Abschied vom Fluxus: Mademoiselle YéYé

Taschentücher raus: Die letzten Tage des Fluxus sind gezählt! In unserem Rückblick lassen wir die Menschen zu Wort kommen, die die Calwer Passage auf einzigartige Weise neu belebt haben. Heute mit Florence Shirazi von Mademoiselle YéYé.

Stuttgart – Ja, wir wissen es doch selbst: Ursprünglich sollte das Experiment Fluxus nur wenige Wochen dauern. Dass am Ende dreieinhalb Jahre daraus wurden, ist ein riesiger Erfolg. Und ein schöner Beweis, dass es in Stuttgart eben auch mal anders geht. Ein bisschen scheiße darf man das aber dennoch finden, sagen wir.

Außergewöhnliche Menschen

Bis am 30. Juni also definitiv die Lichter ausgehen in den meisten Läden, sind es ja noch ein paar Tage. Deswegen wollen wir hier noch ein letztes Mal all die außergewöhnlichen Menschen zu Wort kommen zu lassen, die aus der gewagten Zwischennutzung einen für Stuttgart einmaligen Ort geschaffen haben. Was war eigentlich das Besondere an diesem Ort? Woher kam diese eigentümliche Magie? Und vor allem: Wie wird es jetzt mit all diesen tollen Läden weitergehen?

Es nimmt Abschied: Florence Shirazi (Mademoiselle YéYé)

Die beiden YeYes Foto: Mademoiselle Yéyé

Gemeinsam mit ihrem Partner und Kollegen Kai Alt hat Florence Shirazi den Style der Fifties und Sixties in die Stadt gebracht. 2012 gründeten die beiden wunderbaren Kreativlinge ihr Modelabel Mademoiselle YéYé, heute werden ihre hochwertigen Vintage-Stücke längst nicht mehr nur in Stuttgart getragen. Skandinavien, Belgien, Holland – YéYé ist längst europaweit angesagt. Und seit Tag eins auch im Fluxus zuhause.

Wieso habt ihr euch für einen Shop im Fluxus entschieden? Wir sind ein Stuttgarter Label, da war für uns eigentlich ziemlich schnell klar: Das ist spannend, davon wollen wir ein Teil sein!

Was hat diesen Ort denn überhaupt erst besonders gemacht? Die Entwicklung verlief hier mehr so nach dem Prinzip „Der Weg ist das Ziel“. Vieles haben wir erst nach und nach verändert oder verbessert. Trial and error. Es war hier am Anfang weder durchgeplant noch durchgestylt, weshalb das Fluxus sicherlich seinen speziellen Charme hatte. Ein Ort zum Ausprobieren.

Eure Fluxus-Highlights? Auf jeden Fall unsere großen Super-Sales, die wir nur zweimal im Jahr veranstaltet haben. Wenn dann Kunden aus Frankreich und Berlin anreisen, ist das schon ein großes Kompliment.

„Wo gehe ich denn jetzt hin?“

Was wird euch am meisten fehlen? Die Samstage! Wo gehe ich denn jetzt hin? Das Fluxus ist/war ein Ort, an dem man sich einfach treiben lassen konnte. Frühstücken, shoppen, abhängen, Kaffee trinken, Leute treffen, quatschen, sich mit Kunden austauschen. Und dann so: „Huch, schon sieben! Na auch egal, dann bitte zweimal Kessler Rosé!“

Wie soll es mit Mademoiselle YeYe weitergehen? Wir haben ein paar Eisen im Feuer aber noch nichts Spruchreifes. Wir leben hauptsächlich vom Großhandel und beliefern unsere Marke in ganz Europa. Somit sind wir zum Glück nicht auf ein Ladengeschäft angewiesen. Dennoch möchten wir unsere Kollektionen hier in Stuttgart anbieten, weil wir wahnsinnig viele Fans und Kunden im Ländle haben.

Hier gibts die starken Teile: www.yeye.de

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