5 Jahre Tatti: Ein Rückblick

Das Tatti feiert Fünfjähriges: Unter dem Motto „Endless Game“ haben Marcus Philipp und Paul Benjamin Scheibe den Geburtstag ihrer Café-Bar zelebriert und sich an die Supporter und Wegbegleiter der letzten Jahre gerichtet. Mit uns haben sie zurückgeblickt und sind sich einig: „Wir sind noch lange nicht fertig.“

Stuttgart – Fünf Jahre Tatti – wow, what a ride! Was mit Kaffeemaschine, Saftpresse und zwei Bänken begann, ist heute einer der Szene-Spots im Kessel. Schon nach wenigen Monaten wurde der Café-Bar-Hybrid zur gehypten Szenelocation im Fluxus-Mikrokosmos. Für Marcus und Benny eine Spielwiese, ein Raum für kreative Ideen. So entwickelte sich das Tatti ziemlich schnell zu einer Institution – einem Stammplatz und Wohnzimmer. Kurz gesagt: Ein Ort, an dem man garantiert Menschen trifft, auch ohne sich vorher zu verabreden – geiler Kaffee und Orangensaft inklusive!

Fünf Jahre Tatti, kein Stillstand

„Wir haben uns von Anfang an nicht als klassische Gastronomie gesehen. Uns war es immer wichtig, den Gästen etwas zu bieten, sie zu entertainen. Sei es durch den Look, unsere Möbel, Shirt-Kollektionen, Installationen oder Veranstaltungen“, so Benny. Marcus ergänzt: „Wir machen viele Dinge on top, weil wir uns so von anderen abheben wollen.“ Nie stillstehen, immer weiterentwickeln, Neues bieten, in Bewegung bleiben – das ist der Tatti-Vibe.

Ein Jahr ist das Tatti nun schon in der neuen Location, in der alten Kostbar, die später Apanaya hieß. 22 Tage dauerte es, bis das Tatti Café & Bar nach der Zeit im Fluxus wiedereröffnete. So happy man im Kessel über das schnelle Comeback auch war – nicht jeder feierte den Umzug und die damit verbundene zentrale Lage. Wie bei jeder großen Erfolgsgeschichte gibt es auch hier Gegenwind: „Viele Leute sagen: ‚Das ist nicht mehr das Tatti, was es mal war.‘ Klar, wir sind hier präsenter, mittendrin in der Stadt, man steht mehr unter Beobachtung. Aber wir haben noch immer die gleiche Philosophie“, so Marcus.

Auch Benny stimmt zu: „Das Tatti ist eine Spielwiese, früher wie heute.“

Scrolling Down Memory Lane

Benny gibt zu: „Man wird auch echt nostalgisch. Ich habe letztens so durch unseren Instagram-Feed gescrollt und dachte mir, wie krass das ist, was in den letzten fünf Jahren so passiert ist, wer schon da war, was man gemacht hat…“

Was darauf folgt, ist ein Erinnerung-Ping-Pong der Tatti-Macher.

„Plötzlich haben Bands im Tatti gespielt“

Benny: „Eines meiner Highlights war auf jeden Fall, als Kasper Bjørke bei uns im alten Tatti gespielt hat. Wir haben ihn gebucht, ohne es groß anzukündigen. Das war schon geil. Oder das Tatti x Heardis Festival mit OG Keemo und Shit Robot.“ 

Marcus: „Das war definitiv auch eines meiner Highlights. Als die angekommen sind mit ihren Boxen und dem Equipment – ich muss zugeben, da war ich schon ängstlicher als Benny. Trotzdem war es ein geiles Event. Ich meine: Plötzlich haben Bands im Tatti gespielt.“

Benny: “Sonntag, zum Abschluss, hat eine Freundin von mir ein Klavierkonzert gegeben. Der ganze Platz war voll, doch alle Menschen waren still und haben einfach nur zugehört, das war echt rührend.“

Marcus: „Oh ja! Das werden wir auf jeden Fall wiederholen. Und wer weiß, was noch so passiert.“

La Familia

Supporter und Stammgäste

Beide sind sich einig, dass all das ohne stetige Supporter und Wegbegleiter nicht möglich gewesen wäre. „Es hat natürlich auch reingespielt, wer uns damals unterstützt hat und heute noch unterstützt. Das ehrt uns: All die Supporter, die uns seit fünf Jahren begleiten – und das mit Herz! Viele Partnerschaften laufen seit fünf Jahren. Dafür sind wir echt dankbar“, so Benny.

„Gerade auch unter den Gästen sind wirklich Gesichter, die wir seit fünf Jahren täglich sehen. Was ich besonders schön finde, sind auch die Menschen, die mit uns sozusagen erwachsen geworden sind und immer noch kommen“, erzählt Marcus.

5 Jahre Tatti Micha Jakob
Micha und Jakob sind vom „Kindertisch“ im alten Tatti zur neuen Location weitergezogen. Foto: Laura Müller-Sixer

Bestes Beispiel für „das Großwerden im Tatti“ sind Micha und Jakob. Von Benny und Marcus wurden sie liebevoll „der Kindertisch“ genannt. Seit sie 16 sind, ist das Tatti Treffpunkt für die Gang. „Damals hauptsächlich wegen der Tischtennisplatte und Freunden, die dort gearbeitet haben.“ So hat man sich über den Eistee, zum ersten Kaffee bis hin zur Weinschorle vorgekämpft.

„Das Tatti als Treffpunkt ist mittlerweile Tradition. Eigentlich ist es ganz klar, dass wenn wir uns in der Stadt treffen, definitiv das Tatti gemeint ist.“

5 Jahre Tatti
Frank ist jeden Tag im Tatti, bestellt einen Espresso, liest Zeitung – manchmal auch stundenlang ein Buch. Foto: Tanja Simoncev

Er liebt Espresso, klassische Musik, Kunst, Literatur und Anzüge: Einer der wohl bekanntesten Tatti-Stammgäste ist Frank Laske, der als Souffleur und Schauspieler beim Staatstheater Stuttgart arbeitet. Schon im alten Tatti kam er jeden Tag vorbei, um seinen Espresso zu trinken und die Zeitung zu lesen. Warum? Vor allem wegen der zentralen Lage – und natürlich den Machern selbst: „Marcus kenne ich schon lange, damals aus den ‚Unbekannten Tier‘-Zeiten, und habe ihn schon immer auf seinen weiteren Stationen begleitet. Benny kenne ich durch eine ehemalige Kollegin am Staatstheater sogar noch als Schüler.“ Es sei die Sympathie, so Frank. „Und sie haben einen tollen Espresso!“

Mittlerweile gehört der Mann mit Bart und über 30 Maßanzügen genauso zum Tatti wie der Kaffee – und wird mindestens genauso oft fotografiert. „Mich sprechen viele Menschen an, ob sie ein Foto von mir machen können, andere machen es eben heimlich.“ Stören tut ihn das nicht. So komme man ja oft auch ins Gespräch mit anderen Gästen. Erkannt wird er aber nicht nur am Tatti, sondern selbst beim Einkaufen oder Schwimmen. „Scheinbar kann ich keinen Weg in der Stadt unbeobachtet gehen“, sagt er lachend.

La Familia

Und auch das Tatti-Team ist eine feste Einheit, wie Marcus erzählt: „Die Fluktuation ist relativ gering. Es gibt auch viele witzige Storys und Konstellationen von Mitarbeitern, die immer noch da sind und uns die Treue halten, das ist echt toll.“

„Ja, es ist schon wie eine Familie. Alle halten zusammen“, so Benny.

„Das Schönste an sich ist: Wir wussten nicht, wo es hingeht – und jetzt sitzen wir hier“, stellt Marcus fest.

 

Benny wird nachdenklich: „Ich habe vor 10 Jahren über dem Gül Kebap gewohnt und war immer in der Kostbar zu Mittag essen. Ich hatte damals schon den Traum, etwas eigenes zu machen und meinte zu meiner Ex-Freundin: ‚Ey, wenn ich diesen Laden irgendwann mal übernehmen kann, das wäre ein Traum.‘ Und dann bekomme ich vor 1,5 Jahren einen Anruf von Marcus, der dann sagt: ‚Benny wir haben da eine neue Location angeboten bekommen.‘ Und zwar genau die. Da stand ich am Strand und hab echt Gänsehaut bekommen.“ 

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