möglichen Haarstrukturen in der Familie“, sagt Anna und lacht. Welliges Haar, krauses, leicht gelocktes.

Zertifizierte Naturkosmetik

Nach gut anderthalb Jahren und unzähligen Experimenten, waren die Grundrezepte für die ersten beiden Produkte gefunden. Das Shampoo beinhaltet unter anderem Brokkolisamenöl und Kokosöl. Die Spülung Shea-Butter und Arganöl. Die Produkte sind vegan, frei von Parabenen, Silikonen und synthetischen Duft- und Farbstoffen, außerdem zertifizierte Naturkosmetik. Produziert wird natürlich schon lange nicht mehr Zuhause sondern bei einem Hersteller aus dem Großraum Stuttgart.

Produkte für Lockenköpfe? Eine Selbstverständlichkeit!

Zu kaufen gibt es die Produkte derzeit im eigenen Online-Shop, aber auch in Geschäften wie beispielsweise dem Kaufhaus Mitte am Schlossplatz. Trotzdem ist sich Anna bewusst, dass sie mit ihrem Produkt eine Nische bedient. Ob es Afrolocke jemals im üblichen Drogeriemarkt zu kaufen gibt, steht noch in den Sternen. Kürzlich hat das Ehepaar an einem Gründerwettbewerb von Dm und der Crowdfunding-Plattform Startnext teilgenommen. Der Gewinn: ein Produkt-Listing in mehr als 2000 Dm-Märkten. Mit Afrolocke hat sie es unter die letzten zwanzig Projekte geschafft, am Ende aber leider nicht ins Regal. Die Hoffnung aufgeben will sie aber nicht und hält weiter fest an ihrer Herzensangelegenheit: „Für meine Kinder soll es einmal ganz selbstverständlich sein, Produkte für Lockenköpfe im Drogeriemarkt zu finden.“

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